Die drei Briefe des Johannes - Ralf Mühe - E-Book

Die drei Briefe des Johannes E-Book

Ralf Mühe

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Beschreibung

Das Arbeitsheft führt in überschaubaren Abschnitten durch die drei Johannesbriefe. Diese werden in einer ungeahnten Weise topaktuell, wo es um das Bekenntnis zu Jesus Christus geht. In seinem ersten Brief beleuchtet der Apostel, was Christen auszeichnet, und stärkt das Bewusstsein für eine unverwechselbare christliche Identität. Die Lebensnähe der Ausführungen trifft uns immer wieder persönlich und ermutigt dazu, vor der eigenen Tür zu kehren.

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Seitenzahl: 70

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ralf Mühe

Die drei Briefe des Johannes

anschaulich, verständlich, lebensnah

www.bibellesebund.net

Impressum

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

6. Auflage 2025

© 2011 by Verlag Bibellesebund, Marienheide

© 2025 der E-Book-Ausgabe

Lockenfeld 2

51709 Marienheide

[email protected]

Autor: Ralf Mühe

Titelfoto: Michael Brown, Fotolia.com

Titelgestaltung: Justo G. Pulido, www.pulido.de

Layout des E-Books: Inge Neuhaus

Printausgabe: ISBN 978-3-87982-936-1

E-Book: ISBN 978-3-95568-587-4

www.bibellesebund.net

Hinweise des Verlags:

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des Textes und der Bilder kommen.

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Inhalt

Titel

Impressum

Liebe Leserin, lieber Leser

Ein bemerkenswerter Brief

Wer ist Johannes?

Der 1. Johannesbrief

Mit allen Sinnen erlebt (1. Johannes 1,1-4)

Leben im Licht Gottes (1. Johannes 1,5-7)

Gott ist Licht

Bereinigte Verhältnisse (1. Johannes 1,8-10)

Eine Haltung des Gehorsams (1. Johannes 2,1-6)

Befähigt zu lieben (1. Johannes 2,7-11)

Klare Position beziehen (1. Johannes 2,12-17)

Wahrheit und Lüge (1. Johannes 2,18-23)

Kurs halten! (1. Johannes 2,24-29)

Wir werden Gott ähnlich sein (1. Johannes 3,1-3)

Gekommen, um zu zerstören (1. Johannes 3,4-10)

Liebe leben (1. Johannes 3,11-18)

Frei von Schuldgefühlen (1. Johannes 3,19-24)

Seid nicht leichtgläubig! (1. Johannes 4,1-6)

Der Geist des Antichristen

Warum die Liebe so wichtig ist (1. Johannes 4,7-21)

Gott ist Liebe

Lasst uns lieben!

Worte an Überwinder (1. Johannes 5,1-5)

Gottes Zeugnis (1. Johannes 5,6-12)

Voller Zuversicht beten (1. Johannes 5,13-17)

Die Sünde, die nicht vergeben wird

Untrennbar mit Gott verbunden (1. Johannes 5,18-21)

Der 2. Johannesbrief

Der Wahrheit und der Liebe verpflichtet (2. Johannes 1-13)

Der 3. Johannesbrief

Mitarbeiter im Dienst für die Wahrheit (3. Johannes 1-15)

Liebe Leserin, lieber Leser

Aus den Worten des alten Apostels strömt eine liebevolle Besorgnis für die ihm anvertrauten Menschen. Immer wieder verweilen seine Gedanken an einem Sachverhalt, wenden sich kurz ab und kehren zum Ausgangspunkt zurück. Man hat fast den Eindruck, dem hochbetagten Johannes persönlich gegenüberzusitzen. Seiner beinahe zärtlichen Zugeneigtheit steht allerdings auch die geradezu schroff formulierte Ablehnung gegenüber, Sünde als Lebensstil zu dulden. Eine falsche Vertrautheit, die darauf aus ist, nur bestätigt zu werden, entsteht dadurch erst gar nicht.

