3,99 €
Inhalt: In jungen Jahren entdeckt Danny eine Gabe an sich als er eines Tages in Schwierigkeiten gerät. Er kann unter bestimmten Voraussetzungen die Zeit zurückdrehen. Die Fähigkeit scheint danach verloren gegangen zu sein, holt ihn wieder ein und er lernt nie richtig mit ihr umzugehen. Deshalb kommt alles anders als von seiner Mutter gewollt, gedacht und geplant.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2025
Inhaltsverzeichnis
Über den Autor
Zur Person:
Guten Tag!
Das Angebot
Die Gabe
Die Déjà-vus
Damals und Heute
Die Formel
Die Experimente
Der Zwiespalt
Die Rückkehr
Adieu!
Impressum
Der Trip
Fantasy
Roman Just
Roman Just ist in der Welt der Literatur in verschiedenen Genres unterwegs. Mit den Thrillern der "Tatort-Boston-Reihe" hat er den Einstieg in die Literaturwelt begonnen, sie dann mit den "Gelsenkrimis" fortgesetzt. Neben den Thrillern und Krimis arbeitet er an einer mehrteiligen Dystopie und einer historischen Familiensaga, hinzu kommen Ausflüge in andere Genres.
Der Autor und bekennender Selfpublisher ist Jahrgang 1961, lebt in Gelsenkirchen, leidet mit dem vor Ort ansässigen Fußballclub seit 1971 zu allen Zeiten mit, spielt außerdem gerne mit Mitmenschen Schach und beschäftigt sich leider nur noch gelegentlich mit der Astronomie.
Der Selfpublisher betreibt auf seiner Homepage zu allen seinen veröffentlichten Titeln Leserunden, außerdem bietet er einen Leserkreis, an dem ebenfalls aktiv teilgenommen werden kann.
Mehr über den Autor und seine Titel gibt es hier:
https://www.gelsenkrimi.de
https://www.gelsenkrimi.de/ueber-mich
https://www.gelsenkrimi.de/leserkreis/leserunden
https://www.gelsenkrimi.de/leserkreis
https://www.gelsenkrimi.de/gelsenshop
Sternzeichen: Jungfrau
Gewicht: Im Moment viel zu viel
Erlernter Beruf: Kellner
Derzeit tätig als: Autor/Selfpublisher
Charaktereigenschaften: Impulsiv/Hilfsbereit
Laster: Nie zufrieden mit einem Ergebnis
Vorteil: Meistens sehr geduldig
Er mag: Klare Aussagen
Er mag nicht: Gier und Neid
Er kann nicht: Den Mund halten
Er kann: Zuhören
Er hasst: Tyrannen und selbstverliebte Subjekte
Er liebt: Das Leben
Er will: Ziele erreichen
Er will nicht: Unterordnen
Er steht für: Menschlichkeit
Er verachtet: Hass, Mobbing, Eitelkeit
Er denkt: Auch Einfaches ist nicht einfach zu erledigen
Er meint: Die Achtung und der Respekt vor der Würde eines Menschen werden durch das Gendern nicht gestärkt.
