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1945. Der Krieg auf dem Schlachtfeld ist vorbei. Während die Sieger erbittert um die Reste des Dritten Reiches balgen, sorgt Yamamoto, der Koch, für das leibliche Wohl von Stalin und seinen Männern. Da entdeckt er ihren schrecklichen Plan. Und seit sie wissen, dass er es weiß, wollen sie ihn zum Schweigen bringen. Bis tief unter die Erde verschleppen sie ihn. Niemand soll erfahren, was er gesehen hat! Und dann ist Yamamoto plötzlich allein. Ganz allein! Denn Truman, Churchill und Stalin - sie sind alle tot! Doch er begreift, dass er viele retten kann, wenn er den nötigen Mut aufbringt! Ein tückischer Plan, um den Frieden zu ermorden - gleich wieder, nach dem Krieg. Eine furchtbare Bombe, die die Ewigkeit auslöscht. Und Koch Yamamoto, der seine Schuld abstreift, tief unter der Erde.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2023
Andreas Krauße
Der verräterische Duft von Schuld
Novelle
Andreas Krauße, Jahrgang 1968, wuchs in einem Märchenland auf, das heute verschwunden ist. Seine feste Burg war umringt von sieben blauen Seen und nicht wenig flachem Land. Schon als Junge flog er hoch hinauf zu den Wolken. Er wollte sehen, was dahinter ist. Später studierte er zwischen hellen Bergen über den Ursprung der Energie. Dort, wo ein König einst sein Gewicht in Gold aufwog. Er wollte wissen, wie alles funktioniert. Zu jeder Zeit aber träumte er! Denn verwoben mit der Fantasie, glitzert die Welt so festlich, wie sie immer sein wollte! Heute lebt Andreas im Norden; er schreibt Geschichten, Novellen und Romane. Es sind seine Träume, in Worte gefasst. Lies sie – genau dafür hat er sie aufgeschrieben!
Impressum
© 2023 Andreas Krauße
4., neu bearbeitete Auflage
ISBN Softcover: 978-3-347-95256-0
ISBN E-Book: 978-3-347-95257-7
Druck und Vertrieb: tredition GmbH, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ohne Zustimmung des Autors ist unzulässig. Die Herausgabe und der Vertrieb erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung »Impressumservice«, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Deutschland.
Warum nimmt der Mächtige in der Welt
sich nie den einfachen Mann zum Vorbild? Japanische Weisheit
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Yamamoto schloss die schwere Tür hinter sich. Einen Atemzug lang genoss er die Stille im Raum und sog den rauchigen Duft des Küchenofens ein. Dazwischen lag schwer und träge der Geruch der heute bereiteten Mahlzeit. Borschtsch. Yamamoto stieß die Luft durch die gespitzten Lippen und schaltete die Zimmerbeleuchtung ein.
Das trübe Licht der einen nackten Glühlampe unter der Decke langte gerade, um die Schatten von allem hier an die Zimmerwände zu malen. Zu mehr nicht. Die einst grüne Farbe der getünchten Wände war grau und fleckig geworden, der alte Holzboden mit den losen Brettern knarrte bei seinem Tritt nach vorn, und hinter den verbogenen Regalen zog es eisig hervor.
Yamamoto schüttelte sich. Es behagte ihm nicht, das deutsche Schloss Cecilienhof in Potsdam.
Er band sich eine Schürze um und krempelte die Ärmel hoch. Zuletzt nahm er vom Ofen einen bauchigen Topf auf, in dem Wasser dampfte. Er trug ihn zu einem steinernen Trog hin und goss den Inhalt über die darin gestapelten Töpfe und Pfannen. Denn der Abwasch gehörte zu seinen Pflichten. Schließlich war er der Koch. Der Koch von Iossif Wissarionowitsch Stalin.
Ganz in Gedanken drehte Yamamoto an einem rostigen Wasserhahn. Gurgelnd fiel eiskaltes Wasser hinab in das steinerne Becken und mischte sich darin mit dem heißen Nass. Immer wieder tunkte Yamamoto prüfend eine Hand ein.
Während er so wartete, erkannte er durch das Fenster hindurch die Soldaten im Park. Rotarmisten mit Gewehren hielten dort draußen Wache. Sie waren die reglosen Schatten im Dunkel. Keinem Eindringling war es bisher gelungen, durch ihre Reihen zu schlüpfen. Von hier fort kam auch nicht jeder. Ihn jedenfalls ließen sie nicht hinaus. Sie waren aufmerksam. Unbarmherzig waren sie.
Anfangs hatte Yamamoto ihnen heißen süßen Tee nach draußen gebracht. Und gebuttertes Brot. Er wusste, dass sie froren in ihren Stiefeln, die sie von Stalingrad bis hierher durchgelaufen hatten. Er fühlte förmlich, wie ihre fadenscheinigen Uniformen jeden Wind bis auf die nackte Haut hindurch ließen. Gerade wenn es kalt wurde in der Nacht. Und klamme Müdigkeit sie umschlich.
Doch sie nahmen nichts und sahen durch ihn hindurch zu den feindlichen Schatten. Die sie beschützten, wärmten sich an glühenden Öfen und rauchten derweil.
Irgendwann, nach Tagen, hatte er es aufgegeben.
Jetzt sah er ihnen aus seiner Küche heraus nur noch zu bei ihrem Frieren in der Nacht. Und freute sich, wenn er den alten schwarzen Kater inmitten von allem entdeckte.