Das Buch Ester - Ralf Mühe - E-Book

Das Buch Ester E-Book

Ralf Mühe

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Beschreibung

Das Buch Ester überrascht durch seine spannende Handlung und die geringe geistliche Substanz. Damit spiegelt es die Periode des Gottesvolkes kurz nach dem Exil. Während eine Minderheit sich in der Heimat mit dem Wiederaufbau des Landes bemüht, bleiben die anderen im Ausland. Hier haben sie ein gewisses Ansehen und Wohlstand erlangt. Einer von ihnen ist Mardochai und seine Cousine Ester. Sie verbergen so lange wie möglich ihre jüdische Identität. Von Gott ist im ganzen Buch überhaupt nicht die Rede. Und doch wird für Leser erkennbar, wie hinter den Entscheidungen von Menschen und den scheinbaren Zufällen Gott als der Handelnde die Geschicke seines Volkes lenkt. Darin wird das Buch Ester für Christen zu einer selbstkritischen und ermutigenden Herausforderung.

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Seitenzahl: 71

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ralf Mühe

Das Buch Ester

anschaulich, verständlich, lebensnah

Buchtitel

www.bibellesebund.net

Impressum

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

2. Auflage 2017

© 2014 Bibellesebund Verlag, Marienheide

© 2025 der E-Book-Ausgabe

Lockenfeld 2

51709 Marienheide

[email protected]

Autor: Ralf Mühe

Lektorat: Burkhard Meißner

Titelfoto: 123rf.com

Titelgestaltung: Justo G. Pulido, www.pulido.de

Layout des E-Books: Connie Waffenschmidt

Printausgabe: ISBN 978-3-95568-067-1

E-Book: ISBN 978-3-95568-588-1

www.bibellesebund.net

Hinweise des Verlags:

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des Textes und der Bilder kommen.

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Inhalt

Titel

Impressum

Liebe Leserin, lieber Leser

Das Buch Ester

Gut zu wissen!

Aber die Königin wollte nicht (Ester 1,1-22)

Ungehorsam oder selbstbestimmt?

Für den König schön gemacht (Ester 2,1-14)

Schönheit

Gewinnendes Auftreten (Ester 2,15-23)

Aufruf zum Völkermord (Ester 3,1-15)

Von Haman bis Hitler

Aufforderung, geltendes Recht zu brechen (Ester 4,1-17)

Die antike Welt der Ester

Ester stellt sich der Situation (Ester 5,1-14)

Der Schuss geht nach hinten los (Ester 6,1-14)

Die Religionen der Meder und Perser

Zufall oder Gottes Handeln?

Hamans Ende am Galgen (Ester 7,1-10)

Das private Glück ist nicht genug (Ester 8,1-17)

Purim im jüdischen Kalenderjahr

Das muss gefeiert werden! (Ester 9,1–10,3)

So feiern Juden das Purimfest

Das Los entscheidet

Gottes Namen „JHWH“ im Buch Ester

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein biblisches Buch, in dem Gott nicht ein einziges Mal* erwähnt wird und Gebet nicht einmal in kürzester Form vorkommt – das ist nahezu unfassbar. Was kennzeichnet eigentlich die Juden noch als Gottes Volk? Die Antwort lautet: Die Juden sind deshalb Gottes Volk, weil er es sich erwählt hat. Diese Tatsache durchzieht das Buch Ester wie ein roter Faden.

Der Schauplatz ist die königliche Winterresidenz Susa in Persien. Ein Ort weit weg von dem Land, das den Juden verloren ging, als sie in die Verbannung geführt und ihr Staat ausgelöscht wurde. Dem Leser begegnen Prunksucht, Größenwahn und ein Jude in privilegierter Stellung am Königshof. Sein Name Mordechai könnte kaum heidnischer sein. Er weist auf Marduk, den babylonischen Hauptgott. Und der Name seiner Schutzbefohlenen Ester erinnert an die Fruchtbarkeitsgöttin Ischtar. Mitunter wird die Bedeutung von Ester auch mit „Stern“ angegeben.

