Der Hexer von Hymal, Buch XX: Licht am Horizont - N. Bernhardt - E-Book

Der Hexer von Hymal, Buch XX: Licht am Horizont E-Book

N. Bernhardt

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Beschreibung

Teil 20 des Fantasy-Epos In Hymal laufen die Dinge nicht so gut, wie Nikko und Danuwil es sich erhoffen. In zwei abtrünnigen Grafschaften muss der Zauberer zeigen, ob er wirklich das Zeug zum Herzog hat. Zu allem Überdruss meldet sich auch der Gefallene wieder bei Nikko und fordert diesmal sogar ein Opfer. Kann der junge Meister wirklich so weit gehen? Null Papier Verlag

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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N. Bernhardt

Buch XX: Licht am Horizont

Der Hexer von Hymal

N. Bernhardt

Buch XX: Licht am Horizont

Der Hexer von Hymal

Veröffentlicht im Null Papier Verlag, 2024Klosterstr. 34 · D-40211 Düsseldorf · [email protected] 4. Auflage, ISBN 978-3-954188-44-4

null-papier.de/katalog

Inhaltsverzeichnis

Ers­tes Ka­pi­tel: Ein Feind we­ni­ger

Zwei­tes Ka­pi­tel: Al­les hat sei­nen Preis

Drit­tes Ka­pi­tel: Mehr Är­ger

Vier­tes Ka­pi­tel: Noch mehr Är­ger

Fünf­tes Ka­pi­tel: Ein Pro­blem als Chan­ce

Sechs­tes Ka­pi­tel: Die Schlacht um Mal­gâr

Sieb­tes Ka­pi­tel: Eine über­ra­schen­de Zu­sam­men­kunft

Aus­blick

Der Hexer von Hy­mal

Der Hexer von Hy­mal, Buch I: Ein Jun­ge aus den Ber­gen

Der Hexer von Hy­mal, Buch II: Der Un­ter­gang des Fürs­ten­tums

Der Hexer von Hy­mal, Buch III: Eine Rei­se in den Sü­den

Der Hexer von Hy­mal, Buch IV: Ein ta­len­tier­ter Schü­ler

Der Hexer von Hy­mal, Buch V: Rück­kehr ins Un­be­kann­te

Der Hexer von Hy­mal, Buch VI: Die Fes­tung im Fein­des­land

Der Hexer von Hy­mal, Buch VII: Der leid­li­che Her­zog

Der Hexer von Hy­mal, Buch VIII: Freund und Feind

Der Hexer von Hy­mal, Buch IX: Kein leich­tes Spiel

Der Hexer von Hy­mal, Buch X: Schuld und Schmach

und wei­te­re …

Inhalt

In Hy­mal lau­fen die Din­ge nicht so gut, wie Nik­ko und Da­nu­wil es sich er­hof­fen. In zwei ab­trün­ni­gen Graf­schaf­ten muss der Zau­be­rer zei­gen, ob er wirk­lich das Zeug zum Her­zog hat.

Zu al­lem Über­druss mel­det sich auch der Ge­fal­le­ne wie­der bei Nik­ko und for­dert dies­mal so­gar ein Op­fer. Kann der jun­ge Meis­ter wirk­lich so weit ge­hen?

Website

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Rei­he und zum Au­tor fin­den Sie un­ter:

hy­mal.info

Erstes Kapitel: Ein Feind weniger

Mit ei­nem eher mul­mi­gen Ge­fühl hat­te Nik­ko den Ma­gier­turm der Burg von Sinál ver­las­sen und schlen­der­te nun zum Palas hin­über. Vor­sichts­hal­ber hat­te er zu­vor noch ei­ni­ge Schutz­schil­de ge­wirkt. Bei die­sen Kul­tis­ten wuss­te man ja nie.

Als der Zau­be­rer die Stu­fen zum Ein­gang des Haupt­hau­ses em­por­stieg, be­fürch­te­te er so­gar, man wür­de ihn hier gleich ver­haf­ten … oder Schlim­me­res. Als er dann an den Wa­chen vor­bei in das Ge­bäu­de ging, konn­te er sein ei­ge­nes Herz kräf­tig schla­gen spü­ren. Auch schwitz­te er vor An­span­nung.

Aber es pas­sier­te nichts. Im Ge­bäu­de schi­en eben­falls al­les ru­hig zu sein. War der Ge­sand­te, nach­dem er bei sei­nem letz­ten Be­such kei­ne Au­di­enz be­kom­men hat­te, etwa gar nicht wie­der hier ge­we­sen oder hat­te er nur noch nicht her­aus­ge­fun­den, dass Nik­ko ein Zau­be­rer war, also ei­ner je­ner Meis­ter, von de­nen die­ser Kult das Reich zu … be­frei­en ver­such­te?

