Der erfolgreiche Bundestagsabgeordnete - Wilfried Rabe - E-Book

Der erfolgreiche Bundestagsabgeordnete E-Book

Wilfried Rabe

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Beschreibung

Was sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren zur Erringung eines Direktmandates bei einer Bundestagswahl? Was machen erfolgreiche Direktkandidaten bei den Bundestagswahlen anders als ihre schwächeren Konkurrenten? Wie kann man die Leistung eines erfolgreichen Direktkandidaten objektiv bewerten? Ausgehend von den Ranglisten der besten Direktkandidaten und der schwächsten Kandidaten bei der Bundestagswahl 2017 wird untersucht, wie es bestimmten Direktkandidaten gelingt auch in schwierigem politischem Umfeld ein Direktmandat zu erringen. Die Verteilung der Direkt- und Listenmandate der Parteien nach der Bundestagswahl 2017 werden dargestellt. Für die verschiedenen Parteiaffinitäten der Bundesländer werden für die SPD Handlungsempfehlungen für Bundestagskandidaten und die Kandidatenkür dargestellt, die sich aus einigen typischen Wahlkreissituationen ergeben. Aus Gesprächen mit erfolgreichen Bundestagsabgeordneten und Wahlanalysen werden Erfolgsfaktoren zur Erringung eines Direktmandates abgeleitet. Der mögliche Beitrag der SPD Bundespartei zum Gewinn eines Direktmandates ist in acht wesentlichen Punkten zusammengefasst.

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Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Autor:

Verteilung der Direkt- und Listenmandate der Parteien, Wahlkreissituationen, Handlungsbedarf in den Wahlkreisen, Erfolgsfaktoren für Direktmandate, To do Liste für die SPD

Inhaltsübersicht

Vorbemerkung

Ausgangssituation nach der Bundestagswahl 017

1.1 Struktur der Bundestagskandidaten der Parteien

1.2 Verteilung der Mandate nach Bundesländern

Handlungsbedarf in den Wahlkreisen

2.1 Wahlkreise der Direktkandidaten

2.2 Wahlkreise mit Kandidaten von der Landesliste

2.2.1 Listenkandidaten in SPD affinen Bundesländern

2.2.2 Listenkandidaten in nichtaffinen SPD Bundesländern

2.3 Wahlkreise ohne MdBs

2.3.1 SPD - affine Bundesländer

2.3.2 Nicht SPD - affine Bundesländer

Parteiübergreifende Liste der besten Kandidaten bei der Bundestagswahl 2017

Vorgehensweise zur Ermittlung von Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktoren zur Gewinnung von Direktmandaten