Gott macht Geschichte mit seinem Volk, das längst nicht mehr seiner Bestimmung gemäß lebt, nämlich Zeuge seiner großen Taten zu sein. Dabei bezieht er den Widersacher ein. Der versucht durch den höchsten Regierungsbeamten der Perser, Haman, zu verhindern, dass aus diesem Volk einmal der Retter Jesus kommen wird.

Mordechai und seine Schutzbefohlene halten ihre jüdische Identität verborgen. Ob aus Scham oder Not, bleibt offen. Doch die Ereignisse zwingen sie, Farbe zu bekennen. Und gerade dabei erleben die Juden Gottes überwältigende Führung.

Die damaligen Verhältnisse wirken wie ein Spiegel für unsere Gegenwart. Mitunter muss Gott mit uns Wege gehen, die wir zunächst ausschließlich als Schwierigkeiten wahrnehmen. Wenn wir bereit sind, dahinter sein souveränes Handeln zu erkennen, werden wir uns ihnen anders stellen (Ester 4,14). Das ist der Weg, auf dem wir dann Erfahrungen mit Jesus machen, die wir nicht mehr missen mögen.

Übrigens: Wenn nicht anders angegeben, liegt den Textbezügen zur Bibel die revidierte Lutherbibel von 1984 zugrunde.

Ralf Mühe

* Beachten Sie dazu bitte den Artikel Gottes Namen „JHWH“ im Buch Ester.

Das Buch Ester

Außer diesem gibt es nur noch das Buch Rut, das den Namen einer Frau trägt. Esters hebräischer Name Hadassa wird in Kapitel 2,7 erwähnt. Er bedeutet Myrte. Die Myrte ist ein immergrüner Strauch mit wunderbar filigranen weißen Blüten. Das Buch Ester findet im Neuen Testament keine Erwähnung und wird auch nicht zitiert. Dasselbe trifft jedoch auch auf andere Schriften des Alten Testaments zu wie Obadja und Zefanja.

Zeitliche Einordnung

Das Buch Ester beginnt 483 vor Christus mit dem dritten Jahr der Herrschaft des Perserkönigs Ahasveros, den die Griechen Xerxes nannten. Die genaue Zeitspanne lässt sich im Buch Ester nicht genau festmachen. Die letzte Datierung findet sich in Kapitel 3,7, wo vom zwölften Jahr der Herrschaft des Königs die Rede ist. Biblische Berichte, die zeitlich dem Buch Ester folgen, sind Esra ab Kapitel 7 sowie Nehemia und Maleachi.

Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Das Buch beginnt in der Folgezeit des Babylonischen Exils. Es endet mit dem Erlass des Perserkönigs Kyrus im Jahr 539 vor Christus Er erlaubt den Juden die Rückkehr in ihre Heimat. Der erste Tross von rund 50.000 Rückwanderern macht sich unter der Leitung von Serubbabel auf den Weg nach Juda, das inzwischen als Provinz zum persischen Weltreich gehört (Esra 1–2). Unter der Leitung des Schriftgelehrten Esra macht sich im Jahr 458 vor Christus erneut eine Gruppe zur Heimkehr williger Juden auf den Weg (Esra 7–8). Dreizehn Jahre später folgt Nehemia, der Mundschenk des Perserkönig Artaxerxes (445 vor Christus). Er leitet den Wiederaufbau von Jerusalems Stadtmauer. Nehemia reorganisiert außerdem die Juden in der Heimat, die von der dort lebenden Bevölkerung als Eindringlinge empfunden und bedrängt werden.

