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Die letzte Bundestagswahl 2013 mit ihren Ergebnissen in den einzelnen Bundesländern, wird hinsichtlich des Wahlverhaltens der verschieden Wählergruppen analysiert und es werden Stärken und Schwächen der SPD mit entsprechenden Kennzahlen dargestellt. Die Bundestagswahl mit ihren detaillierten Angaben zum Wahlverhalten bestimmter Zielgruppen wird genutzt, um eine erfolgversprechende Strategie für die SPD bei der kommenden Bundestagswahl zu entwickeln. Dafür werden in den einzelnen Analyseblöcken Wahlfakten formuliert und Wahlbausteine für den SPD Wahlkampf 2017 vorgeschlagen. Die vorliegenden Prognosen für die Bundestagswahl 2017 werden bewertet, ebenso wie das Auftreten der AfD auf der politischen Bühne mit seinen Wirkungen auf die Wähler der verschiedenen Parteien. Aus diesen Daten und Informationen wird das Konzept der Doppelstrategie für die wahlbestimmenden Altersgruppen vorgestellt, mit dem die SPD durch Konzentration ihres Programms auf bestimmte Zielgruppen und deren Bedürfnisse, sowie durch einen effizienten Wahlkampf die stärkste Kraft bei der kommenden Bundestagswahl 2017 wird und Martin Schulz Bundeskanzler.
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Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Seit dem Jahre 2015 hat sich die politische Situation in Europa und der Bundesrepublik grundlegend verändert. Die Bundeskanzlerin ist angeschlagen und amtsmüde.
Deutschland ist durch die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin in Europa weitestgehend isoliert, und in Deutschland hat sich eine neue, fremdenfeindliche Partei, die AfD (Alternative für Deutschland), etabliert. Sie ist bereits in mehrere Landtage eingezogen und wird auch bei der Bundestagswahl ein zweistelliges Ergebnis erreichen.
Trotz sehr guter Arbeit der SPD Mitglieder in der großen Koalition war es der SPD bis zum Jahresende 2016 nicht gelungen ihre Akzeptanzwerte in der Bevölkerung gegenüber der letzten Bundestagswahl im Jahre 2013 zu verbessern.
Erst im Januar 2017 hat die SPD mit dem neuen Kanzlerkandidaten Martin Schulz eine Wende in der Wählergunst erreicht und hat im Februar erstmals sogar die CDU/CSU in Umfragen zur Bundestagswahl am 24.September 2017 überholen können.
Dennoch ist die nächste Bundestagswahl noch lange nicht gewonnen. Es stehen bis dahin noch drei Landtagswahlen an, sowie Wahlen in Frankreich und den Niederlanden, die belegen werden, wie stark die nationalen Strömungen in einzelnen europäischen Ländern werden.
Die Unsicherheit der Situation in Europa wird durch die im März beginnenden Verhandlungen um den Brexit und die weiter schwelende Griechenlandkrise verstärkt, auch die neue amerikanische Regierung und die politischen Entwicklungen in der Türkei tragen sicher nicht zur Beruhigung der Bürger bei.
Werden die Bürger durch eine konservative Wahlentscheidung versuchen Sicherheit zu gewinnen?
Wie stark wird die AfD den verschieden Parteien zusetzen, und welche Koalitionsmöglichkeiten bleiben der SPD für eine Regierungsbildung?
Unabhängig von diesen aktuellen Entwicklungen muss analysiert werden, warum die CDU/CSU die Bundestagswahl 2013 vor der SPD, den Linken und den Grünen gewonnen hat?
Welche Bevölkerungsgruppen bestimmen die politische Ausrichtung der Bundesrepublik? Sind es schon die über 70jährigen Seniorinnen?
Unterscheidet sich das Wahlverhalten von Frauen und Männern?
Welchen Einfluss haben einzelne Bundesländer auf das Wahlergebnis, und wie unterscheidet sich das Wahlverhalten in den alten und neuen Bundesländern?
Wie kommt die SPD wieder in die Erfolgsspur?
Reicht es allein den Kanzlerkandidaten auszutauschen?
Mit welchen konkreten Themen kann die SPD den Vertrauensvorschuss für Martin Schulz untermauern?
Was bedeutet das Wahlverhalten für die Parteien und für die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland?
Antworten auf diese Fragen finden sie in den folgenden Grafiken und Bildern.
