DIE SCHWEIGENDE STADT - EIN FALL FÜR SOLO MALCOLM - John Cassells - E-Book

DIE SCHWEIGENDE STADT - EIN FALL FÜR SOLO MALCOLM E-Book

John Cassells

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Beschreibung

Tom Craddock ist verschwunden - mit 9.000 Pfund Lohngeldern. Die Schuld des vorbestraften Buchhalters scheint erwiesen, allerdings nicht für Solo Malcolm. Der Londoner Privatdetektiv stößt bei seinen Ermittlungen auf den Widerstand einer ganzen Stadt - und auf Mord...

 

Der Roman Die schweigende Stadt um den Privatdetektiv Solo Malcolm aus der Feder des schottischen Schriftstellers John Cassells (ein Pseudonym von Bestseller-Autor William Murdoch Duncan - * 18. November 1909; † 19. April 1975) erschien erstmals im Jahr 1968; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte im gleichen Jahr (unter dem Titel Mord mit 100 PS).

Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME.

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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JOHN CASSELLS

 

 

Die schweigende Stadt

Ein Fall für Solo Malcolm

 

Roman

 

 

 

 

 

 

Apex-Verlag

Inhaltsverzeichnis

Das Buch 

DIE SCHWEIGENDE STADT 

ERSTER TEIL 

ZWEITER TEIL 

DRITTER TEIL 

 

 

Das Buch

 

Tom Craddock ist verschwunden - mit 9.000 Pfund Lohngeldern. Die Schuld des vorbestraften Buchhalters scheint erwiesen, allerdings nicht für Solo Malcolm. Der Londoner Privatdetektiv stößt bei seinen Ermittlungen auf den Widerstand einer ganzen Stadt - und auf Mord...

 

Der Roman Die schweigende Stadt um den Privatdetektiv Solo Malcolm aus der Feder des schottischen Schriftstellers John Cassells (ein Pseudonym von Bestseller-Autor William Murdoch Duncan - * 18. November 1909; † 19. April 1975) erschien erstmals im Jahr 1968; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte im gleichen Jahr (unter dem Titel Mord mit 100 PS).

Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME.

  DIE SCHWEIGENDE STADT

 

 

 

 

 

  ERSTER TEIL

 

 

 

  Erstes Kapitel

 

 

Es war Anfang März. Der Frühling war in London eingezogen. Die Blumenkästen vor den Fenstern prangten frisch gestrichen. Sie waren mit Märzenbechern, Narzissen und Krokussen gefüllt. Es tat gut, diese Boten des Frühlings zu sehen. Jedenfalls mir tat es gut. Jedes Jahr um diese Zeit gehen mir die vier Wände meines Büros plötzlich auf die Nerven. Ich habe genug vom Räuber- und Gendarmspiel, vom Verkehr, von menschenbevölkerten Straßen, von Untergrundbahnhöfen, Fernsehen und Politikern, von all den Dingen, die wir während der drei übrigen Jahreszeiten geduldig ertragen, weil wir uns in dem irrtümlichen Glauben befinden, sie gehörten nun einmal zur Zivilisation.

Das ist barer Unsinn. Sie bringen nichts als Sorge und Kopfzerbrechen - besonders das Fernsehen und die Politiker, doch im Allgemeinen kommt uns das stets im Frühling zu Bewusstsein. Das kommt wohl von der neuen Milde der Luft, von den Knospen an den Bäumen und dem Gedanken, dass an anderen, freundlicheren Orten das Gras grüner ist.

Ich saß an diesem Morgen auf einer Bank im Temple Park und sah den Tauben zu, die sich im Sonnenschein vergnügten. Das ist nun allerdings nicht meine übliche Morgenbeschäftigung. Ich war nur ausnahmsweise hier, weil ich mich mit Bob Craddock verabredet hatte. Das ist ein alter Kriegskamerad von mir. Wir haben in längst vergangenen Zeiten in der Chelsea-Kaserne aus demselben Napf gegessen.

Bob Craddock ist bei der Kriminalpolizei. Er hat den Rang eines Sergeants. Er ist ein feiner Kerl und ist immer da, wenn man ihn braucht.

Normalerweise trafen wir uns vielleicht ein- bis zweimal im Jahr, tranken ein Bier zusammen, kramten alte Erinnerungen aus und versicherten uns gegenseitig, dass wir öfter Zusammenkommen sollten. Doch es blieb stets beim guten Vorsatz. Ein Kriminalbeamter muss heutzutage gut seine hundert Stunden in der Woche opfern, wenn er seine Arbeit nicht vernachlässigen will, und bei mir geht es manchmal auch recht hektisch zu.

