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King of Spades: Er regiert die Stadt nicht nur als King, sondern auch als CEO einer weltweit agierenden Immobilienfirma. Als Kopf einer Gruppe von Kämpfern steht Alec regelmäßig im Circle der Dynasty of Sinners, sieht Frauen als eine Möglichkeit, Druck abzubauen, und besticht die Polizei, um seine Ausflüge in die Unterwelt verschleiern zu können. Doch eines Tages tritt die junge Liz unfreiwillig in sein Leben. Was als Zähmung beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Tieferem, aber Liz wird von Dämonen verfolgt, die ihre Freiheit bedrohen. Wird es Alec gelingen, sie zu beschützen – oder wird dieser Kampf sein letzter sein? *** Prince of Diamonds: Bube, Dame, König, Ass. Dame? Nein, er ist der Prinz, da eine Dame nichts in einem Kartendeck zu suchen hat. Als Mitglied der Dynasty of Sinners nutzt Evan Kämpfe als Ventil für seine Gefühle. Er genießt sein Leben in vollen Zügen, doch das ist schlagartig vorbei, als er auf Mayleen trifft. Klitschnass kletterte sie aus dem Hudson River, um ihren Verfolgern zu entkommen, und gerät dabei an Evan, der gemeinsam mit seinen Freunden entscheidet, sie fortan unter ihren Schutz zu stellen. Keiner von ihnen ahnt, welchen Gefahren sie sich dadurch stellen müssen. Denn Mayleens Verfolger stehen ihr viel näher, als Evan ahnt, und als sie sich ihm endlich öffnet, geschieht etwas, das ihr Leben in Gefahr bringt. Wird Evan sich der Gefahr stellen oder wird er Mayleen ihrem Schicksal überlassen? *** Triggerwarnung beachten!
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Veröffentlichungsjahr: 2024
DYNASTY OF SINNERS
BUCH FÜNF
Copyright © 2024 Drucie Anne Taylor
Korrektorat: S. B. Zimmer / S. Köhn
Satz und Layout: Julia Dahl / [email protected]
Umschlaggestaltung © D-Design Cover Art
Alle Rechte, einschließlich das, des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
Dies ist eine fiktive Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden, oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
King of Spades
Triggerwarnung
1. Alec
2. Eliza
3. Alec
4. Eliza
5. Alec
6. Eliza
7. Alec
8. Eliza
9. Alec
10. Eliza
11. Alec
12. Eliza
13. Alec
14. Eliza
15. Alec
16. Eliza
17. Alec
18. Eliza
19. Alec
20. Eliza
21. Alec
22. Eliza
23. Alec
24. Eliza
25. Alec
26. Eliza
27. Alec
28. Eliza
29. Alec
30. Eliza
31. Alec
Prince of Diamonds
Triggerwarnung
1. Evan
2. Mayleen
3. Evan
4. Mayleen
5. Evan
6. Mayleen
7. Evan
8. Mayleen
9. Evan
10. Mayleen
11. Evan
12. Mayleen
13. Evan
14. Mayleen
15. Evan
16. Mayleen
17. Evan
18. Mayleen
19. Evan
20. Mayleen
21. Evan
22. Mayleen
23. Evan
24. Mayleen
25. Evan
26. Mayleen
27. Evan
28. Mayleen
29. Evan
30. Mayleen
31. Evan
32. Mayleen
33. Evan
Über die Autorin
Weitere Werke der Autorin
Rechtliches und Uninteressantes
Er regiert die Stadt nicht nur als King, sondern auch als CEO einer weltweit agierenden Immobilienfirma. Als Kopf einer Gruppe von Kämpfern steht Alec regelmäßig im Circle der Dynasty of Sinners, sieht Frauen als eine Möglichkeit, Druck abzubauen, und besticht die Polizei, um seine Ausflüge in die Unterwelt verschleiern zu können.
Doch eines Tages tritt die junge Liz unfreiwillig in sein Leben.
Was als Zähmung beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Tieferem, aber Liz wird von Dämonen verfolgt, die ihre Freiheit bedrohen.
Wird es Alec gelingen, sie zu beschützen – oder wird dieser Kampf sein letzter sein?
Dieses Buch behandelt folgende Themen:
Gewalt
Häusliche Gewalt
BDSM
Deutliche Sprache
Explizite Szenen
Falls Du dich mit diesen Themen nicht wohlfühlst, bitte ich dich, vom Lesen dieser Geschichte abzusehen.
Liebe Grüße
Drucie
Ein weiterer nervtötender Tag neigte sich dem Ende zu.
Ich hatte soeben einen Vertrag über eine ganze Wohnsiedlung an Land gezogen, obwohl ich eigentlich meine Angestellten dafür hatte, nur die stellten sich bei diesem Kunden verdammt dumm an. Ich hatte das Gefühl, von Idioten umgeben zu sein, doch so ging es mir ständig. Ergebnisse, die ich erwartete, wurden nicht geliefert, seither trennte ich mich ständig von Mitarbeitern.
Einmal mit Profis arbeiten!
Das wär’s gewesen, aber nein, man verwehrte es mir.
Ich würde Moira beauftragen müssen, neue Stellenanzeigen zu formulieren. Mir fehlte ein Abteilungsleiter für den Einkauf, momentan übernahm sein Stellvertreter den Job, und ein fähiger Architekt, denn der letzte Idiot hatte einfach meilenweit den Job verfehlt, bevor er rausgeflogen war.
Schnaubend betätigte ich den Knopf der Sprechanlage. »Moira?«
»Ja, Mr. King?«
»Setzen Sie bitte Stellenausschreibungen für einen Architekten und einen Abteilungsleiter für den Einkauf auf. Ich will sie morgen früh auf dem Tisch haben«, verlangte ich harsch.
»Ich werde mich sofort darum kümmern, Mr. King.«
Ich bedankte mich nicht, sondern schaltete den Computer auf meinem Schreibtisch aus. Danach erhob ich mich, wandte mich der Fensterfront zu und schaute über New York City.
Das hier war meine Stadt, ich thronte in einem der höchsten Gebäude dieser und überblickte die zahlreichen Menschen, die von hier oben Ameisen glichen. Die meisten waren wirklich nichts weiter als Ungeziefer, das ich einfach hätte zertreten können, doch das tat ich nicht – jeder König brauchte Untertanen.
Stattdessen tobte ich mich an einem Ort aus, an dem ich der unangefochtene König war.
Der Sieger.
Für manche sogar ein Gott.
Ich sonnte mich gern in meinem fragwürdigen Ruhm, den ich über die Jahre stetig vergrößert hatte.
Meine Lippen zeichneten ein Lächeln, als ich meine Reflexion im Fenster sah. Der Maßanzug saß perfekt, ebenso die Haare und meine Augen glichen jenen eines Dämons. Mit meinem perfekten Auftreten verunsicherte ich meine Geschäftspartner, aber nicht nur damit, auch mit meinem Selbstbewusstsein und meiner dominanten Art. Ich konnte Menschen leicht um den Finger wickeln, denn neben all jenen guten Eigenschaften, an die ich gerade gedacht hatte, verfügte ich auch über Charme und Charisma. Damit nahm ich jeden für mich ein.
Ich betrachtete mein Spiegelbild noch einmal, danach wandte ich mich ab, griff nach meiner Laptoptasche und steckte das MacBook, ebenso meine anderen persönlichen Sachen hinein.
* * *
Ich hatte mich von Avery, meinem Chauffeur und Leibwächter, nach Hause bringen lassen, nun saß ich in meinem Penthouse auf der Couch und hatte mich zurückgelehnt. Meine Augen waren geschlossen, denn ich wollte mich entspannen, bis es später an den Hafen ging, um mich auszutoben. Ich wartete auf Ace, Evan und Nolan, mit denen ich später dorthin fahren würde. Wir hatten einen Circle gegründet, als wir noch auf dem College waren, und den besuchten verdammt viele Leute – und noch mehr Herausforderer, denen wir im Wechsel die Ärsche versohlten.
Ich war seit der Gründung ungeschlagen.
Etwas, das mich mit Stolz erfüllte.
Die Kämpfer mussten sich mit 1.000 Dollar einkaufen, jedoch konnten sie dann auch 20.000 Dollar und mehr gewinnen, denn die Verlierer gingen leer aus. Und da wir vier im Wechsel antraten, war immer einiges im Jackpot, allerdings benutzten wir dieses Geld dann, um die Cops zu schmieren, damit sie uns in Ruhe ließen.
* * *
Avery räusperte sich. »Mr. King?«
Ich schlug die Augen auf und sah meinen Leibwächter an. »Was gibt’s?«
»Ihre Gäste sind da, Sir«, antwortete er. »Sie warten im Vorraum.«
»Bitten Sie sie herein«, entgegnete ich und richtete mich auf. Ich erhob mich, ging in die Küche und holte eine Flasche Wasser. Feiern würde ich heute Nacht, denn vor den Kämpfen trank ich keinen Alkohol. Wir alle mussten einen klaren Kopf bewahren, wenn es in die Lagerhalle am Hafen ging.
»Hey, Alter!«, sagte Evan gut gelaunt.
Ich hob eine Augenbraue. »Warum bist du so gut drauf?« Meine Stimme war skeptisch, doch das war sie meistens. Es kümmerte mich nicht, dass ich anderen Desinteresse damit vermittelte.
»Weil ich mich auf den Abend freue«, erwiderte er grinsend und ging zur Sitzgruppe. Evan nahm Platz.
