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Die Fortsetzung des Fantasy-Epos. Endlich hat Nikko jemandem gefunden, mit dem er die Geheimnisse des Nekromanten ergründen kann. Doch stellt sich schnell heraus, dass wieder einmal nicht alles so verläuft, wie es der junge Meister gern hätte. Kann er dem Fürstmagier wirklich vertrauen, oder versucht dieser doch nur, Nikko zu übervorteilen? Auch der Konfrontation mit Peryndor kann Nikko nicht länger aus dem Weg gehen, doch scheint der Alte mittlerweile ohnehin seine eigenen Ziele zu verfolgen. Schließlich muss sich der junge Zauberer sogar noch mit einem weiteren Geist der Vergangenheit herumschlagen. Null Papier Verlag
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Veröffentlichungsjahr: 2025
N. Bernhardt
Buch XIII: Ein zweifelhafter Bund
Der Hexer von Hymal
N. Bernhardt
Buch XIII: Ein zweifelhafter Bund
Der Hexer von Hymal
Veröffentlicht im Null Papier Verlag, 2024Klosterstr. 34 · D-40211 Düsseldorf · [email protected] 3. Auflage, ISBN 978-3-954185-59-7
null-papier.de/katalog
Inhaltsverzeichnis
Erstes Kapitel: Ein Lied für einen Dämon
Zweites Kapitel: Wie befürchtet?
Drittes Kapitel: Alles wieder gut
Viertes Kapitel: Die Festung der Meister
Fünftes Kapitel: Ein überfälliges Gespräch
Sechstes Kapitel: Neue Möglichkeiten
Siebtes Kapitel: Späte Gerechtigkeit
Ausblick
Der Hexer von Hymal, Buch I: Ein Junge aus den Bergen
Der Hexer von Hymal, Buch II: Der Untergang des Fürstentums
Der Hexer von Hymal, Buch III: Eine Reise in den Süden
Der Hexer von Hymal, Buch IV: Ein talentierter Schüler
Der Hexer von Hymal, Buch V: Rückkehr ins Unbekannte
Der Hexer von Hymal, Buch VI: Die Festung im Feindesland
Der Hexer von Hymal, Buch VII: Der leidliche Herzog
Der Hexer von Hymal, Buch VIII: Freund und Feind
Der Hexer von Hymal, Buch IX: Kein leichtes Spiel
Der Hexer von Hymal, Buch X: Schuld und Schmach
und weitere …
Endlich hat Nikko jemandem gefunden, mit dem er die Geheimnisse des Nekromanten ergründen kann. Doch stellt sich schnell heraus, dass wieder einmal nicht alles so verläuft, wie es der junge Meister gern hätte. Kann er dem Fürstmagier wirklich vertrauen, oder versucht dieser doch nur, Nikko zu übervorteilen?
Auch der Konfrontation mit Peryndor kann Nikko nicht länger aus dem Weg gehen, doch scheint der Alte mittlerweile ohnehin seine eigenen Ziele zu verfolgen. Schließlich muss sich der junge Zauberer sogar noch mit einem weiteren Geist der Vergangenheit herumschlagen.
Weitere Informationen zur Reihe und zum Autor finden Sie unter:
hymal.info
Es waren Blicke voll von Erstaunen, Erschrecken und endloser Missbilligung gewesen, mit denen Peryndor seinen Zögling durchbohrt hatte. Den Mund hatte der greise Meister jedoch nicht aufbekommen.
Schnell hatte Nikko die heiklen Bücher aus dem Teleportring gewuchtet und dem Großmeister in aller Freundlichkeit bedeutet, dass der Ring nun zu dessen Verfügung stand. Es war dem jungen Zauberer dabei sogar ernst gewesen. Wie skurril seine Geste auf den Alten gewirkt haben mochte, wurde Nikko erst später klar.
Ohne dass auch nur ein einziges Wort gefallen war, hatte sich Peryndor dann wegteleportiert. Sogar Meister Nibegu hatte die ganze Zeit geschwiegen, sich dabei ein süffisantes Grinsen jedoch nicht verkneifen können.
