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Jack of Hearts: Schweigen bestimmt Nolans Leben seit mehr als zwanzig Jahren. Nach einem traumatischen Erlebnis hat er dem Sprechen abgeschworen und kommuniziert seither mit Blicken und Gesten. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Victoria in sein Leben tritt und es ordentlich durcheinanderwirbelt. Die junge Frau, die vor ihrer Vergangenheit flieht, hat Probleme, die Nolan tagtäglich alles abverlangen. Dennoch stellt er sich seinen eigenen Dämonen, um ihr helfen zu können. Zunächst scheint sich alles zum Guten zu wenden und Nolan empfindet endlich etwas Glück. Doch dann setzt Viktoria alles aufs Spiel, und die Dinge, die sie getan hat, drohen, alles zu zerstören. Wird Nolan noch einmal sein Herz für sie öffnen? *** Ace of Clubs: Unter seinen Freunden als Spaßvogel bekannt, tut Ace alles dafür, seine Vergangenheit zu verbergen. Doch als die junge Journalistin Olivia auftaucht und die Wahrheit über die vier Freunde enthüllen will, ist es nicht nur Ace’ Leben, das plötzlich auf dem Kopf steht. Er lockt sie in einen Hinterhalt, um sie an dem Artikel zu hindern, den sie über die Dynasty of Sinners schreiben will, und bringt sie dazu, einem Arrangement zuzustimmen, das die Schlinge um seinen Hals unweigerlich enger zieht. Als eine andere Wahrheit ans Licht kommt, sind längst die Herzen der beiden involviert. Die Vergangenheit lauert in den Schatten, und auf einmal ist nichts mehr so, wie es war … *** Triggerwarnung beachten!
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Veröffentlichungsjahr: 2024
DYNASTY OF SINNERS
BUCH SECHS
Copyright © 2024 Drucie Anne Taylor
Korrektorat: S. B. Zimmer / S. Köhn
Satz und Layout: Julia Dahl / [email protected]
Umschlaggestaltung © D-Design Cover Art
Alle Rechte, einschließlich das, des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
Dies ist eine fiktive Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden, oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Jack of Hearts
Triggerwarnung
1. Nolan
2. Victoria
3. Nolan
4. Victoria
5. Nolan
6. Victoria
7. Nolan
8. Victoria
9. Nolan
10. Victoria
11. Nolan
12. Victoria
13. Nolan
14. Victoria
15. Nolan
16. Victoria
17. Nolan
18. Victoria
19. Nolan
20. Victoria
21. Nolan
22. Victoria
23. Nolan
24. Victoria
25. Nolan
26. Victoria
27. Nolan
28. Victoria
29. Nolan
30. Victoria
31. Nolan
32. Victoria
33. Nolan
34. Victoria
35. Nolan
Danksagung
Ace of Clubs
Triggerwarnung
1. Ace
2. Olivia
3. Ace
4. Olivia
5. Ace
6. Olivia
7. Ace
8. Olivia
9. Ace
10. Olivia
11. Ace
12. Olivia
13. Ace
14. Olivia
15. Ace
16. Olivia
17. Ace
18. Olivia
19. Ace
20. Olivia
21. Ace
22. Olivia
23. Ace
24. Olivia
25. Ace
26. Olivia
27. Ace
28. Olivia
29. Ace
30. Olivia
31. Ace
32. Olivia
Epilog
Über die Autorin
Weitere Werke der Autorin
Rechtliches und Uninteressantes
Schweigen bestimmt Nolans Leben seit mehr als zwanzig Jahren. Nach einem traumatischen Erlebnis hat er dem Sprechen abgeschworen und kommuniziert seither mit Blicken und Gesten. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Victoria in sein Leben tritt und es ordentlich durcheinanderwirbelt.
Die junge Frau, die vor ihrer Vergangenheit flieht, hat Probleme, die Nolan tagtäglich alles abverlangen. Dennoch stellt er sich seinen eigenen Dämonen, um ihr helfen zu können.
Zunächst scheint sich alles zum Guten zu wenden und Nolan empfindet endlich etwas Glück. Doch dann setzt Viktoria alles aufs Spiel, und die Dinge, die sie getan hat, drohen, alles zu zerstören.
Wird Nolan noch einmal sein Herz für sie öffnen?
Dieses Buch behandelt folgende Themen:
Bitte denk daran, dass es sich bei diesem Werk um reine Fiktion handelt. BDSM basiert im realen Leben auf Einverständnis und bedingungslosem Vertrauen, jedoch ist diese Geschichte rein fiktiv und hat nichts mit der wirklichen Welt zu tun, entsprechend läuft hier auch nicht alles rosarot ab und man fasst sich mit Samthandschuhen an.
Falls Du dich mit diesen Themen nicht wohlfühlst, bitte ich dich, vom Lesen dieser Geschichte abzusehen. Und wenn du es doch wagst, dann mach dich auf eine Geschichte gefasst, die dich tief treffen könnte.
Liebe Grüße
Drucie
Ich schaute auf meine Sekretärin, die unter meinem Schreibtisch kniete und mir einen blies, während ich mit einem Kunden sprach, der mich angerufen hatte.
»Hören Sie mir eigentlich zu?«, fragte er aufgebracht.
»Aber sicher, Mr. Watson«, antwortete ich freundlich. »Ich werde mit dem Personal sprechen, damit es nicht noch einmal vorkommt, dass Ihre Wünsche nicht erfüllt werden«, fuhr ich fort.
»Das ist alles?«, hakte er wütend nach.
»Ich werde mich bei Ihnen melden, sobald ich mit dem Bordpersonal gesprochen habe, da ich mir gern beide Seiten der Geschichte anhöre, bevor ich Konsequenzen ziehe.« Und oftmals war es nicht mein Personal, das die Kündigung bekam, sondern die Kunden, die auf die Flugverbotsliste kamen, weil sie sich wie Drecksäue benahmen.
»Danke, Mr. Jack.«
»Gern, Mr. Watson«, entgegnete ich geschäftsmäßig.
Mallory, meine Sekretärin, löste sich von meinem Schwanz, dabei wusste sie genau, dass ich es hasste, wenn sie nicht zu Ende brachte, was sie angefangen hatte.
Mit einer gehobenen Augenbraue schaute ich in ihre Augen, schob meine linke Hand auf ihren Hinterkopf und drückte sie wieder auf meinen Schaft.
Sie gab ein würgendes Geräusch von sich, als meine Eichel ihren Rachen anstieß, doch darum kümmerte ich mich nicht. Mallory hatte sich auf diese Büroaffäre eingelassen und sie wusste, worauf ich stand.
Revanchieren?
Im Leben nicht!
Ich ließ mir von ihr regelmäßig einen blasen, aber dafür führte ich sie sicher nicht zum Essen aus.
»Auf Wiederhören, Mr. Jack.«
»Auf Wiederhören, Mr. Watson«, erwiderte ich freundlich und beendete das Telefonat, während Mallory an meinem Schwanz saugte.
Ihre Lippen bildeten einen engen Ring um ihn und ihre Zungenspitze fuhr meinen Schaft entlang.
Ich schloss die Augen, lehnte meinen Kopf an die Nackenstütze meines Bürosessels und atmete tief durch. Meine Hand lag immer noch an ihrem Hinterkopf, ich wand ihr Haar um meine Faust, dann gab ich ihr einen Rhythmus vor. Sie schmatzte und keuchte, wann immer ich ihr einen Atemzug gönnte, aber das dürfte sie inzwischen gewöhnt sein. Mein Schwanz wurde härter, ich wusste, dass ich gleich kommen würde, aber das lag sicher nicht an ihren Qualitäten, sondern an meiner Fantasie. Ich stellte mir eine Blondine vor, die sich in roter Spitzenunterwäsche vor mir rekelte. Ich fing an, in ihren Mund zu stoßen, ohne den Rhythmus zu unterbrechen oder zu verlangsamen, den ich ihr vorgab. Meine Fantasie wurde verruchter – mein Schwanz abermals härter –, bis ich meine Ladung in ihren Mund ergoss. Ich gab ein erleichtertes Aufatmen von mir, stöhnte aber nicht, denn so gut war der Blowjob nun wirklich nicht. Aber er war frei Haus, also nahm ich, was ich bekommen konnte, wenn mich im Büro die Lust in ihren Fängen hielt.
Ich schlug die Augen auf, sah sie wieder an und erkannte, dass sie sich mit dem Zeigefinger die Mundwinkel abwischte. Als ich meinen Schwanz einpackte, rutschte ich mit dem Stuhl nach hinten, sie krabbelte unter meinem Schreibtisch hervor. »Zurück an die Arbeit.«
»Ja, Sir«, erwiderte sie unterwürfig – das kleine Miststück wusste genau, dass sie mich damit kriegen konnte. Mallory kam auf die Beine, zog ihren verboten kurzen Rock zurecht und schaute zu mir.
Ich hob eine Augenbraue. »Ab morgen knielange Röcke, keine zweckentfremdeten Gürtel.«
Sie nickte mir zu. »Ja, Boss.« Danach verließ sie mein Büro.
Ich atmete tief durch, erhob mich und ging ans Fenster. Der höchste Wolkenkratzer an der Upper West Side war die Zentrale meines Unternehmens, das ich von meinem Vater übernommen hatte, nachdem ich meinen Masterabschluss in der Tasche hatte. Die High Society charterte Privatjets bei mir, um sich um die Welt fliegen zu lassen, was sie mir teuer bezahlten.