»M
ein Name ist Daniel Dwayne Dury. Leute, die mich kennen, sagen Danny zu mir. Zugegeben, meine Kontakte auf privater Ebene sind bescheiden. Berufliche oder geschäftliche Beziehungen bestehen derzeit keine. Wenn es in der Vergangenheit gelegentlich doch der Fall war, dann waren sie bisher immer dürftig und hatten sich als äußerst schwierig gestaltet. Im Grunde genommen bin ich arbeitslos, obwohl selbstständig, leider mangelt es an Aufträgen. Sicher, meine Firma betreibe ich erst seit wenigen Wochen, glänze dadurch mit einem Unbekanntheitsstatus, der ausschließlich von der Rückseite des Mondes übertroffen wird. Okay, ich verstehe die Irritation, die sie im Moment empfinden, deswegen beantworte ich ihnen zunächst Ihre erste Frage: Ich bin das Produkt eines US-Soldaten, der in Deutschland stationiert war und nach seiner Dienstzeit zurück in die Staaten ging. Richtig, er hat die Frau sitzen lassen, von der ich geboren wurde. Allerdings, zur Ehrenrettung des Erzeugers, der mich produziert und den ich nie kennengelernt hatte, darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Co-Produzentin nicht in Amerika leben wollte. Korrekt, für den GI traf das umgekehrt auf die Bundesrepublik zu. Aus diesem Grund habe ich zwei Vornamen. Daniel hieß der Vater meiner Mutter, Dwayne der Soldat, der es sich erlaubt hat, sie zu schwängern. Na gut, sie hat sich nicht dagegen gewehrt und ohne die Einzelheiten in diesem Punkt zu kennen, vielleicht wurde ja doch ein Verhütungsmittel bei der Zeugung eingesetzt. Wenn ja, hat es zu meinem Glück versagt oder hatte einen Defekt. Dazu passt, dass ich von einigen Personen als Oberversager eingestuft werde und von mir behauptet wird, nicht ganz richtig im Kopf zu sein. In dieser Hinsicht erinnere ich daran, dass mein Freundes- und Bekanntenkreis als übersichtlich bezeichnet werden darf. Unter diesen Umständen könnte jeder zunächst glauben, dass der soziale Umkreis, in dem ich mich bewege, hauptsächlich aus einer großen Verwandtschaft besteht. Ein fremder Mensch wäre im Stande voreilig zu denken, dass Onkels und Tanten mir Freunde und Bekannte ersetzen, dem ist jedoch nicht so. Der Familie, zu der ich gehöre, ist klein und trägt nur zwei beziehungsweise drei Vor- und einem Familiennamen: Barbara und Daniel Dwayne Dury. Sie war, wie ich es bin, ein Einzelkind. Ihre Eltern starben früh, aber Oma und Opa kenne ich nur von Fotografien, somit viel besser als meinen Vater, von dem überhaupt kein Bild existiert. Überhaupt, niemand weiß, wo er in den USA wohnt und, ob er noch am Leben ist. Nun, meine Mutter lebt, und wie! Trotz des durchwachsenen Lebenslaufs, der ein ewiger Begleiter meiner Person ist, verstehen wir uns mit periodisch auftretender Intoleranz ihrerseits ordentlich, öfter kommt es zu Dialogschwierigkeiten. Sie kocht und wäscht für mich, erledigt die Post, hätte große Lust, auch den Bürokram zu erledigen, wenn es welchen geben würde, ansonsten herrscht zwischen uns Ruhe. Ich fühle, was Sie gerade in ihren Gedanken machen: Sie bilden sich ein Vorurteil über mich. Nein, das sollten Sie unterlassen, zumindest im Moment. Ja, ich wohne bei meiner Mutter, sie besitzt ein Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Das Gebäude ist größer als der Bahnhof der Stadt, in der wir leben. Glauben sie mir, in der Immobilie ist es schwieriger, sich zu finden, als sich aus dem Weg zu gehen. Ich hoffe, dass erklärt schon mal einiges. Der Status eines arbeitslosen Unternehmers und die damit verbundene schwache finanzielle Struktur meinerseits, wäre geeignet, um ein wenig Verständnis für meine derzeitige Situation aufbringen zu können. Von Almosen des Staates, womit ich nicht an Mutter denke, möchte ich nicht leben, deswegen wurde der Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Mein beruflicher Werdegang ist von Erfolglosigkeit geprägt. Die Jobwechsel, die angekündigten Entlassungen und die fristlosen Rauswürfe haben die Hoffnungen, die in mich gesetzt wurden, nachhaltig geschädigt. Es