5.1 Berücksichtigung der unterschiedlichen Wahlkampfsituationen im Wahlkreis?

5.1.1 Parteiaffinität der Wähler

5.1.1.1 Die Partei hat eine sichere Mehrheit bei den Zweitstimmen (hohe Parteiaffinität

5.1.1.2 Die Partei kämpft um die Mehrheit bei den Zweitstimmen (ausgeglichene Parteiaffinität zwischen SPD und CDU)

5.1.1.3 Die Partei hat keine Chance die Mehrheit der Zweitstimmen zu erreichen (sehr geringe Parteiaffinität)

5.1.2 Kandidatensituation im Wahlkreis

5.1.2.1 Der Kandidat ist Abgeordneter im Bundestag, MdB (Direktkandidat oder Landesliste)

5.1.2.2 Der Kandidat hat kein Bundestagsmandat (Der Wahlkreis hat keinen SPD MdB)

5.1.2.3 Der Kandidat übernimmt einen Wahlkreis von einem SPD MdB

5.2 Auswahlverfahren der Kandidaten für die BTW

5.2.1 Zeitpunkt der Kandidatenbenennung

5.2.2 Auswahlverfahren

5.2.3 Qualifikation und Kompetenz des Kandidaten/Kandidatin

5.3 Personelles

5.3.1 Funktionen in der Partei oder in der Kommune, Mitgliedschaften

5.3.2 Transparenz und Vertrauen

5.4 Medienpräsenz

5.4.1 Öffentlich-rechtliche Medien

5.4.2 Örtliche Medien

5.4.3 Soziale Medien

5.5 Wiedererkennung der Person

5.6 Das Wahlkreisbüro des MdB

5.6.1 Personelle und finanzielle Ausstattung

5.6.2 Übergang bei Verlust des Wahlkreisbüros

5.7 Arbeitsteilung Bundestagsbüro/Wahlkreisbüro der MdBs

5.8 Politische Struktur des Wahlkreises

5.9 Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftsstruktur im WK

5.10 Wahlkreisinteressen

5.11 Wahlkampf im Wahlkreis

5.11.1 Stellenwert des Wahlkampfes im Wahlkreis

5.11.2 Wahlkampfmittel/Budget/Start

5.11.3 Organisationsstruktur der Partei für den Wahlkampf

5.11.4 Wahlkampfteam

5.11.5 Wahlkampfthemen

5.11.6 Unterstützung durch die Bundespartei

5.11.7 Werbemaßnahmen und Aktionen

5.11.8 Wahlkampferfahrung und Erfahrungsaustausch

5.11.9 Erst- und Zweitstimmenkampagne

5.11.10 Umgang mit dem politischen Gegner

5.11.11 Nachbetrachtung des Wahlkampfes

5.11.12 Eigene Einschätzung der Erfolgsfaktoren der Kandidaten

5.11.13 Empfehlungen der Kandidaten

Zusammenfassung

Empfehlungen für die SPD Bundespartei

Quellen

Buchempfehlungen

Vorbemerkung

Die Spitzenpolitiker aller im Bundestag vertretenen Parteien sind aufgrund ihrer Wahlergebnisse in ihrem Wahlkreis bei der Bundestagswahl 2017 in dem Buch „Tops und Flops der Bundestagskandidaten 2017“ (1) bewertet worden.

Für die Regierungsmitglieder und die einzelnen Parteien wurden Ranglisten der besten Kandidaten (Tops) erstellt, und es wurden die Kandidaten mit unbefriedigenden Ergebnissen (Flops) ermittelt. Als Maßstab wurde dazu die aus den Erst- und Zweitstimmen ermittelte Persönlichkeitskennzahl herangezogen (2).

Die Gründe für hohe oder niedrige Ranglistenplätze der Politiker wurden nicht im Detail hinterfragt.

Die Ergebnisse in den einzelnen Wahlkreisen können den Parteien jedoch eine Reihe von Hinweisen zu der Qualität der Kandidaten und ihres Wahlkampfes geben. Dabei ist es nicht leicht zwischen dem Einfluss der Partei und dem der Kandidaten zu unterscheiden. Bei den Spitzenkräften der Parteien ist die Differenzierung zwischen der Person und der Partei sicher am schwierigsten.

Klar dürfte jedoch sein, dass ein gegenüber dem Zweitstimmenergebnis für die Partei deutlich überhöhter Wert bei den Erstimmen auf einen kompetenten, überzeugenden Kandidaten hinweist. Diesem Kandidaten ist es gelungen von den Zweitstimmenwählern anderer Parteien Erststimmen (Stimmensplitting) zu bekommen. Die Ranglisten zeigen, dass es Kandidaten gibt, die sich bei der Direktwahl erheblich mit ihren Erststimmen von dem Ergebnis ihrer Partei abheben können.

Der Gewinn eines Direktmandates ist allerdings per se kein Qualifikationsnachweis. In Bayern geht jedes Direktmandat unabhängig von der Qualität der Kandidaten an die CSU. In Bayern ist die Kandidatur für die CSU bei Landtagswahlen aufgrund des landesspezifischen Wahlverfahrens sogar identisch mit der Vergabe eines Abgeordnetenmandates (3,4).