Von meinem Büro aus hatte ich einen wunderbaren Blick über die Stadt, ebenso auf den Central Park. Mein Haus lag ebenfalls an der Upper West Side. Ich hatte es mir nach einem verdammt erfolgreichen Geschäftsjahr gekauft, beschäftigte dort eine Haushälterin, zudem einen Chauffeur, so wie meine Freunde auch – bloß Ace beschäftigte keinen. Er hielt sich genauso wie ich aus der Öffentlichkeit fern. Gab es Charity-Veranstaltungen, tätigte ich eine großzügige Spende, besuchte diese aber nicht. Und er hielt es ebenfalls so. Der Einzige von uns, der sich gelegentlich auf diesen Veranstaltungen blicken ließ, war Alec, was jedoch an seinen Eltern lag. Sie bestanden darauf, dass er sich zumindest bei den Galas blicken ließ, die ihre Stiftung ausrichtete. Sie hatten sie gegründet, nachdem seine Schwester ermordet worden war. Ich erinnerte mich noch daran, als er damals anrief, kaum die richtigen Worte fand und wir bloß eine Ewigkeit miteinander geschwiegen hatten. Beruflich bedingt musste ich reden – privat tat ich es kaum, wenn ich nichts zu sagen hatte. Ich hatte es mir abgewöhnt, nachdem …
Nein, ich verbot mir, daran zu denken.
Ich atmete tief durch, dann wandte ich mich dem Schreibtisch zu und griff nach dem Telefonhörer. Ich wählte Hudsons Nummer, er war der Personalleiter und sollte sich um das Gespräch mit dem Bordpersonal kümmern – dafür hatte man Angestellte, die einem den Arsch nachtrugen, außerdem hatte ich zu viel zu tun, um mir die Zeit dafür zu nehmen.
»Walker?«, meldete er sich.
»Hudson, Nolan Jack hier. Kannst du dich bitte mit dem Bordpersonal unterhalten, das auf dem Transatlantikflug von Mr. Watson dabei war?«, erkundigte ich mich.
»Sicher. Welcher Flug war es?«
Ich warf einen Blick auf die Buchungen, dann gab ich ihm die Nummer durch. »Mr. Watson sagte, dass die Stewardessen ihm seine Wünsche nicht erfüllt hätten, unverschämt waren und den Champagner verschüttet haben.«
»Alles klar. Gab es auch eine Beschwerde über die Piloten?«
»Nein, er hat sich bloß über die Stewardessen beschwert«, ließ ich ihn wissen.
»Alles klar. Ich spreche mit den Damen und gebe Ihnen dann Bescheid, Mr. Jack.«
»Danke, Hudson«, erwiderte ich, verabschiedete mich und beendete das Telefonat. Mein Blick fiel auf die analoge Uhr auf dem Schreibtisch. Es war bereits sechs und ich hatte keine Lust, noch länger im Büro zu sitzen.
* * *
Ich war die knappe Meile zu Fuß nach Hause gegangen, während ich meinem Chauffeur die Aufgabe übertragen hatte, meine Anzüge aus der Reinigung abzuholen. Normalerweise war das der Job von Mrs. Weems, aber da sie heute eine Menge in meinem Haus zu tun hatte, ich die Anzüge aber nicht ewig in der Reinigung hängen lassen wollte, hatte ich George damit beauftragt. Heute Abend ging es wieder in den Circle, meine Nacht stand bevor, dabei hatte ich eine abartig anstrengende Woche hinter mir. Am liebsten hätte ich abgesagt, doch eine Absage glich einer Kapitulation – und dafür war ich nicht der Typ.
»Was macht ihr denn hier?«, fragte ich irritiert, als ich mein Wohnzimmer betrat und meine Freunde auf der Couch sitzen sah.
»Wir warten auf dich«, erwiderte Evan gut gelaunt. »Mrs. Weems hat uns reingelassen.«
»Ah.« Ich deutete nach oben. »Duschen, umziehen, aufwärmen.«
»Hast du schon was gegessen?«, wollte Ace wissen.
Daraufhin schüttelte ich den Kopf. »Zu schwer.«
»Du solltest etwas essen, damit du später nicht schlappmachst«, hielt Alec dagegen.
Ich schnaubte unzufrieden. »Dann eben essen, duschen, umziehen, aufwärmen.«
»Geht doch«, sagte er mit fester Stimme.
Die Augen verdrehend wandte ich mich ab, stellte meine Aktentasche auf einen Stuhl am Tisch im Esszimmer, das an das Wohnzimmer grenzte, und begab mich von dort aus in die große Küche eine Etage tiefer. Ich warf einen Blick in den Kühlschrank, holte den gemischten Salat heraus und war froh, dass Mrs. Weems daran gedacht hatte, dass ich heute nichts Schweres zu Abend essen wollte.
* * *
Ich hatte geduscht und mich umgezogen, danach war ich in den Fitnessraum gegangen, um mich für meine Kampfnacht aufzuwärmen. Mein Nacken war verspannt, meine Laune im Keller – ich wusste, dass das nichts Gutes für meine Herausforderer zu bedeuten hatte.
Während ich Klimmzüge machte, schaute ich aus dem Fenster und stellte fest, dass sich der Himmel zuzog. Sicher würde es gleich regnen, denn dieses Jahr war es kein gewöhnlicher Sommer, es war kalt, windig und ich überlegte, für ein paar Tage an die Cote d’Azur zu fliegen, oder nach Italien – sicher war ich noch nicht, wohin es gehen würde, aber ich wollte mir definitiv eine Woche Urlaub gönnen. Zudem machten wir sonst im Sommer eine Pause, die wir dieses Jahr ausgelassen hatten. Aber ich musste meine Batterien wieder auffüllen. Ich arbeitete beinahe sieben Tage die Woche, bloß die Freitagabende nahm ich mir frei, ansonsten hatte ich kaum Freizeit. Vor der Arbeit machte ich Sport, blieb bis spätabends in der Firma und folgte dieser Routine nur dann nicht, wenn ich wusste, dass es zu einem der Jungs geht.
»Kommst du klar?«, fragte Alec.
»Ja.«
»Wie war die Arbeit?«
»Stressig. Deine?«
»Genauso«, entgegnete er und stellte sich neben die Klimmzugstange. »Es ist schon acht.«
»Bin gleich fertig«, erwiderte ich.
»Willst du noch ein Nahkampftraining?«, fragte er.
»Nein«, antwortete ich und ließ die Stange los. Ich kam auf meinen Füßen auf, sah Alec an und holte tief Luft. »Wie geht’s Liz?«
»Gut«, entgegnete er gelassen. »Breslin wurde verurteilt und sitzt im Knast. Er ist keine Gefahr mehr für sie.«
»Sehr gut.«
»Ich bin auch froh darüber«, sagte er. »Seit er verurteilt wurde, ist sie wesentlich entspannter.«
»War sie doch sonst auch«, meinte ich.
»Meine Freundin ist eine verdammt gute Schauspielerin«, erwiderte Alec und stieß die Luft aus. »Was willst du noch machen?«
»Jetzt?«
Alec nickte mir zu.
»Liegestütze.«
»Alles klar.«
Ich streckte mich, rollte mit dem Nacken und meine Wirbel sprangen zurück in Position. Ich war derart verspannt, dass ich jeden Knochen in meinem Leib spürte.
Fuck, ich musste echt dringend zur Massage.
Ich streckte mich weiter und meine Knochen knackten.
»Wirbel ausgerenkt?«
Ich schaute zu ihm. »Mit Sicherheit.«
»Soll ich dich einrenken?«, wollte er wissen.
Meine Augenbraue glitt in die Höhe.
»Okay, deutlicher hättest du mir kein Fick dich ins Gesicht sagen können«, stellte er amüsiert fest.
Ich schnaubte amüsiert. »Renk mich ein.«
»Alles klar, bleib locker.« Alec trat hinter mich, schlang seine Arme um mich und mit einem Ruck hatte er mich eingerenkt, dabei knallten meine Wirbel regelrecht, als sie zurück in ihre Position sprangen. »Besser?«, wollte er wissen, nachdem er sich von mir gelöst hatte.
»Ja. Danke.« Ich ging auf die Knie, fing mit den Liegestützen an und war froh, dass Alec meine Wirbelsäule eingerenkt hatte, denn nun waren die schlimmsten Schmerzen weg.
* * *
Zwei Herausforderer.
Einen hatte ich bereits auf die Bretter geschickt und ich war müde, durfte aber nicht nachlassen. Der zweite Kerl war ein Berg von einem Mann, allerdings war ich schnell.
Schneller als meine Freunde, da ich nicht ganz so muskulös war. Ich hatte zwar Muskeln, aber ich war nicht so aufgepumpt wie Alec.
Ich hatte mir von Alan ein Handtuch geben lassen, um den Schweiß von meiner Stirn und meinem Gesicht zu wischen, als der Hüne in den Cage kam.
»Die Schuhe aus!«, sagte Alan laut. Er war unser Ringrichter, ein alter Freund vom College, der einen beschissenen Job hatte, also verdiente er sich hier etwas dazu, um seiner raffgierigen Ex den Unterhalt zahlen zu können. Der Spinner hatte ja geheiratet und sich fortgepflanzt, kaum dass wir alle unseren Abschluss in der Tasche hatten – und die Alimente für seine Tochter fraßen ihn auf. Seine Ex nahm ihn aus, aber er war selbst schuld, dass er das mit sich machen ließ.