»Hey«, grüßte mich Nolan und nickte mir zu. Er war noch nie ein Freund vieler Worte, die er auch nicht brauchte. Wofür andere ihren Mund brauchten, vermittelte er mit seinen Blicken. Selbst ein »Fick dich« fiel ihm so nicht allzu schwer.
Ich erwiderte sein Nicken.
»Na, Alter«, meinte Ace, die beiden Männer setzten sich auf meine Couch, während ich Gläser aus dem Schrank holte und diese sowie die Wasserflasche an den Tisch brachte.
»Gibt’s schon Herausforderer?«, erkundigte ich mich, da Ace derjenige war, der die Herausforderungen annahm.
»Ja, ein Noah Burkhardt will heute Abend gegen dich antreten, weil der Jackpot ziemlich hoch ist, wenn man dich schlägt«, antwortete Ace gelassen. »Hab den Kerl vorgestern gesehen, er dürfte kein Problem für dich sein.«
»Hat er das Geld, um sich einzukaufen?«, wollte ich wissen, als ich im Sessel Platz nahm.
»Er hat schon bezahlt«, erwiderte er gelassen, beugte sich vor und griff nach der Wasserflasche. »Heute sind nur Herausforderer für dich da, Alec, heißt, wir werden uns um alles andere kümmern.«
»Hast du dich schon aufgewärmt?«, hakte Evan nach, der mich aufmerksam musterte.
Ich schaute an mir hinunter. Da ich den Anzug noch trug, hätte seine Frage schon beantwortet sein müssen. »Sieht das so aus?«, fragte ich trotzdem.
»Deshalb frage ich ja. Du weißt, dass du nachher nicht besonders viel Zeit dafür hast, also sollten wir jetzt dafür sorgen, dass du kampfbereit bist«, antwortete er gelassen.
Ich schnaubte unzufrieden. »Ich werde mich umziehen, dann können wir in den Fitnessraum gehen.«
»Geht klar.« Evan erhob sich. »Ich werde schon mal die Musik auflegen.«
»Mach das«, entgegnete ich, erhob mich und begab mich ins Schlafzimmer, wo mein begehbarer Kleiderschrank war. Dort reihten sich Maßanzüge an Sportkleidung, Jeans besaß ich so gut wie keine, da ich kaum Freizeit und entsprechend wenige Möglichkeiten hatte, sie zu tragen. Zudem gefielen sie mir nicht besonders gut, auch wenn sie bequem waren.
* * *
Wir waren in der Lagerhalle, ich befand mich in der Umkleide, die wir für uns reserviert hatten. Die Lagerhalle hatten wir über eine Briefkastenfirma gekauft und ein wenig umbauen lassen, damit es mehr von einer Sporthalle hatte. In der Mitte der Halle stand ein Käfig, in dem wir mit jenen kämpften, die dumm genug waren, uns herauszufordern. Keiner von uns hatte bisher einen Kampf verloren und das würde sich sicher nicht so schnell ändern.
»Bist du so weit?«, fragte Ace interessiert.
Ich nickte ihm zu, rollte mit dem Kopf, sodass meine Halswirbel knackend zurück in ihre Position sprangen, und holte mir Bandagen.
Nolan kam zu mir, nahm sie mir ab und wickelte sie nacheinander stramm um meine Hände. Er sah mich finster an, am Ende nickte er mir zu.
»Danke«, sagte ich knapp.
»Gern.« Immerhin hatte er ein Wort gesagt, das war schon mehr, als ich von ihm erwartet hatte.
»Kann’s dann losgehen?«, hakte Evan ungeduldig nach.
Ich schaute zu ihm. »Sicher.« Danach rollte ich noch einmal mit dem Kopf, ein weiteres Mal knackten meine Knochen, doch das war der Nachteil an meinem Job. Ich saß viel zu oft verkrampft an meinem Schreibtisch, weil mich immerzu diese Wut packte, die ich nur an jedem vierten Wochenende herauslassen konnte.
»Dann lasst uns gehen«, sagte er und öffnete die Tür der Umkleide.
»Gegen wen trete ich an?«
»Zuerst gegen Zac Atkins, danach gegen Noah Burkhardt«, antwortete Ace. »Atkins scheint ein schwerer Gegner zu werden, aber Burkhardt schickst du mit ein paar gezielten Schlägen auf die Bretter.«
»Alles klar.« Aufgewärmt hatte ich mich zu Hause, hier hatte ich ebenfalls dafür gesorgt, bereit zu sein, und ich brannte für die Kämpfe, die mir bevorstanden.
Als wir den langen Flur entlanggingen, lag mein Blick auf dem grünen Linoleumboden, er erinnerte mich an ein Krankenhaus, doch das hier war keine Klinik, es war mein Spielplatz, auf dem ich anderen die Ärsche versohlte.
Wenig später betraten wir die Halle, Ace und Nolan flankierten mich, Evan ging voraus und bahnte uns einen Weg durch die Zuschauer, die sich hier tummelten. So viele geldgeile Leute, die heute allerdings mit weniger Kohle nach Hause gehen würden, denn die Quote sprach dafür, dass ich verlor, doch das passierte mir nicht.
Bloß checkten die Gäste das nicht.
Ich betrat den Cage und lief einmal an den Gittern entlang, mein finsterer Blick streifte die Zuschauer, doch blieb er an einer jungen Frau mit rotblonden Haaren hängen. Die Kleine war niedlich, aber sicher würde sie nicht mit mir zurechtkommen. Sie sah zu unschuldig aus. Ich neigte den Kopf, als sie meinen Blick erwiderte, dann zwinkerte ich ihr zu, grinste sogar, aber die Braut senkte den Blick. Ach Fuck, die Kleine würde ich sicher nicht ins Bett kriegen. Andererseits war es möglich, wenn ich nur ein wenig meines Charmes sprühen ließ. Im Schlafzimmer konnte ich immer noch den Wolf entfesseln, doch zuerst musste ich den Schafspelz überwerfen, damit sie mich nicht einschätzen konnte. Mir wurde zugejubelt, doch darauf ging ich nie ein. Es kümmerte mich nicht, ob man mich feierte oder nicht.
Diese Leute waren nichts für mich.
Nichts wert.
»Guten Abend!«, rief Evan ins Megafon und Jubelstürme brachen los. Einer von uns übernahm immer die Ansagen, da wir selten alle am gleichen Abend kämpften. Jede Woche trat ein anderer von uns an, damit die anderen ihn vorbereiten konnten. Vier Wochen hatte ich darauf gewartet, wieder in den Käfig zu treten, und ich freute mich wahnsinnig darauf, meine Wut herauslassen zu dürfen. »Wir haben heute Abend zwei Herausforderer für King!«, verkündete Evan. »Und hier ist der erste Mann, der dem König von New York die Stirn bieten will!« Er wartete einen Moment, bis der Kerl den Cage betreten hatte. »Hier ist Zac!«
Der Applaus hielt sich in Grenzen, aber das war normal, wenn ein Herausforderer den Käfig betrat. Ich musterte den Kerl. Keine Ahnung, warum Ace der Meinung war, dass er ein schwerer Gegner für mich sein könnte, für mich sah er nicht unbesiegbar aus, eher machte er den Eindruck, als würde er sich gewaltig überschätzen. Ja, man sah mir meine Kraft an, aber ich war nicht nur muskulös, sondern auch schnell, immerhin kämpften wir seit fast 13 Jahren in diesem Circle. Wir hatten Geld aus unseren Treuhandfonds zusammengeworfen, um die Lagerhalle zu kaufen und sie umbauen zu lassen, natürlich mit jener Briefkastenfirma, damit man uns nichts nachweisen konnte, denn ich für meinen Teil stand in der Öffentlichkeit, weil ich der CEO einer Immobilienfirma war. Gut, das hiesige Publikum hatte keine Ahnung, wer ich war, dafür waren die meisten wohl nicht gebildet genug, allerdings wurde man öfter mal überrascht.
»Also dann, gebt eure Wetten ab, denn es geht jeden Moment los!«, verkündete Evan euphorisch und verließ den Cage.
Ich tigerte auf und ab, behielt Zac im Auge und versuchte, ihn mit einem amüsierten Lächeln aus der Fassung zu bringen.
Die Minuten vergingen, dann betrat Alan den Käfig, er war der Ringrichter, der entschied, ob der Kampf vorbei war oder weitergehen konnte.
»Es werden keine weiteren Wetten angenommen!«, rief Evan und Alan eröffnete den Kampf.
Ich wartete ab, ob Zac mich angreifen würde, doch er erschien cleverer als mein letzter Herausforderer. Wir umkreisten einander wie Raubtiere, die darauf warteten, ihre Beute zu reißen.
… und es würde sicher blutig werden.
* * *
O mein Gott.
Warum hatte ich mich von Noah überreden lassen, ihn hierher zu begleiten?
Er hatte mir von diesem Fight Club erzählt, nun wollte er hier das ganz große Geld machen, um seine Schulden bei mir und anderen zu tilgen.
Der Kerl im Ring war jener, den er herausgefordert hatte. Er kämpfte brutal und ich ahnte, dass Noah den Kürzeren ziehen würde.
»Das wirst du nicht schaffen«, wandte ich mich an meinen Bruder.
»Da täuschst du dich. Ich präge mir gerade all seine Bewegungen ein und weiß, wann er die Deckung fallen lässt. Ich werde den Kerl fertigmachen«, erwiderte er entflammt, doch konnte er mich nicht überzeugen.