»Ich werde die Bücher abholen lassen, Meister Nikko«, hatte er schließlich gesagt, als der Großmeister weg war, und lächelnd hinzugefügt: »Es wäre mir eine große Freude, mit Euch später das Abendmahl zu teilen.«
Am Nachmittag war mit Nikko nicht mehr viel anzufangen. Wieder und wieder ließ er sich die kurzen Augenblicke des Zusammentreffens mit Peryndor durch den Kopf gehen. Wieder und wieder versuchte er, dessen Blicke zu entschlüsseln, obwohl sie wenig Zweifel daran gelassen hatten, wie sehr dem Alten Nikkos plötzliches Auftauchen missfallen haben musste.
Peryndor war immerhin einer seiner wenigen Verbündeten, wenn nicht sogar fast schon ein Freund. Den Großmeister so verärgert zu haben, behagte dem Zauberer daher überhaupt nicht. Aber war der Alte wirklich verärgert gewesen oder doch nur erstaunt, vielleicht sogar einfach nur erschrocken?
Es war schwierig zu sagen, erfreut schien er jedenfalls nicht gewesen zu sein, Nikko so plötzlich hier angetroffen zu haben. Warum sollte er auch? Peryndor hatte dem jungen Zauberer die Reise zu den Meistern des Südens ja immer wieder versagt.
Weshalb hatte der Alte aber kein einziges Wort gesagt? Das war doch so gar nicht seine Art. War er wirklich nur zu erschrocken gewesen? Nein, im ersten Augenblick vielleicht, aber er hätte sich schnell wieder fangen müssen.
Nibegu? Ja, Peryndor hatte wohl einfach vor seinem Gastgeber keinen Skandal provozieren wollen. Der stolze Großmeister war stets viel zu sehr um sein Ansehen bemüht, als dass er sich seinen Ärger hier hätte anmerken lassen.
Das hieße aber, die Sache war nur aufgeschoben, nicht jedoch aufgehoben. Oh je, bei ihrem nächsten Zusammentreffen würde der Alte Nikko vermutlich zur Rede stellen! Bis dahin musste der junge Zauberer sich endlich eine glaubhafte Ausrede zurechtgelegt haben.
Ob die bloße Behauptung wohl ausreichen würde, dass sich das Teleportmuster von Ghalla-Umbua in Thorodos’ Buch befände und Nikko es einfach nur einmal ausprobieren wollte? Der junge Meister war sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher.
Dennoch, das so lange gefürchtete Zusammentreffen mit Peryndor hatte Nikko endlich hinter sich gebracht. Auch wenn das dicke Ende wohl noch kommen würde, verspürte der Zauberer nun erst einmal eine gewisse Erleichterung.
Wahrscheinlich war es sogar gut, dass die Anwesenheit des Fürstmagiers den Alten zum Schweigen veranlasst hatte. So hatte Peryndor zunächst etwas Zeit, um sich wieder abzuregen. Wenn Nikko das nächste Mal auf den Großmeister träfe, könnten sie vielleicht schon über die Sache lachen.
Am Abend dann hatte ein Bediensteter den jungen Magier abgeholt und in den Speisesaal geleitet, wo es sich der Fürstmagier bereits gemütlich gemacht hatte. Mit einem warmen Lächeln bedeutete er Nikko, sich zu setzen und sich an den üppigen Speisen zu bedienen.
»Ihr habt dem armen Großmeister heute Mittag aber einen ordentlichen Schrecken eingejagt, Meister Nikko«, grinste Nibegu. »So sprachlos habe ich ihn nur sehr selten erlebt. Sehr selten.«
»Glaubt mir, ich war nicht minder erschrocken«, zuckte Nikko die Schultern. »Was hatte Peryndor hier überhaupt gewollt?«
»Er war auf meine Einladung hin hier«, überraschte der Fürstmagier. »Ihr selbst hattet doch erwähnt, dass Großmeister Peryndor einst einer von denen gewesen war, die mit Meister Hafuch den Frieden aushandelten.«
»Ich wollte es mir einfach nicht nehmen lassen, darüber einen Bericht aus erster Hand zu erhalten«, fügte er grinsend hinzu. »Ich hoffe jedoch aus tiefstem Herzen, dass dieses … Zusammentreffen Euch nicht in irgendwelche … Schwierigkeiten gebracht hat.«
Der junge Zauberer war sich nun gar nicht mehr sicher, ob das alles wirklich nur ein dummer Zufall gewesen war. Nibegu hatte doch damit rechnen müssen, das Nikko jederzeit aus Halfuár zurückkommen konnte. Hatte der Fürstmagier das Aufeinandertreffen etwa bewusst provoziert?