Sowohl beim ersten Brief als auch bei den zwei nachfolgenden Schreiben zieht sich ein Thema geradlinig durch: der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten und die Liebe zu den Mitmenschen. Wo der Glaube sich nicht mehr an Gottes Wort orientiert, verliert er seine von Gott geprägten Merkmale. Christsein oder „das Leben im Licht“ muss im Zusammenleben jedoch klar erkennbar sein. Mit dieser konsequenten Verknüpfung verliert der Begriff „Glaube“ seine von Beliebigkeit geformte Innerlichkeit eines kulturellen Christentums.

Herausgefordert durch die geistigen Strömungen seiner Zeit betont der Apostel die Stellung von Jesus Christus. Die im Hellenismus geforderte Logik allein, wird dem Mensch gewordenen Gottessohn nicht gerecht. Erfasst sie doch stets nur die menschliche Seite seiner Persönlichkeit. Damit verweist Johannes auf eine Tatsache, die Antoine de Saint-Exupéry in Der Kleine Prinz einmal so ausdrückte:

„Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Lassen Sie sich von der Aktualität dieser einzigartigen Schriftstücke überraschen und profitieren Sie davon. Allein oder in der Gemeinschaft. Allen Textbezügen zur Bibel liegt die Übersetzung Luther 1984 zugrunde. Gott segne Sie!

Ralf Mühe

Ein bemerkenswerter Brief

Formlos

Für Menschen, die sich gut kennen und lieben, haben formale Aspekte eine eher untergeordnete Bedeutung. Ich denke an die Botschaften eines Ehemanns, die er auf verschiedenen Zetteln seiner Frau hinterließ, ehe er auf Dienstreise ging. Das schriftliche Zeugnis seiner Liebe war jeweils knapp gehalten, aber sehr verbindlich in den Worten. Und das zählte.

Ähnlich können wir uns das Verhältnis des Apostels Johannes zu den Menschen vorstellen, denen er seinen ersten Brief schreibt. Der alte Mann übergeht alle formalen Kennzeichen, die antike Briefe damals aufwiesen. Dazu gehörten in der Regel Absender, Empfänger, eine Grußformel und oft auch noch ein Lobpreis (vergleiche Römer 1,1-7).

Herzlich

Erst in Kapitel 2,1 tritt Johannes aus dem inklusiven Wir heraus und spricht von sich selbst: Ich schreibe euch. Sein gutes Verhältnis zu den Briefempfängern wird deutlich, wenn wir darauf achten, wie er sie anspricht: Meine Kinder! Da wird eine Beziehung ausgedrückt, die zum einen eine liebevolle Vertrautheit bekundet. Zum anderen weist sie auf ein hohes Altersgefälle. Im griechischen Grundtext wird gar noch die Verkleinerungsform gebraucht: Kindlein. Johannes wird diese Zeilen demnach als sehr alter Mann geschrieben haben; denn immerhin gilt diese Anrede auch Männern, die selbst schon Väter sind (Kapitel 2,13).

Zielbestimmt

Der Apostel betont nicht weniger als fünf Mal, warum er diese Zeilen schreibt. Es scheint, als befürchte er, falsch verstanden zu werden. Die Sorge ist nicht unbegründet, denn die Verbindlichkeit im Ton kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er Dinge klarstellen muss. Diese Absicht prägt auffallend stark den Charakter seines Schreibens. Johannes gebraucht überaus oft Bedingungssätze, etwa: Wenn wir sagen ..., so betrügen wir uns selbst (Kapitel 1,8) oder: Wer sagt, er sei im Licht … (Kapitel 2,9). Damit setzt er das Stilmittel der Polarisierung ein, um zunächst das Falsche einer Haltung oder Handlung aufzuzeigen. Stets setzt er dem das Positive gegenüber.