Ich war mir sicher, dass Noah verlieren würde, und ich hoffte, dass er dann nicht von seinem Ehrgeiz gepackt wurde, denn man musste wohl für jeden Kampf 1.000 Dollar bezahlen. Und ich hatte ihm meine Ersparnisse überlassen, weil er mich überredet hatte. Es war meine eiserne Reserve, damit ich – falls nötig – jederzeit die Stadt verlassen konnte. Aber ich wollte es nicht noch einmal so weit kommen lassen, denn ich war schon einmal weggelaufen. Ein weiteres Mal wollte ich nicht all meine Zelte abbrechen müssen, nur um in Sicherheit zu sein. Allerdings durfte ich auch kein Risiko eingehen, denn sobald man mich ausfindig gemacht hätte, würde ich weiterziehen müssen.
Daraus bestand nun mein Leben.
Aus Angst.
Flucht.
Immerwährender Vorsicht.
»Nun sieh nicht alles so negativ, Liz«, sagte er. »Ich mache den Kerl wirklich fertig.«
Mein Blick fiel auf den Käfig. King schlug auf seinen Herausforderer ein, dann sprang er und trat ihm mit einer solchen Wucht ins Gesicht, dass der andere zu Boden ging.
Der Ringrichter ging neben dem Kerl in die Hocke, rüttelte ihn ein wenig, aber er reagierte nicht. Danach richtete er sich auf und gab ein Zeichen.
»King gewinnt!«, rief der mit dem Megafon.
Der andere wurde aus dem Cage geholt, an die Seite getragen, doch sah ich nicht, was weiter mit ihm geschah, denn vor uns standen einige Menschen, die mir die Sicht versperrten.
»Kommen wir zum nächsten Herausforderer!«, sagte der mit dem Megafon. »Noah, komm in den Käfig und zeig dich dem Publikum!«
»Wünsch mir Glück«, wandte sich mein Bruder an mich.
Ich schaute zu ihm hoch. »Viel Glück.« Anschließend umarmte ich ihn. »Und mach ihn fertig, denn all meine Ersparnisse stecken in diesem Kampf.
»Ich werde ihn fertigmachen«, erwiderte er überzeugt, dann ließ er mich los und bahnte sich einen Weg durch die Zuschauer. Noah betrat den Ring nur wenig später, befreite sich von seinem Shirt und seinen Schuhen, dann rollte er mit dem Kopf. Mein Bruder war damals Kickboxer und ich hoffte, dass er noch etwas von dem Biss hatte, den er früher bei Wettbewerben an den Tag gelegt hatte. Anderenfalls sah ich schwarz für seinen Sieg über diesen King.
Warum nannte er sich überhaupt so?
Weil er sich für den König hielt?
Wenn dem so war, fragte ich mich, warum er über so etwas hier regieren wollte.
Ich schaute zu meinem Bruder und hoffte, dass er nicht so heftig verdroschen werden würde, wie jener Kerl, der King zuvor herausgefordert hatte. »O Gott, bitte lass meinen Bruder diesen Kampf gewinnen«, sagte ich leise und kämpfte mich ein wenig nach vorn, um Noah vernünftig zusehen zu können. Von weiter oben erkannte ich ihn kaum, deshalb war es besser so.
Der Kampf begann und ich musste immer wieder vor mich sehen, statt mich darauf zu konzentrieren, damit ich auf der Tribüne nicht nach unten stolperte.
Schließlich stand ich in der ersten Reihe und schaute hoch zu den beiden Männern. King pirschte sich an Noah heran, dann wurde er plötzlich verdammt schnell und versetzte ihm einen heftigen Kinnhaken.
»O Gott!«, rief ich aus, als ich sah, wie mein Bruder gegen das Gitter getrieben wurde. Er kassierte einen Schwinger nach dem anderen, Tritte in die Seite und in den Bauch.
Noah würde verlieren, dessen war ich mir nun sicher.
»Jetzt wehr dich, Noah!«, schrie ich, allerdings glaubte ich, von den anderen Zuschauern übertönt zu werden. Ich wollte nicht, dass er den Kürzeren zog, immerhin ging es hier um meine 1.000 Dollar, die er mir aus den Rippen geleiert hat, um mitmachen zu können. Noah hatte trainiert, um siegreich zu sein, aber der andere war wesentlich sportlicher und muskulöser als mein Bruder. Während Noah eher drahtig war, war King muskulös und dennoch verflucht schnell.
»Noah!«, kreischte ich, als er einen weiteren Kinnhaken einstecken musste, mit dem er zu Boden ging. Ich kam nicht bis an den Käfig, konnte ihm nicht zurufen, dass er sich zusammenreißen und aufrappeln sollte, aber ich gab von hier aus mein Bestes. »Noah, steh auf!«
Mein Bruder stemmte sich auf alle Viere, doch King näherte sich ihm, griff in sein Haar und zog seinen Kopf nach oben, dann rammte er ihm das Knie ins Gesicht. Noah erschlaffte.
»Noah!«
King schaute zu mir, sah mich finster an, doch auf einmal grinste er und stieß Noah noch seinen Fuß in die Seite.
Der Ringrichter näherte sich den beiden, ging neben meinem Bruder in die Hocke und schüttelte ihn leicht. Ich sah, dass er mit ihm sprach, Noah nickte sogar und richtete sich auf. Plötzlich schlug er mit der Faust auf den federnden Boden.
»King gewinnt!«, brüllte der Kerl ins Megafon und ich verabschiedete mich von meinem Geld. Damit war meine eiserne Reserve verloren und ich hatte keine Kohle mehr, um abhauen zu können. Das hieß für mich, dass ich wieder sparen musste.
»Ich will eine Revanche!«, hörte ich meinen Bruder rufen.
Ich zog die Augenbrauen zusammen.
Warum wollte er sich noch mal verprügeln lassen?
Er hatte doch schon einmal verloren!
King ging zu ihm und sprach mit ihm, bis sich Noah umsah und direkt zu mir blickte. Er zeigte zu mir, woraufhin auch Kings Aufmerksamkeit auf mich fiel.
»Was hast du denn jetzt vor?«, fragte ich leise.
King grinste schließlich überheblich, nickte Noah zu und reichte ihm die Hand. Danach ging er zu jenem mit dem Megafon, sprach offensichtlich mit ihm und wieder schauten die Männer zu mir.
Ich sollte hier wohl schleunigst verschwinden. Ja, das wäre das Beste. Ich sah mich um, danach bahnte ich mir einen Weg durch die Zuschauer.
»Noah fordert eine Revanche!«, verkündete der mit dem Megafon, doch ich versuchte, zum Ausgang zu gelangen.
Schließlich hatte ich die Türen erreicht und verschwand nach draußen.
»Hey, Kleine!«
Ich schaute über meine Schulter und erkannte zwei Männer, die auf mich zu kamen. Mein Herz begann zu rasen, weshalb ich meinen Blick wieder nach vorn richtete und losrannte.
»Bleib stehen!«
Nein, ich beschleunigte meine Schritte. Ich musste nur mein Auto erreichen und einsteigen können, dann wäre ich in Sicherheit. Ich eilte zwischen den Frachtcontainern hindurch, allerdings war ich mir sicher, dass nichts mehr darin gelagert wurde, und hoffte, den Männern entkommen zu können.
»Nein!«, schrie ich, als ich einen Stoß in den Rücken bekam und der Länge nach hinfiel.
Jemand packte mich und zog mich hoch. »Wenn wir sagen, dass du stehenbleiben sollst, bleibst du besser stehen«, sagte er knurrend, als er mich zu sich umgedreht hatte.
»Warum verfolgt ihr mich?«, wollte ich wissen.
Hatte Er mich etwa gefunden?
Wie?
Ich war doch immer unter dem Radar geflogen!
Ich hatte unauffällig gelebt und immer versucht, nicht aufzufallen.
»Weil du gerade der Wetteinsatz von Kings Herausforderer geworden bist«, antwortete er. »Und du bleibst, bis der Kampf entschieden ist.«
»Was?«, stieß ich mit spitzer Stimme aus.
Noah hatte mich zum Wetteinsatz gemacht?
Wie konnte er mir das antun?
»Frag nicht so blöd, komm mit, ohne Aufsehen zu erregen. Kapiert?«
Ich kämpfte trotzdem gegen ihn an, doch tat ich das nur so lange, bis ich kaltes Metall an meiner Schläfe spürte. Mein Körper erstarrte, denn ich wusste genau, was sich so anfühlt.
Es war eine Pistole.
Mein Herzschlag beschleunigte sich. »Er kann mich doch nicht einfach für diesen Kampf in Zahlung geben«, protestierte ich mit dünner Stimme.
»King hat akzeptiert, also geht das in Ordnung«, erwiderte er und gab mir einen weiteren Stoß, der mich stolpern ließ. »Wenn du wegrennst, habe ich neun kleine Freunde, die schneller fliegen, als du rennen kannst, Kleine.«
Es kam mir vor, als läge ein Stein auf meiner Brust. Es fiel mir schwer zu atmen, vor meinen Augen tanzten schwarze Punkte und mir brach kalter Schweiß aus. Hoffentlich würde Noah die Revanche gewinnen, denn ich hatte keine Ahnung, was mir drohte, wenn er verlor.
Die beiden Männer brachten mich zurück in die Halle. Einer ging vor mir, der andere hinter mir und ich hatte höllische Angst.
Was erwartete mich, wenn Noah verlor?