Da im Palas al­les sei­nen nor­ma­len Gang zu ge­hen schi­en, kam auch Nik­kos Selbst­be­wusst­sein lang­sam wie­der zu­rück, ob­wohl er noch im­mer ein mul­mi­ges Ge­fühl hat­te. Schließ­lich konn­te der Ge­sand­te ja je­den Mo­ment hier auf­tau­chen.

Auf sei­nem Weg, der ihn eher un­be­wusst in die Nähe des Thron­saals ge­führt hat­te, traf der Ma­gier dann glück­li­cher­wei­se auf Da­nu­wil. Der Kas­tel­lan be­merk­te Nik­ko zu­nächst gar nicht, da er mit ei­ni­gen Be­am­ten in eine an­ge­reg­te Dis­kus­si­on ver­tieft war, freu­te sich dann aber umso mehr, den Truch­sess hier zu tref­fen.

»Ah, Eure Er­laucht«, lä­chel­te er und schick­te die Be­am­ten weg, um dann mit Nik­ko zu­sam­men in den Thron­saal zu ge­hen. »Wie ich sehe, seid Ihr schon wie­der zu­rück. Lei­der habe ich Euch vor Eu­rer Abrei­se nicht mehr recht­zei­tig fin­den kön­nen.«

»Recht­zei­tig?«, war Nik­ko ver­wirrt. »Was meint Ihr denn da­mit?«

»Oh, ent­schul­digt bit­te«, lach­te der Graf. »Ich weiß heu­te wie­der ein­mal kaum, wo mir der Kopf steht. Je­den­falls ist der Ge­sand­te die­ser … ähm Emi­nenz? … je­den­falls ist die­ser Ge­sand­te mit all sei­nen Schif­fen be­reits heu­te Vor­mit­tag wie­der ab­ge­reist. Ich fürch­te also, Ihr hät­tet Euch die Be­spre­chung mit dem Groß­meis­ter auch spa­ren kön­nen.«

»Ab­ge­reist?«, wuss­te Nik­ko nicht, ob er dar­über wirk­lich froh sein konn­te. »Hat er denn kei­ne eine Nach­richt oder Ähn­li­ches hin­ter­las­sen?«

»Nein«, schüt­tel­te Da­nu­wil den Kopf und knurr­te: »Ziem­lich un­höf­lich, wenn Ihr mich fragt. Al­ler­dings weiß ich auch nicht, wer sich hin­ter die­ser so­ge­nann­ten Emi­nenz ver­birgt.«

Nik­ko war erst ein­mal er­leich­tert. Die Abrei­se des Ge­sand­ten be­deu­te­te ja, dass er zu­nächst et­was Zeit ge­won­nen hat­te. Zu ei­ner Kon­fron­ta­ti­on wür­de es heu­te je­den­falls nicht mehr kom­men – und wohl auch nicht in den kom­men­den Ta­gen.

Die Tat­sa­che, dass der Kult ein­fach so ab­ge­reist war, ohne ihm als Truch­sess sein Be­gehr vor­zu­tra­gen, sprach hin­ge­gen Bän­de. Das war so­gar dem jun­gen Zau­be­rer klar.

Ver­mut­lich sah sich der Ge­sand­te nicht im­stan­de, die Si­tua­ti­on vor Ort ohne eine Rück­spra­che mit dem Ge­salb­ten zu klä­ren. Dass es da­bei le­dig­lich um das Ab­le­ben des Her­zogs und sei­nes … nun ja, ei­gent­li­chen Truch­sess ging, war eher un­wahr­schein­lich. Ir­gend­wie schätz­te Nik­ko den Kult da­für dann doch als zu prag­ma­tisch ein, um nur an der Machter­grei­fung An­stoß zu neh­men.

Nein, der wah­re Grund der über­has­te­ten Abrei­se war wohl Nik­ko selbst. Si­cher­lich hat­te der Ge­sand­te in der Burg oder der Stadt mit ei­ni­gen Leu­ten ge­plau­dert und auf die­se Wei­se er­fah­ren, dass der am­tie­ren­de Truch­sess ein Zau­be­rer war. Das war hier ja auch kein großes Ge­heim­nis. Dazu kam noch die Sa­che mit dem Dra­chen.