war nicht einfach, dass Darlehen für die Firmengründung von ihr zu bekommen, aber letztlich hat das Mutterherz den weiblichen Verstand besiegt. Seitdem ich das Gewerbe angemeldet habe, muss ich mit Bedauern feststellen, dass ein Umkehrprozess bei meiner Mutter stattgefunden hat. Ihre nicht leicht zu verstehende Logik ist im vollen Umfang und damit in einer erschreckenden Weise zurückgekehrt und hat ihr Mutterherz in ein bedrohliches Abseits gedrängt. Täglich nervt sie mich mit irgendwelchen Weisheiten, die sie zufällig irgendwo gehört hatte. Kluge Phrasen, wie zum Beispiel, wer nicht wirbt, der stirbt oder, im Sitzen, kommt man nicht vorwärts, darf ich jeden Tag über mich ergehen lassen. Das nervt, wirklich, das geht einem richtig auf das Gemüt. Vor allem dann, wenn das Wissen vorhanden ist, dass meine Mutter nie einen Beruf erlernt hat und niemals einer Arbeit nachgegangen ist. Das soll nicht als Vorwurf gewertet werden, denn im Gegensatz zu mir konnte sie es sich leisten. Sie ist nicht wohlhabend oder reich, nein, sie stinkt vor Geld. Woher sie es hat, entzieht sich meiner Kenntnis und geht mich nichts an. Letztlich hatte ich in der Vergangenheit diesem Umstand einiges zu verdanken, besonders dann, wenn ich den Arbeitsplatz verlor. In der Gegenwart profitiere ich von ihm mit der erfolglosen Selbständigkeit. Bitte entschuldigen sie mich einen Moment, das Telefon läutet.«
Ω
D
aniel Dwayne Dury erhob sich und begab sich in den angrenzenden Raum. Die vier Wände beinhalteten ein Volumen von achtzig Quadratmetern. Sie stellten das Vorzimmer zu seinem Büro dar und genauso war das Areal eingerichtet, mit einem wesentlichen Unterschied zu anderen Empfangsräumen. Die Möbel waren nicht modern, sondern rustikal. Betrat ein Gast oder ein Klient den Raum, sah er als erstes einen antiken Schreibtisch vor zwei breiten Fenstern und blieb bei diesem Anblick zunächst vor Staunen stehen. So jedenfalls hatte es sich Danny in seinen Träumen vorgestellt.
Der Arbeitsplatz einer Sekretärin, die Arbeitsstelle war aufgrund der fehlenden Aufträge noch nicht ausgeschrieben, stellte ein barockes Unikat dar, der den Wert eines gehobenen Familienfahrzeugs bei weitem übertraf. Auf der rechten Seite, neben der Tür zu seinem Büro, stand eine Kommode, die den Schreibtisch perfekt ergänzte und über ihr waren zu der Ausstattung passende Regale angebracht worden. Auf der linken Wand befanden sich zwei alte Schränke, die für Akten gedacht waren und neben ihnen, somit hinter der Eingangstür, wartete eine ultramoderne Sitzgarnitur mit einem Glastisch vor sich auf die ersten Kunden. Sie war jedoch leer, genauso wie die Aktenschränke und Regale.
Die Sitzecke, die sich Danny ausgesucht hatte, würde der zukünftigen Mitarbeiterin ganz bestimmt besonders ins Auge stechen. Die überdimensionale Garnitur bildete einen radikalen Kontrast zu den antiken Möbelstücken. Sie wirkte wie ein Schiff, das in der Wüste gestrandet war. Dafür sorgte der knallrote Stoff, mit dem sie auf Dannys Wunsch hin bezogen worden war. Danny hob den Hörer ab, das Telefon war deutlich älter als er, denn der Apparat verfügte über eine Wählscheibe. Er erwiderte den Gruß, hörte zu, verneinte oder bejahte diverse Sätze, lauschte weiter und vereinbarte mit der Person am anderen Ende der Leitung zum Schluss des Gesprächs einen Termin in einer halben Stunde. Mit der Bemerkung sich auf das Treffen zu freuen verabschiedete er sich, legte auf und begab sich wieder ins Büro. Danny schloss die Tür und nahm lächelnd hinter seinem Schreibtisch Platz.
Ω
»I
ch bitte noch einmal um Entschuldigung für die kurze Unterbrechung. Was ich ihnen bis jetzt über mich erzählt habe, ist gleichbedeutend mit wenig oder nichts. In neunundzwanzig Minuten erwarte ich meinen ersten Klienten, deswegen kann ich aus Zeitmangel in Bezug auf mich nicht ins Detail gehen, aber das holen wir nach. Bevor der Kunde erscheint einige Worte, die eher unerheblich sind, da wäre der Familienname. Es ist der Geburtsname meiner Mutter.