Der Persönlichkeitswert als Bewertungsmaßstab für die Wirkung eines Kandidaten auf die Wähler ist eine reine Feststellung. Die positive oder negative Wirkung eines Bundestagskandidaten ist geprägt von dem subjektiven Empfinden des einzelnen Wählers, nicht nur von objektiven Tatsachen. So muss ein Flop-Kandidat kein schlechter Minister oder Abgeordneter sein, nur seine Wirkung auf den Wähler ist für die Partei nicht förderlich.

Nach Vorliegen dieser Ergebnisse lag es nahe, sich gezielt die Kandidaten genauer anzusehen, die sich durch besonders gute Persönlichkeitswerte auszeichneten, also auf eine hohe Resonanz bei den Bürgern gestoßen sind.

Ergänzend hierzu wurden mit verschiedenen Bundestagskandidaten vertiefende persönliche Gespräche zu ihrer Kandidatur und ihrem Wahlkampf durchgeführt.

Ziel ist es, mögliche Erfolgsfaktoren für die Gewinnung eines Direktmandates zu ermitteln und sie auch anderen Kandidaten zugänglich zu machen. Über die Zusammensetzung des Bundestages entscheidet zwar die Zweitstimme und nicht die Erststimme für einen Kandidaten, aber die Ergebnisse der Direktkandidaten, die hohe Abstände zwischen den Erststimmen und den Zweitstimmen erreichen, geben den Parteien Hinweise in welche Richtung sie sich orientieren müssen, wenn sie auch das Ergebnis der Partei verbessern wollen.

Die erfolgreichen Direktkandidaten mit hohen Persönlichkeitswerten spiegeln die Erwartungen der Bürger an die Politik wieder. Schon dies allein ist ein guter Grund sich mit ihnen zu beschäftigen.

Bergisch Gladbach im Mai 2019

1.Ausgangssituation nach der Bundestagswahl 2017

Entsprechend der Anzahl der Wahlkreise gibt es bei der Bundestagswahl 299 Direktmandate und mindestens die gleiche Anzahl an Listenplätzen.

Für den Gewinn eines Direktmandates reicht die einfache Mehrheit der Erststimmen im Wahlkreis.

185 Mandate hat die CDU gewonnen, 59 die SPD, 46 die CSU, 5 die Linke, 3 die AfD und 1 Wahlkreis die Grünen.

Bild 1.1: Anzahl und Anteil der Direktmandate der Parteien bei der BTW 2017

Das Bild 1.1 zeigt, dass die beiden Parteien CDU und CSU bereits zusammen 77% aller Direktmandate holen. Die SPD erhält nur 20% der Direktmandate.

Bei einem weiteren Erstarken der Grünen werden diese auch mit der Erststimme ihre Kandidaten wählen, so dass die Chancen der CDU weiter steigen werden mit geringen Mehrheiten noch mehr Direktmandate zu gewinnen. Dies wird auch die Zahl der Abgeordneten im nächsten Bundestag noch weiter erhöhen.

Die notwendige Wahlrechtsreform zur Vermeidung eines weiteren Anstiegs der Abgeordnetenzahlen ist z.Z. nicht erkennbar, da das Interesse der Parteien ihre eigene Zahl der Abgeordneten zu begrenzen nicht sehr groß ist. Die große Zahl der Abgeordneten bedeutet für alle Parteien einen erheblichen Mittelzufluss und Personalressourcen für die Parteiarbeit.

Weitere 410 Sitze wurden 2017 über die Landeslisten vergeben, da etliche Überhang- und Ausgleichsmandate notwendig waren.

Bild 1.2 : Gewählte Abgeordnete der Parteien mit Direktmandaten und über die Landeslisten

Das Bild 1.2 zeigt, dass die CSU in Bayern alle Abgeordneten und die CDU die meisten Abgeordneten über die Direktmandate gewinnen.