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Ich schaue sehr traurig auf die Entwicklung des Buddhismus in Deutschland. Während es für mehrere Jahrzehnte bergauf ging und der Dharma wirklich zu blühen schien, ist der Buddha-Dharma im deutschsprachigen Lebensraum seit anderthalb Jahrzehnten im Verfall. Das größte Problem ist, dass die Hälfte der Dinge, die sich in Deutschland als Buddhismus ausgeben, überhaupt kein Buddhismus sind. Nicht überall, wo Buddha draufsteht, ist auch Buddha drin.
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Seitenzahl: 35
Veröffentlichungsjahr: 2025
Textbeginn
Devadatta
Der strenge Buddha
Ohne Zuflucht kein Buddhist
Die Gefahr für die Sangha
Der Fake-Buddhismus
Der Bruch des Dharma-Siegels
Die Zuflucht zu den drei Juwelen
Rette den Buddhismus
Ich schaue sehr traurig auf die Entwicklung des Buddhismus in Deutschland. Während es für mehrere Jahrzehnte bergauf ging und der Dharma wirklich zu blühen schien, ist der Buddha-Dharma im deutschsprachigen Lebensraum seit anderthalb Jahrzehnten im Verfall. Das größte Problem ist, dass die Hälfte der Dinge, die sich in Deutschland als Buddhismus ausgeben, überhaupt kein Buddhismus sind. Nicht überall, wo Buddha draufsteht, ist auch Buddha drin. Dort, wo das ohne eine böse Absicht geschieht und aus reiner Unwissenheit geschieht, könnte man ein Auge zudrücken. Aber dort, wo es mit böser Absicht geschieht, wie bei S. Batchelor und dem säkularen Buddhismus, sollte man ernsthaft den mahnenden Zeigefinger erheben. Buddha, unser Lehrer, war immer sehr nachsichtig. Es gab nur eine Ausnahme, wann er streng und auch harsch wurde.
Das war, wenn jemand den Dharma verfälschte. Alle schriftlichen Überlieferungen und archäologischen Funde beweisen eindeutig, dass der Buddha-Dharma polytheistisch ist und den Kreislauf der Wiedergeburten lehrt. Das sind zwei fundamentale Elemente des Buddha-Dharma. Wer nicht an viele Götter und die Wiedergeburt glaubt, handelt nicht schlecht. Aber er kann dann auch kein Buddhist oder Buddhistin sein. Denn Buddhist ist, wer Zuflucht zum Buddha, Dharma und zur Sangha nimmt. Den Dharma anzunehmen, bedeutet, die Lehre des Buddha zu akzeptieren, der gelehrt hat, dass es viele Götter (und Göttinnen) und einen Kreislauf der Wiedergeburten gibt. Wer das bewusst verfälscht wie der säkulare Buddhismus, handelt in böser Absicht, deshalb ist der säkulare Buddhismus eine Form des Devadatta-Buddhismus. Zur Erinnerung: Devadatta gilt als Erzfeind des Buddha, weil er die Sangha des Buddha zerstören wollte. Lasst mich das einmal buddhistisch einordnen. Der Devadatta hatte die Absicht, Buddhas Sangha zu spalten und das gilt zusammen mit dem Mord an einem Buddha als das schlimmste karmische Verbrechen.
Gibt es Hoffnung für den deutschen Buddhismus? Die gibt es; aber nicht, wenn wir weiter den Kopf in den Sand stecken und zulassen, wie Leute sich als Buddhisten ausgeben, die überhaupt keine sind. Wir müssen das klar sagen: Der säkulare Buddhismus ist ein Akt kultureller Aneignung. Es ist genau das, was ausländische Kulturen der westlichen Welt immer wieder vorwerfen. Kurz gesagt, es ist eine Form von Rassismus. Wir können es auch Fake-Buddhismus nennen, wenn wir es mit der Zunge heutiger Teenys sagen wollen.
Ich bin Buddhist, weil ich die dreifache Zuflucht in einer offiziellen Zeremonie in einem taiwanesischen Tempel in Berlin-Wedding genommen habe. Leider ist das Internet und auch die Buchläden voller Typen und Möchtegern-Buddhistinnen, die sich das Maul über den Buddhismus zerreißen. Sie meinen, dass sie alles besser wissen, obwohl sie bisher nicht die dreifache Zuflucht genommen haben und deshalb gar keine Buddhisten nach der offiziellen Regel sind.
Ich bin schockiert, wenn ich mir online die Beiträge in den Gruppen durchlese. Da sind Typen, die gar keine Buddhisten sind, aber erklären anderen wie sie buddhistisch leben sollen. Das ist unmoralisch, mies und narzisstisch.
Nein! Man ist nicht einfach Buddhistin, weil man glaubt, Buddhistin zu sein oder sich plötzlich als ein Buddhist identifiziert. Das ist Bullshit. Es ist krasser Selbstbetrug. Es gibt ganz klare Regeln, ab welchem Moment man Buddhist ist. So steht es geschrieben in den alten Texten: Erst, wer die dreifache Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha nimmt, ist Buddhist. Das muss in einer richtigen Zeremonie geschehen und nicht einfach vor Facebook und YouTube in den eigenen vier Wänden. Vielleicht, wenn man in den Alpen lebt, in einem Dorf, das hundert Kilometer zur nächsten Stadt entfernt ist, ansonsten gilt das als altes und echtes buddhistisches Gesetz. Erst durch eine offizielle Zeremonie wird man eine Buddhistin, alles andere ist Fake-Buddhismus.
Das Internet ist voll von Fake-Buddhisten, und das verletzt meine und ich glaube die Gefühle asiatischer Buddhisten. Diese Fake-Buddhisten erzählen gern Dinge, wie dass der Buddhismus gar keine Religion ist oder stellen die Frage, ob der Buddhismus eine Religion oder eine Philosophie ist. Abgesehen davon, dass jede Religion auch eine Philosophie hat, ist das die typische Art des Westens, sich fremde Dinge kulturell anzueignen; es ist eine Art von Rassismus!