Er hatte mich an diesem Morgen in meinem Büro angerufen - das erste Mal in all den Jahren, die ich ihn kannte.

»Solo?«, sagte er, als ich mich meldete. »Hier ist Bob Craddock.«

»Das ist aber eine nette Überraschung, Bob«, erwiderte ich. »Was gibt es denn?«

»Hast du viel zu tun?«

»Nicht so tragisch. Meine letzte Sache habe ich gerade vor zwei Tagen abgeschlossen.«

»Bist du an etwas Neuem interessiert?«

»Hm«, meinte ich, »eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, nach dem scheußlichen Winter irgendwo Urlaub zu machen. Mit viel Sonne. Ich dachte an Madeira oder vielleicht auch an das Karibische Meer.«

»Nicht schlecht«, stellte er fest. »Hast du schon etwas festgemacht?«

»Nein, ich habe nur Pläne geschmiedet.«

Bob seufzte. »Das tun wir doch alle. Solo, ich möchte dich sobald wie möglich mal sprechen, aber ich kann einfach nicht lange genug vom Büro weg. Könntest du nicht heute im Lauf des Morgens mal in meine Gegend kommen?«

»Ja. Was ist denn los?«

»Das werde ich dir erzählen, wenn wir uns sehen. Wie wär’s im Temple Park - sagen wir gegen halb zwölf? Ich werde mir alle Mühe geben, pünktlich zu sein. Na, was hältst du davon?«

»Ist mir recht«, erklärte ich. »Ich werde auf dich warten.«

Und deshalb saß ich an diesem sonnigen Morgen im Temple Park, sah den Tauben und Amseln zu und freute mich am ersten grünen Schimmer der Bäume.

Bob war nicht pünktlich, doch das machte mir nichts aus. Ich genoss es, tatenlos auf der grüngestrichenen Parkbank zu sitzen, die Wärme der Sonne auf meinem Gesicht zu spüren und die Narzissen zu betrachten, die in Reih und Glied wie ein Regiment Soldaten im Blumenbeet standen.

Und dann hörte ich unvermittelt Bob Craddocks Stimme über mir. Ich blickte auf.

»Bist du schon lange hier, Solo?«

Bob Craddock ist ein breitschultriger, massiver Mann- von eins achtzig. Ohne Kleider wiegt er gut seine zweihundert Pfund. Er hat ein ziemlich grobgeschnittenes Gesicht, das von unzähligen Linien durchzogen ist - Spuren dessen, was das Leben ihm zugeteilt hat. Und er hat bestimmt kein leichtes Leben gehabt.

Zu Hause hat er einen Jungen, der seit Jahren ein Krüppel ist, ein Opfer der Kinderlähmung. Er muss jetzt ungefähr fünfzehn Jahre alt sein, aber er kann sich ohne Hilfe nicht fortbewegen. Er ist das einzige Kind, und das macht die Sache natürlich noch trauriger. Und Bob schleppt diese Last Tag für Tag mit sich herum, wird sie wahrscheinlich auch während der Nacht nicht los.

Ich stand auf und schüttelte ihm die Hand.

»Na, was gibt es, Bob?«, fragte ich. »Gehen wir zum Mittagessen?«

Bob Craddock schüttelte den Kopf.

»Nein, ich habe nicht genug Zeit, Solo. Eigentlich müsste ich jetzt in Wimbledon sein. Bleiben wir doch hier sitzen und bereden die Sähe.«

Wir ließen uns nebeneinander auf der Bank nieder.

»Guter Gedanke. Ich habe es direkt genossen, hier auf dich zu warten. Man hat ja so selten mal Zeit, sich an der Natur zu freuen.«

Craddock blickte sich ohne sonderliches Interesse um.

»Vielleiht. Ich habe auh nur selten eine freie Minute.« Er betrachtete aus zusammengekniffenen Augen die Narzissen.

»Also, Bob«, sagte ich. »Was gibt es?«

»Sorgen.«

»Ja, ich kann mir vorstellen, dass die bei dir nie ausgehen.«

Er zog eine Schachtel Zigaretten heraus und bot mir eine an. Ich lehnte ab. Er steckte sich eine zwischen die Lippen und zündete sie an.

»Solo, ich habe nicht viel Zeit. Da kommen wir am besten gleich zur Sähe. Du sagtest heute Morgen, du wärst nicht beschäftigt. Ich kann dir einen Auftrag anbieten.«

Ich schwieg und dachte nach. Auh er blieb eine Weile stumm.