Wer pflanzte sich in dieser Welt denn bitte fort?
Es war egoistisch, Kinder in die Welt zu setzen, denn was hinterließ man ihnen?
Bestenfalls ein bisschen Geld, aber auch einen kaputten Planeten, der sich langsam aber sicher mit unserer Hilfe selbst zerstörte, um das Schlimmste aller Raubtiere auszulöschen – uns Menschen.
Mit einem Kopfschütteln verdrängte ich die Gedanken, schaute zu meinem Herausforderer und rollte mit dem Kopf. Einmal mehr sprangen meine Halswirbel zurück in ihre Position.
Alan schaute zu Evan, zeigte ihm einen gehobenen Daumen, was für meinen Kumpel das Zeichen war, dass der Kampf losgehen konnte.
»Jacks Herausforderer mag nach vielen Muskeln aussehen, aber wir alle wissen, dass Jack schnell ist und sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt!«, rief Evan ins Megafon.
Alan eröffnete den Kampf.
Ich behielt meinen Gegner im Auge, sein Name war mir egal, wichtig war nur, ihm die Fresse zu polieren.
Hier ließ ich die Wut raus, die ich in der Firma nicht herauslassen konnte.
Hier tobte ich mich aus – und genoss es, wenn Nasen unter der Wucht meiner Schläge und Tritte brachen.
Hier war ich der Mann, der ich sonst nicht sein durfte.
Der Kerl kam auf mich zu, erst langsam, dann wurde er schneller. Ich wich ihm aus, drehte mich und trat ihm in den Rücken. Er prallte gegen die Gitter, ich folgte ihm, griff in sein wuscheliges blondes Haar und rammte sein Gesicht gegen das Metall, außerdem kassierte er ein paar Nierentreffer.
Er keuchte, wimmelte mich ab und drehte sich um. Als ich in sein Gesicht sah, erkannte ich, dass seine Nase einen ordentlichen Schiefstand hatte.
Ich holte aus, versenkte einen Treffer und trieb ihn zurück an die Gitter.
Er versuchte, mich zu erwischen, traf auch das eine oder andere Mal, aber ich ließ mich nicht so schnell aus der Fassung bringen. »Du Wichser!«, brüllte er, nachdem er noch einen Punch auf die ohnehin schon schiefe Nase bekommen hatte.
Na schön, er wollte es nicht anders. Ich grinste, wich seiner Faust aus und holte zu einem Tritt aus. Mein Fuß donnerte in sein Gesicht, es ließ ihn abermals gegen das Drahtgeflecht krachen und ich nutzte seine Orientierungslosigkeit, indem ich ihm immer wieder ins Gesicht schlug, bis er am Gitter hinab sackte. Eigentlich wollte ich weitermachen, aber Alan bremste mich.
Er hockte sich neben den Kerl, während ich auf und ab tigerte, bereit, noch einmal zuzuschlagen, aber Alan würde es nicht zulassen. Wir prügelten uns hier, schlugen aber niemanden tot.
Alan sprach mit meinem Herausforderer, dann richtete er sich auf, drehte sich zu Evan und gab das Zeichen dafür, dass der Kampf beendet war.
»Jack gewinnt!«, brüllte er ins Megafon und erst jetzt nahm ich die Jubelschreie wahr.
Üblicherweise blendete ich alles aus, wenn ich im Cage stand, damit ich nicht abgelenkt wurde. Bisher war ich damit am besten gefahren und so würde ich es auch weiterhin handhaben.
* * *
Fuck, war das kalt!
Es hatte angefangen zu regnen, zudem war es abartig windig und ich hatte bloß eine Jeans und einen Hoodie an, keine Jacke, keinen Schirm, bloß das, was ich am Leib trug und eine kleine Tasche, in der ich mein »Besteck« hatte. Dominic hatte mich wieder einmal rausgeworfen, nachdem wir uns gefetzt hatten. Das war nun ein paar Wochen her, vielleicht auch Tage, ich wusste es nicht, denn die meiste Zeit war ich high gewesen.
Ich hatte wortwörtlich unter Brücken geschlafen, doch der Sommer hatte dazu geführt, dass ich mich erkältet hatte. Es war nicht warm und sonnig, nein, es kam mir so vor, als wäre der Herbst viel zu früh an seine Stelle getreten, um mir zu zeigen, dass ich hier draußen jämmerlich verrecken würde.
Nun war ich am Hafen, hatte keine Ahnung, wie ich hierher gekommen war, und schaute mich um. In einer der Hallen brannte Licht und ich hörte, dass dort Menschen waren. Vielleicht fand dort eine Party statt und wenn ich mich hineinschlich, könnte ich mich sicher aufwärmen. Oder ich würde ein ruhiges Plätzchen finden, wo ich meinen Stoff nehmen konnte, der mir das Gefühl gab, dass alles völlig okay war. Wenn ich high war, nahm ich die Kälte nicht so wahr wie andere. Dann brauchte ich keine Jacke, geschweige denn eine Decke, die mir Wärme spendete.
Ich schaute mich um. Hier standen ein paar echt noble Karren, wie ich sie aus meinem Elternhaus kannte. Mom und Dad fuhren auch solche Autos, zumindest erinnerte ich mich dunkel an Luxuslimousinen. Kopfschüttelnd vertrieb ich die aufkommenden Bilder, die mich das Bedürfnis verspüren ließen, zu heulen, aber nein, das würde ich nicht. Ich hatte noch ein bisschen H in der Tasche und so kalt, wie mir war, würde ich es wohl gleich nehmen, sobald ich eine windgeschützte Ecke fand, denn hier wehte er echt stark. Ich konnte nicht das Risiko eingehen, dass er meinen Stoff mit sich riss.
Ich holte tief Luft, ging an der Halle entlang und suchte einen Eingang.
Als ich fündig wurde, sah ich zwei Berge von Kerlen davor stehen. Ich seufzte schwer, denn sie kontrollierten sicher die Leute, die hinein wollten. Andererseits konnte ich zumindest fragen, ob ich auf die Toilette dürfte, denn dort konnte ich mir einen Schuss setzen und danach wieder rausgehen.
Die beiden unterhielten sich miteinander, aber ich verstand nicht einmal Fetzen ihres Gesprächs, weil der Regen so laut prasselte. Ich hatte so ein Wetter im eigentlichen Hochsommer noch nicht erlebt.
Regengüsse ja, aber keine Wolkenbrüche.
Sie entfernten sich von der Tür und ich sah meine Chance gekommen. Licht fiel in ihre Rücken, bestimmt war sie geöffnet, also konnte ich einfach hineinschlüpfen, eine Toilette suchen und mich dort verkriechen. Möglicherweise konnte ich sogar dort schlafen, dann wäre ich wenigstens vor Wind und Wetter geschützt.
Ich zog die Nase hoch, dann schlich ich an der Backsteinmauer entlang zur Tür.
Hoffentlich sahen sie mich nicht.
Ich wollte nicht rausgeworfen werden, weil es ultimativ peinlich war.
Wann ich die Erfahrung schon einmal gemacht hatte?
Zuletzt in einem Diner, in dem ich total erschöpft eingeschlafen war. Die Kellnerin hatte mich derart ruppig geweckt und angeschrien, dass alle Gäste zu mir schauten, die Köpfe schüttelten und sogar hinter vorgehaltener Hand tuschelten. Ich wusste, dass ich nicht wie das blühende Leben aussah, aber mein Dasein war auch alles andere als rosig.
Mit 18 war ich von zu Hause abgehauen, zu meinem Freund gezogen und hatte einen Job, bis der Absturz kam, weil ich kaum mehr mit meiner Umwelt zurechtkam.
Schließlich hatte ich die Tür erreicht, sie war nur ein Spaltbreit geöffnet, aber ich passte durch. Ich schob mich hinein und fand mich auf einem langen Flur wieder, der mit grünem Linoleum ausgelegt war. Ich sah nasse Fußspuren, die auf eine weitere große Tür zuführten. Ich ging nach links, hielt mich an der Wand und hoffte, bald eine Toilette zu finden. Nicht nur, dass ich mir einen Schuss setzen wollte, ich musste auch echt dringend pinkeln.
Ich fand eine Tür, legte meine Hand um die Klinke und war froh, als sich vor mir ein Waschraum offenbarte. Ich schlüpfte hinein, schloss die Tür und suchte mir eine Kabine. Natürlich nahm ich die hinterste – zu meiner Überraschung war es hier echt sauber. Und glücklicherweise gab es kein blaues Licht, sodass ich mir einen Schuss setzen konnte.
* * *
Es ging mir gut.
Ich saß immer noch in der Toilettenkabine, draußen war es ruhig geworden und das Licht inzwischen ausgegangen, weshalb ich davon ausging, dass man mich eingeschlossen hatte. Mir die Nase reibend erhob ich mich, verließ die Kabine und schließlich die Toilette. Ich kam mir vor, als hätte ich Wolken unter den Füßen, so weich erschien mir alles.
Wenig später betrat ich eine Halle, sie war stockdunkel und ich verfluchte mich, weil ich mein Handy verkauft hatte, um mir neuen Stoff leisten zu können – jetzt hatte ich nichts mehr. Ich stolperte über etwas, fiel auf die Nase und keuchte. Schwerfällig rappelte ich mich wieder auf, fasste in mein Gesicht und stellte Feuchtigkeit fest – bestimmt hatte ich Nasenbluten.