Wir betraten die Halle, doch die beiden blieben bei mir. Sie brachten mich in den Ring vor dem Käfig, wo keine Besucher hinkamen, und drei weitere Männer kamen dazu.
»Dumm gelaufen, Kleine«, sagte einer von ihnen. Er war groß, hatte schwarze kurze Haare und blaugraue Augen, wenn ich mich nicht täuschte. Es war der mit dem Megafon.
Ich wandte den Blick ab.
»Lass sie«, verlangte ein anderer. Dieser sah anders aus. Er war größer, hatte braunes Haar, doch seine Augen sah ich nicht, weil er mich nicht ansah.
»Die Kleine muss sich wohl noch daran gewöhnen, dass sie in fünf Minuten King gehört.« Der Megafon-Typ.
»Was?«, fragte ich irritiert.
Ich sollte diesem King gehören?
Wie krank war das bitte?
»Sieh dir an, wie er deinen Begleiter zu Brei schlägt«, erklärte ein weiterer Mann lachend. Dieser war blond, muskulös und hatte ein ziemlich maskulines Gesicht.
Mein Blick fiel auf Noah. Er kassierte wieder heftig Prügel und mit einem weiteren Schwinger spritzte Blut, das mir ins Gesicht flog. Mit zittriger Hand wischte ich über meine Wange und schaute meine Fingerspitzen an. »Er schlägt ihn tot«, stieß ich aus. Und lief an den Käfig. »Hör auf!«, kreischte ich, da sich mein Bruder gar nicht mehr wehrte.
King schlug wieder zu.
»Du sollst aufhören!«, schrie ich, doch dann wurde ich wieder gepackt.
Sie zogen mich von den Gittern weg.
»Nehmt die Finger weg!«, verlangte ich aufgebracht, zappelte und entwand mich den Händen, um wieder an den Cage zu laufen. »Du sollst endlich aufhören!«, verlangte ich mit voller Intensität und legte meine Finger an die Gitter.
King schaute zu mir runter, seine linke Hand lag an Noahs Kehle, die rechte hatte er zur Faust geballt.
»Bitte hör auf!«, rief ich ihm zu.
Aber er hörte nicht auf mich, sondern versenkte einen weiteren Treffer, mit dem Knochen knackten. Ich war mir sicher, dass er Noahs Nase gebrochen hatte.
»Bitte!«, schrie ich verzweifelt.
Kopfschüttelnd verpasste er Noah noch einen Kinnhaken, dann ließ er ihn los. Mein Bruder ging zu Boden und ich lief an den Gittern entlang, um zu ihm zu gelangen.
»Du rennst ganz sicher nicht weg«, sagte einer der Männer und packte mich wieder.
»Lass mich los!«, herrschte ich ihn an.
»Sicher nicht.« Er hob mich hoch, ich strampelte, aber es kümmerte ihn überhaupt nicht, dass ich mich gegen ihn wehrte. Seine Arme, die mich umklammert hielten, drückten fester zu, sodass es mir schwerfiel, Luft zu kriegen.
»Ich muss zu meinem Bruder.«
»Der hat dich eingesetzt, um die Revanche zu bekommen, du musst nur noch zu King«, erwiderte er knurrend. Es wunderte mich, dass es ihn überhaupt nicht kümmerte, dass Zuschauer anwesend waren, andererseits wusste ich nicht, was hier sonst so vor sich ging.
»Er ist verletzt!«
»Er wird versorgt und jetzt hör endlich auf zu zappeln!«, schrie er mich an und stieß mich von sich.
Ich stolperte einige Schritte vor, doch als ich mich gefangen hatte, drehte ich mich zu ihm um. »Lass mich zu meinem Bruder.«
»Du gehst jetzt schnurstracks zu King, haben wir uns verstanden?«, herrschte er mich an.
»Fick dich!«, schrie ich ihn an.
Er kam auf mich zu, sah mich finster aus seinen eisblauen Augen an und baute sich schließlich vor mir auf. »Beweg dich!«
Ich wollte ihn umrunden, aber er streckte seinen Arm aus, mit dem er mich aufhielt.
»Gut, dann die harte Tour«, sagte er, dabei klang er allerdings ziemlich gelassen. Er umklammerte mich wieder und trug mich zu seinen Leuten. King stand ebenfalls bei ihnen und musterte mich aus verdammt dunklen Augen. »Da ist dein Gewinn.«
King neigte den Kopf, er betrachtete mich eingehend und kam mir bedrohlich langsam näher. Seine Finger griffen nach einer meiner Locken, dann beugte er sich vor und roch an meinem Haar. »Ich denke, wir beide werden Spaß haben«, sagte er mit rauer Stimme, die mir einen unangenehmen Schauer über den Rücken jagte.
Seine Lippen streiften mein Ohr. Es war zu viel für mich und ich stieß ihn von mir, wofür ich eine Menge Kraft aufbringen musste, dann ohrfeigte ich ihn. »Fass mich nicht an, du ekelhaftes Schwein!«
Er lachte, als er seine Wange rieb. Die Ohrfeige machte ihm überhaupt nichts aus, aber meine Handfläche brannte wie Feuer. »Ich denke, wir beide werden sogar eine Menge Spaß haben.«
Ich trat einen Schritt nach hinten, als er wieder näherkam, das Spiel ging so lange weiter, bis ich mit dem Rücken gegen ein Hindernis stieß. »Lass mich in Frieden.«
»Nein, du gehörst jetzt mir, also werde ich dich sicher nicht in Frieden lassen«, erwiderte er gelassen. »Du wirst jetzt mitkommen.«
»Werde ich nicht.«
»Ich kann dich auch zwingen, aber glaub mir, das willst du nicht!«, knurrte er, als er sich vor mir aufbaute.
»Geh weg von mir!«, herrschte ich ihn an.
Seine Hand schnellte hervor, umklammerte meinen Hals, jedoch festigte sie sich noch nicht. »Also, willst du die harte Tour?«
Ich legte meine Finger um sein Handgelenk, versuchte auf diese Weise, mich von ihm zu befreien, aber sein Griff war eisern – und dann drückte er mir auch noch die Luft ab. »Bitte«, krächzte ich.
»Doch lieber die sanfte Tour?«
Ich wollte nicken, brachte es wegen seiner Hand aber kaum zustande.
»Gut.« Er gab meine Kehle frei, dafür legte er seine Hand fest um meinen Oberarm.
Mein Blick fiel auf meinen Bruder, der immer noch im Cage lag. Er war bewusstlos. »Ich muss zu meinem Bruder.«
»Er wird versorgt.« King zog mich aus der Halle, brachte mich offensichtlich zu einer Umkleide und stieß mich hinein, danach betrat er sie ebenfalls und schloss die Tür hinter sich ab.
Ich schaute mich hektisch um, vielleicht gab es irgendeinen Ausweg, denn ich wollte weg von diesem Kerl. Er machte mir Angst, denn er erinnerte mich an jemanden, der mir das Leben zur Hölle gemacht hatte.
Und ich wollte nicht noch einmal in einen der Höllenkreise geraten, denn ich hatte zu hart für meine Freiheit gekämpft.
* * *
Ich betrachtete die Kleine, die sich unruhig in der Umkleide umsah. »Du wirst keinen Ausweg finden.« Ich ließ den Schlüssel für die Tür in die Tasche meiner Sporthose sinken, während ich sie eingehender musterte. »Ich werde jetzt duschen gehen. Mach keine Mätzchen, hast du verstanden?«
»Lass mich gehen«, erwiderte sie mit dünner Stimme.
Schnaubend schüttelte ich den Kopf, dann ging ich auf sie zu.
Die Kleine stolperte nach hinten.
»Sag mir deinen Namen«, verlangte ich.
»Nein.«
Meine Augenbraue glitt in die Höhe. »Es dauert nicht lange, bis ich deine Handtasche habe, also sag ihn mir selbst.«
Sie holte tief Luft. »Eliza.«
»Schön.«
»Und deiner, King?«, fragte sie, dabei würgte sie mehr, als meinen Nachnamen auszusprechen.
»Hab etwas mehr Respekt, verstanden?«
»Wie ist dein Name?«
»Alec«, sagte ich knapp. »Aber hier bin ich King, so wirst du mich auch ansprechen, bis ich dir erlaube, mich bei meinem Vornamen zu nennen.«
Nun war sie es, die schnaubte. »Lass mich endlich gehen.«
Ich stand vor ihr, baute mich zu meiner vollen Größe auf, die zweifellos beeindruckend war. »Nein.«
»Warum nicht?«
»Weil du jetzt mir gehörst«, erwiderte ich knurrend und hob meine Hand an ihre Wange.
Sie ließ es zu, sah mich aber nicht an und ich spürte, dass sie die Zähne fest zusammenbiss.
»Das solltest du in den Kopf bekommen.«
Eliza zog ihren Kopf zurück, wollte mir ausweichen, aber ich packte sie und drückte sie mit dem Rücken gegen die Spindreihe hinter ihr.
»Du wirst Respekt haben, deine Situation akzeptieren und mir niemals, hörst du, niemals ausweichen! Hast du das verstanden?«, schrie ich sie an.
Das Zucken ihres Körpers ließ sogar meinen kurz beben, doch das kümmerte mich nicht. Sie schaute trotzig zu mir hoch, in ihren grünen Augen brannte ein Feuer, allerdings fiel es mir schwer, es einer Emotion zuzuschreiben. »Habe ich.«
»Gut.« Ich ließ sie los. »Verhalt dich ruhig, während ich dusche.« Ich trat einen Schritt zurück, woraufhin sie auf die Bank vor der Spindreihe sank. Danach drehte ich mich von ihr weg, holte meine Sachen aus meinem Spind und verschwand in die große Dusche. Ich hatte einen Cut an der Augenbraue, etwas, das ich gern vermieden hätte, aber ich würde ihn morgen von meinem Arzt kleben lassen.
