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LI S1 - Der Weg des Schwertes Der junge Schwertkämpfer Li steht vor seiner größten Reise! Um auch das letzte Geheimnis zu lüften, muss er einen legendären Kampf gewinnen. Nicht nur gegen den Endboss, sondern auch gegen sich selbst. Episode 1: Dunkle Träume Li findet sich in dem kleinen Dorf Ise auf Rogos Veridis wieder. Er hat sein Gedächtnis verloren. Meister Tian übergibt ihm ein sagenumwobenes Schwert. Episode 2: Der Ruf des Adlers Rund um den mysteriösen Meister Akuma geschehen merkwürdige Dinge. Li will dem Geheimnis von Lotos auf den Grund gehen. Der Adler Cry rettet Li im letzten Moment und lässt eine Maus weiterziehen. Episode 3: Meister Wang Ein wichtiger Auftrag führt Li in das Dorf Atasi. Dort entdeckt er einen Drachenbrunne und Zeremonienmeister Zhang erzählt von einer alten Legende. Meister Wangs Waffenschmiede zieht Li magisch an.
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Seitenzahl: 63
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Autoren: Manuela Wieninger · Martin Wintersberger
Illustrationen: Jia Ying Wu
Cover: Acht Schätze & Sasha Schlöglhofer
astro-entertainment.at
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Eingebettete Schriften: Fira Sans (OFL), PT Serif (OFL), Ailerons (lizenziert). Sollte Ihr E-Book-Reader diese Schriften nicht laden können, kontaktieren Sie bitte Ihren Händler.
Nach einer Idee von Martin Wintersberger
Copyright 2020 © Martin Wintersberger
Neuauflage 2025
Alle Rechte vorbehalten
ISBN 978-3-99119-240-4
STAFFEL 1
DER WEG DES SCHWERTES
Episode 1: Dunkle Träume
Episode 2: Der Ruf des Adlers
Episode 3: Meister Wang
»AUCH DIE LÄNGSTE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT«
EPISODE 1DUNKLE TRÄUME
Ein lautes Geräusch riss den Jungen aus dem Schlaf. Als er versuchte, seine Augen zu öffnen, blendete ihn das grelle Licht von Ares. Sein Kopf dröhnte und er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sein Gewand klebte an seinem Körper. Noch einmal versuchte er, vorsichtig die Augen zu öffnen. Sein Blick erforschte das spärlich eingerichtete Zimmer, indem er sich befand. Er selbst lag auf einem harten Bambusbett, in der rechten Ecke stand ein Holzschrank und auf der anderen Seite war ein schön verzierter Schreibtisch zu sehen. Ein kleines Fenster ließ ihn einen Blick nach draußen erhaschen: Baumkronen wiegten sanft hin und her.
Er wollte sich aufzusetzen, als plötzlich ein stechender Schmerz seinen ganzen Körper durchfuhr und seinen Atem ins Stocken geraten ließ. Vorsichtig ertastete der Junge den Ursprung des Schmerzes. Ein Verband befand sich um seinen Oberkörper gewickelt und darunter spürte er eine pochende Narbe. Sie zog sich über seinen linken Brustkorb und der Schmerz strahlte bis in seine Fingerspitzen aus. Noch bevor er einen klaren Gedanken fassen konnte, hörte er einen heftigen Streit aus dem Nebenzimmer.
»Du kannst doch nicht einen wildfremden Jungen bei dir aufnehmen, Tian!«, ertönte eine männliche Stimme lautstark. »Hör zu, Gao! Er lag allein und verletzt zwischen Felsen am Rande des Wasserfalls. Es war kalt und hätte ich ihn dort gelassen, wäre er gestorben. Außerdem ist es immer noch meine Sache.« Der andere Mann klang bestimmt und duldete keine Widerrede. Plötzlich vernahm der Junge schnelle Schritte. Eine zierliche ältere Frau stand auf einmal in der Tür: »Kommt schnell, er ist endlich aufgewacht!« Hinter der Frau kamen zwei weitere Gestalten zum Vorschein. Ein großer alter Mann mit grauen Haaren betrat das Zimmer. »Mein Junge! Endlich bist du aufgewacht.« Der Fremde setzte sich zu ihm auf das Bambusbett und nahm vorsichtig seine Hand.