»Na, Solo?«, meinte er schließlich. »Du sagst ja gar nichts.«

»Nein, noch nicht. Ich möchte erst ein bisschen mehr über die Sache hören.«

»Das ist verständlich«, erwiderte Craddock. »Schön, lass mich berichten. Deshalb sitzen wir ja hier. Zuerst wollte ich aber wissen, ob du tatsächlich Zeit hast, die Sache zu übernehmen, Solo.«

»Und wenn nicht?«

»Dann hätte ich mich an den alten Lefty Venner gewandt, der früher beim Revier in der Collinston Street war. Er hat zusammen mit Pete Rankine eine Detektei auf gemacht.« Craddock zog eine zweite Zigarette heraus und steckte sie am Stummel der ersten an. Dann warf er den Stummel zu Boden und trat ihn aus.

»Du brauchst also einen Detektiv?«

Craddock nickte. »Ja, für diese Sache brauche ich einen Detektiv.«

»Deine Dienststelle würde sich darüber kaum besonders freuen.«

»Kann schon sein«, stimmte er zu. »Doch diese Sache bekam ich verpasst, ohne darum gebeten zu haben. Und jetzt brauche ich Hilfe.« Er blickte mich aus seinen ruhigen grauen Augen an. »Du weißt über mich Bescheid, Solo. Du weißt, dass ich in Newcastle aufgewachsen bin und dort lebte, bis ich eingezogen wurde. Aber geboren bin ich woanders.«

»Ich dachte immer, du wärst dort auch geboren.«

»Nein. Wir stammen ursprünglich aus einer kleinen Stadt, die ungefähr sechzig, siebzig Kilometer von Newcastle entfernt liegt. Als wir Kinder alt genug waren, die höhere Schule zu besuchen und uns auf unseren Beruf vorzubereiten, zog mein Vater nach Newcastle. Das war in den zwanziger Jahren. Du weißt ja, wie es damals war. Den Sozialstaat gab es damals noch nicht. Man musste zwanzig Jahre vorausplanen. Und das tat mein Vater. Wir zogen in die Großstadt. Das war damals auch ganz richtig. Er tat sein Bestes für uns Kinder, nur entwickeln sich die Dinge eben leider nicht immer so, wie man sie plant.«

»Du willst natürlich auf etwas Bestimmtes hinaus?«

»Ja. Wir waren drei Kinder. Zwei Jungen und ein Mädchen. Meine Mutter starb 1940. Meine Schwester war die Älteste. Sie führte unserem Vater den Haushalt bis 1943. Er war damals neunundvierzig. Er rasierte sich seinen Schnurrbart ab, kaufte sich eine Flasche Haarfärber und meldete sich freiwillig zum Militär. Er gab sich für vierzig aus. Man steckte ihn in das Royal Army Service Corps und schickte ihn nach Ägypten. Irgendwie gelangte er von dort aus nach Sizilien. Bei der Landung fiel er.« Bob Craddock blickte noch immer nachdenklich zum Fluss hinüber. »Okay, das war das. Pat, meine Schwester, heiratete nach dem Krieg einen Arzt. Sie wanderten zusammen nach Australien aus. Ich ging nach London und wurde Polizeibeamter.«

Einen Augenblick schwieg er.

»Das wäre also die Familiengeschichte«, sagte ich. »Du bist hier, deine Schwester lebt in Australien und dein Bruder in Newcastle.«

»Nein«, widersprach Craddock. »Mein Bruder lebt nicht in Newcastle. Nach dem Krieg packte er seine Siebensachen und kehrte in die Stadt zurück, in der wir geboren waren. Es ist, wie gesagt, eine kleine Stadt - vielleicht achtzig- bis neunzigtausend Einwohner. Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr dort. Ich erinnere mich nur an graue Gebäude, Mietskasernen und Docks, an grauen Himmel und ewigen Regen. Ich weiß nicht, ob es jetzt auch noch so ist. Im Augenblick erlebt das Gebiet da oben einen großen industriellen Aufschwung. Die Stadt hat ihre mageren Jahre gehabt, aber das hat sich geändert. Vielleicht hat die Besserung der finanziellen Lage auch zur Verschönerung der Stadt beigetragen.«

Ich saß neben ihm und betrachtete sein Gesicht, die unzähligen feinen Linien, die sich durch die Haut zogen. Sie sprachen von Sorge, von harter Arbeit, von Müdigkeit und Überanstrengung.

»Das ist also die Kulisse, Bob«, bemerkte ich. »Und wo sitzt das Problem?«

Er antwortete nicht gleich.

»Mein Bruder ist fünf Jahre jünger als ich«, sagte er dann. »Ich sagte dir ja schon, dass er der Jüngste war. Es tut nicht immer gut, wenn man das Nesthäkchen ist, Solo.«

Ich wartete schweigend.