»Macht Euch darüber keine Sorgen«, lächelte Nikko die Bedenken seines Gastgeber vorsichtshalber weg und lenkte dann ab: »Habt Ihr denn etwas Interessantes von ihm erfahren können?«
»Nur wenig«, seufzte Nibegu. »Er hatte bei den damaligen Verhandlungen mit dem Nekromanten anscheinend eine deutlich geringere Rolle gespielt, als er Euch wohl glauben machen wollte.«
Das sah Peryndor schon ähnlich. Aber warum legte der Fürstmagier auch noch seinen Finger in diese Wunde? Versuchte er etwa, Zwietracht zwischen Nikko und dem Großmeister zu säen? Es deutete zwar einiges darauf hin, was allerdings hätte Meister Nibegu davon?
»Doch lasst uns lieber über wichtigere Dinge reden«, lächelte der Herr des Hauses dann. »Ich werde wohl einige Zeit für das Studium Eurer Bücher benötigen. Jedoch sollt Ihr Euch so lange natürlich nicht zu sehr langweilen müssen. Was haltet Ihr davon, wenn ich Euch morgen zeige, wie wir hier im Süden mit den Dämonen kommunizieren?«
»Sehr gerne«, glänzten Nikkos Augen, und alle Zweifel waren vergessen. »Ich freue mich schon darauf!«
Nikko hatte in der folgenden Nacht kaum ein Auge zugetan – diesmal wegen der Vorfreude auf die gemeinsame Arbeit mit dem Fürstmagier, nicht etwa vor lauter Sorgen, wie sonst so oft.
Die Idee, mit einem Dämon einfach nur zu reden, statt ihn gleich zu beschwören, hatte den Zauberer ja schon fasziniert, als Nibegu ihm das erste Mal davon erzählt hatte. Nikko wusste schließlich aus eigener Erfahrung nur zu gut, welche Risiken die Beschwörung solch mächtiger Wesen mit sich brachte.
Das Morgenmahl war dann ganz schnell hinuntergeschlungen. Danach blieb dem jungen Zauberer nur ungeduldiges Warten und Hoffen, dass bald ein Bediensteter käme, ihn endlich abzuholen.
Irgendwann war es schließlich so weit. Im Schlepptau eines Dieners, der ihn quer durch das Anwesen und dann hinunter in dessen Gewölbe führte, überlegte Nikko noch, ob es eigentlich immer derselbe Mann war, der ihn da abholte. Er musste sich jedoch eingestehen, dass sich für ihn die Menschen hier unten im Süden allesamt zu ähnlich sahen, um sie wirklich auseinanderzuhalten zu können – mit Ausnahme des Fürstmagiers natürlich.
»Guten Morgen, Meister Nikko«, begrüßte ihn dieser schließlich in einer mittelgroßen Kammer irgendwo im Keller des Anwesens. »Seid Ihr bereit?«
»Das bin ich«, grinste der junge Zauberer und konnte es kaum erwarten, endlich anzufangen.
»Also gut«, lächelte Meister Nibegu. »Wie ich Euch ja schon erklärt habe, unterscheiden sich unsere Ansätze bei der … Befragung von Dämonen in vielerlei Hinsicht von den Euren. Während Ihr sie gleich voll und ganz in unsere Welt zwingt, kommunizieren wir einfach nur mit ihnen, und zwar in einer tiefen Meditation.«
»Sicherlich haben beide Wege ihre Vor- und Nachteile«, zuckte er dann die Schultern. »Unser Weg dürfte jedoch viel weniger riskant sein, obwohl auch er nicht ganz ohne Gefahren ist.«
»Was denn für Gefahren?«, wunderte sich Nikko.