»Fuck«, stieß ich aus, dann tastete ich mich mit dem Fuß voran.
Eine Treppe.
Ich ging sie hoch, bis ich ganz oben angekommen war. Hier war eine recht breite Fläche. Ich setzte mich, dann legte ich mich hin. Nachdem ich mich auf die Seite gedreht hatte, zog ich die Beine an, zudem winkelte ich meinen linken Arm an und legte meinen Kopf darauf. Ich schloss die Augen, entspannte mich, aber mein Kopf stand nicht still, zudem sah ich trotz meiner geschlossenen Lider allerhand Farben vor mir.
* * *
Ich wurde gerüttelt.
Erschrocken schlug ich die Augen auf und sah einen großen Kerl vor mir, der mich grimmig ansah.
»Raus«, sagte er schlicht, dennoch entschieden.
»Ich …«
Er hob eine Augenbraue. »Raus!«, wiederholte er energisch.
»Aber draußen regnet und stürmt es«, hielt ich dagegen. »Ich werde nichts kaputtmachen.«
»Egal. Raus jetzt.«
Ich schluckte, dann richtete ich mich auf.
Er gab mir ein Taschentuch, dabei deutete er auf seine Nase. »Mach dich sauber, dann raus.«
»Hören Sie, ich mache doch nichts kaputt. Morgen früh haue ich ab.«
Der Kerl schüttelte den Kopf. »Geh freiwillig oder ich werfe dich raus.«
Ich seufzte schwer, kam auf die Beine und schaute zu ihm hoch. Scheiße, der Typ war verdammt groß – und extrem gutaussehend, während ich mit absoluter Sicherheit ein Schatten meiner selbst war. »Darf ich zur Toilette, um mein Gesicht zu waschen?«
»Ich komme mit.«
Nickend drehte ich mich weg und machte mich auf den Weg nach unten. Diesmal brannte sogar das Licht und ich erkannte einen großen Käfig in der Mitte. Vielleicht fanden hier ja SM-Partys oder irgendein anderer Fetischkram statt. Oder irgendwas Anderes, wofür man die Ruhe am Wasser brauchte.
Der Kerl folgte mir, als ich mit ihm durch den Flur ging, durch den ich vorhin gekommen war. »Wie bist du reingekommen?«
»Durch die Tür«, erwiderte ich.
»Dort wurde kontrolliert.«
»Tja.« Ich rieb mir das Gesicht, dann steuerte ich die Toilette an, in der ich mich vorhin versteckt hatte.
Sogar dort hinein folgte er mir. »Mach dich sauber.«
Meine Güte, der Typ war wohl kein Freund vieler Worte. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, hätte ich gefragt, warum ich mich hier hineingeschlichen hatte.
Ich ging an die Waschbecken, drehte das Wasser auf und nahm ein paar Papiertücher aus dem Spender. Als ich einen Blick in den Spiegel warf, riss ich die Augen auf. »Wow.«
»Wie ist das passiert?«
»Was?«
»Deine Nase.«
»Ich bin hingefallen«, erwiderte ich aufrichtig, dann machte ich mich sauber. Ich nutzte die Gelegenheit, mein ganzes Gesicht zu waschen, da es ziemlich dreckig war. Ich spürte seinen Blick in meinem Rücken, außerdem konnte ich seine Reflexion im großen Wandspiegel sehen.
»Warum?«
»Weil so was passiert.«
»Und warum bist du so nass?«
»Draußen regnet es wie aus Eimern«, entgegnete ich und fragte mich, warum der Kerl nicht daran dachte. Als ich fertig war, nahm ich noch einmal Papierhandtücher an mich, trocknete meine Haut ab und drehte mich zu ihm um. »Fertig.«
»Gut. Raus.« Er deutete zur Tür.
Ich ging an ihm vorbei, verließ die Toilette und wandte mich dem Ausgang zu.
»Ein bisschen schneller«, verlangte er und legte seine Hand auf meinen Rücken. »Du bist klitschnass.«
»Regen ist Wasser, das einen wiederum durchnässt. Ich weiß, ist schwer zu verstehen, aber entspricht den Tatsachen«, erwiderte ich trocken, dann musste ich selbst über meinen dummen Spruch lachen.
Er schnaubte, aber sicher amüsierte er sich nicht über mich, sondern war genervt von mir. Zumindest machte er seit ein paar Minuten den Eindruck. Gut, streng genommen war ich eingebrochen, außerdem high und sah aus wie eine Obdachlose – die ich ja auch war.
Ich wäre wohl auch ziemlich abgefuckt gewesen, wenn ich mich gefunden hätte.
Schließlich standen wir an der Tür, die er öffnete. »Raus jetzt!«
»Tut mir leid.«
»Mach’s nicht noch mal.«
Ich nickte ihm zu, setzte die absolut nutzlose Kapuze meines Hoodies auf und lief hinaus in die regnerische Nacht. Ich hatte keine Ahnung, wie spät es war, aber vielleicht fand ich irgendeinen Hauseingang, der noch nicht besetzt worden war. So hätte ich es wenigstens trocken, wenn auch scheißkalt.
»Kleine?«, rief er, aber ich drehte mich nicht mehr zu ihm um, sondern verschwand in die Kälte.
* * *
Ich hatte mich in den Vorraum einer Bank gelegt, aber hier kamen ständig Leute rein. Sicher war das keine Lösung, denn sobald der Sicherheitsdienst oder der erste Mitarbeiter hereinkam, würde ich rausgeworfen werden, doch das Wetter hatte sich noch nicht gebessert. Es regnete immer noch, als hätte da oben jemand eine Wasserleitung geöffnet. Meine Kleidung war noch nass und ich fror, sicher würde sich meine Erkältung verschlimmern.
Aber was sollte ich tun?
Verhindern konnte ich es ohnehin nicht, also musste ich damit leben. Und manchmal waren die Leute spendabler, wenn man auf der Straße saß, hustete und hoffte, dass sie einem zwei oder drei Quarter überließen.
Ich versuchte, ein wenig zu schlafen, denn das war in den letzten beiden Nächten viel zu kurz gekommen. Wenn ich keinen Stoff bekam und der Entzug seine eiskalten Klauen in mich grub, wurde ich panisch. Ich glaubte dann, dass mir jeder schaden wollte, auch wenn sich die meisten Leute einen Scheiß für mich interessierten.
»Guck dir die Pennerin an, die da rumliegt«, vernahm ich eine männliche Stimme.
Ich drehte mich vom Raum weg, auch wenn es Gefahr bedeutete.
»Lass sie in Ruhe, John, draußen regnet es und die Kleine will sicher nur einen warmen Platz zum Schlafen haben«, erwiderte eine Frau.
»Die ist bestimmt ein Junkie«, sagte ein weiterer Mann. Schritte näherten sich mir und ich umklammerte meine Tasche. »Hey, Kleine?«
Ich schlug die Augen auf und richtete mich auf, danach schaute ich zu ihm.
»Fuck, siehst du kaputt aus«, stellte er lachend fest.
»Verpiss dich«, entgegnete ich zischend.
»Warum sollte ich?«
»Lass mich einfach in Ruhe«, forderte ich und wollte auf die Beine kommen, aber er schubste mich zurück auf den Boden.
»Keith, lass es, die Räume sind videoüberwacht. Wenn sie dich anzeigt und die Cops die Überwachungsvideos wollen, bist du am Arsch«, sagte die Frau ernst.
Keith betrachtete mich grinsend, griff in seine Jackentasche und ich erkannte das Tütchen Koks, das er mir dann präsentierte. »Krieg ich ‘nen Blowjob für zwei Lines?«
Ich schluckte.
Sollte ich mich für mein nächstes High prostituieren?
Eigentlich hatte ich es nicht vor, aber ich wusste, dass es eher früher als später dazu kommen würde. Dann wäre ich gemeinhin als Cracknutte bekannt, auch wenn ich den Scheiß nicht rauchte.
»Also?«
Schließlich überwand ich mich, den Kopf zu schütteln, statt zu nicken.
»Sicher? Ich sehe doch, wie du mein Koks anstarrst«, sagte er und zeigte mir ein überhebliches Grinsen.
»Ich bin sicher.« Ich wollte wieder aufstehen, doch noch einmal stieß er mich zurück. »Lass den Scheiß, Mann!«
Er lachte. »Nein, ich hab Spaß daran, dich aus der Reserve zu locken.«
Ich schnaubte.
»Keith, lass sie endlich in Ruhe«, schaltete sich der andere Typ ein.
Die Frau kam dazu und zog ihn von mir weg. »Lass es jetzt bleiben, Keith!«, herrschte sie ihn an und ich nutzte die Gelegenheit, auf die Beine zu kommen.
Ohne zu zögern, verließ ich die Bank und eilte nach draußen.
Ich wollte nur noch hier weg.
* * *
Diese Kleine ging mir nicht aus dem Kopf.
Ich hatte mich heute Morgen von George zur Halle fahren lassen, mich dort nach ihr umgesehen, aber ich konnte sie nicht finden.
Wo versteckte sie sich?
Dass sie obdachlos war, war mehr als offensichtlich, aber sie war verdammt hübsch. Ihr Gesicht war wie gemalt, natürlich nicht mit dem Blut, das an ihrer Nase getrocknet war, aber kaum hatte sie es gewaschen, glaubte ich, dass mich der Schlag trifft.