Die überwiegende Mehrheit der Juden bleibt im Ausland, wo bereits die Kinder und Enkel der Verschleppten geboren und aufgewachsen sind. Sie haben längst die jeweilige Sprache und Mentalität übernommen, Eigentum erworben und einflussreiche Stellungen eingenommen. Dennoch bilden sie eine Minderheit, die an ihren eigenen religiösen Werten und Traditionen festhält. Wenn auch die Anschuldigungen eines Haman von boshaften Unterstellungen geprägt sind, beschreiben sie doch treffend die soziale Lage der Auslandsjuden: „Es gibt ein Volk, zerstreut und abgesondert unter allen Völkern in allen Ländern deines Königreichs, und ihr Gesetz ist anders als das aller Völker ...“ (Ester 3,8).

Eigenheiten des Buches Ester

Gott taucht im Buch Ester namentlich nicht auf. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta oder LXX) wird dieser als Manko empfunden Zustand später durch das Hinzufügen von Textzusätzen ausgeglichen. In einigen Bibelübersetzungen hat man sie innerhalb des Buches Ester aufgenommen. In der Ausgabe nach Martin Luther, aus der die folgenden Zitate stammen, werden sie getrennt aufgeführt.

Die Erwähnung von Gott in den später hinzugefügten Versen

Zusätze zu Ester 4,17 (in der Lutherbibel Kapitel 2,4-5)

Du weißt alle Dinge; du, Herr, weißt auch, dass es weder aus Hochmut noch aus Stolz noch aus Ehrgeiz geschehen ist, wenn ich vor diesem überheblichen Haman nicht niedergefallen bin; denn ich wäre bereit, ihm sogar die Fußsohlen zu küssen, wenn ich Israel damit retten könnte. Ich habe es vielmehr aus Furcht davor getan, die Ehre, die meinem Gott gebührt, einem Menschen zu geben und einen andern anzubeten als meinen Gott.

Und nun, Herr, Gott, König, Gott Abrahams, erbarme dich über dein Volk! Denn unsere Feinde wollen uns vertilgen und dein Erbe ausrotten, das von Anfang an dir gehört hat.

Zusätze zu Ester 4 (in der Lutherbibel Kapitel 3,3 und 12)

Und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels, und sprach: Herr, du Gott Abrahams. Erhöre, Gott, der du Macht hast über alle, die Stimme derer, die keine andre Hoffnung haben, und errette uns aus der Hand der Gottlosen und befreie mich aus meinen Ängsten!

Zusätze zu Ester 5,1 (in der Lutherbibel Kapitel 4,2 und 6)

Und als sie in ihrer Herrlichkeit erschien, rief sie Gott, den Heiland, an, der alles sieht, und nahm zwei Dienerinnen mit sich und lehnte sich vornehm auf die eine; die andere aber folgte ihr und trug ihr die Schleppe. Da wandelte Gott dem König das Herz zur Milde und ihm wurde angst um sie, und er sprang auf von seinem Thron und umfing sie mit seinen Armen, bis sie wieder zu sich kam, und sprach sie freundlich an: Was ist dir, Ester? Ich bin dein Bruder; fürchte dich nicht! Du sollst nicht sterben. Denn dies Verbot betrifft alle andern, aber doch nicht dich!

Zusätze zu Ester 8,12 (in der Lutherbibel Kapitel 5,12 und 14)

Denn um solcher Untat willen ist er mit seinem ganzen Geschlecht vor den Toren von Susa an den Galgen gehängt worden; und so hat ihm Gott sehr bald vergolten, wie er’s verdient hat. Und wo man ihnen am Tag ihrer Not, am dreizehnten Tage des zwölften Monats, des Adar, Gewalt antun will, da sollt ihr ihnen beistehen, dass sie sich an eben diesem Tage wehren können. Denn diesen Tag, an dem sie, das auserwählte Volk, umkommen sollten, hat ihnen der allmächtige Gott zur Freude gemacht.

Zusätze zu Ester vor Kapitel 1 (in der Lutherbibel Kapitel 6,7 und 9)