»Du weißt schon, was ich meine«, fuhr er fort. »Die jüngsten Kinder werden oft verwöhnt. Und das traf leider auch auf Tom zu. Von meiner Mutter konnte er alles haben, was er wollte. Er brauchte nur zu fragen. Und als mein Vater sich freiwillig meldete, war niemand mehr da, der die nötige Autorität besessen hätte, ihn richtig zu erziehen. Niemand nahm sich seiner an. Du weißt wohl, was unter solchen Umständen geschieht.«

»Es gibt Schwierigkeiten.«

»Genau. Schwierigkeiten mit der Polizei.« Einen Augenblick schwieg er gedankenverloren. »Aber Tom kam über die Geschichte hinweg. Er schaffte es ganz allein. Und später heiratete er. Ein sehr nettes Mädchen. Ich bin ihr nur zweimal begegnet. Vielleicht hat sie ihn wieder auf die rechte Bahn gebracht. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall muss sie ihm geholfen haben.«

»Und was ist geschehen?«

»Gestern Abend rief Alice uns an«, berichtete Bob Craddock. »Tom war bei einer Firma am Ort angestellt. Er arbeitete schon seit acht Jahren dort. Soviel ich weiß, war er in der Buchhaltung beschäftigt - die rechte Hand des Hauptbuchhalters.« Bob Craddock starrte immer noch in die Feme, über den Fluss hinweg. »Am Freitag war Zahltag.«

Ich wusste, was kommen würde.

»Tom fuhr wie üblich zur Bank, um das Geld abzuheben«, erzählte Craddock. Er wandte plötzlich den Kopf und sah mir mitten ins Gesicht. »Und da haben wir’s, Solo. Er sollte einen Betrag von neuntausend Pfund abholen. Er kehrte nicht zurück.«

 

 

 

Zweites Kapitel

 

 

Einen Moment lang saß ich stumm da und starrte wie er zum Fluss hinüber. Ich hörte das Rauschen des Verkehrs, das Horn eines Polizeiboots, das Gurren der Tauben. Die Sonne brannte warm auf meine Wangen.

»Und das ist der Stand der Dinge, Bob?«

»Ja. Er wird natürlich von der Polizei gesucht. Man vermutet, dass er mit dem Geld geflohen ist. Neuntausend Pfund ist eine Menge Geld für einen Buchhalter mit einem Jahresgehalt von zwölfhundert Pfund. Mir leuchten die Überlegungen der Polizei ein.« Er drehte den Kopf und sah mich an. »Ich bin ja selbst Kriminalbeamter. Ich frage mich - hat er das Geld genommen, oder hat er es nicht genommen?«

»Und wie lautet die Antwort?«

»Die Antwort darauf ist, dass er verschwunden ist und das Geld ebenfalls. Er ist am Freitag nicht nach Haus gekommen. Er ist seit Freitagmorgen nicht gesehen worden. Was soll man davon halten? Noch dazu in einer Stadt von neunzigtausend Einwohnern, wo praktisch jeder jeden kennt?«

»Was meint die Polizei dazu?«

Craddock zuckte die Achseln.

»Die Polizei stellt die gleichen Überlegungen an, die ich in einem solchen Fall anstellen würde. Man nimmt an, dass er irgendwo einen Wagen fahrbereit stehen hatte. Er verließ die Bank mit dem Geld, ging zu seinem Wagen, stieg ein und verschwand.«

»Zu glatt«, meinte ich. »Da hätte ihn doch bestimmt jemand beobachtet. Er wurde doch sicher von einem Fahrer oder einem Sicherheitsbeamten begleitet. Hat der denn nichts gesehen?«

»Soviel ich weiß, nein. Er war in Begleitung eines Fahrers.«

»Einen Wächter hatte er nicht dabei?«

Craddock schüttelte den Kopf.

»Tom ist eins sechsundachtzig groß und wiegt ungefähr hundert Kilo. Er hat in der Rugby-Liga gespielt und ist ein bärenstarker Bursche. Er ist jetzt fünfunddreißig Jahre alt, aber er könnte mit Leichtigkeit mit drei Männern durchschnittlicher Größe und Kraft fertigwerden. Seit drei Jahren holt er jeden Freitag die Lohngelder seiner Firma bei der Bank ab. Es hat niemals irgendwelche Schwierigkeiten gegeben. Aber jetzt ist es soweit. Tom ist verschwunden und das Geld ebenfalls.«

»Und was soll ich nun tun?«

»Ich wollte dich bitten, hinzufahren und dich mal umzusehen«, antwortete Craddock.