Es ist nicht Absicht dieser Darstellung ein Wahlprogramm für die SPD zu erstellen. Die Analyse der Bundestagswahl 2013 (Wahlfakten) erfolgt mit dem Ziel, die Ursachen für das schwache Abschneiden der SPD zu finden und daraus eine Wahlkampfstrategie (Wahlbausteine) für die nächsten Monate bis zur Bundestagswahl 2017abzuleiten. Dabei geht es in erster Linie darum allgemeine Tendenzen zu ermitteln, die sich auf das Wählerverhalten hinsichtlich der SPD beziehen und um den Vergleich mit der CDU/CSU. Die kleineren Parteien, außer der AfD, spielen eher eine untergeordnete Rolle, da es hier darum geht Prioritäten für Maßnahmenfelder festzulegen.
Basis der Auswertung sind die vom Bundeswahlleiter veröffentlichten Ergebnisse der Bundestagswahl 2013. Der Bundeswahlleiter hat eine repräsentative Wahlstatistik zur Bundestagswahl am 28.1.2014 veröffentlicht. In dieser Pressemitteilung finden sie ergänzende Informationen. Mit diesen Daten ist es möglich unterschiedliches Wahlverhalten von Altersgruppen, Männern und Frauen und Bundesländern festzustellen.
Die Gründe für dieses Wahlverhalten sind aus diesen Daten nicht zu erkennen. Hierzu können nur Vermutungen angestellt werden.
Mögliche Ursachen für das Wahlverhalten und Vorschläge für eine Änderung der sozialdemokratischen Politik sind in dem Buch „Parteiarbeit neu denken, SPD, Regierungspartei oder Reparaturpartei?“ ISBN Nr. 9783734781278 zu finden (4).
Dr. Wilfried Rabe, im Februar 2017
Vorbemerkung
Gesamtwahlergebnis der Bundestagswahl 2013
Prognosen für die Bundestagswahl 2017
2.1 Altersstruktur der Wahlberechtigen bei der Wahl im September 2017
2.2 Prognosen für die Wahlergebnisse
Analyse der Bundestagswahl 2013
3.1 Wahlbeteiligung nach Bundesländern und Altersgruppen
3.1.1 Wahlbeteiligung in den Altersgruppen
3.1.2 Wahlbeteiligung in den Bundesländern
3.1.3 Wahlbeteiligung bei den Männern und Frauen
3.2 Das Potenzial der Nichtwähler
3.3 Die Nicht – SPD Wähler/ Reichweite des SPD Programms
3.4. Wahlverhalten in den alten Bundesländern mit Westberlin im Vergleich zu den neuen Bundesländern mit Ostberlin
3.4.1 Wählergewichte
3.4.2 Nutzung des Stimmensplittings
3.4.3 Abstimmungsverhalten von Männern und Frauen
3.4.4 Bindung der Wähler an die Parteien
3.5. Bedeutung der Bundesländer für das Wahlergebnis
3.5.1 Anzahl der Wahlberechtigten, Wähler und Wählerstruktur
3.5.2 Wähleranteil für die Parteien in den Bundesländern
3.5.3 Die relative Parteiresonanz zur Bevölkerungszahl
3.6 Wahlverhalten der verschiedenen Altersgruppen
3.7 Wahlverhalten von Männern und Frauen
3.8 Bedeutung der Altersgruppe für das Parteiergebnis
3.8.1 Beiträge der Altersgruppe zum Parteiergebnis
3.8.2 Die relative Parteiresonanz in der Altersgruppe
3.9 Länderspezifische Ergebnisse der Bundestagswahl nach Erststimmen in spezifischen Altersgruppen
3.9.1 Die Altersgruppe der 35-45 Jährigen ( Familien mit Kindern)
3.9.2 Die Altersgruppe der 45 -60 Jährigen
3.9.3 Die Altersgruppe 70 Jahre und mehr
3.10 Länderspezifische Wahlergebnisse am Beispiel Nordrhein-Westfalen
3.11 Wahlverhalten in den zehn größten Städten
3.12 Wahlverhalten in den zehn größten Universitätsstädten
3.13 Die zehn größten Wählergruppen
3.14 Auswirkung des demografischen Wandels
3.15 Fazit der Bundestagswahlanalyse 2013 für die SPD
Auswirkungen der AfD auf die anderen Parteien und die Bundestagswahl 2017
Wie kann die Bundestagswahl 2017 von der SPD gewonnen werden?