Sicherlich war sie um einiges jünger als ich, aber was kümmerte es mich?
Ich saß im Auto, George fuhr durch die Straßen und ich überlegte, wie ich die Kleine finden sollte. Ich hatte nicht mal ein Foto von ihr, sodass ich niemanden damit beauftragen konnte, nach ihr zu suchen.
Es konnte doch nicht sein, dass sie wie vom Erdboden verschluckt war!
»Sir, wo haben Sie die Dame gesehen?«
»Gestern Abend warf ich sie aus der Halle«, antwortete ich. »Und da sie zu Fuß unterwegs sowie klitschnass war, bezweifle ich, dass sie besonders weit gekommen ist.«
»Möglicherweise ist sie mit der U-Bahn gefahren«, stellte er fest, womit sich meine Hoffnung zerschlug, sie in der Nähe zu finden.
Sie trug einen hellgrauen Hoodie, dazu eine Jeans und abgelatschte Sneaker. Ich wusste nicht, wie ihre Frisur war, da ihre langen blonden Haare nass waren, aber wenn ich an meine Ex dachte, wusste ich, dass sich die meisten Haare beim Lufttrocknen wellten.
»Ja, vielleicht haben Sie recht«, stimmte ich nachdenklich zu. Mit George sprach ich meistens etwas mehr, da er ständig wissen musste, wohin ich fahren wollte, außerdem war er mein Angestellter. Ihm und Mrs. Weems musste ich Anweisungen geben, also mit ihnen reden, denn ich hinterließ nur selten mal einen Zettel, mit deren Hilfe ich sie darum bitten konnte, mir irgendwelche Wünsche zu erfüllen.
Dennoch sah ich weiterhin aus dem Fenster und überlegte, wie weit sie letzte Nacht gekommen sein könnte. Es war erst ein paar Stunden her, dass ich sie gesehen hatte. Gut, in der Zeit konnte sie mit dem Bus oder der U-Bahn weit gekommen sein, aber sie sah nicht so aus, als könne sie sich ein Ticket leisten – und sie war ganz offensichtlich high gewesen.
Geraucht hatte sie nichts, das hätte ich gerochen, aber was hatte sie eingeworfen?
Als George an einer roten Ampel hielt, schaute ich aus dem hinteren Fahrerfenster und mir stockte beinahe der Atem. »Ich steige hier aus, George, warten sie um die Ecke auf mich«, ließ ich ihn wissen, löste den Gurt und stieg aus der Aston-Martin-Limousine.
»Sir?«, rief er.
»Ich komme gleich wieder!«, antwortete ich und schaute mich um.
Fuck, sie war schon weiter gelaufen und ich musste über die Straße – das durfte doch nicht wahr sein!
»Scheiß drauf«, sagte ich leise zu mir und rannte über die Straße, der Verkehr staute sich sowieso ein wenig, da George noch nicht weitergefahren war.
»Aber, Sir!«, wandte George ein.
»Fahren Sie um die Ecke!«, entgegnete ich entschieden und eilte auf die andere Straßenseite. Ich war froh, dass ich mich nicht für einen Anzug, sondern für ein Sportoutfit entschieden hatte, auch wenn der Aston Martin zu viel des Guten war, aber ich hatte keine Lust, ewig auf George zu warten, weil er den BMW aus der Garage holen musste, der wie immer zugeparkt war. Ich hätte auch mein Motorrad nehmen können, aber ich hatte keine Lust, selbst zu fahren.
Als ich auf dem Bürgersteig stand, schaute ich in die Richtung, in die die Kleine gegangen war. Ich machte den hellgrauen Hoodie aus, dann joggte ich los. Sie war blond, ihre Haare lockig und ich hoffte wirklich, dass es sich um diejenige handelte, die ich letzte Nacht aus der Lagerhalle geworfen hatte.
Verdammt, sie hatte ein ordentliches Tempo drauf.
Ich nahm keine Rücksicht auf die Passanten, als ich an ihnen vorbeilief und den einen oder anderen anrempelte.
»Pass doch auf, Mann!«, herrschte mich eine Frau an, doch ich war taub für ihre Vorwürfe.
Ich wollte zu der Kleinen und das schnell.
An der nächsten Kreuzung blieb ich stehen, ließ meinen Blick schweifen und drehte mich sogar um meine eigene Achse.
Dann sah ich sie.
Sie saß vor einem Geschäft, vor ihr stand ein ranziger Kaffeebecher und damit erhärtete sich mein Verdacht, dass sie obdachlos war.
Ich lief zu ihr, griff in meine Hosentasche und holte einen Fünfziger heraus – kleinere Scheine hatte ich selten bei mir, eher größere. Ich steckte ihn in ihren Becher.
»Danke, Sir«, sagte sie leise.
Ich ging in die Hocke, betrachtete sie, doch sie hob den Blick nicht, verbarg sogar ihr halbes Gesicht in der Kapuze. »Hungrig?«
Daraufhin sah sie mich an, ihre Augenbrauen zuckten kurz und ich war überrascht, dass ihre grauen Augen so glasig waren. »Ja.«
»Dann komm mit.«
Sie zog die Augenbrauen zusammen. »Warum?«
»Du bist hungrig, ich lade dich zum Essen ein«, antwortete ich und hätte kotzen können, weil ich so viel reden musste.
»Was willst du dafür? Ich werde sicher nicht die Beine für dich breitmachen oder dir einen blasen«, sagte sie mit großen Augen.
Ich schnaubte amüsiert. »Keine Sorge, dafür muss ich keine Obdachlose abschleppen.«
»Ich bin nicht …«, sie verstummte, als ich eine Augenbraue hob.
Ich betrachtete sie. »Du bist immer noch nass.«
»Es regnet auch immer noch«, entgegnete sie heiser.
»Also, du bist hungrig, ich wohne nicht allzu weit von hier entfernt. Ich lade dich zum Essen ein, du kannst duschen und kriegst trockene Kleidung von mir«, bot ich an – verdammt, ich hasste es wirklich, so viel zu reden.
Sie verengte die Augen. »Ich kann mich verteidigen und hab Pfefferspray, falls du ein Perverser bist.«
Mühsam behielt ich meine Miene unter Kontrolle, denn beides würde ihr nicht helfen, sollte ich ernst machen, aber ich wollte wissen, wer die Kleine war.
»Wie ist überhaupt dein Name?«, fragte sie.
»Nolan und deiner?«
»Tori«, erwiderte sie und griff nach dem Kaffeebecher. Sie kippte den Inhalt in ihre Hand, außer ein paar Quarter und meinem Schein hatte sie kein Geld bekommen. Aber für die kurze Zeit, die sie hier gesessen haben musste, war es womöglich eine gute Ausbeute.
»Also begleitest du mich zum Essen?«
Sie schaute an sich runter. »Zu dir?«
»Ja.«
»Gut, denn ich bezweifle, dass ich in dem Aufzug gern in einem Restaurant gesehen bin«, sagte sie leise.
»Wir können deine Sachen waschen, wenn wir bei mir sind. Keine Sorge, ich will dich nicht belästigen«, entgegnete ich, weil sie abermals die Augenbrauen gehoben hatte.
»Na dann.« Tori kam auf die Beine und schaute zu mir hoch, da sie mir gerade mal bis an die Brust reichte. »Gehen wir?«
Ich nickte ihr zu. »Mein Wagen steht dort hinten.« Ich deutete in die Richtung, aus der ich gekommen war.
»Na dann.« Sie zog die Kapuze tiefer in ihr Gesicht und kam an meine Seite.
Ich war überrascht, dass sie auf mein Angebot eingegangen war, aber ich würde George bitten, in der Nähe zu bleiben. Sie sah so aus, als müsste ich sie im Auge behalten, weil sie mich sonst bestimmt beklauen würde. Aber sollte sie es versuchen, würde ich Konsequenzen ziehen.
Eine Obdachlose vermisste man nicht.
Meistens nicht.
Deshalb wäre es kein Thema, sie in dem Fall bei mir zu behalten, aber so weit wollte ich nicht denken.
Ich führte sie die Straße hinab und griff in meine Hosentasche, um George anzurufen. Hoffentlich hatte er wirklich um die Ecke geparkt. Aber als ich aufs Display sah, hatte ich eine Nachricht von ihm. Ich rief sie auf, las sie und räusperte mich.
»Wo steht dein Auto?«, fragte sie interessiert. »Oder bist du zu Fuß unterwegs?«
»Mein Auto steht an der nächsten Kreuzung«, antwortete ich und führte sie dorthin.
Zehn Minuten später sah ich den Aston Martin und George, der sich gegen die Motorhaube lehnte.
»Wo ist denn jetzt dein Wagen?«, wollte sie wissen.
»Dort vorne«, erwiderte ich und deutete in Georges Richtung.
»Wer ist der Typ?«
»Mein Fahrer«, entgegnete ich.
»Oha«, stieß sie aus. »Also hast du Kohle?«
»Ich bin gut situiert.« Meine Güte, wenn sie die ganze Zeit quatschen wollte, würde mir der heutige Tag echt alles abverlangen. Ich hatte mir vor fast 20 Jahren abgewöhnt, viel zu reden, was Gründe hatte, aber die kannte außer mir nur eine Person – und so würde es bleiben.
»Sir«, sagte George nickend, als wir ihn erreicht hatten. Sein Blick fiel auf Tori, für einen Moment hatte er sein Mienenspiel nicht unter Kontrolle, allerdings fing er sich schnell und öffnete die hintere Beifahrertür.