Ich ließ mir das erst einmal durch den Kopf gehen, bevor ich antwortete. Mir war schon jetzt klar, dass die Sache wahrscheinlich komplizierter war, als sie auf den ersten Blick aussah.

Vielleicht hatte Bob Craddock erwartet, dass ich ohne Zögern auf seinen Vorschlag eingehen würde. Vielleicht war er einfach unruhig und besorgt. Nach einem Augenblick des Schweigens fragte er: »Wirst du fahren, Solo?«

Ich hüllte mich in nachdenkliches Schweigen.

»Nun?«, drängte er.

Ich holte meine Pfeife aus der Tasche und begann sie zu stopfen. Ich ließ mir Zeit dabei, denn ich wollte die Sache wirklich gründlich durchdenken.

»Ich möchte etwas mehr über die Angelegenheit wissen, bevor ich mich festlege, Bob«, sagte ich schließlich. »Kann ich dir ein paar Fragen stellen?«

»Natürlich.«

»Gut. Von wem stammt der Einfall, mich um meine Mitarbeit zu bitten?«

»Von mir.«

»Wieso? Du weißt doch, dass Privatermittlungen eine Stange Geld kosten, Bob. Wer bezahlt?«

Er schwieg einen Augenblick.

»Ich«, sagte er dann.

»Ist dir klar, wieviel dich das kosten wird? Fünfzehn Pfund pro Tag zuzüglich Spesen. Und ich will dir ganz offen sagen, dass selbst ein guter Detektiv zwei Tage braucht, um sich in einen Fall einzuarbeiten und halbwegs brauchbares Material zu liefern. Manchmal dauert es auch eine ganze Woche.«

»Das weiß ich. Allerdings rechne ich nicht damit, dass es eine ganze Woche dauern wird, um in diesem Fall etwas von Bedeutung herauszufinden. Wenn ich es mir leisten könnte, eine Woche Urlaub zu nehmen, würde ich selbst hinfahren, Solo. Ich wünschte, das wäre möglich. Dann hätte ich wenigstens Gelegenheit, mich davon zu überzeugen, dass alles den normalen Gang geht und nichts übersehen wird. Aber das ist ausgeschlossen. Ich bearbeite zusammen mit Inspektor Trail diesen Fall in Wimbledon. Trail ist ein Mensch, der mit sich reden lässt, aber unser neuer Vorgesetzter führt ein strenges Regiment. Natürlich könnte ich mich an ihn wenden und ihm erklären, worum es geht. Aber ich weiß schon jetzt, dass er mir die Bitte um Urlaub glatt abschlagen würde. Die Stadt besitzt eine fähige Kriminalpolizei, würde er sagen. Wenn Ihr Bruder das Geld entwendet hat, dann halten Sie sich aus der Sache heraus. Überlassen Sie die Klärung dieser Angelegenheit der örtlichen Polizei. Ich habe hier genug Arbeit für Sie. Genau das würde er sagen.« Bob Craddock sah mich einen Moment an. »Und er hätte recht, Solo.«

»Vielleicht.«

»Bestimmt.«

»Aber du möchtest trotzdem, dass sich jemand um die Angelegenheit kümmert?«

»Richtig.«

»Hast du Zweifel an den Fähigkeiten der Leute dort oben?«

»Tom ist mein jüngerer Bruder, Solo«, sagte Bob Craddock. »Wir haben einander seit Jahren nicht gesehen. Wir stehen nicht einmal miteinander in Briefwechsel. Einmal im Jahr, zu Weihnachten, tauschen unsere Familien Geschenke aus, und damit hat sich’s. Ich weiß meistens nicht einmal, was meine Frau abschickt. Alice war zweimal in London. Beide Male wohnte sie bei uns. Sie ist ein feiner Mensch. Meine Frau und ich halten sehr viel von ihr. Aufrichtig und ohne Flausen im Kopf. Ihr Vater ist bei der Polizei - Inspektor Seder. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich habe von ihm gehört. Er ist für seine Strenge und Härte bekannt. Ob zu Recht, weiß ich nicht. Er hat für Tom nichts übrig - und war von Anfang an gegen die Heirat. Das ist traurig, aber so etwas kommt oft genug vor.«

»Ich weiß. Hat die Tatsache, dass er bei der Polizei ist, irgendeine Bedeutung?«

»Alice war zweimal bei ihm. Er ist überzeugt davon, dass Tom das Geld entwendet hat und geflohen ist. Das hat er ihr unverblümt ins Gesicht gesagt.«