»Geht es Euch gut?«, un­ter­brach Da­nu­wil den Zau­be­rer beim Über­le­gen. »Ihr seid so ru­hig und … schon wie­der so blass.«

»Es geht«, lä­chel­te Nik­ko und frag­te sich, ob es nicht bes­ser wäre, Da­nu­wil voll­stän­dig ein­zu­wei­hen. Es war doch oh­ne­hin nur noch eine Fra­ge der Zeit, bis der Graf et­was über die Ak­ti­vi­tä­ten des Kul­tes er­fuhr. Der alte Truch­sess hat­te ja auch schon Be­scheid ge­wusst.

»Es ist nur …«, woll­te Nik­ko er­klä­ren, ge­riet aber gleich ins Sto­cken. »Also … es ist so.«

»Am bes­ten, Ihr sagt es ein­fach frei her­aus«, grins­te Da­nu­wil.

»Also gut«, stöhn­te der Zau­be­rer. »Ich bin ei­ner­seits froh, dass der Ge­sand­te ab­ge­reist ist. An­de­rer­seits bin ich mir si­cher, dass er frü­her oder spä­ter wie­der­kom­men wird … ver­mut­lich dann so­gar der Ge­salb­te selbst.«

»Der was?«

»Sei­ne Emi­nenz«, ant­wor­te­te Nik­ko. »Ähm … den Na­men habe ich wie­der ver­ges­sen. Er ist aber als der Ge­salb­te be­kannt.«

»Also, Ihr müsst da schon et­was ge­nau­er wer­den, Eure Er­laucht«, dräng­te der Kas­tel­lan.

»Der Ge­salb­te führt eine Grup­pe an, einen Kult«, er­klär­te Nik­ko. »Die­ser Kult … also … die­se Grup­pe scheint das Ziel zu ha­ben, alle Zau­be­rer zu … also zu ent­mach­ten.«

»Wie bit­te?«, war Da­nu­wil er­staunt. »Ja, wie soll­te die­ser Kult es denn schaf­fen, den bei­na­he all­mäch­ti­gen Or­den zu ent­mach­ten?«

»Nun ja«, schwitz­te der Ma­gier. »Also, um die Wahr­heit zu sa­gen, ähm … vom Ar­ka­nen Or­den ist ei­gent­lich nicht mehr … all­zu viel üb­rig.«

»Was?«, er­schrak der Graf. »Was er­zählt Ihr denn da? Da­von habe ich ja noch gar nichts ver­nom­men. Wann soll denn das al­les ge­sche­hen sein?«

»Lasst mich über­le­gen«, bat Nik­ko. »Zum Ende letz­ten Jah­res, den­ke ich. Al­ler­dings be­stand der Or­den zu die­sem Zeit­punkt schon kaum mehr.«

»Mo­ment mal«, wie­gel­te Da­nu­wil ab und dräng­te: »Also, jetzt ganz lang­sam und von An­fang an – was ist pas­siert?«

»Im Or­den gab es wohl schon seit lan­ger Zeit in­ne­re Kon­flik­te«, ant­wor­te­te der Zau­be­rer. »In den letz­ten bei­den Jah­ren sind die­se der­art es­ka­liert, dass … nun ja, die meis­ten Meis­ter ha­ben sich da­bei wohl ge­gen­sei­tig um­ge­bracht. Zu­letzt wa­ren hier im Nor­den ne­ben mir und dem Groß­meis­ter nur noch zwei an­de­re Meis­ter üb­rig.«

»Ei­nen da­von ha­ben die Jün­ger des Ge­salb­ten in­zwi­schen noch auf dem Ge­wis­sen«, er­zähl­te er wei­ter. »Sie ha­ben uns zu­dem un­se­ren Haupt­sitz in Zun­daj weg­ge­nom­men und grei­fen nun auch nach al­len an­de­ren Ka­pi­teln.«

»Ja, aber wer ist denn die­ser Ge­salb­te und wie kann er es mit den Zau­be­rern auf­neh­men?«, war Da­nu­wil noch im­mer ver­wirrt.

»Ihr habt den Na­men heu­te Mor­gen selbst ge­hört«, er­wi­der­te Nik­ko. »Mehr weiß ich über den Kerl auch nicht. Er und sei­ne Jün­ger schei­nen je­doch ge­wis­se … über­na­tür­li­che Kräf­te zu be­sit­zen, die es ih­nen er­lau­ben, ge­gen uns Ma­gier an­zu­tre­ten. Das habe ich selbst be­reits zu spü­ren be­kom­men!«

»Aber warum er­zählt Ihr mir das al­les erst jetzt?«, woll­te der sicht­lich be­un­ru­hig­te Kas­tel­lan wis­sen. »Da­von hät­te ich doch viel frü­her Kennt­nis ha­ben müs­sen!«

