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Die Bundestagswahlen 2013 und 2027 waren geprägt von der Affinität der älteren Frauen zur CDU/CSU bzw. zur Kanzlerin Angela Merkel. Diese älteren Frauen haben ihre Wiederwahl immer wieder gesichert. Sie hätten dies auch im Jahre 2021 wieder getan. Aber bei der Bundestagswahl 2021 ist die Kanzlerin Merkel nicht mehr angetreten. Wie haben die Frauen darauf reagiert? Seit langer Zeit hat jetzt die SPD, diesmal mit Olaf Scholz als Spitzenkandidat, die meisten Stimmen erhalten. Welche Rolle haben hierbei die Wählerinnen gespielt? Die SPD hat mit den Grünen und der FDP eine Ampelkoalition gebildet und muss damit eine Wählerschaft mit sehr unterschiedlichen Interessen zufriedenstellen. Welche Rolle spielen die Frauen in dieser Koalition? Wie haben sich die Frauen in den verschiedenen Bundesländern und Altersstufen entschieden, und wie haben sie ihr Wahlrecht mit der Erst- und Zweitstimme genutzt? Dieser Teil 2 des Buches Die Macht der Frauen analysiert im Detail wie es zu dem Regierungswechsel durch die Frauen gekommen ist. Der Leser kann entscheiden, ob die Frauen ein Sternchen benötigen, um sich in unserer Gesellschaft zu behaupten.
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Seitenzahl: 60
Veröffentlichungsjahr: 2023
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In meinem ersten Buch „Die Macht der Frauen“ habe ich dargelegt, wie die Frauen in der Bundesrepublik ihr Wahlrecht nutzen, die Regierungsbildung beeinflussen und dies an den Wahlergebnissen der Bundestagswahlen 2013 und 2017 beschrieben. Das Ergebnis dieser Wahlen war jeweils die Fortsetzung einer Regierung unter der Kanzlerin Angela Merkel.
Nach der Bundestagswahl 2021 gibt es in der Bundesrepublik erstmals eine Bundesregierung aus einer Koalition von SPD, Grünen und der FDP. Die CDU/ CSU wurde nach vielen Jahren unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel als stärkste Partei von der SPD abgelöst. Der neue Kanzler ist Olaf Scholz.
In den letzten Jahren wird die deutsche Schrift und Sprache von Sternchen, Doppelpunkten, Bindestrichen, Unterstrichen und Sprechpausen traktiert, und die häufigste Endung in der deutschen Sprache ist „innen“. Bei jeder Personennennung fängt man heute an zu überlegen, ob man beide Geschlechter meint oder nur eines. In vielen Diskussionsrunden hängen die Teilnehmer verunsichert ein „in/innen“ an die Personenbezeichnungen an.
Früher waren Christen Männer und Frauen christlichen Glaubens. Heute soll/muss es Christen und Christinnen geben. Das soll die Gleichberechtigung der Frauen stärken. Welch ein Fortschritt.
Die Universitäten überbieten sich mit Handlungsanleitungen zur gendergerechten Schrift, Sprache, zur gendergerechten Bildgestaltung und zu entsprechender Mediengestaltung.
Wir haben Geld für Genderlehrstühle und Diversity-Management, aber keine ausreichenden Kitaplätze für die kleinen Kinder und keine zeitgemäß ausgestatteten Schulen. Uns fehlen Lehrer und Ärzte, weil in den Schulen und in der Medizin viele Frauen nur in Teilzeit arbeiten.
Aber endlich haben wir eine Frauenquote für die Vorstände in großen Unternehmen, und beim Fußball im Fernsehen tritt jetzt auch immer eine Frau mit ins Bild.
Zur gleichen Zeit werden die Frauen und ihre erotische Ausstrahlung in der Werbung weiterhin schamlos genutzt, um Produkte zu verkaufen. Zahlreiche private Fernsehprogramme zeigen ungehindert ein sexistisches Frauenbild. Frauensendungen in allen Fernsehprogrammen und Frauenzeitschriften fördern ein altes überkommenes Frauenbild.
Betrifft dies alles die Realität der Frauen in Deutschland?
Die Bundestagswahlen 2013 und 2017 wurden von den Frauen entschieden.
Bei der Bundestagswahl 2021 konnten die Frauen wieder mitentscheiden und die künftige Politik bestimmen. Wie haben sie diesmal abgestimmt? Wurden sie bei der Wahl von den Männern dominiert?
Welche Rolle haben die Frauen bei diesem Regierungswechsel gespielt und wie hat sich ihre Position seit der letzten Bundestagswahl 2021 weiterentwickelt?