* * *
Ich verließ die Dusche in legerer Kleidung, die aus einer anderen Sporthose und einem Muskelshirt bestand, denn ich wollte nicht das Risiko eingehen, erkannt zu werden. Die Kleine saß noch auf der Bank. »Wir fahren.«
Sie schaute zu mir. »Ich werde nicht mitkommen.«
»Du wirst.«
»Nein.«
Meine Miene verfinsterte sich, als ich sie wütend ansah. »Entweder kommst du freiwillig mit oder ich sorge dafür, dass du verschnürt wie ein Paket im Kofferraum landest, nur dann werde ich dich sicher nicht so behandeln, wie du es dir wünschst.«
»Du machst mir keine Angst«, hielt sie trotzig dagegen.
»Na gut.« Ich ging an die Tür, öffnete sie und schaute auf den Flur. »Avery, holen Sie Kabelbinder und etwas, das sich als Knebel eignet, mein Gewinn stellt sich stur.«
»Ja, Sir.« Er nickte mir ergeben zu, dann verschwand er.
Ich schloss die Tür wieder, dann lehnte ich mich daneben gegen die Wand. »Wer ist der Kerl, der dich gesetzt hat?«
Sie schaute mich wütend an. »Mein Bruder.«
Das konnte doch nicht ihr Ernst sein! Ich lachte auf. »Scheint ganz so, als wärst du nicht der Traum von einer Schwester, wenn er dich einfach so setzt.«
Eliza schüttelte den Kopf. »Schön, Sie sind wohl auch kein Traummann, wenn Sie nur auf diese Weise an eine Frau kommen. Ist sogar ganz schön erbärmlich, wenn Sie mich fragen.«
Mein Lachen wurde bloß lauter. »Doch, an Frauen komme ich leicht, aber du wirst mein Spielzeug.«
Ihre Miene gefror. »Dreckschwein.«
»Ja, so hat man mich schon mehrmals genannt, kümmert mich aber nicht«, sagte ich gelassen, nachdem ich mich beruhigt hatte. Ich verschränkte die Arme vor der Brust. »Wenn du dich fügst, wirst du es nicht allzu schlecht haben.«
»Wenn Sie mich gehen lassen, werde ich Sie nicht anzeigen«, hielt sie dagegen.
»Du musst es erst mal zu den Cops oder einem Telefon schaffen.«
Daraufhin hob sie ihr Handy und ich sah bis zu mir, dass es die Nummer der Cops wählte. Sie nahm es an ihr Ohr.
Mit wenigen Schritten war ich bei ihr, entriss ihr das Smartphone und schmetterte es gegen die Wand. »Das war dein erster Fehltritt!« Meine Hand kribbelte und ich war kurz davor, sie zu ohrfeigen, aber ich riss mich zusammen.
Ich schlug keine Frauen, wenn ich wütend war. Na ja, nicht einfach so, aber sie würde noch merken, wie ich wirklich tickte.
Sie erhob sich, doch ich stieß sie zurück auf die Bank. »Lass mich endlich gehen!«
»Einen Scheiß werde ich!«, schrie ich sie an. »Du bleibst bei mir, ich habe dich gewonnen. Finde dich damit ab, dass du jetzt mir gehörst, Eliza!« Ich rammte meine Faust neben ihrem Kopf in die Spindtür, was sie heftig zusammenzucken ließ.
»Sir?«
Ich drehte mich zur Tür. »Was gibt’s?«
»Ich habe hier die Kabelbinder für Sie, allerdings fand ich nichts, was sich als Knebel eignet. Ich kann Ihnen nur meine Krawatte anbieten«, sagte Avery.
Ich nickte ihm zu. »Fesseln und knebeln Sie die Dame, da sie sich weigert, mich ohne Aufsehen zu begleiten.«
»Ja, Sir.«
»Sie ticken doch nicht ganz sauber«, stieß Eliza hinter mir aus.
»Und bringen Sie sie in den Wagen. Ich werde gleich dazukommen.« Mit diesen Worten verließ ich die Umkleide. Ich machte mich auf den Weg zu meinen Freunden, um meinen Anteil des Geldes zu holen. Heute wurde so krass viel gesetzt, dass bestimmt auch etwas für uns dabei heraussprang, dessen war ich mir sicher.
»Da ist ja der Sieger des Abends«, sagte Evan gut gelaunt, die Halle war inzwischen leer. »Wo ist die Braut?«
»Avery fesselt und knebelt sie gerade, weil sie bockig spielt«, antwortete ich.
Nolan hob eine Augenbraue, dann schüttelte er den Kopf.
»Sprich dich aus«, verlangte ich mit dunkler Stimme, als ich ihn ansah.
»Das ist falsch«, sagte er.
»Der Kerl hat sie gesetzt – ich habe gewonnen. Ganz klare Sache«, erwiderte ich gelassen.
»Aber fesseln und knebeln ist ziemlich hart«, stellte Ace fest. »Warum ist sie bockig?«
»Sie will gehen, wollte sogar die Cops rufen, aber ich habe ihr Handy an der Wand zerschmettert«, entgegnete ich. »Wenn das so weitergeht, wird es ziemlich lange dauern, bis sie mich an sich heranlässt.«
»Sofern sie es überhaupt tun wird«, hielt Evan dagegen. »Ich frage mich wirklich, was du mit so einem Mauerblümchen willst.«
»Versauen«, erwiderte ich grinsend. »Sie ist nur was zum Ficken, was ich im Moment echt gut brauchen kann.«
Nolan sah mich skeptisch an. »Ruf eine an.«
»Eine Professionelle, oder was?«, hakte ich nach.
»Zum Beispiel.«
Daraufhin schnaubte ich. »Nein, die Profis spielen einem ständig was vor und haben ihre Tabus, aber diese Kleine hat sicher nicht so viel Erfahrung, dass sie irgendetwas ablehnen wird, und wenn doch, kann ich sie sicher überreden.«
»Oder zwingen«, meinte Nolan, dem die ganze Sache überhaupt nicht in den Kram zu passen schien.
»Vielleicht auch das«, sagte ich nickend und schnaubte amüsiert. »Früher oder später wird sie die Beine breitmachen, glaubt mir.«
»Und was hast du jetzt vor?«, wollte Evan wissen.
»Wie viel haben wir heute eingenommen?«, fragte ich hingegen.
»200.000, die haben heute ordentlich gegen dich gewettet, weil sie der Meinung waren, dass dich dieser Zac fertigmachen würde«, antwortete Evan gut gelaunt. »Hundert Riesen gehen an die Cops, den Rest teilen wir gerecht auf.«
Ich nickte und ließ mir das Geld von ihm geben, er hatte es gerollt und mit Gummibändern zusammengebunden. »Danke.«
»Gut, dass wir das Geld nicht auf die Konten einzahlen«, stellte Ace fest.
»Richtig«, stimmte ich ihm zu und steckte die Geldrolle in meine Hosentasche. »Wollt ihr noch ausgehen?«
»Nein, ist zu spät und ich für meinen Teil bin müde«, sagte Evan.
»Ich geh auch«, meinte Nolan. Es war ein Wunder, dass er heute schon ein paar Sätze mit uns gewechselt hatte. Er war noch nie ein großer Redner, aber früher hat er mehr gesprochen.
»Dann bleiben noch wir zwei.« Ace sah mich fragend an. »Willst du wirklich noch Party machen?«
»Ich müsste mich erst mal umziehen, aber ich glaube, ich lerne lieber die Kleine ein wenig kennen«, erwiderte ich nachdenklich.
Evan lachte auf. »Na hoffentlich geht sie nicht mit einer Nagelfeile oder so auf dich los.«
»Ich werde ihre Handtasche wegschließen, damit sie nicht auf dumme Ideen kommt«, entgegnete ich schulterzuckend.
»Wie willst du die Anwesenheit der Braut mit der Arbeit vereinbaren?«, fragte Ace interessiert.
»Ich werde sie im Gästezimmer einsperren, aus dem Fenster kann sie nicht, weil man dafür einen Schlüssel braucht, einschlagen kann sie die Scheiben auch nicht, da es Panzerglas ist, und springen würde sie nicht, weil sie es definitiv nicht überleben würde.« Ich räusperte mich. »Und ich denke nicht, dass sie versucht, mich zu überwältigen und abzuhauen.«
»Sei dir da nicht so sicher«, meinte Nolan.
»Hast du sie dir nicht angesehen? Sie ist mehr als einen Kopf kleiner als ich, schlank und sicher nicht besonders muskulös«, hielt ich dagegen.
Er nickte. »Habe ich.«
»Na dann wirst du ja wissen, dass sie keine Chance gegen mich hat«, sagte ich schließlich. Eliza hätte mich beinahe dazu gebracht, sie zu ohrfeigen, aber noch einmal würde sie mich nicht so weit bringen.
»Mhm«, brummte Nolan.
»Lasst uns abhauen«, meinte Evan und deutete in Richtung Ausgang. »Ich bin neugierig, ob die Kleine zappelt, wenn Avery sie zum Wagen bringt.«
»Na gut«, erwiderte ich.