»Nun, also …«, stam­mel­te Nik­ko. »Das sind ja … also kei­ne … ähm …«

»Ver­ge­sst es«, stöhn­te Da­nu­wil und über­rasch­te: »An Eu­rer Stel­le hät­te ich so et­was ja auch für mich be­hal­ten. Was aber sagt der Kö­nig denn dazu?«

»Der hat den Or­den ein­fach auf­ge­löst«, ant­wor­te­te Nik­ko. »Wohl nicht ganz ohne Ge­nug­tu­ung.«

»Tat­säch­lich?«, wun­der­te sich Da­nu­wil. »Dann war all die Katz­bu­cke­lei vor dem Or­den also doch nur ge­spielt. Ei­gent­lich hät­te ich mir das auch den­ken kön­nen.«

»Wie aber soll es nun wei­ter­ge­hen?«, stöhn­te er schließ­lich. »Ich bin ja stets da­von aus­ge­gan­gen, dass der Ar­ka­ne Or­den mit all sei­nem Ein­fluss hin­ter Euch und Eu­ren Am­bi­tio­nen steht. Nun aber er­fah­re ich, dass die­ser längst auf­ge­löst ist und – wenn ich Euch recht ver­ste­he – alle Zau­be­rer bei Sei­ner Ma­je­stät zu­dem noch in Un­gna­de ge­fal­len sind. Also auch Ihr!«

»Wie soll­te das Reich denn un­ter sol­chen Um­stän­den einen Zau­be­rer als neu­en Her­zog von Hy­mal ak­zep­tie­ren?«, seufz­te er.

»Es wird wohl zu ei­nem Kon­flikt kom­men«, pieps­te Nik­ko.

»Ein Kon­flikt?!«, höhn­te Da­nu­wil. »Es wird zu ei­nem ver­damm­ten Krieg kom­men! Wenn die Ma­gier tat­säch­lich so in Un­gna­de ge­fal­len sind, wird sich dar­an wohl das gan­ze Reich be­tei­li­gen … mit Be­geis­te­rung!«

»Nicht das Gan­ze«, be­schwich­ti­ge Nik­ko ihn. »Ihr wisst es ja noch nicht, aber der Her­zog von Khond­harr ist eben­falls ein Meis­ter. Ne­ben mir und dem Groß­meis­ter ist er der letz­te be­kann­te Zau­be­rer hier im Nor­den.«

»Wie bit­te?«, war der Kas­tel­lan ent­setzt. »Her­zog Rho­ba­ny ist ein Zau­be­rer?«

»Ja, das ist er«, nick­te der jun­ge Ma­gier. »Im Or­den ist … war er als Meis­ter Khon­dyr be­kannt.«

»Das ist … das ist … gut«, über­leg­te Da­nu­wil wild. »Ja, das ist aus­ge­zeich­net! Wenn wir die­se hei­kle In­for­ma­ti­on im Reich streu­en, wird ihm doch nichts An­de­res üb­rig­blei­ben, als un­ser Ver­bün­de­ter zu wer­den. Je­den­falls kann er sich dann nicht mehr ei­nem Feld­zug ge­gen uns an­schlie­ßen, son­dern wäre selbst ein Ziel.«

»Die Fra­ge ist nur, ob Hy­mal und Khond­harr ge­mein­sam ge­gen die Hee­re des Reichs be­ste­hen könn­ten«, seufz­te er schon we­ni­ge Au­gen­bli­cke spä­ter.

»Wa­rum denn nicht?«, wun­der­te sich Nik­ko. »Der Her­zog von Khond­harr hat­te vor dem Reich doch nie große Angst, oder? Au­ßer­dem ha­ben wir auch noch den Dra­chen.«

»Das ist ja al­les schön und gut«, wie­gel­te der Graf ab, »aber habt Ihr Euch denn schon ein­mal Ge­dan­ken dar­über ge­macht, wie die Sa­che aus­sieht, wenn dut­zen­de Le­gio­nen und sons­ti­ge Hee­re hier ein­fal­len?«

Auch dem jun­gen Zau­be­rer be­hag­te die­ses Bild nicht son­der­lich, doch muss­te er da­bei gleich an den Ge­fal­le­nen den­ken. War das etwa die Si­tua­ti­on, für die der Geist ihm Hil­fe an­ge­bo­ten hat­te? Auf je­den Fall fühl­te Nik­ko sich bei dem Ge­dan­ken, zur Not auch noch über die­se Op­ti­on zu ver­fü­gen, wie­der deut­lich woh­ler.