»Steig ein«, wandte ich mich an sie.
Sie sah erst mich, dann George skeptisch an, schließlich stieg sie in den Aston Martin.
Ich folgte ihr, mein Fahrer schubste die Tür zu. »Anschnallen.«
Tori griff nach dem Gurt, den sie kurz darauf befestigte. »Zufrieden?«
Ich nickte knapp.
George setzte sich hinters Steuer. »Wohin darf ich Sie bringen, Sir?«
Sie zitterte neben mir, weshalb ich eine Augenbraue hob. Es war offensichtlich, dass sie sich das Lachen verkniff.
»Es geht nach Hause, George.«
»Ja, Sir.« Er startete den Motor, fädelte sich in den Verkehr ein und brachte uns zu meinem Haus an der Upper West Side.
* * *
Ich war bereits zur Haustür gegangen, doch Tori stand noch neben dem Wagen. Ich drehte mich zu ihr um, sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sah an der Fassade hoch. »Kommst du?«
Sie schaute mich an. »Hier wohnst du?«
»Ja.« Ich wandte mich der Tür zu, die ich aufschloss.
Tori kam an meine Seite, sie versuchte wohl, sich dezent umzuschauen, scheiterte aber daran.
»Warum hast du gebettelt?«, wollte ich wissen, nachdem ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte.
»Wie viele Etagen hat das Haus?«
Konnte sie nicht zählen?
Von draußen war ersichtlich, wie groß das Haus war.
»Sechs.«
»Wow!«, stieß sie aus. »Wenn du dir so ein Haus leisten kannst, musst du mächtig viel Kohle unterm Arsch haben.« Ihre Ausdrucksweise erinnerte mich mehr an einen Asozialen als an eine junge Frau, aber ich wollte mich – noch – nicht beschweren.
»Also, warum bettelst du?«
Sie schaute zu mir hoch. »Wie soll ich sonst klarkommen?«
»Heißt?«
Tori gab einen unzufriedenen Laut von sich. »Ich bin obdachlos, habe keinen Job und bekomme keine staatliche Hilfe.«
»Alles klar.« Ich deutete zum Wohnzimmer. »Lass uns gehen.« Ich ging an ihre Seite, legte meine Hand auf ihren Rücken, aber sie zog sich sofort von mir zurück. Ihr Geruch stieg mir in die Nase – besonders gut roch sie nicht, stank eher und ich war kurz davor, sie zu bitten, sofort duschen zu gehen. Ihre Kleidung würde ich indes im Kamin verbrennen. »Möchtest du duschen?«
»Warum bist du so nett?«, hakte sie misstrauisch nach.
»Warum sollte ich es nicht sein?«
»Menschen sind nicht nett und freundlich, sondern widerlich und bösartig«, antwortete sie, während sie mich weiterhin argwöhnisch musterte.
Ich schnaubte amüsiert. »Wenn du duschen warst und gegessen hast, werfe ich dich raus. Willst du das hören?«
»Das wäre wenigstens ehrlich.«
»Na dann.« Ich legte meine Sachen auf den Wohnzimmertisch. »Also, duschen?«
»Ich habe keine Wechselkleidung.«
»Ich kann dir Sachen leihen, dann würde Mrs. Weems deine Kleidung waschen.«
Toris Augenbrauen hoben sich. »Okay.«
Nein, ich würde ihre Kleidung wohl wirklich verbrennen, denn ich bezweifelte, dass man den Geruch jemals wieder herauskriegen würde. Und Weichspüler konnte den Gestank von altem Schweiß nicht übertünchen, dessen war ich mir sicher.
»Oder du verrätst mir deine Größe, dann besorgt George neue Kleidung für dich.«
»S«, erwiderte sie.
»In allem?«
Sie nickte.
Mein Blick fiel auf ihre Schuhe, die ziemlich kaputt waren. »Deine Schuhgröße?«
»Sieben.«
»Und…«, ich deutete auf meinen Brustkorb.
»B-Cup.«
»Alles klar. Warte einen Moment«, sagte ich und verließ das Wohnzimmer. Ich machte mich auf den Weg in die Küche, wo George meistens war, da er sich oft mit Mrs. Weems unterhielt. »George?«
Er schaute zu mir, erhob sich und richtete seine Krawatte. »Ja, Sir?«
»Würden Sie bitte Kleidung für meinen Gast kaufen?«
Mein Fahrer hob verwundert die Augenbrauen. »Welcher Art soll die Kleidung sein?«
»Eine Jeans, Longsleeve, Shirt, Unterwäsche, ein Hoodie oder Pullover und eine vernünftige Jacke, außerdem Sneaker.« Ich ging an die Kücheninsel und nahm den Notizblock an mich, auf dem ich alles notierte.
»Welche Größe trägt die … Dame?«
»Das steht alles auf dem Zettel«, erwiderte ich und reichte ihm diesen. »Keine aufreizende Kleidung, praktische.«
»Ja, Sir.« Er nahm den Notizzettel an sich und steckte ihn in seine Innentasche.
»Wird Ihr Gast mit Ihnen essen, Sir?«, schaltete sich Mrs. Weems ein.
Mein Blick fiel auf sie. »Ja, sie wird zum Essen bleiben.« Ich räusperte mich. »Ich bitte Sie, gleich die Kleidung, die ich Ihnen bringe, zu waschen, sollten Sie den Gestank nicht rauskriegen, entsorgen Sie sie.«
Meine Haushälterin sah mich irritiert an, nickte aber. »Ja, Sir.«
Ich verließ die Küche, dann begab ich mich wieder zurück ins Wohnzimmer.
Tori war nicht hier.
Ich ließ meinen Blick schweifen, dann sah ich sie am Fenster stehen. Ich räusperte mich.
Tori zuckte zusammen, schließlich drehte sie sich zu mir um. »Ich habe nur raus geguckt.«
Daraufhin nickte ich.
»Und ich habe dich nicht beklaut.«
»Das habe ich nicht vermutet.« Wenn ich ehrlich war, hatte ich genau das vermutet. Ich hatte auch keine Ahnung, warum ich eine Obdachlose in mein Haus gebracht hatte, denn normalerweise tat ich so etwas nicht. Aber die Kleine hatte etwas an sich, das mich nicht in Ruhe ließ. Es hatte mich die halbe Nacht wachgehalten, letztlich hatte ich nur zwei Stunden geschlafen und entsprechend war ich gelaunt, dennoch hatte ich nach ihr suchen wollen.
Sie atmete erleichtert auf.
»Komm.« Ich zeigte zur Tür.
Tori kam zu mir, danach brachte ich sie nach oben. Sie war schon nach drei Treppen außer Atem, aber ich nutzte sie, um in Form zu bleiben, auch wenn ich einen Aufzug im Haus hatte. Auf der dritten Etage keuchte sie bereits.
»Geht’s?«, erkundigte ich mich.
»Mhm.« Sie nickte hektisch.
»Nicht sportlich, hm?«
»Nicht unbedingt«, antwortete sie atemlos. »Wie viele Treppen sind es noch?«
»Noch zwei.« Ich ging vor, da es mich nervte, wie langsam sie unterwegs war. Beim nächsten Mal würde ich sie den Aufzug nehmen lassen, aber mich hatte interessiert, ob sie sportlich war.
Als ich oben war, drehte ich mich um. Sie stand etwa auf der Hälfte der Treppe und atmete schwer, aber sie gab nicht auf. »Hier braucht man echt einen Aufzug«, sagte sie keuchend, als sie wenig später vor mir stand.
Ich schnaubte amüsiert. »Komm.« Ich führte sie ins Bad. »Hier kannst du duschen. Handtücher sind dort«, ich zeigte zum Schrank, »und ich hole dir einen Bademantel, da mein Fahrer Kleidung für dich besorgt.«
»Jogginghose und Longsleeve wären mir lieber«, erwiderte sie vorsichtig.
»Meine Sachen werden dir vom Hintern rutschen«, gab ich zu bedenken.
»Ist mir aber lieber als der Bademantel«, hielt Tori dagegen und fuhr sich durch ihr verknotetes Haar. Teilweise war es sogar verfilzt.
»Na gut.« Ich ließ sie im Bad stehen, ging in das Ankleidezimmer und holte eine Sporthose sowie ein Longsleeve und Briefs aus den verschiedenen Schränken. Danach begab ich mich zurück zu ihr. »Oh«, stieß ich aus, als ich ihren halbnackten Körper sah – und die zahlreichen Hämatome. »Was ist passiert?«
Sie winkte ab, ich legte die Kleidungsstücke auf die Waschbeckenarmatur.
»Du solltest dich waschen.«
Tori nickte mir zu. »Willst du mir zusehen?«, hakte sie nach, als ich mich nicht bewegte, sondern ihren zierlichen Körper anstarrte.
»Nein.« Ich räusperte mich, wandte mich einem Schrank zu und holte eine verpackte Zahnbürste heraus. »Wirst du sicher auch brauchen.«
»Danke.«
»Mhm.« Ich drehte mich weg, verließ das Bad und zog die Tür hinter mir zu. Mein Schwanz zog, obwohl ihr Körper so malträtiert war. Mühsam kämpfte ich die Lust nieder, denn ich wollte mich ihr nicht nähern, solange sie nicht geduscht hatte. Sie stank bestialisch nach altem Schweiß – und anderen Dingen – und ich war jemand, der Wert darauf legte, dass eine Frau gut roch. Kopfschüttelnd ging ich in mein Schlafzimmer, das auf der anderen Seite der Etage lag. Ich hätte sie auch in meinem Bad duschen lassen können, aber ich war eigen. Ich mochte es nicht, wenn jemand Fremdes mein privates Badezimmer benutzte. Nicht einmal meine Ex hatte dort Zutritt, sondern ich hatte sie immer in jenes geschickt, in dem Tori gerade duschte.