5.1 Vorrang für NRW, Niedersachsen und Hessen (CSU Bayern-Modell)
5.2 Konzentrierter, effizienter Wahlkampf in den großen alten Bundesländern
5.3 Mobilisierung der SPD Mitglieder
5.4 Der normale Arbeitnehmer/Leistungsträger steht im Zentrum des Wahlkampfes
5.5 Projekt zur Integration der Senioren/Seniorinnen in die Gesellschaft
5.6 Zuversicht und Orientierung geben
Zusammenfassung
Quellenangaben
Das Endergebnis der Parteien in Prozent und die Gesamtzahl der erreichten Wählerstimmen (Zweitstimmen) zeigen die Bilder 1.1 und 1.2.
Insgesamt hat es 43 Mio. gültige Wählerstimmen gegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,5%.
Die Differenz von 16,8 % zwischen der SPD und der CDU/CSU bedeutet, dass 6,9 Mio. Wähler mehr die CDU/CSU gewählt haben, und es bedeutet, dass die SPD 193 Abgeordnete und die CDU/CSU 311 Abgeordnete in den Bundestag entsenden konnten.
Im Folgenden soll versucht werden, diese große Wählerdifferenz von fast 7 Mio. bestimmten Wählergruppen (Altersgruppen, Ländern, Regionen, Städten, Geschlechtern…) zuzuordnen. Nur dann ist es möglich Maßnahmen einzuleiten, um bei der nächsten Wahl 2017 ein besseres Ergebnis für die SPD zu erzielen.
Bild 1.1: Anteile der Parteien in Prozent der abgegebenen Wählerstimmen
Bild 1.2: Anteile der Parteien in Wählerstimmen
Die Altersstruktur der Wahlberechtigten bei der Bundestagswahl liegt heute schon weitgehend fest.
Bild 2.1.1 Anteil der Wahlberechtigten in den Altersgruppen für die Bundestagswahl 2017
Die Wahlberechtigten über 50 Jahre werden bereits 56% aller Wahlberechtigten stellen und den Ausgang der Wahl bestimmen.
Bild 2.1.2: Anzahl der männlichen und weiblichen Wahlberechtigten in den Altersstufen
Die Altersgruppe 70 Jahre und mehr ist mit 12,7 Mio. Wahlberechtigten die größte Gruppe, gefolgt von der Altersgruppe 56-60 Jahre mit 12,3 Mio. Während Männer und Frauen in den Altersgruppen bis 70 Jahre in etwa gleich stark sind, gibt es in der Altersgruppe 70 Jahre und mehr einen großen Frauenüberschuss (5,3 Mio. Männer/7,4Mio. Frauen). Das Wahlverhalten der älteren Seniorinnen wird also auch bei der kommenden Bundestagswahl entscheidenden Einfluss auf das Wahlergebnis haben.
Bild 2.1.3: Anzahl der Wahlberechtigten und Wähler in den Altersgruppen
Betrachtet man bei der Bewertung der Altersgruppen auch noch die mit steigendem Alter zunehmende Wahlbeteiligung der Altersgruppen so steigt der Anteil der älteren Wähler auf voraussichtlich auf 59%.
Nach den bisherigen Prognosen ist sicher davon auszugehen, dass die AfD mit einem zweistelligen Wahlergebnis rechnen kann. Dabei ist nicht klar, welche Parteien die meisten Wähler an die AfD verlieren werden. Die kommenden Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen werden hierzu weiteren Aufschluss geben.
Nicht sicher ist, ob die FDP wieder in den Bundestag einziehen kann.
Grüne und Linke werden es wohl schaffen wieder in den nächsten Bundestag einzuziehen.
Es scheint weiter so, als ob die beiden großen Volksparteien dicht beieinander liegen könnten, da die Kanzlerin zunehmend an Zustimmung in der Bevölkerung verliert und die SPD mit Martin Schulz den richtigen Herausforderer für die Kanzlerschaft gefunden hat.
Aber dies sind alles nur Prognosen.
Überdies ist vollkommen unklar, wie die anderen kleineren Parteien abschneiden und welche Koalitionen sich daraus für eine funktionsfähige Regierung ableiten lassen.
Verschiedene Prognosen sind in Bild