Wir wandten uns dem Ausgang zu und machten uns auf den Weg zur Umkleidekabine, aus der Avery gerade mit Eliza herauskam. Er hatte sie über seine Schulter geworfen und als ich ihn näher betrachtete, sah ich, dass sie ihn gekratzt hatte. Mein Leibwächter hatte mehrere Kratzer auf der Wange und sein Auge verfärbte sich blau.
»Wow«, stieß Nolan aus.
»Die Braut hat wohl ‘nen ordentlichen rechten Haken«, sagte Ace amüsiert.
»Es ist nicht lustig, dass sie meinen Leibwächter angegriffen hat«, erwiderte ich entschieden und ging auf Avery zu. »Was ist passiert?«
Er schaute mich an. »Sie hat mich gekratzt und mit ihrer Handtasche geschlagen, Sir.«
Ich nickte knapp. »Passen Sie das nächste Mal besser auf.«
»Ja, Sir, tut mir leid.« Er überließ mir Elizas Handtasche und wandte sich dem Ausgang zu, doch wir gingen an ihm vorbei.
Vor der Tür verabschiedeten wir uns voneinander. Nolan mit einem knappen Nicken, die anderen mit einem »Bis dann«, danach begab ich mich zum SUV, in dem mich Avery freitags immer hierher brachte.
»Soll ich die Dame in den Kofferraum legen?«
»Ja«, entgegnete ich knapp, öffnete die hintere Beifahrertür und stieg ein. Ich lehnte mich zurück, holte mein Handy heraus und schaltete es wieder ein. Es kamen einige Nachrichten herein, doch darum würde ich mich morgen kümmern. Ich hatte keine Lust, jetzt mit irgendeiner Eroberung rumzumachen, viel mehr interessierte ich mich für Eliza. In meinen Augen war sie bloß etwas zu ficken, das ich vielleicht sogar formen konnte – zumindest machte sie diesen Eindruck auf mich. Allem Anschein nach war sie kratzbürstig, aber das würde ich ihr noch austreiben.
* * *
Ich betrat das Penthouse vor Avery.
»Wohin soll ich die Dame bringen?«, fragte mein Leibwächter.
»Bringen Sie sie ins Gästezimmer.« Ich steuerte die Minibar an und holte eine Flasche Whiskey heraus, von dem ich etwas in ein Glas einschenkte.
»Ja, Sir.« Seine Schritte entfernten sich, ich nahm im Sessel Platz und genehmigte mir einen Schluck, dann streifte ich meine Sneaker ab. Mein Blick schweifte durch das Penthouse. Die Möbel waren schwarz, die Vorhänge und der Boden weiß, ich mochte diesen akkuraten Stil. An den dunkelroten Wänden hingen Schwarzweißfotografien von Frauen, es waren sehr geschmackvolle Aktfotos. Das hier war eine Junggesellenbude und das zeigte ich. Ich mochte solche Fotos, doch die verruchteren hingen in den Schlafzimmern. Ich hatte vier, in einem davon hatte ich Avery untergebracht, in einem weiteren standen meine Spielzeuge, eines nutzte ich als Gästezimmer und das andere war mein Reich, das niemand betrat.
Nachdem ich das Glas geleert hatte, stellte ich es auf den Beistelltisch neben dem schwarzen Ledersessel und erhob mich. Ich befreite mich von meinem Shirt, dann begab ich mich zum Gästezimmer.
Avery kam gerade heraus und reichte mir den Schlüssel. »Ich wusste nicht, ob ich sie einsperren soll oder nicht.«
»Ist sie noch gefesselt?«
»Ja, Sir.«
»Dann bringen Sie mir bitte meinen Brieföffner«, wies ich ihn an, ging an ihm vorbei und betrat den Raum.
Eliza saß auf dem Bett, die Krawatte hatte Avery so fest um ihren Mund gebunden, dass sie darauf biss. Ich würde ihm das Ding ersetzen müssen. »Alles in Ordnung?«
Sie schnaubte, zu mehr war sie ohnehin nicht in der Lage.
»Sir?«
Ich drehte mich zur Tür und nahm den Brieföffner entgegen. »Machen Sie Feierabend, Avery.«
»Danke, Sir.« Er ließ uns allein.
Danach wandte ich mich wieder Eliza zu. »Wenn ich die Kabelbinder aufschneide und du auf mich losgehst, kann ich dir jetzt schon garantieren, dass du hier nicht rauskommst.« Ich neigte den Kopf. »Hast du das verstanden?«
Sie nickte knapp.
»Gut.« Ich näherte mich dem Bett und setzte mich auf die Kante. »Lass die Hände locker.«
»Mhm.« Sie erschlafften.
Ich schob den Brieföffner zwischen ihre Handgelenke und schnitt den Kabelbinder auf, dabei sah ich in ihr Gesicht. Sie war hübsch und obwohl ich dachte, dass Rothaarige Sommersprossen haben, konnte ich keine auf ihren Wangen oder ihrer Nase entdecken.
Sie trug kein Make-up, was mir sofort auffiel, und ich hatte noch nie so makellose Haut gesehen.
* * *
Ich spürte Alecs Blick auf mir, weshalb ich meinen gesenkt hielt.
»Jetzt die Knöchel. Wenn du mich trittst, wirst du es bereuen«, sagte er drohend.
Ich nickte abermals, griff an meinen Hinterkopf und versuchte, den Knoten an der Krawatte zu lösen, mit der man mich geknebelt hatte, doch konnte ich ihn nicht öffnen.
Alec schnitt den Kabelbinder an meinen Knöcheln durch, dann erhob er sich. Er schob meine Finger zur Seite, versuchte sich selbst an dem Knoten, dann schnaubte er. »Ich muss die Krawatte aufschneiden.
Ich schüttelte hektisch den Kopf.
»Wenn du stillhältst, kriege ich es hin, ohne dich zu verletzen, und was Verletzungen betrifft, für jeden Kratzer, Schnitt oder andere Blessuren wirst du bestraft«, sagte er ernst. »Hast du das verstanden?«
»Mhm.« Ich nickte.
»Gut.« Er räusperte sich. »Jetzt solltest du stillhalten.«
»Mhm.« Ein weiteres Nicken.
Vorsichtig schob er das Messer – oder was auch immer er in der Hand hatte – unter die Krawatte und drehte es, dann fing er an, die Krawatte zu zerschneiden.
Ich schloss die Augen, dabei hoffte ich, dass ich das Zittern meiner Unterlippe in den Griff bekam, aber so war es nicht. Aus Angst, dass er mich schneiden könnte, kniff ich die Augen zu.
Plötzlich ließ der Druck nach. »Geschafft«, stellte er zufrieden fest. Er umfasste mein Kinn und drehte meinen Kopf, doch ich vermied es, ihn anzusehen. »Sieh mich an.«
»Nein«, sagte ich leise.
»Mach schon«, knurrte er.
Widerwillig schlug ich die Augen auf und sah geradewegs in seine dunkelbraunen Iriden. Ich schluckte wegen der Unruhe, die er in mir heraufbeschwor.
»Wenn du tust, was ich dir sage, wird’s dir gar nicht so schlecht gehen, wie du vielleicht glaubst«, raunte er mir zu.
Mein Brustkorb hob und senkte sich schwer, mein Herz raste und ich fühlte mich erbärmlich. Alec hatte gesagt, dass ich nicht von hier abhauen könnte, aber ich würde es trotzdem versuchen. Er war sicher nicht den ganzen Tag zu Hause, sofern er hier wohnte. Ich hatte ja keine Ahnung, ob er berufstätig oder arbeitslos war.
»Und es ist gut, dass du Angst hast, dann baust du keine Scheiße«, fuhr er fort.
»Mhm.«
»Hast du deine Zunge verschluckt?«, wollte er wissen und gab mein Gesicht frei.
Ich schüttelte den Kopf.
»Sprich, Eliza.«
»Ich habe meine Zunge nicht verschluckt«, entgegnete ich schließlich.
»Gut.« Alec neigte den Kopf, verengte seine dämonischen Augen. »Bist du hungrig?«
»Ein wenig«, erwiderte ich aufrichtig.
Er hob eine Augenbraue. »Bist du mit einem Sandwich zufrieden oder soll ich etwas bestellen?«
»Ich weiß nicht, wie spät es ist«, sagte ich.
»Es ist früh genug, um noch eine Pizza oder so bestellen zu können, außerdem schläft diese Stadt nie«, hielt er dagegen. »Also?«
»Pizza klingt gut«, antwortete ich und rückte von ihm weg.
»Welche?«
»Schinken oder Salami.«
Er nickte knapp. »Morgen werde ich Kleidung für dich besorgen lassen, das heißt, du schreibst mir gleich deine Größe auf. Für die Nacht gebe ich dir ein Shirt.«
»Danke.«
Warum bedankte ich mich?
Ich wollte hier weg und hoffte, morgen von hier abhauen zu können. Vielleicht war er ja dann mit diesem anderen Kerl unterwegs, sodass ich freie Bahn hatte, um mich aus dem Staub machen zu können.
»Wie alt bist du?«
Ich sah ihn unruhig an. »27.«
Seine Augenbrauen zuckten kurz. »Wenigstens mache ich mich nicht strafbar, sollten wir uns näherkommen.«
Meine Gesichtszüge entgleisten. »Wie bitte?«
»Du hast mich sicher gut verstanden«, entgegnete er grinsend.
Mein Mund klappte auf und zu. »Wo … wo ist meine Handtasche?«
»Sicher verwahrt. Warum?«
»Meine Tabletten«, erwiderte ich.