Nachdem ich am Fußende meines Betts Platz genommen hatte, streifte ich die Beanie ab, die ich auf dem Kopf hatte und atmete tief durch.
Warum musste ich mich ausgerechnet für eine Obdachlose interessieren?
Mein Handy lag unten, sodass ich nicht mal einen meiner Freunde anrufen konnte, um mein Leid zu klagen, aber ich wusste, dass sie sich über mich lustig machen würden, sollten sie erfahren, dass Tori auf der Straße saß.
* * *
Schritte.
»Hallo?«
Ich lag auf dem Bett, hatte die Augen geschlossen, doch nun schlug ich sie auf. Ich setzte mich, dann stand ich auf. Ich verließ mein Schlafzimmer, nur um Tori vor dem Ankleidezimmer zu sehen. »Fertig?«
Sie zuckte zusammen, drehte sich zu mir um und nickte hektisch.
Ich betrachtete sie. Ihr blondes Haar war nass, ihre Wangen eingefallen und trotzdem rosig, außerdem versank sie in meinen Sachen. Die Hosensäume hatte sie mehrmals umgeschlagen, dennoch bedeckten sie ihre kleinen Füße. »Wo sind deine Sachen?«
»Im Bad.«
»Dann hol sie.«
»Okay.« Tori hielt die Hose fest, als sie zurück ins Bad ging.
Ich schaute ihr hinterher, erkannte, dass sie ihre Umhängetasche über ihre Schulter hängte, dann sammelte sie ihre verdreckte Kleidung ein. »Fertig?«
Sie nickte mir zu, kam zu mir und ich deutete zum Aufzug. Tori folgte mir. »Du hast einen Aufzug und lässt mich fünf Etagen nach oben laufen?«
»So bleibt man fit«, antwortete ich und betrat die Kabine. »Komm.«
Sie kam neben mich und drückte ihre Sachen an ihren Körper, deren beißender Geruch die Aufzugskabine erfüllte, kaum dass sich die Tür geschlossen hatte.
Ich fuhr mit ihr in den Keller, führte sie in den Hauswirtschaftsraum und öffnete die Waschmaschine. »Schmeiß rein.«
Sie seufzte, dann kontrollierte sie die Taschen ihres Hoodies sowie ihrer Jeans und holte eine Menge Müll heraus. Schließlich steckte sie diesen in ihre Tasche. Tori schmiss ihre Kleidung in die Waschmaschine, ich stellte sie ein und ließ sie ihre Arbeit aufnehmen.
Danach nickte ich in Richtung Aufzug.
»Wohin jetzt?«
»Nach oben.« Ich ging wieder zum Aufzug, in dem es immer noch nach ihrer muffigen Kleidung stank. Gleich würde ich die Tür definitiv offenlassen, damit der Geruch abzog.
Nachdem sie die Kabine ebenfalls betreten hatte, ließ ich uns ins Erdgeschoss bringen. Ich brachte Tori in die Küche, wo Mrs. Weems am Herd stand. »Das Essen ist gleich fertig, Sir.«
Ich nickte ihr zu, danach schaute ich Tori an. »Durstig?«
»Ja.«
»Mrs. Weems, bringen Sie uns bitte eine Flasche Wasser ins Esszimmer im ersten Stock.«
»Ja, Sir.«
Tori folgte mir weiter nach oben ins Esszimmer. Ich nahm am ovalen Tisch Platz und schaute sie erwartungsvoll an. Sie kam ebenfalls dorthin, setzte sich, allerdings ließ sie einen Platz zwischen uns frei. Mein Blick fiel auf ihre Hände. Ihre Nägel waren abgebrochen, die Nagelbetten offensichtlich entzündet und ich hob eine Augenbraue.
»Was ist?«, fragte sie.
Ich deutete auf ihre Hände. »Ungepflegt.«
»Sorry, dass mir das Geld für Maniküre und Pediküre fehlt«, hielt sie dagegen, dabei klang sie ein wenig schnippisch.
»Warum bist du auf der Straße?«
»Nicht jeder kann sich eine Wohnung in New York City leisten«, antwortete Tori und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen, was ich furchtbar unhöflich fand.
»Das ist der einzige Grund?«
»Mhm.«
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie sich keine Wohnung leisten konnte. Sie war jung, sicher war sie auf dem College oder hatte etwas Berufserfahrung, aber sie war obdachlos. »Job?«
Tori schüttelte den Kopf.
»Warum nicht?«
Sie seufzte schwer. »Ich mag es nicht, ausgefragt zu werden.« Tori schaute mich an. »Wäre nett, wenn du es bleiben lässt.«
»Na schön«, gab ich unzufrieden zurück, denn ich traute ihr zu, dass sie in diesem Aufzug mein Haus verlassen würde. »Wo sind deine Schuhe?«
»Noch im Bad.« Sie schluckte. »Und meine Socken sind mit in der Wäsche.« Tori schaute mich aufmerksam an. »Wie lange dauert es, bis meine Sachen gewaschen und getrocknet sind?«
Daraufhin zuckte ich mit den Schultern. »Zwei bis drei Stunden oder so. Ich habe keine Ahnung, wie lange die Waschmaschine braucht, aber Mrs. Weems hat sie immer im Auge.«
»Okay.«
* * *
Erstaunt sah ich Nolan an. »Das ist alles für mich?«
»Ja, probier die Sachen an und behalt sie«, erwiderte er und ich hatte den Eindruck, dass er sich unwohl fühlte, weil er mit mir sprach.
Ich hätte mich in meiner Gegenwart auch unwohl gefühlt, selbst jetzt war mir mulmig zumute, aber das lag daran, dass mein Körper nach dem nächsten Kick schrie. »Danke«, sagte ich erstaunt und holte tief Luft. »Und du willst wirklich keine Gegenleistung dafür?«
Nolan zeigte mir ein Kopfschütteln. »Keine Sorge.« Dann deutete er in Richtung Bad. »Zieh dich an.«
»Danke«, wiederholte ich überfordert, wandte mich von ihm ab und verschwand in das Badezimmer, in dem ich vorhin duschen durfte. Ich fragte mich, ob er alleine in diesem riesigen Haus wohnte, aber ich wusste, dass ich keine Antwort auf meine Frage bekommen würde. Ich kannte ihn nicht, ausfragen wollte ich ihn genauso wenig und von sich aus würde er mir bestimmt nichts erzählen.
Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, stellte ich die beiden Taschen auf die geschlossene Toilette. Ich sah hinein und war überrascht, sogar einen Rucksack sowie einen Schlafsack darin zu finden. In nächster Zeit würde ich nachts wohl nicht frieren, es sei denn, ich fand die Kassenbelege, damit ich die Sachen umtauschen konnte, um das Geld dafür zu kassieren, denn damit konnte ich mir den nächsten Schuss sichern. Na ja, den übernächsten, denn die 50 Dollar, die Nolan mir heute Mittag gegeben hatte, würden für einen, vielleicht auch zwei reichen. Womöglich würde ich auch etwas Anderes bei meinem Dealer kaufen, damit ich etwas länger zurechtkam.
Ich verwarf die Überlegung, befreite mich von seinem Longsleeve und roch noch einmal daran. Es duftete nach aprilfrischem Weichspüler, selbst er hatte eine Note davon an sich, und für einen Moment fühlte ich mich sicher und beschützt. Nicht wie der Junkie, der sich auf New Yorks Straßen durchschlug – und das mehr schlecht als recht.
Ich befreite mich auch von seiner Sporthose, die ich gemeinsam mit dem Langarmshirt in den Wäschekorb warf. Anschließend zog ich die neuen Sachen an, die Nolan für mich kaufen ließ. Es war klar, dass sich dieser Mann eine Menge leisten konnte, aber er spielte weit außerhalb meiner Liga. Während ich in der absolut untersten unterwegs war, spielte er mit Sicherheit in der höchsten Spielklasse. Einem Mann wie ihm konnte nur eine Frau aus der High Society das Wasser reichen.
Wenn überhaupt.
Ich wusste nicht, ob ich das alles behalten durfte, weshalb ich mir bloß meine Tasche wieder umhängte. Ich hatte mir nur ein Outfit ausgesucht, zudem die Jacke an mich genommen, die ich in den Plastiktaschen gefunden hatte, und verließ das Bad.
Nolan stand vor der Tür und schaute über mich hinweg. »Wo ist der Rest?«
»Ich wollte sichergehen, ob das wirklich alles für mich ist«, antwortete ich aufrichtig.
»Ist es. Pack’s ein.«
»Ich kann das nicht annehmen«, erwiderte ich.
»Doch, kannst du.« Er ging an mir vorbei, ich drehte mich um und er packte die übrigen Kleidungsstücke sowie eine neue Zahnbürste und eine Tube Zahncreme in den Rucksack. Danach kam er zu mir zurück. »Nimm die Sachen.«
»Danke, Nolan«, sagte ich kleinlaut und griff an den Schulterriemen des Rucksacks. Ich hängte ihn auf meine Schulter. »Was ist mit meinen anderen Sachen?«
»Ich spreche Mrs. Weems sofort an.« Er deutete zum Aufzug.