»Besessenheit«, lächelte der Fürstmagier. »Ja, auch wenn wir während des Rituals nicht in physischem Kontakt mit dem Dämon stehen, sind wir doch mental mit ihm verbunden. Wenn wir Fehler machen, kann das unseren Geist verwirren oder uns in den Wahnsinn treiben. Im schlimmsten Fall werden wir sogar völlig von dem Dämon besessen.«
Nikko war daraufhin ziemlich enttäuscht, hatte er doch gehofft, dass gerade eine Besessenheit bei einem solchen Ritual ausgeschlossen war. Eine Erfahrungen, wie er sie mit dem Dämon Syth’lar gemacht hatte, wollte er schließlich nicht noch einmal erleben.
»Macht Euch aber keine allzu großen Sorgen, junger Kollege«, munterte Nibegu ihn gleich wieder auf. »Ein paar einfache Schutzzauber minimieren die Gefahr. Außerdem ist eine Besessenheit durchaus heilbar.«
»Natürlich«, zwang sich Nikko ein Lächeln auf die Lippen. Er wusste ja allzu gut, was es bedeutet, besessen zu sein.
»Um mit einem Dämon zu kommunizieren, muss sich der Magier in tiefer Trance befinden«, erklärte der Fürstmagier nach einigen Augenblicken. »Wir schaffen diesen Zustand durch betörende Dämpfe, hypnotische Musik, ekstatischen Tanz und Gesang.«
»Ihr werdet später noch sehen, was ich meine«, grinste er und fuhr fort: »Jeder Dämon hat dabei sein ganz eigenes Lied. Die Texte sind jedoch nur wenigen Zauberern bekannt. Tatsächlich dürfte es wohl keinen geben, der sie wirklich alle kennt. Ich selbst verfüge über einige Dutzend Lieder, von denen ich eines … vielleicht auch mehrere … mit Euch zu teilen bereit bin.«
Nikko konnte diese scheinbare Freundlichkeit nur mit einem müden Lächeln quittieren, denn bislang waren die Ausführungen Nibegus eher eine Enttäuschung. Die vom Nekromanten erlernte Technik der Beschwörung kam ihm irgendwie sinnvoller vor, und auch mächtiger. Trotzdem, er würde natürlich erst einmal abwarten, wie das Ritual letztlich verlief.
»Nun gut, Kollege«, nickte der Fürstmagier. »Ich schlage vor, dass Ihr zunächst einem Ritual einfach nur beiwohnt und mir dabei genau zuseht. Anschließend beantworte ich selbstverständlich all Eure Fragen.«
»Einverstanden«, freute sich Nikko, und war nun doch wieder gespannt auf das Ritual.
Auf ein Fingerschnippen des Hausherrn hin betraten ein paar Bedienstete den Raum und brachten einige Utensilien mit, darunter eine große Trommel. Während ein Diener in der Mitte des Zimmers in einer steinernen Schale ein kleines Feuer entfachte, stellte ein anderer die Trommel auf und postierte sich dahinter.
Ohne weitere Worte begann dieser nach einigen Augenblicken, monotone Schläge in sehr langsamem Tempo zu trommeln. Etwas später setzte ein anderer Mann mit einer Art Flöte oder Pfeife ein und betonte damit jeden zweiten Trommelschlag. Schließlich untermalten zwei weitere Diener die Musik mit komischen Lauten, die man mit einiger Phantasie als Singsang bezeichnen konnte.
Meister Nibegu widmete sich hingegen dem Feuer, wobei er die Musik zunächst zu ignorieren schien. Nachdem er etwas Pulver in die Flammen gestreut hatte, puffte es laut und farbenfroh, dann breitete sich ein seltsamer Duft im Raum aus.
Nun begann der Fürstmagier, im Rhythmus der jetzt schneller und schneller werdenden Musik um das Feuer herum zu tanzen.