Diese Berührung war dem Jungen unangenehm. Er zog die Hand wieder sanft an sich. »Wie geht es dir? Du warst tagelang nicht ansprechbar und glühend heiß. Wir hatten Angst, wir könnten dich verlieren.« Als der Mann die letzten Worte sprach, blickte er besorgt zu der Frau an der Tür. »Kim hat sich gut um dich gekümmert. Den Göttern sei Dank, dass du wieder aufgewacht bist. Aber jetzt sag schon, wie geht es dir? Was ist denn passiert?«
Der Junge versuchte das Gedankenchaos in seinem Kopf unter Kontrolle zu bringen. Er sah verwirrt von einer Person zur anderen, die Gesichter kamen ihm nicht bekannt vor. Genauso fremd war ihm der Raum, in dem er sich befand. Seine Kehle war trocken. Er räusperte sich: »Ich … Ich … Es geht mir … gut. Danke. Ich weiß nicht, … was passiert ist …«
Die Frau lächelte und sagte: »Du musst ja am Verhungern sein! Ich koche dir ein schönes Mittagessen.« Dann eilte sie davon. »Wie heißt du eigentlich?« Der Mann an der Tür funkelte ihn böse an. Er war ebenfalls älter und trug sein langes schwarzes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden. Der Junge spürte sein Misstrauen. Doch kurz keimte Freude in ihm auf, da er diese Frage beantworten konnte. Zumindest fiel ihm ein Teil seines Namens ein. Er räusperte sich noch einmal: »Ich heiße … Li.« Dann wandte er den Blick Richtung Fenster und starrte ins Leere.
Mit mehr Informationen konnte er nicht dienen. Er war auch zu erschöpft, um selbst Fragen zu stellen. Der Mann, der an seinem Bett saß, stand auf und sagte hastig: » Komm, komm! Lassen wir den armen Jungen in Ruhe. Er soll sich vor dem Mittagessen noch etwas ausruhen.«
Die Männer verschwanden und schlossen die Schiebetür. Li versuchte sich daran zu erinnern, wie er hierher gekommen war und woher er diese große Narbe auf seiner Brust hatte. Doch sein Gedächtnis machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Trotz aller Schmerzen schaffte er es mit großer Anstrengung sich aufzurichten und vom Bett aufzustehen.
Zitternd ging Li zum Fenster und schaute auf einen kleinen Hof. Er sah ein Gästehaus, ein kleines Gemüsebeet und eine Werkstatt. Durch die offene Zweiflügeltür erkannte er Geräte und Werkzeuge eines Tischlermeisters. Dieser Ort war ihm vollkommen fremd. Li fühlte sich schwach und plötzlich wurde ihm schwindlig. Er legte sich zurück in das Bambusbett und fiel wieder in einen unruhigen Schlaf.
Schreie. Häuser brannten lichterloh. Rogosier rannten verzweifelt durch die Straßen. Eine Klinge blitzte auf. Ein alles durchdringender Schmerz in seiner Brust. Ein gellender Schrei, dann fiel er …
Es war bereits spät am Morgen, als Li schweißgebadet erwachte. Er rieb seine Augen, um die verwirrenden Bilder loszuwerden. Es war jede Nacht derselbe Alptraum, der ihn heimsuchte. Li konnte diese dunklen Träume nicht zuordnen, auch sein Gedächtnis kam nicht zurück. Von Tian und Kim konnte er nur in Erfahrung bringen, dass sie ihn am Ufer eines Wasserfalles gefunden und ihn gesund gepflegt hatten.
Die Tage im Haus der beiden vergingen schnell und mit jedem neuen Morgen fühlte Li sich körperlich kräftiger. Er wusch sich sein Gesicht und blickte in den kleinen Spiegel, der über dem Waschbecken angebracht war. Seine schwarzen Haare standen kreuz und quer und er blickte in dunkelbraune Augen. Er konnte nur schätzen, dass er um die vierzehn Jahre alt war. Er spritzte sich noch einmal Wasser ins Gesicht, zog sich an und ging in die Küche. Kim hatte bereits das Frühstück angerichtet und begrüßte ihn mit einem breiten Lächeln: »Guten Morgen, Li. Hast du heute gut geschlafen oder quälen dich noch deine Alpträume?« Sorge lag in ihrer Stimme.
Li setzte sich an den Tisch und trank einen Schluck. Er genoss den frisch aufgegossenen Tee aus einer feinen Teeschale und den guten aromatischen Geschmack. Li wollte nicht darüber sprechen und Kim beließ es dabei: »Tian sollte gleich zu uns kommen, er wässert noch schnell den Garten.« Als Kim den Satz zu Ende gesprochen hatte, hörten sie den Dielenboden knarren. Kurz darauf kam Tian verschwitzt, aber gut gelaunt, in die Küche: »Guten Morgen, Li. Es freut mich, dass es dir schon besser geht. Ich habe etwas mit dir zu besprechen.«