»Und was meint sie?«

»Sie weigert sich, es zu glauben. Sie versteht das alles nicht. Sie behauptet, sie sei sicher, dass Tom niemals so etwas tun würde. Sie ist von Toms Schuldlosigkeit überzeugt, obwohl alles dafür spricht, dass Tom das Geld gestohlen hat. Sie rief mich an und bat mich, zu kommen und die Sache zu klären. Ich erklärte ihr, dass das unmöglich sei, da wir hier zu viel Arbeit haben und der Chef niemals seine Zustimmung geben würde. Ich machte ihr auch klar, dass die zuständigen Behörden mir wahrscheinlieh überhaupt nicht helfen würden. Niemand hat es schließlich gern, wenn sich ein Außenseiter einmischt. Außerdem sagte ich ihr, dass ich für dieses Gebiet nicht zuständig bin und deshalb offiziell überhaupt nichts unternehmen kann.«

»Wie nahm sie das auf?«

»Sie war natürlich ziemlich verzweifelt und flehte mich an, trotzdem zu kommen. Und da fielst du mir ein. Ich sagte ihr, dass ich einen alten Freund hätte, der Privatdetektiv ist. Ich versprach ihr, dass ich mich sofort mit dir in Verbindung setzen würde, um zu sehen, ob du uns helfen kannst.« Er trat seinen Zigarettenstummel aus. »Und das ist alles, Solo. Ich bitte dich nur um eines: Fahr hin und hör' dich um. Sammle so viel Material wie möglich. Das kann doch nicht so ungeheuer viel Zeit kosten. Und selbst zum Preis von fünfzehn Pfund pro Tag - das ist mir mein Seelenfrieden wert.«

»Ja«, sagte ich. »Das verstehe ich.«

»Hast du einen Entschluss gefasst?«

»Ich werde fahren«, erwiderte ich. »So hatte ich mir zwar meinen geplanten Urlaub nicht vorgestellt, aber aufgeschoben ist ja noch lange nicht aufgehoben.«

»Das wollte ich nur wissen.« Bob Craddocks Miene verriet Erleichterung.

»Aber ich möchte noch etwas mehr über die Sache hören, Bob.«

»Ich kann dir nicht mehr sagen, als ich weiß. Aber stelle Fragen.«

»Wann hast du deinen Bruder zum letzten Mal gesehen?«

»Vor sechs oder sieben Jahren - und damals auch nur für einen halben Tag«, erwiderte Bob. »Er war auf dem Weg nach Paris und kam bei uns vorbei.«

»Seid ihr Freunde?«

»Mein Gott, Solo - ich hatte den Krieg hinter mir. Ich war vier Jahre an der Front in Frankreich, und dann schickte man mich nach Malaya, weil man so viel von mir hielt. Insgesamt war ich sieben Jahre von zu Hause weg. Ich war neunundzwanzig als ich heimkam. Ich konnte mich kaum an ihn erinnern. Wir sind Brüder. Ich werde immer für ihn da sein. Wir sind keine Freunde. Wir kennen einander kaum, wir sehen einander fast nie. Ich kenne seine Freunde nicht, die Leute, mit denen er verkehrt. Ich weiß mehr über den Mann, der im Amt seinen Schreibtisch neben mir hat, als über meinen eigenen Bruder. Ich weiß nur, dass seine Frau mir gefällt.«

»Das hilft uns nicht weiter«, meinte ich. Als er nichts erwiderte, fragte ich rundheraus: »Glaubst du, dass dein Bruder schuldig ist?«

»Ich weiß es nicht. Wenn ich bedenke, dass er sich schon einmal etwas Ähnliches zuschulden kommen ließ, und wenn ich meine eigenen Erfahrungen berücksichtige, muss ich gestehen, dass es wahrscheinlich ist.«

»Aber seine Frau ist vom Gegenteil überzeugt. Das ist immerhin etwas, wenn auch nicht viel. Vielleicht hält sie ihm nur aus Loyalität die Stange - weil sie glaubt, das wäre ihre Pflicht als Ehefrau. Was meinst du?«

»Sie ist ein gescheiter Kerl«, versetzte er. »Sie ist intelligent und vernünftig. Wenn sie etwas sagt, hat es meistens Hand und Fuß.«

»Hat sie irgendeinen konkreten Grund, der sie annehmen lässt, dass ihr Mann unschuldig ist?«

»Das kann ich mir nicht vorstellen«, erwiderte Craddock. »Es steht doch fest, dass er verschwunden ist. Und das Geld ebenfalls. Doch gerade deshalb will ich ja, dass du dich dieser Sache annimmst, Solo. Wenn du ein paar Tage lang Augen und Ohren offenhältst, kannst du vielleicht bei der Klärung der Sache helfen. Ich erwarte keine Wunder von dir. Nur solide Arbeit im Rahmen der üblichen Routine. Versuch die Polizei einzuspannen, stell' Fragen und sammle Material. Wenn du meinst, dass du alle Quellen erschöpft hast, kannst du mir berichten.« Er blickte auf seine Uhr. »Ich muss gehen.« Er sah mich an. »Ich möchte nicht, dass du dich mir gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet fühlst, Solo. Wenn du die Sache nicht übernehmen willst, brauchst du es nur zu sagen. Ich nehme es dir nicht übel.«

»Ich fahre.«

Craddock zeigte unverhohlen seine Erleichterung. Die Spannung in seinen Zügen löste sich.