»Ob­wohl«, sin­nier­te Da­nu­wil wei­ter, »sie müss­ten hier al­le­samt an­lan­den – ganz so, wie da­mals Fy­dal und sei­ne Ver­bün­de­ten. Ich war ja selbst mit da­bei und kann da­her be­zeu­gen, dass eine sol­che Ope­ra­ti­on be­reits mit ei­nem klei­ne­ren Heer ein äu­ßerst schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen ist.«

»Ja, und auf dem of­fe­nen Meer wä­ren ihre Schif­fe für Eu­ren Dra­chen eine sehr leich­te Beu­te«, fletsch­te er die Zäh­ne und nick­te: »Auch über den Vyldam­pass kön­nen sie nicht kom­men, da Ho­ca­tin noch im­mer vom Rho­ba­ny be­setzt ist. So schlecht sieht die Sa­che also gar nicht aus!«

»Wisst Ihr, Eure Er­laucht«, grins­te er schließ­lich, »wenn Ihr Eu­ren Thron oh­ne­hin ge­gen das gan­ze Reich ver­tei­di­gen müsst, dann braucht Hy­mal ei­gent­lich auch nicht län­ger ein Teil des­sen zu sein. Ja, dann könn­tet Ihr Euch im Grun­de auch gleich zum Kö­nig krö­nen las­sen!«

»Zum Kö­nig?«, war Nik­ko nun völ­lig ver­blüfft. »Ihr meint, ich soll ein Kö­nig wer­den?«

»Wa­rum denn nicht?«, zuck­te der Graf die Schul­tern. »Wie ge­sagt, wenn Ihr Euch so­wie­so ge­gen das gan­ze Reich be­haup­ten müsst, dann könnt Ihr Euch ge­nau­so gut auch von Sei­ner Ma­je­stät los­sa­gen.«

Nik­ko wuss­te ja noch nicht ein­mal, was nun der Un­ter­schied zwi­schen ei­nem Kö­nig und ei­nem Her­zog war. Er selbst wäre zwar mit dem Her­zogs­ti­tel mehr als zu­frie­den, aber Da­nu­wil wuss­te si­cher bes­ser, was hier an­ge­bracht war … und für ihn selbst am ein­träg­lichs­ten.

»Aber küm­mern wir uns zu­nächst lie­ber um die drin­gen­den Pro­ble­me«, ru­der­te der Graf schon we­nig spä­ter wie­der zu­rück. »Es steht schließ­lich so ei­ni­ges an.«

»Da habt Ihr wohl recht«, lä­chel­te Nik­ko. »Ich den­ke, vor dem Ge­salb­ten ha­ben wir nun ein paar Wo­chen Ruhe, wenn nicht so­gar noch län­ger.«

»Er sitzt in Zun­daj, neh­me ich an?«, nick­te Da­nu­wil. »Der Ge­sand­te wird dann wohl mit sei­nen Schif­fen bis nach Te­rys fah­ren und von da aus über Land wei­ter­rei­sen. Selbst wenn sie von Te­rys aus einen schnel­len Bo­ten nach Zun­daj vor­aus­schi­cken, wird man dort also erst in … drei bis vier Wo­chen von der Lage hier er­fah­ren.«

»Nun, der Ge­salb­te reist auch selbst durch das Reich«, kor­ri­gier­te Nik­ko. »Vor viel­leicht ei­nem Mo­nat habe ich ihn noch in Khond ge­se­hen.«

»Hm«, über­leg­te Da­nu­wil. »Im schlimms­ten Fall be­fin­det er sich ge­ra­de in Te­rys, wenn der Ge­sand­te dort ein­trifft. Trotz­dem wer­den sie wohl nach Zun­daj wei­ter­rei­sen, um auch den Kö­nig zu in­for­mie­ren. So oder so, es dürf­te Mo­na­te dau­ern, be­vor wir mit ei­nem An­griff rech­nen müs­sen. Ich ver­mu­te so­gar sehr, dass es da­mit in die­sem Jahr nichts mehr wird.«

»Ja«, nick­te er. »Mit ei­nem An­griff ist nicht vor dem nächs­ten Früh­jahr zu rech­nen. Schließ­lich müs­sen sie ihre Trup­pen erst ein­mal sam­meln und dann auch noch ver­schif­fen.«

»Da ha­ben wir ja eine gan­ze Men­ge Zeit, um uns hier dar­auf vor­zu­be­rei­ten«, freu­te sich Nik­ko.

»Die ha­ben wir«, lä­chel­te Da­nu­wil. »Wir soll­ten sie je­doch gut nut­zen. Es gibt schließ­lich so ei­ni­ges zu tun.«

»Wo­mit fan­gen wir an?«, war Nik­ko jetzt ganz be­geis­tert.