Historische Magazine für Lesben - Kilian Schneider - E-Book

Historische Magazine für Lesben E-Book

Kilian Schneider

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Beschreibung

HISTORISCHE MAGAZINE FÜR LESBEN Zeitschriften für lesbische Frauen in den Goldenen Zwanzigern Nach dem ersten Weltkrieg und nach dem die Hyperinflation überwunden war, kam es in Deutschland zu einer kulturellen Blütezeit. In den Goldenen Zwanzigern erschienen auch mehrere Zeitschriften speziell für lesbische Frauen. Das wäre nur wenige Jahre zuvor undenkbar gewesen. Die Freundin und andere Lesbenzeitschriften dieser Zeit, wie z. B. Frauenliebe, vertraten eine teils pädagogische, teils politische Perspektive, und sie wurden der lokalen Kultur angepasst. Die Freundin veröffentlichte auch Kurzgeschichten und Novellen. Zu den namhaften Autorinnen gehörten Pionierinnen der Lesbenbewegung wie Selli Engler oder Lotte Hahm. Die Zeitschriften veröffentlichten auch Anzeigen von lesbischen Nachtlokalen, und Frauen konnten ihre persönlichen Anzeigen aufgeben, um andere Lesben zu treffen. Alle deutschen Schwulen- und Lesbenzeitschriften wurden nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 von diesen eingestellt. Aber schon vor dem Aufstieg der Nazis hatte die Zeitschriften in der Weimarer Republik mit rechtlichen Problemen zu kämpfen. Grundlage war ein Gesetz, das die Jugend vor "unsittlicher und obszöner" Literatur schützen sollte. Dieses Buch beschreibt die Geschichte dieser Veröffentlichungen. Zeitgenössische Bilder ergänzen dieses Werk.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Historische Magazine für Lesben

Zeitschriften für lesbische Frauen in den Goldenen Zwanzigern

 

 

 

 

IMPRESSUMAutor: Kilian Schneider

 

Herausgeber: Juergen.PommersbergerHaendelstr 1793128 Regenstauf

[email protected]

 

 

 

 

 

 

Einleitung

 

Mit Gründung der Weimarer Republik hatten sich neue Spielräume für die bereits seit den 1890er Jahren bestehende Homosexuellenbewegung eröffnet. Mit dem Bund für Menschenrecht und dem Deutschen Freundschaftsverband waren auch erstmals Massenorganisationen für gleichgeschlechtlich liebende Menschen entstanden, die sich insbesondere dem Kampf gegen den § 175 widmeten. Die damit verbundenen Verlage publizierten zahlreiche Zeitschriften für „Freunde und Freundinnen“, darunter Die Freundschaft mit einer Auflage von bis zu 40.000 Exemplaren sowie Der Eigene oder Das Freundschaftsblatt für homosexuelle Männer. Außerdem Die Freundin, Frauenliebe (mit Auflagen von 10.000 oder mehr) und Die BIF für Lesben und spezielle Titel wie Das dritte Geschlecht für „Transvestiten“. Eine Vorreiterrolle im neuen Diskurs über Sexualität nahm das Berliner Institut für Sexualwissenschaft ein. Neben dieser organisatorischen Infrastruktur existierten in Metropolen wie Berlin schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Lokale für ein diversen Lebensentwürfen zugeneigtes Publikum, darunter international bekannte Adressen wie das Eldorado, das Kleist-Kasino, der Toppkeller und das Dorian Gray. Bedeutende Aktivisten und Aktivistinnen der Ära waren Adolf Brand, Magnus Hirschfeld, Johanna Elberskirchen, Friedrich Radszuweit, Lotte Hahm, Carl Bergmann, Selma Engler und Käthe Reinhardt.

 

 

 

Die Freundin

 

Die Freundin (Untertitel ab 1928 Das ideale Freundschaftsblatt; später Wochenschrift für ideale Frauenfreundschaft) war eine Zeitschrift der Weimarer Republik. Sie erschien von 1924 bis 1933 in Berlin und gilt als erste lesbische Zeitschrift.

 

Sie wurde als „offizielles Publikationsorgan“ vom Bund für Menschenrecht, einem der damals führenden Verbände der Interessen von Homosexuellen, verlegt und war ebenso wie andere lesbische Zeitschriften der Ära eng mit der lokalen Berliner Lesbenkultur verflochten. Mit Die Freundin und dem Bund für Menschenrecht verbundene Frauengruppen und Aktivistinnen veranstalteten in Berlin Lesungen, Veranstaltungen und Diskussionsrunden, zu deren Vernetzung Die Freundin erheblich beitrug. Sie bezog klar politisch Stellung, informierte zum Thema lesbisches Leben, veröffentlichte Kurzgeschichten und Romane ebenso wie Anzeigen lesbischer Treffpunkte oder private Kontaktanzeigen.

 

 

Veröffentlichungsdaten

Die Freundin erschien von 1924 bis zum 8. März 1933 in Berlin, verlegt vom Bund für Menschenrecht. Sie war gemeinsames Verbandsorgan des Bundes für Menschenrecht und des „Bundes für ideale Frauenfreundschaft“. Ihr Büro befand sich zunächst 1925 in der Kaiser-Friedrich-Straße 1 in Berlin-Pankow; bereits 1927 besaß sie eine Geschäftsstelle in der Neuen Jakobstraße 9 in Berlin-Mitte, die laut Angaben von 1932 von 9 bis 18 Uhr besetzt war.

 

Die Freundin war in ganz Deutschland und Österreich im Abonnement, zumindest in Berlin auch bei Straßenhändlern und Zeitschriftenhändlern erhältlich, zu einem Preis von 30 Pfennigen in den Jahren 1924/1925, danach zu 20 Pfennigen. Einige Ausgaben machen die Seriosität kenntlich durch Aufdrucke auf dem Titelblatt wie „Diese Zeitschrift darf überall öffentlich ausgehängt werden!“. Neben den Verkaufseinnahmen und denen aus dem Anzeigengeschäft bat die Redaktion Mitglieder und Abonnenten darüber hinaus auch um Spenden.

 

Die genaue Auflagenhöhe von Die Freundin ist unbekannt; es wird angenommen, dass sie die meistverbreitete Lesbenzeitschrift der Weimarer Republik gewesen sei und ihre Auflage deutlich über der jeder anderen Lesbenzeitschrift des deutschsprachigen Raumes bis in die 1980er Jahre gelegen habe. Dieser Annahme folgend, müsste ihre Auflage bei deutlich mehr als 10.000 Exemplaren gelegen haben, da dies die Auflagenhöhe der konkurrierenden Frauenliebe im Jahre 1930 war. Laurie Marhoefer beziffert die Auflage anhand von Akten zur Entscheidung der Prüfstelle in Berlin für Schund- und Schmutzschriften auf 7.

---ENDE DER LESEPROBE---