»Das ist Fortschritt. Ich versprach Alice, jemanden zu schicken. Ich hoffte, dass du mir helfen würdest.«

»Wo wohnt sie?«

»Kershaw Road 38. Schreib dir das lieber auf. Ich gebe dir auch ihre Telefonnummer.«

Ich kritzelte die Adresse und die Telefonnummer auf die Rückseite eines alten Briefumschlags und steckte das Papier ein.

»Wann soll ich fahren?«

»Am besten sofort. Ich werde Alice anrufen und ihr sagen, dass du kommst. Sie wird dir alle Informationen geben, die du brauchst.« Er überlegte einen Moment. »Weißt du, Solo, ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass Tom tatsächlich unschuldig ist. Vielleicht, weil er mein Bruder ist.«

»Ich möchte mir da noch kein Urteil erlauben«, versetzte ich.

»Das ist verständlich. Mehr verlange ich auch gar nicht. Sieh, was du in Erfahrung bringen kannst, Solo. Lass dir ruhig eine Woche Zeit. Das kostet mich hundertfünf Pfund, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Ich kann es mir nicht leisten, dich länger zu bezahlen, Solo. Aber am Ende dieser Woche müsstest du doch eigentlich wissen, wie die Aktien stehen.«

»Natürlich«, versicherte ich.

Wir besiegelten die Abmachung mit einem Handschlag, und dann machte sich Bob Craddock auf den Weg zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Wimbledon zu nehmen, wo die Arbeit, auf ihn wartete.

Ich schlenderte gemächlich zu Charlie Bendalls Restaurant und aß dort zu Mittag. Danach kaufte ich mir eine Fahrkarte nach Norden und fuhr zurück in meine Wohnung, um ein paar Sachen zu packen.

Im Norden war es kalt, der Himmel grau und verhangen. Fast während der ganzen Fahrt regnete es in Strömen. Es war spät am Abend, als der Zug in Newcastle einfuhr. Mein Anschlusszug wartete. In den frühen Morgenstunden erreichte ich die kleine Stadt, in der Bob Craddock geboren war. In der Dunkelheit wirkte sie grau und trist.

Der Bahnhof mit einem halben Dutzend menschenleerer Bahnsteige war zugig und kalt. Der Wind peitschte den Regen gegen die Wände des Gebäudes.

Drinnen in der Halle saßen zusammengesunken zwei gähnende Träger auf der Bank.

Der Zug war nicht voll gewesen. Nur eine Handvoll Menschen stiegen mit mir zusammen aus. Sie verloren sich in der Dunkelheit, als wir das Bahnhofsgebäude verließen.

Ich wollte mir eigentlich ein Taxi nehmen, doch dann entdeckte ich auf der anderen Straßenseite das erleuchtete Schild eines Hotels.

Privatpension Hopper las ich.

Aus den Fenstern des Foyers schimmerte noch Licht. Ich eilte hinüber und trat ein. Ein alter Mann in Hausschuhen hörte sich mein Begehren an und schob mir dann das Anmeldebuch zu. Als ich mich eingetragen hatte, las er aufmerksam meine Angaben.

»Bitte folgen Sie mir, Mr. Malcolm«, sagte er dann.

Er führte mich eine Treppe hinauf und einen Korridor entlang zu einem Zimmer, das auf der Rückseite des Hauses lag. Der Raum war nicht sehr groß, doch er war sauber und ruhig. Auf dem Bett lag eine elektrische Heizdecke.

Er knipste sie an.

»Vergessen Sie bitte nicht, den Strom abzuschalten, bevor Sie einschlafen«, sagte er.

»Bestimmt nicht«, versprach ich.

Leider vergaß ich es~ trotz seiner wohlgemeinten Warnung. Gegen vier Uhr morgens erwachte ich plötzlich, weil ich das Gefühl hatte, entweder das Hotel stünde in Brand oder aber ich hätte hohes Fieber. Die Hitze kam natürlich nur von der Decke. Ich zog den Stecker heraus, warf die Decke auf einen Stuhl und wartete, dass sich das Bett ein wenig abkühlen würde.