Zeitbezogen

Die Johannesbriefe sind eine Art Vermächtnis des Greises. Als der letzte Apostel bereitet er die Gläubigen auf die Zeit vor, in der sie selbst auf das Reden und Wirken des Heiligen Geistes achten müssen. Er gibt ihnen Kriterien mit, an denen sie die Echtheit des Glaubens erkennen sollen. Die Gefahr einer vom Judentum geprägten Gesetzlichkeit gehörte zu jener Zeit bereits der Vergangenheit an. Seit dem jüdisch-römischen Krieg (68– 70 nach Christus) gab es den Staat Judäa nicht mehr. Die Juden waren in alle Himmelsrichtungen zerstreut.

Auch die Christen lebten nun ganz in der griechisch-römischen Kultur. Johannes selbst scheint nach dem Zeugnis der alten Kirche in Ephesus gewirkt zu haben. Hier mussten er und die anderen Christen gegenüber den philosophischen Strömungen eine klare Stellung beziehen.

© Friedrich Nölle, Fotolia.com

Der Apostel Johannes hat der Überlieferung nach in der kleinasiatischen Stadt Ephesus gewirkt. Von der einst bedeutenden Stadt sind heute nur noch Trümmer zu besichtigen. Hier ein Blick auf die Kuretenstraße zwischen Hadriantempel und Celsusbibliothek.

Wer ist Johannes?

Sein Zuhause

Als junger Mann flickte er gemeinsam mit seinem Bruder Jakobus die Netze. Dabei saßen sie am See Genezareth im Boot ihres Vaters, als Jesus sie ansprach. Nach Art eines geistlichen Lehrers, den man „Rabbi“ nannte, sammelte Jesus junge Männer als Schüler oder Jünger um sich (Matthäus 4,21).

Der Vater von Johannes und Jakobus hieß Zebedäus. Er war Fischer und lebte mit seiner Familie im Norden von Israel, in Galiläa. Sowohl der Vater als auch Johannes selbst trugen Namen, die nach griechischer Weise ausgesprochen wurden. Obwohl die Familie aus einer Provinz stammte, die als hinterwäldlerisch galt, ist sie dennoch stark von der hellenistischen Kultur berührt worden. Die Tatsache, dass der Vater auch Tagelöhner beschäftigte, lässt vermuten, dass die Familie nicht arm war (Markus 1,20).

Das charakterliche Erbe

Der schnell aufflackernde Zorn zeichnete die Brüder Jakobus und Johannes gemeinsam aus. Mehrfach eckten sie damit auch in der Gemeinschaft der Nachfolger an. Jesus gab ihnen den bezeichnenden Beinamen Boanerges, was so viel heißt wie Söhne des Donners (Markus 3,17). Für sie gab es nur Sekt oder Selters – alles oder nichts. Bei einer Gelegenheit schien ihnen Feuer vom Himmel ein geeignetes Mittel zu sein, um den wenig gastfreundlichen Samaritern einen Denkzettel zu verpassen (Lukas 9,54). Einem Mann, der Dämonen im Namen von Jesus austrieb, hatten sie es kurzerhand verboten. Er sollte es nur tun dürfen, wenn er sich ihnen anschloss (Markus 9,38).

Dass die „Donnersöhne“ sich mit Hilfe ihrer Mutter Exklusivplätze im kommenden Reich Gottes zu sichern suchten, kam weder bei Jesus noch bei den anderen gut an (Matthäus 20,20-24).

Johannes und die anderen Apostel

Johannes gehörte mit Petrus und Jakobus zu den Jüngern, die um Jesus einen engeren Mitarbeiterkreis bildeten. Diese drei nahm Jesus mit, als er die Tochter eines Synagogenvorstehers vom Tod auferweckte (Markus 5,37). Sie nur wurden Zeugen seiner Herrlichkeit, die auf einem hohen Berg für kurze Zeit sichtbar wurde (Matthäus 17,1).

Diesen Vertrauten erklärte Jesus die prophetische Schau über Jerusalem (Markus 13,3