Obwohl der Name nicht deutsch klingt, ist sie eine Deutsche, und zwar durch und durch. Daran hat selbst ihr Vermögen nichts geändert. Ich bin kein bisschen abergläubisch, glaube nicht an die Sternzeichen der Astrologie und ebenso wenig an Gott. Das betone ich aus einem Grund, nämlich wegen meiner Mutter: Wer sie kennt oder kennenlernt, der muss an die eben erwähnten Punkte glauben. Sie ist unangenehm gläubig, widmet sich der Astrologie mit einer Hingabe, die ich nicht nachvollziehen kann und hat den Aberglauben wahrscheinlich erfunden. Das führt dazu, dass sie in manchen Dingen furchtbar pedantisch ist. Alles hat dazustehen, wo es zu stehen hat, es muss rund sein und nicht oval, es gibt für sie nur schwarz oder weiß und das eckige hat in ihrem Leben nichts zu suchen, außer es ist quadratisch. Im ersten Moment erscheinen diese Worte banal, doch wenn man nachdenkt, wird einem klar, die Frau ist eine Deutsche und eine Patriotin wie aus einem Geschichtsbuch. Ordnungsliebend, zäh, klug, widerstandsfähig und zuverlässig, so ist meine Mutter. Was sie anpackt, wird beendet, über alles, was getan wurde und gemacht werden muss, wird Buch geführt. Die Post und Rechnungen bleiben nicht liegen, die Körperpflege wird nicht vernachlässigt, aber gebadet wird ausschließlich am Samstag. Gegessen wird zur vorgeschriebenen Zeit und jeden Sonntag wird in die Kirche gegangen. Ehrlich, deutscher als meine Mutter ist selten jemand, daran kann der Familienname nichts ändern und ihr Verhalten wird einen auf Dauer zermürben. Dementsprechend befand ich mich viele Jahre in Ungnade bei ihr. Sie hat mich allein großgezogen und natürlich war es ihr ein Rätsel, warum meine Schulnoten nicht gut, sondern nur befriedigend oder ausreichend waren. Ich hatte eben andere Interessen. Schlimm wurde es, als ich die Lehre schmiss, trotzdem kam sie meinem Wunsch nach und ich durfte studieren. Zehn Jahre habe ich auf Schulbänken und in Hörsälen verbracht, verschiedene Hauptfächer gewählt und ausprobiert, doch das richtige Studienfach war nicht dabei. Für die Mathematik- und Naturwissenschaften war ich nicht geeignet, dass Medizin- und Gesundheitswesen erwies sich als zu steif für meine sentimentale Persönlichkeit. Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften waren mir zu öde und die Gesellschafts- und Sozialwissenschaften kamen meiner Ungläubigkeit nicht entgegen. Also ließ ich das Studieren sein und musste wegen dieser Entscheidung unter meiner Mutter leiden wie noch nie. Mit Ausnahme der vier Wochen Ausbildung, zum Automechaniker, hatte ich vorher niemals hart körperlich gearbeitet. Bevor ich die Lehre antrat und sie hinwarf, war ich überzeugt ein guter Mechaniker werden zu können. Ich liebe Autos, wie jeder andere Deutsche auch, aber ich habe damals schnell erkannt, dass es sehr viel einfacher ist, einen Wagen in die Werkstatt zu fahren, anstatt ihn zu reparieren. Im zarten Alter von neunundzwanzig Jahren fing ich den ersten Job an, als Lagerhelfer, doch meine Fähigkeiten wurden bald nicht mehr benötigt. Egal bei wem und an welchem Ort ich beschäftigt war, niemals lief es rund. Es begann eine Leidenszeit, über die ich ungern spreche. In elf Jahren war ich bei achtundzwanzig Firmen tätig, es gab praktisch keinen Berufszweig, in den ich nicht hinein geschnuppert hätte. Natürlich, ohne eine abgeschlossene Ausbildung und jegliche Berufserfahrung in den verschiedenen Jobs konnte ich nicht viel erwarten. Die Entlohnung meiner