Alec zog seine Augenbrauen zusammen. »Wofür brauchst du die?«
»Für …«, begann ich. »Ich …« Ich schloss den Mund wieder.
»Was hast du?«, hakte er geduldig nach.
»Ich … muss Antidepressiva nehmen.«
Er sah mich skeptisch an. »Du wirkst nicht depressiv.«
»Das kann man niemandem ansehen«, antwortete ich eingeschnappt.
Alec grinste überheblich. »Brauchst du die Tabletten jetzt?«
»Nein, aber morgen früh«, ließ ich ihn wissen.
»Gut, wie viele?«
»Eine aus jedem Röhrchen.«
»Geht klar, du bekommst sie morgen mit dem Frühstück.«
Ich nickte ihm zu und ließ meinen Blick schweifen. An den Wänden hingen geschmackvolle Aktfotografien von Frauen. »Haben Sie die Fotos gemacht?«
»Nein, ein Fotograf, mit dem ich befreundet bin«, antwortete er.
»Darf ich ins Bad?«, fragte ich weiter, da ich echt dringend wo hinmusste.
Er zeigte zur Seite, mein Blick folgte seiner Geste.
»Danke.« Ich rutschte zur anderen Seite des Betts, weil ich ihm nicht zu nah kommen wollte, stieg hinaus und begab mich ins Bad. Nachdem ich die Tür hinter mir zu geschubst hatte, schaute ich auf das Schloss – kein Schlüssel. »Fuck«, stieß ich leise aus. Ich ging ans Waschbecken, schaute in den Spiegel und erkannte immer noch Noahs Blut, das mir ins Gesicht gespritzt war. Es war getrocknet.
Seufzend brachte ich hinter mich, was ich hinter mich bringen musste, dann wusch ich mir das Gesicht.
»Was dauert denn da so lange?«, rief Alec.
»Ich wasche mir nur das Gesicht!«, antwortete ich.
Einen Moment später öffnete er die Tür. Er verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich mit der Schulter gegen den Türrahmen. »Ich habe die Pizza bestellt.«
»Danke«, erwiderte ich und wusch noch einmal mein Gesicht, weil das Blut so hartnäckig war.
Im Augenwinkel sah ich, dass Alec näherkam. Er griff zur Seite, holte ein Handtuch aus einem Regal und reichte es mir. Es war schwarz.
Ich bedankte mich noch einmal, nahm das Frotteetuch an und trocknete mein Gesicht ab.
»Schminkst du dich nie?«
»Für die Arbeit trage ich immer ein wenig Wimperntusche, Kajal und Eyeliner auf, aber ich benutze sonst kein Make-up«, antwortete ich.
»Alles klar.« Er deutete hinter sich. »Ich hole dir ein Shirt. Kleiner Reminder: Die Tür zum Treppenhaus ist abgeschlossen, den Schlüssel zu deinem Zimmer habe ich und ich bezweifle, dass du von der Dachterrasse springen willst, weil du diesen Sprung nicht überleben würdest.«
Ich zog die Augenbrauen zusammen. »In welcher Etage sind wir?«
»In der 85. Etage.«
Meine Gesichtszüge entgleisten. Ich hatte furchtbare Höhenangst und mir schnürte sich die Brust zu. »O Gott!« Meine Beine wurden weich und ich plumpste auf den Boden.
»Was ist los?«
Ich schüttelte hektisch den Kopf. »Ich habe Höhenangst und das Wissen, wie weit oben wir sind, macht mich gerade fertig.«
»Gut, es sind nur etwa 426 Meter, na ja, etwas weniger, da ich die Antenne auf dem Dach mitgerechnet habe«, sagte er und grinste mich fast schon diabolisch an.
Was für ein widerwärtiger Mistkerl!
Ich wippte mit dem Oberkörper vor und zurück.
»Da du dich gerade nicht bewegst, hole ich dir das Shirt. Willst du auch Shorts?«
Ich nickte hektisch, obwohl ich ihm gar nicht zugehört hatte.
Warum hatte er denn erwähnt, wie weit wir uns über dem Boden befanden?
Mir wurde übel und ich spürte die Galle aufsteigen, weshalb ich zur Toilette kroch. Schnell öffnete ich sie und übergab mich wegen meiner Aufregung.
»Sehr appetitlich, aber so schaffst du Platz für die Pizza«, stellte er sarkastisch fest, dann entfernten sich seine Schritte.
Als ich das Gefühl hatte, keinen weiteren Mageninhalt mehr loswerden zu können, betätigte ich die Spülung und rappelte mich auf. Meine Beine fühlten sich immer noch wie Pudding an, aber ich hielt mich mühsam auf ihnen. Ich beugte mich über das Waschbecken, spülte meinen Mund aus, danach wusch ich mir noch einmal das Gesicht. Als ich mich aufrichtete und in den Spiegel sah, war ich kreidebleich.
Mir ging es beschissen und ich sollte gleich noch eine Pizza essen?
Wie sollte ich das hinkriegen?
»Ich habe dir ein Shirt und Boxershorts auf das Bett gelegt. Zieh dich um«, sagte Alec laut.
Ich kämpfte mich zur Tür, schaute zu ihm. »Bleiben Sie dabei?«
»Hatte ich nicht vor, aber mir gefällt dein Vorschlag«, entgegnete er und verzog seine Lippen zu einem Lächeln. Seine Unterlippe war etwas voller als seine Oberlippe, aber das tat seiner Attraktivität keinen Abbruch. Dieser Mann war zwar unglaublich gutaussehend, aber im Inneren war er wahnsinnig hässlich.
Seufzend ging ich ans Bett, nahm Shirt sowie Shorts an mich und wandte mich von ihm ab.
»Du wirst dich hier umziehen.«
»Ich möchte mich nicht vor Ihnen umziehen«, erwiderte ich mit dem Rücken zu ihm stehend.
Seine Schritte kamen schnell näher, dann drückte er mich mit dem Bauch gegen die Wand, seine Hand umschloss meinen Nacken. »Du sollst tun, was ich dir sage.« Er knurrte, womit er abermals dafür sorgte, dass mir ein eiskalter Schauer über den Rücken lief.
Ich verzog das Gesicht. »Sie tun mir weh.«
»Genau das ist der Sinn der Sache«, raunte er. »Also zieh dich hier um, ansonsten läufst du nackt herum. Verstanden?«
»Ja«, wimmerte ich.
»Gut.« Alec gab meinen Nacken frei und ich atmete auf, als er sich von mir zurückgezogen hatte. »Dreh dich um und zieh dich bis auf die Unterwäsche aus.«
Ich holte tief Luft, anschließend drehte ich mich zu ihm um.
Alec kam näher, nahm mir seine Sachen ab und musterte mich mit einer gehobenen Augenbraue. »Ich warte.« Er machte einen Schritt nach hinten.
Ich zog meine Jeansjacke aus, danach befreite ich mich von meinen Schuhen und meinen Socken. Als ich mich wieder aufgerichtet hatte, griff ich an den Saum meines Shirts und befreite mich davon.
»O Mann«, stieß er aus. »Also an deiner Unterwäsche werden wir einige Veränderungen vornehmen.«
Ich sah an mir hinunter. »Was stimmt damit nicht?«
»Sie ist prüde«, erwiderte er, ging zum Bett und setzte sich. »Weiter.«
»Vielleicht hat es ja Gründe, dass ich keine aufreizende Wäsche trage«, sagte ich leise, öffnete meinen Gürtel, danach meine Jeans und schob sie herunter.
»Das wird ja immer schlimmer«, stieß er nahezu erschrocken aus. »Was ist das für ein Omaschlüpfer?«
Ich holte tief Luft. »Ich habe nicht darum gebeten, hier zu sein. Ich werde von Ihnen festgehalten und bestimmt nicht an mir herumnörgeln lassen, nur weil Sie der Meinung sind, dass meine Unterwäsche prüde, klassisch oder altmodisch ist.«
Seine Mundwinkel zuckten. »Doch, wirst du.« Er winkte mich zu sich. »Komm her und hol dir die Sachen.«
Ich biss die Zähne fest zusammen, näherte mich ihm und wollte nach den Kleidungsstücken greifen, doch er zog sie aus meiner Reichweite.
Sein linker Arm legte sich um mich und zog mich näher zu sich. Alec roch an meiner Haut. »Pfirsich«, stellte er mit rauer Stimme fest. Seine Fingerspitzen glitten meine Wirbelsäule hinauf, was dafür sorgte, dass sich Gänsehaut auf meinen Armen bildete. »Zieh dir etwas an, sonst falle ich gleich über dich her, auch wenn du mich gerade mehr an eine junge Estelle Getty als an etwas Fickbares erinnerst.«
Ich schluckte und ließ mir das T-Shirt sowie die Boxershorts von ihm geben. Als ich beides hatte, zog ich zuerst das Shirt, dann die Shorts an.
»Und jetzt komm mit.« Er erhob sich, legte seine Hand um meinen Oberarm und dirigierte mich aus dem Zimmer, nur diesmal tat er mir glücklicherweise nicht weh.
»Wie geht’s meinem Bruder?«, fragte ich vorsichtig.
»Keine Ahnung, interessiert mich aber auch nicht.« Er schnaubte. »Der Kerl war dumm genug, ein zweites Mal anzutreten, obwohl er hätte wissen müssen, dass er den Kürzeren zieht.«
Ich wollte mich ihm am liebsten entziehen, jedoch vermied ich es, eine Regung zu zeigen.