Selbst das fand ich total dekadent, aber ich würde es nicht aussprechen. Dieser Mann musste wirklich vor Geld stinken und normalerweise wurde ich von solchen Leuten übersehen, aber er hatte mich wahrgenommen.
Nur warum?
Letzte Nacht hatte er mich aus dieser Halle gejagt, aber heute lud er mich zum Essen ein, ließ mich duschen und schenkte mir Kleidung.
Was bezweckte er damit?
Während ich mich in meinen Gedanken verlor, fuhren wir in den Keller.
Nachdem sich die Türen des Aufzugs geöffnet hatten, ging Nolan in den Hauswirtschaftsraum und weiter an die Waschmaschine.
Nein, es war der Trockner.
Er öffnete die Luke und griff nach meinen Sachen. »Alles trocken.«
Ich begab mich zu ihm, ließ mir meine Kleidung geben und stopfte sie zu den anderen in den Rucksack, an dem er auch den Schlafsack irgendwie angebracht hatte. »Danke.«
»Keine Ursache.«
Nach einem Zungenschnalzen neigte ich den Kopf. »Ich gehe dann jetzt.«
Er richtete sich auf, sah auf mich hinab. »Sicher?«
Daraufhin nickte ich. »Ja. Danke für alles, Nolan.«
»Gern.« Er führte mich noch einmal zum Aufzug und wir fuhren ins Erdgeschoss. Wenig später dort angekommen brachte er mich zur Haustür. »Falls du etwas brauchst …«
»Werde ich nicht«, unterbrach ich ihn und zog die Tür auf. »Bye.« Ich verschwand nach draußen, ohne noch einmal zurückzublicken, denn ich wusste, dass ich sonst nicht die Kraft haben würde, weiterzugehen.
Irgendwas hatte dieser Mann an sich, das mich magisch anzog.
* * *
Ich sah Thomas an, zu dem ich nach meinem Besuch bei Nolan gegangen war. »Was bekomme ich für 50 Dollar?«
Mein Dealer hob eine Augenbraue. »Woher hast du 50 Dollar, du kleiner Junkie?«
»Komm schon, Thomas, gib mir was für 50«, flehte ich.
»Was willst du haben?«, hakte er nach.
»Heroin.«
»Für 50 Dollar bekommst du anderthalb Gramm von mir.«
»Gestern bekam ich noch eins für 20«, hielt ich dagegen. »Komm schon, Thomas, gib mir zweieinhalb Gramm und du siehst mich ‘ne Weile nicht.«
Er hob eine Augenbraue. »Okay, ich gebe dir fünf Gramm, wenn du reinkommst und mir zeigst, was du mit diesem Mund und deinem kleinen geilen Arsch so anstellen kannst.«
Ich presste meine Lippen zusammen.
Es war eine Überlegung wert.
»Nicht ohne Gummi«, hörte ich mich schließlich antworten.
»Sicher nicht ohne Gummi oder denkst du, dass ich mir irgendwas wegholen will?«, fragte er mit einer gehobenen Augenbraue.
Fuck!
Wie verzweifelt war ich denn eigentlich?
Nein!
Ich war nicht verzweifelt, ich war abhängig. »Okay«, hörte ich mich sagen. »Dann gib mir jetzt zweieinhalb Gramm und ich komme heute Abend noch mal her.«
Thomas schüttelte den Kopf. »Jetzt oder gar nicht.«
Ich seufzte schwer. »In Ordnung.«
Daraufhin fasste er mich an der Schulter und zog mich ins Treppenhaus. »Zweite Etage.«
Ich nickte ihm zu, dann ging ich hinauf. Mit jeder Stufe wurde mir mulmiger zumute, aber ich würde keinen Rückzieher machen. Hier ging es immerhin um fünf Gramm Heroin, die mir ein paar Tage über die Runden helfen würden.
Nachdem wir seine Wohnung betreten hatten, drehte ich mich zu ihm um. »Fünf Gramm und ein Schuss sofort.«
»Meinetwegen, aber erst nachdem ich dich gefickt habe.« Er schubste die Wohnungstür hinter sich zu, kam einen Schritt näher und schob seine Hand in meinen Nacken. Dann beugte er sich zu mir runter und drückte schmerzhaft fest seine Lippen auf meine.
* * *
Ich fühlte mich so schmutzig.
Thomas hingegen war das blühende Leben. »Ich geh mich waschen, dann hole ich dir deinen Stoff.«
»Danke.« Ich wollte mich auch waschen. Die Dusche bei Nolan hatte gut getan, ich hatte mich endlich sauber gefühlt, aber jetzt war das reine Gefühl dahin.
Thomas hatte mich vollgesabbert, abartig viel geschwitzt und nicht aufgehört, als ich ihn darum gebeten hatte, aber was tat man nicht alles, wenn man süchtig war?
Ich war für den Stoff zur Nutte geworden, hatte meinen Körper dafür verkauft und widerte mich an. Voller Selbstekel richtete ich mich auf, schaute mich nach meinen Sachen um und hoffte, mir auf der versifften Schlafcouch nichts weggeholt zu haben. Von ihm selbst konnte ich höchstens Herpes bekommen, da er ein Kondom übergestreift hatte.
Zum Glück.
Denn ich wollte mich genauso wenig mit irgendwas anstecken wie er.
Ich sammelte die Kleidungsstücke ein, die ich von Nolan bekommen hatte, dann zog ich mich an.
»Warum ziehst du dich an?«, wollte Thomas wissen, als er zurückkam. Er trug bloß Boxershorts.
»Ist besser, wenn ich gehe«, erwiderte ich, als ich den Hoodie überzog. »Bekomme ich jetzt mein Zeug?«
Er sah mich skeptisch an. »Für fünf statt zweieinhalb Gramm habe ich mehr als eine Nummer erwartet.«
»Es war nur die eine ausgemacht«, hielt ich dagegen.
Thomas schnaubte unzufrieden. »Na schön.« Er räusperte sich. »Warte hier.«
Ich nickte ihm zu, setzte mich auf die Couch und zog meine Schuhe an. Meine kaputten Sneaker hatte Nolan entsorgt, dabei hatte ich sie behalten wollen. Denn diese hier hätte ich verkaufen können, aber nein, jetzt konnte ich es nicht mehr. Aus den Taschen hatte ich alle Kassenbons mitgenommen und ich würde die Sachen am Montag zurück in die Läden bringen, um die Kohle zu kassieren. Es waren gut 300 Dollar und damit konnte ich nicht nur ein wenig Essen und Getränke kaufen, sondern hatte auch meinen Stoff für ein paar Tage gesichert, sofern Thomas kein anderes Arrangement treffen wollte.
Ich schnappte mir meinen Rucksack, in den ich meine Umhängetasche gestopft hatte, nachdem ich bei Nolan aufgebrochen war.
»Hier.« Thomas kam mit einem Tütchen zu mir, das er mir reichte.
»Danke.« Ich öffnete es und sah hinein. Ich wollte nicht verarscht werden, deshalb holte ich die kleinen Päckchen aus Alufolie.
»Vertraust du mir nicht?«
»Vorsicht ist besser als Nachsicht«, entgegnete ich.
Verdammt, ich fühlte mich müde, hatte Magenkrämpfe und mir war übel, außerdem zitterte ich.
Entzugserscheinungen.
Fuck!
»Stimmt.« Er betrachtete mich. »Du hast dich ziemlich verändert, seit wir uns das erste Mal gesehen haben.«
»Inwiefern?«
»Du siehst ausgezehrt aus.«
»Aha«, stieß ich aus, steckte die kleinen Packs zurück ins Tütchen und erhob mich. Ich schob es in meine Hosentasche, danach holte ich den Fünfziger aus meiner anderen. »Dein Geld.« Ich legte es auf den Couchtisch. »Und ich bin dann weg.« Ich zog die Jacke an, danach den Rucksack auf und ging an ihm vorbei.
»Wir sollten das wiederholen«, sagte er, als er mir zur Tür folgte.
»Mal sehen«, entgegnete ich und zog die Wohnungstür auf. »Bis dann, Thomas.«
»Bis in ein paar Tagen, Blondie«, erwiderte er.
Ich verließ seine Wohnung, machte mich auf den Weg nach unten und überlegte, ob ich mir den Schuss nicht schon im Treppenhaus setzen sollte, denn dann würden die Entzugserscheinungen aufhören.
* * *
Ich war nicht in Thomas’ Nähe geblieben, sondern hatte mir eine ruhige Gasse gesucht, in der ich mir eben den Schuss gesetzt hatte. Das High war wie eine warme Decke, die sich um mich gelegt hatte, aber da war noch etwas Anderes. Mein Arm brannte wie Feuer und die Hitze kroch langsam in ihm hinauf.
Meine Umgebung war verschwommen.
Hatte ich mir etwa zu viel gespritzt?
Mühsam packte ich mein Fixerbesteck ein und überlegte, was ich tun soll, aber mir fiel bloß Nolan ein. Womöglich würde ich es zu ihm schaffen, ihm sagen können, dass ich einen Arzt brauche, aber nein … Ich wollte ihn nicht belästigen.
Er hatte schon genug für mich getan, noch mehr konnte ich unmöglich erbitten. Zudem würde er mich sicher zum Teufel jagen.