Tatkraft übertraf allerdings die meinerseits gehegten Ansprüche, denn sie war niedriger, als ich es im Vorfeld vermutet hatte. Mir ist bewusst, dass diese Zeit kein Ruhmesblatt in der Vita darstellt, doch ich habe in diesen Jahren einiges gelernt. Ich fuhr Essen und Medikamente aus, stellte Post und Pakete zu, trug Zeitungen aus und war als Landschaftsgärtner am positiven Klimawandel beteiligt. Danach wurde ich Bau- und Bürohelfer, kurze Zeit Vertreter von Versicherungen, später zudem für Staubsauger und Kochgeschirr, aber der Durchbruch wollte nicht gelingen. Es war keine Affekthandlung von mir, sondern ein wohlüberlegter Schritt. Ohne einen Antrag auf Arbeitslosengeld zu stellen, begab ich mich zum Arbeitsamt und bat um einen Termin bei einem Berufsberater. Die Bürokratie in dieser Institution war deprimierend, zeitraubend und irgendwie demotivierend. Ich zog es trotzdem durch und bekam vier Wochen später die Gelegenheit vorsprechen zu dürfen. Zugegeben, seine Prognose über meine berufliche Zukunft hatte mir jede Euphorie geraubt. Achtundzwanzig Stellen innerhalb von elf Jahren sah er als ein mangelhaftes Zeugnis an. Zwangsläufig mussten mein Charakter und Wille sich seinem mündlichen Leistungstest unterziehen. Erschwerend kam der Umstand hinzu, dass ich zwölf Mal fristlos gefeuert und ebenso oft mit Ansage gekündigt wurde. Wie Sie nun, wollte auch er wissen, was bei den vier verblieben Arbeitgebern geschehen war. Nun, diese Frage ist einfach zu beantworten. Drei Unternehmen, darunter, dass muss man sich vorstellen, ein Beerdigungsinstitut, meldeten Konkurs an und die Tätigkeit als Parkplatzwächter gab ich von mir aus auf. Für diese Arbeit, ob sie es glauben oder nicht, muss man geboren sein oder wirft sich eine Droge rein, anders ist dieser Job nicht zu ertragen. Und nein, an den Pleiten der Firmen war ich nicht beteiligt. Lange Rede, kurzer Sinn, der Berater kam zu dem Fazit, das es für mich auf dem Arbeitsmarkt in der Tat unmöglich wäre, zu überleben. Maßnahmen irgendwelcher Art konnte er mir nicht anbieten, denn ich bezog keine Leistungen, doch immerhin hatte er mir mit einem Fingerzeig den Weg in die Zukunft geebnet. In seiner Kompetenz schwelgend überzeugte er mich davon, dass ich ein Mensch bin, der sich nicht unterordnen und anpassen kann. Beiläufig sprach er meine unzureichenden handwerklichen Fähigkeiten an und den Nachteil, dass ein Beruf für meine Person erst erfunden werden muss. Während des Vortrags, bei dem er sich in eine manische Depression geredet hatte, erhielt ich erstaunlicherweise ein Kompliment. Der Mann, der mir zunehmend leidtat, kam auf meine gemachten Erfahrungen der letzten elf Jahre zu sprechen und schlug mir vor, aus diesem Kapital zu schlagen. Wie ich es tun soll, war auch ihm schleierhaft. Die Tatsache, dass ich für andere Arbeitgeber und deren Mitarbeiter untragbar wäre, ergab ein Resultat: Es blieb nur eines übrig, wozu er mir mit reinem Gewissen raten konnte, die Aufnahme einer Selbständigkeit. Gesagt, getan! Ich ahne, dass Ihre Gedanken dazu tendieren, mich abzustempeln und das in der Weise, wie es mein bescheidenes soziales Umfeld zu tun pflegt. Sie halten mich für einen Versager, obwohl auch Sie nicht wissen, zu welchen Topleistungen ich fähig wäre, wenn man mich nur ließe. Das beste Beispiel ist wieder meine Mutter: Sie drückt mir noch nicht einmal einen Besen in die Hand, da sie befürchtet, ich könnte mit diesem Handwerkzeug ihr Blumenbeet umgraben.