Bergisch Gladbach im Januar 2023
Prolog
Wahlberechtigte Frauen und Männer in den Altersgruppen
Wahlbeteiligung in den Altersgruppen
Wahlergebnis der Parteien bei Männern und Frauen
3.1 Gültige Zweitstimmen
3.2 Veränderung zur BTW 2017 bei den Parteien
3.3 Veränderung der Zweitstimmen bei den Männern und Frauen gegenüber der BTW 2017
3.4 Affinität der Geschlechter zu den Parteien
3.5 Beiträge der Altersgruppen zu den Zweitstimmen
3.6 Ungültige Stimmen
Zweitstimmenanzahl der Frauen und Männer bei den Parteien
Altersgruppenprofile der Parteien
5.1 Veränderung der Altersgruppenprofile von 2017 bis 2021
5.2 Zweitstimmenanteile der Männer und Frauen in den Altersgruppen
5.3 Wanderung der CDU-Wählerinnen
Gewicht der Wählergruppen in der Ampelkoalition
6.1 Zweitstimmen der Parteien
6.2 Zweitstimmen in den Altersgruppen
6.3 Zweitstimmen bei Frauen und Männern in den Altersgruppen
6.4 Zweitstimmenvergleich mit der BTW 2017
6.5 Abdeckungsgrad der Ampelkoalition in den Altersgruppen
Parteianteile der Ampel-Parteien in den Altersgruppen
Entwicklung der Sympathiezahl der Parteien von 2013 bis 2021
Anteile der Frauen und Männer in den Parteien und im Bundestag
9.1 Anteile der Frauen in den Parteien
9.2 Anteile der Frauen im Bundestag
Einfluss der Frauen in der Bundesregierung
Bedeutung der Direktwahl und Listenwahl für die Parität zwischen den Geschlechtern
Abstimmungsverhalten der Frauen in den Bundesländern
12.1 Anteile der Bundesländer am Ergebnis der Parteien
12.2 Parteianteile in den Bundesländern bei den Frauen und Männern
Das Abstimmungsverhalten in den alten und neuen Bundesländern
13.1 Bedeutung der neuen Bundesländer für die Ampelkoalition
13.2 Abdeckungsgrad der Ampel in den alten und neuen Ländern
Die größten Wählergruppen
Zusammenfassung
Quellen
Anhang
Frage:
Wie ist die Stimmenverteilung bei der Bundestagswahl zwischen Frauen und Männern?
Bei der letzten Bundestagswahl 2021 gab es 31,495 Mio. wahlberechtigte Frauen und 29,684 wahlberechtigte Männer. Bei der BTW 2017 waren es 31,874 Mio. Frauen und 29,812 Mio. Männer (1) (2).
Hiernach bleibt der Einfluss der Frauen auch 2021 auf die Wahl größer als der der Männer. Es gibt 1,8 Mio. mehr wahlberechtigte Frauen als Männer. Aber nutzen die Frauen diesen Vorteil auch aus?
Bild 1.1: Wahlberechtigte Frauen und Männer bei der BTW 2021
Schaut man sich die Verteilung der Wählerinnen nach Altersgruppen an, so sieht man, dass dieser Überschuss an Wählerinnen fast allein aus der Altersgruppe 70 Jahre und mehr resultiert. In allen anderen Altersgruppen gibt es dagegen einen geringfügigen Männerüberschuss (Bild 1.2).
Die blauen Balken stellen die Anzahl der wahlberechtigten Frauen in den Altersgruppen dar, die gelbe Linie die der Männer.
Bild 1.2: Wahlberechtigte Frauen und Männer in den Altersgruppen bei der BTW 2021
Der Unterschied der Wahlberechtigten in der Altersgruppe 70 Jahre und mehr existiert seit vielen Jahren (3). Er hat seine Ursache in der höheren Lebenserwartung der Frauen. Der Unterschied wird allerdings allmählich etwas geringer.
Bild 1.3: Entwicklung der Zahl der Wahlberechtigten in der Altersgruppe 70 Jahre und mehr bei den Frauen und Männern bei den Bundestagswahlen seit 2002 in Tsd.
Die Differenz zwischen den Frauen und Männern beträgt bei der BTW 2021 1.948 Mio. Wahlberechtigte.
Für die Stimmabgabe ist allerdings nicht die Wahlberechtigung von Bedeutung, sondern die tatsächliche Wahlbeteiligung der Geschlechter und Altersgruppen. Weiter ist von Bedeutung, dass die Stimmzettel auch richtig ausgefüllt sind, und die Stimme zählt.
Fakten:
Die Frauen haben bei der BTW 2021 wie bei der BTW 2017 ein Übergewicht von fast 2Mio. Stimmen, das fast vollständig die Seniorinnen über 70 Jahre betrifft.
Frage:
Wie ist die Wahlbeteiligung der Frauen im Vergleich zu den Männern?
Das Bild 2.1 stellt die Wahlbeteiligung der Frauen und Männer bei der letzten Bundestagswahl 2021 in den Altersgruppen dar.
Wie bei den Wahlen 2013 und 2017 steigt die Wahlbeteiligung bei allen Wählern mit dem Alter an (6). Die jüngeren Wähler verschenken damit nach wie vor einen Teil ihres Einflusses auf das Wahlergebnis.
Es wird auch bei dieser Wahl deutlich, dass die Frauen mit Ausnahme der höchsten Altersgruppe immer eine höhere Wahlbeteiligung haben als die Männer.
Bild 2.1: Wahlbeteiligung von Männern (rote Linie) und Frauen (blaue Linie) in den Altersgruppen bei der BTW 2021 in Prozent
Bei den jüngsten Wählerinnen beträgt die Differenz zu den Männern 3,3 % und verringert sich dann mit zunehmendem Alter der Wählerinnen. In der höchsten Altersgruppe sinkt die Wahlbeteiligung der Frauen dann unter die der Männer, da in dieser Gruppe sehr viele hochbetagte Frauen sind, die nicht mehr in der Lage sind, an der Wahl teilzunehmen.
Im Endergebnis führt diese Wahlbeteiligung dazu, dass insgesamt 24,119 Mio. Frauen und 22,734 Mio. Männer gewählt haben.
Davon waren bei den Frauen 23,882 Mio. und bei den Männern 22,559 Mio. Stimmen gültig. Die Frauen bringen also bei dieser Wahl 1,323 Mio. mehr Stimmen ein als die Männer.