Ich trat zum Fenster und blickte hinaus, um mir selbst ein wenig Kühlung zu verschaffen. Draußen war es noch dunkel. Doch auf der anderen Seite des Platzes sah ich einen Polizeibeamten vorbeimarschieren. Er hatte einen Helm auf und trug ein Regencape. Ich blickte ihm nach, und als er in der Dunkelheit verschwand, kroch ich wieder in mein Bett.

Ich schlief sofort ein. Erst das Geräusch der sich öffnenden Tür weckte mich am nächsten Morgen.

 

 

 

Drittes Kapitel

 

 

Ein hochgewachsener, magerer alter Mann in einer grauen Jacke, auf deren Brusttasche in roten Lettern das Wort Hopper prangte, trat ein. Er knipste die Nachttischlampe neben meinem Bett an und setzte ein Tablett auf dem kleinen Tisch ab.

»Guten Morgen, Sir. Das Frühstück wird bis halb zehn Uhr im Speisesaal serviert.«

»Vielen Dank«, sagte ich. »Ich komme später hinunter.«

Ich blickte ihm nach, als er hinausschlurfte, und setzte mich dann auf. Hungrig aß ich die fünf kleinen Kekse, die er mir gebracht hatte, und trank zwei Tassen Tee. Danach steckte ich mir eine Zigarette an und ließ mir alles, was Bob Craddock mir berichtet hatte, noch einmal durch den Kopf gehen.

Alles in allem wusste ich reichlich wenig. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass Bob Craddock mir wesentlich mehr hätte erzählen können, aber vielleicht täuschte ich mich. Bob hatte selbst genug Sorgen, da konnte er sich nicht auch noch mit den Problemen anderer belasten. Allerdings stellt man im Leben immer wieder fest, dass gerade die Menschen, die selbst vom Leben nicht gerade bevorzugt behandelt werden, noch Zeit haben, sich um die Sorgen anderer zu kümmern. Vielleicht trog mich mein Gefühl wirklich. Vielleicht hatte Bob Craddock tatsächlich alles getan, was in seiner Macht stand.

Ich rauchte meine Zigarette zu Ende und stand auf. Nachdem ich geduscht und mich rasiert hatte, kleidete ich mich gemächlich an. Dann zog ich die Vorhänge auf und blickte hinunter auf den Platz.

Eine Sehenswürdigkeit war er nicht. Gegenüber erhob sich das Bahnhofsgebäude, düstere graue Mauern, die bestimmt seit dem Erbauungsjahr kein einziges Mal gereinigt worden waren. Mit den Jahren hatte sich auf dem grauen Stein eine Patina aus Schmutz und Staub gebildet. Der Regen troff in langen dünnen Rinnsalen an den Wänden hinunter. Es war ein trostloser Anblick. Rechter Hand befanden sich zwei Gebäude, die so aussahen, als beherbergten sie irgendwelche öffentlichen Ämter, und am anderen Ende entdeckte ich das Postamt, vor dem zwei rote Lieferwagen standen.

Ich ging hinunter, um mein Frühstück einzunehmen. Der Speisesaal war ein gemütlicher, nicht allzu großer Raum mit einem offenen Kamin, in dem ein Feuer flackerte. Es war ein altmodischer Raum mit schmalen hohen Fenstern und einem frischgewachsten Parkettboden. Das Frühstück war ebenso altmodisch: Haferbrei, Schinken und Eier, Toast, Orangenmarmelade und eine große Kanne Kaffee. Ich aß in aller Ruhe, steckte mir eine Pfeife an und steuerte dann auf die Treppe zu.

Am Empfang stand jetzt ein anderer Angestellter. Es war ein stämmiger Mann von Ende Fünfzig. Er hatte breite Schultern, doch sein Gesicht war hager, und unter seinen Augen lagen dunkle Ringe. Er trug eine schwarze Jacke, die ihm offensichtlich viel zu weit geworden war. Entweder war er krank, oder er hatte gerade erst eine schwere Krankheit überstanden.

Als er mich erblickte, sagte er mit tiefer Stimme: »Guten Morgen, Sir. Mr. Malcolm, nicht wahr?«

»Richtig.«

»Zimmer neunzehn, nicht wahr, Sir? Cooper hat Ihnen Zimmer neunzehn gegeben, als Sie gestern Abend ankamen. Ich hoffe, Sie sind zufrieden.«

»Ja, danke«, erwiderte ich. »Ich werde wahrscheinlich eine Woche bleiben.«

»Sehr wohl, Sir. Wenn Sie irgendetwas wünschen, geben Sie mir Bescheid.«

»Sind Sie der Geschäftsführer?«