Alec brachte mich augenscheinlich ins Wohnzimmer und führte mich zu einer großen Couch. »Setz dich.« Er gab meinen Oberarm frei.
Ich setzte mich und schaute zu ihm hoch.
»Durstig?«
Daraufhin nickte ich.
»Was möchtest du? Wasser, Cola, Bier, Whiskey?«
»Ich hätte gern ein Glas Wasser«, erwiderte ich.
»In Ordnung.« Er drehte sich weg und verließ den Raum. »Mit oder ohne Kohlensäure?«
»Mit bitte!«, antwortete ich laut und schaute mich um. Dann sah ich die Terrassentür. Langsam erhob ich mich und ging an die Fensterfront. Ich schnappte nach Luft, als ich die ganze Stadt überblicken konnte. Ich glaube, höher war nur das One World Trade Center.
»Ich dachte, du hättest Höhenangst.«
Ich zuckte zusammen, danach drehte ich mich zu ihm um. »Ich wollte trotzdem einmal über die Stadt schauen, das … ist aus der dritten Etage nicht so leicht möglich.«
»Stimmt.« Alec stellte das Glas auf den Tisch, danach kam er zu mir, neben mir blieb er stehen. »Willst du auf die Terrasse?«
»Lieber nicht. Hier oben ist es sicher windig.«
»Stimmt wohl«, sagte er und überblickte die Stadt. Er wirkte so erhaben dabei.
Ich drehte leicht den Kopf und musterte ihn. Alec war wirklich gutaussehend, aber er war genauso skrupellos, wie er attraktiv war. Das hatte ich in der kurzen Zeit schon festgestellt, in der ich ihn kannte. »Diese Kämpfe …«
»Was ist damit?«, unterbrach er mich.
Ich holte tief Luft. »Ist das Ihr Job?«
Er lachte auf. Der Laut war so rau, dass mir ein weiterer Schauer über den Rücken lief, aber diesmal war er nicht eiskalt, sondern eher wohlig warm. »Nein, das ist sicher nicht mein Job.« Er beruhigte sich. »Und du kannst mich duzen.«
»Ich kenne Sie nicht.«
Er drehte den Kopf, unsere Blicke trafen sich, verhakten sich miteinander. »Du wirst mich duzen.«
Widerwillig nickte ich, da ich ahnte, dass er mich sonst wieder zu hart anfassen würde – und das wollte ich nie wieder. »Und was ist dein Job?«
Alecs Blick nahm skeptische Züge an. »Das geht dich nichts an.«
»Okay.« Ich schaute wieder aus dem Fenster. Wenn ich in die Ferne sah, traf mich meine Höhenangst nicht so sehr, als würde ich nach unten schauen, dennoch ließ der Anblick mein Herz flattern.
Es klingelte, weshalb ich über meine Schulter schaute.
»Ist das die Pizza?«
»Davon gehe ich aus.« Er sah mich finster an. »Du wirst hierbleiben und keinen Mucks von dir geben …«
»Verstanden«, unterbrach ich ihn und presste meine Lippen zu einer schmalen Linie zusammen.
»Gut.« Er zwinkerte mir zu, dann ließ er mich allein.
* * *
Sie hatte die Hälfte der Pizza geschafft, seither saß sie schweigsam auf der Couch.
»Bist du satt?«
Eliza nickte.
»Gut, dann hast du ja nichts dagegen.« Ich hatte meine Pizza Margherita bereits gegessen und bediente mich nun an ihrer Salamipizza.
»Wie kann man nur so viel essen?«, fragte sie verwundert.
»Indem man viel Sport macht und selten zum Essen kommt«, antwortete ich, dann biss ich in das Pizzastück.
»Beeindruckend.«
Ich betrachtete sie. Verdammt, selbst in meinem Shirt und meinen Boxershorts sah sie irgendwie süß aus. Aber ihre Unterwäsche war eine absolute Katastrophe. Wie konnte eine 27-jährige Frau nur Baumwollunterwäsche tragen? Ja, womöglich war sie bequem, aber es waren Liebestöter, die nicht unbedingt dafür sorgten, mich zu erregen.
Eliza wich meinem Blick aus.
»Warum bist du so schüchtern?«
»Ich bin nicht schüchtern, ich will Ihnen … dir nur nicht beim Essen zusehen«, antwortete sie, griff nach ihrem Wasserglas und trank einen Schluck daraus. Ihre Hand zitterte ein wenig, allerdings verschüttete sie nichts.
»Na dann.« Ich aß weiter, denn gerade war mein Hunger größer als das Interesse an ihrem Wohlergehen.
»Wie lange muss ich hierbleiben?«
»Bis ich dich satthabe«, antwortete ich ungerührt.
Sie gab einen entsetzten Laut von sich, jedoch sagte sie nichts weiter.
Es war offensichtlich, dass ihr meine Antwort nicht gefiel, aber was kümmerte es mich?
Ich hatte sie gewonnen, nun gehörte sie mir, weil ihr Bruder den Hals nicht vollbekommen hatte. Der Kerl hatte die zweite Tracht Prügel gewollt, bekommen und ich ein Spielzeug erhalten.
Was wollte ich denn mehr?
Ich würde sie formen, bis sie mein perfektes kleines Haustier war. »Ich weiß, dass es dir nicht passt.«
»Ich habe einen Job.«
»Ist nicht mein Problem«, erwiderte ich ungerührt.
»Aber … ich muss meine Miete bezahlen.«
»Wie hoch ist die Miete?«
»900 Dollar im Monat«, entgegnete sie.
»Gut, du wirst mir die Bankverbindung geben, ich kümmere mich darum.«
»Aber …«
Ich sah sie genervt an.
Sie presste ihre Lippen zusammen.
Ich nickte zufrieden, da sie verstanden hatte, dass ich mich nicht länger unterhalten wollte. Ich wollte essen, danach würde ich ins Bett gehen. Was sie machte, kümmerte mich nicht, denn ich würde sie im Gästezimmer einschließen. Da sie Depressionen hatte, würde ich allerdings alle scharfen oder potenziell gefährlichen Gegenstände aus dem dortigen Bad entfernen, denn ich wusste nicht, wie stark die psychische Erkrankung bei ihr ausgeprägt war.
Ich wollte kein Risiko eingehen, auch wenn sie keinen labilen Eindruck auf mich machte, aber ich ging trotzdem lieber auf Nummer sicher. Wie sie selbst gesagt hatte, man sah einem diese Erkrankung nicht an, auch nicht, wie weit sie ausgeprägt war. Ich dachte, es war angebracht, denn sie befand sich in einer Lage, die sie garantiert aus der Bahn warf.
Eliza holte tief Luft, weshalb ich wieder zu ihr schaute. Sie ließ ihren Blick schweifen.
»Du wirst keinen Ausweg finden«, sagte ich nachdenklich.
Sie schaute zu mir. »Ich sehe mir nur an, wie du wohnst.« Eliza schluckte und ich sah, dass sich ihre Augen mit Tränen füllten.
»Was ist los?«
»Mhm?«
»Warum hast du Tränen in den Augen?«, bohrte ich genervt nach.
»Ich bin müde«, erwiderte sie und rieb ihren Nacken. Es sah mehr danach aus, als würde sie sich kratzen, doch wenn meine Warnung noch in ihrem Kopf nachhallte, würde sie es nicht wagen, ihre Haut aufzureißen.
»Dann geh ins Bett.«
»In diesem Zimmer von vorhin?«
Daraufhin nickte ich. »Ich bringe dir gleich noch eine Zahnbürste. Duschgel, Shampoo und Kleidung werden morgen für dich besorgt. Du musst mir noch deine Größe verraten.«
»Ich trage Größe S in allem.«
»Und in BHs?«
»Auch und C-Körbchen.«
Ich staunte nicht schlecht, aber sie hatte wirklich eine üppige Oberweite, was mir gut gefiel.
Fuck, mein Schwanz zog, seit ich sie vorhin in ihrer Unterwäsche gesehen hatte, auch wenn sie alles andere als sexy war. »In Ordnung.« Ich griff nach meinem Handy, speicherte mir ihre Größe in den Notizen, damit ich Avery morgen losschicken konnte. Außerdem musste ich mich noch um einen oder zwei Security kümmern, die dafür sorgten, dass sich Eliza still verhielt. Schließlich wischte ich mir die Hände an einer Serviette ab, ebenso meine Lippen. »Ich hole dir eine Zahnbürste.«
»Soll ich hier warten?«
»Du kannst auch schon in dein Zimmer gehen«, entgegnete ich, erhob mich und lief in mein Badezimmer, das auf der anderen Seite des Penthouse lag. Ich ging durch den langen Flur, dessen Wände mit weiteren Fotografien gesäumt waren.
Ich betrat mein Bad, es war verdammt groß, verfügte über eine freistehende Badewanne mit Whirlpoolfunktion und eine große Duschkabine. Aus dem Schrank holte ich eine verpackte Zahnbürste, ebenso eine Tube Zahncreme, dann machte ich mich auf Weg zu Eliza.
Als ich das Wohnzimmer betrat, stand sie schon wieder an der Fensterfront. Ich verhielt mich ruhig, musterte sie, dabei biss ich die Zähne zusammen. Diese Frau wirkte noch unschuldiger als ein Engel und ich fragte mich, warum sie Depressionen hatte.
Ja, man konnte es den Menschen nicht ansehen, aber was hatte sie krank gemacht?
»Hier ist die Zahnbürste.«