Der transparente Wähler - Wilfried Rabe - E-Book

Der transparente Wähler E-Book

Wilfried Rabe

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Beschreibung

Jede Wahl, sei es für die Kommune, den Landtag oder den Bundestag ist geheim. Das glauben die Wähler. Keiner schaut Ihnen bei der Wahl in der Wahlkabine zu. Das stimmt. Aber das Wahlgeheimnis stört viele, und sie versuchen es lüften, vor allen Dingen die Parteien, die von ihrer Stimme abhängig sind. So machen Wahlanalysen den Wähler immer transparenter und ermöglichen damit den Parteien den Wähler immer gezielter anzusprechen und im Sinne der Parteien zu manipulieren. Unterstützt werden sie hierbei von Meinungsforschungsinstituten und anderen Dienstleistungsunternehmen, die Parteien im Wahlkampf beraten. Ihr Wohnort, ihre Straße, ihr Familienstand ihr Alter und ihre Wahlkreisergebnisse von vorlaufenden Wahlen lassen den Schluss zu, zu welcher Partei sie tendieren (Ihre Parteiaffinität). Auch ohne Facebook, Twitter und Google gelingt es ihnen so beinahe, dem Wähler über die Schulter zu gucken. Anhand von Beispielen wird gezeigt wie detailliert das Verhalten des Wählers mit Kennzahlen analysiert werden kann. Politik kann damit wie bei anderen Produkten professionell vermarktet werden. Darüber hinaus werden die Instrumente der Wählerbeeinflussung in den sozialen Medien immer ausgefeilter und schwerer zu durchschauen. Mit den exemplarischen Kennzahlen der letzten Bundestagswahl wird erläutert, welche Bedeutung die unterschiedlichen Bundesländer, die verschiedenen Altersgruppen, Frauen und Männer, Erstwähler und Seniorinnen für den Ausgang der Wahl hatten und bei den kommenden Wahlen wieder haben werden. Gleichzeit bieten die hier dargestellten Wahlkennzahlen dem Wähler viele Informationen über die Parteien, die er nutzen kann, um das Wahlkampfverhalten der Parteien zu verstehen und Manipulationsversuche zu erkennen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 45

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Vorbemerkung

Der transparente Wähler

Jede Wahl, sei es für die Kommune, den Landtag oder den Bundestag ist geheim. Das glauben die Wähler. Keiner schaut Ihnen bei der Wahl in der Wahlkabine zu. Das stimmt.

Das Wahlgeheimnis stört aber viele, und sie möchten es lüften, vor allen Dingen die Parteien, die von ihrer Stimme abhängig sind. Sie möchten natürlich wissen wie sie als Wähler abgestimmt haben, und warum sie diese oder jene Partei gewählt haben.

Auch für die Medien und politischen Wissenschaften ist es von Interesse das Wahlverhalten der Bürger als Reaktion auf die Politik und den Wahlkampf der Parteien zu analysieren. Deshalb versuchen sie das Wahlgeheimnis des Wählers soweit es geht zu lüften. Dies wird erreicht, in dem man in einigen Wahlkreisen Stichproben mit ergänzenden Datenerfassungen macht, am Wahltag nach der Stimmabgabe Befragungen durchführt oder begleitende Befragungen durch Meinungsforschungsinstitute machen lässt.

Auch ohne Facebook und Google gelingt es ihnen so beinahe, dem Wähler über die Schulter zu gucken. Ihr Wohnort, ihre Straße, ihr Familienstand ihr Alter und ihre Wahlkreisergebnisse von vorlaufenden Wahlen lassen den Schluss zu, zu welcher Partei sie tendieren (Ihre Parteiaffinität). Sie brauchen dafür noch nicht mal ihre Präferenzen im Internet offenzulegen. Dienstleistungsunternehmen, die für die Parteien arbeiten, sind bemüht diese Kenntnisse über den Wähler über Datenabgleiche immer genauer zu machen, damit sie im Wahlkampf genutzt werden können. Sie können dann zielgruppenspezifisch von den Parteien angesprochen werden.

Die Parteien wissen also viel von Ihnen. Was aber wissen sie von den Parteien?

Welche Wähler haben bei uns den größten Einfluss auf den Ausgang einer Wahl?

Wer sind die Wähler, die die gleiche Partei wie sie wählen und welche Menschen wählen die Partei, die sie nie wählen würden?

Wussten sie, dass bei uns die Seniorinnen über 70 Jahre mit ihrer hohen Wahlbeteiligung bestimmen, ob die CDU oder SPD eine Wahl gewinnt? Warum setzt sich die CSU für eine Mütterrente ein?

Mit diesem Buch möchte ich einerseits den Wählern anhand der Wahlkennzahlen zeigen, wie transparent der Wähler für die Parteien ist, und wie sie diese Informationen nutzen, und andererseits, welche Informationen über die Parteien die Wähler selber aus den Wahlergebnissen und Wahlanalysen erkennen und nutzen können.

Dr. Wilfried Rabe im März 2017

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Transparente Parteien und Wähler durch Kennzahlen

Ermittelte Werte und Daten bei einer Wahl

2.1 Anzahl der Wahlberechtigten

2.2 Gesamtzahlen der Wähler

2.3 Gesamtzahlen der gültigen und ungültigen Erst- und Zweitstimmen

2.4 Anzahl der Wähler (Erst- und Zweitstimmen) der Parteien

2.5 Anzahl der Wählerstimmen der Parteien bei den Frauen und Männern

2.6 Anzahl der Wähler der Parteien in den Altersgruppen

2.7 Gewählte Direktkandidaten und Kandidaten nach den Landeslisten der Parteien in den Bundesländern

2.8 Verteilung der Sitze im Bundestag

Ermittelte Werte durch wahlbegleitende Umfragen / Erhebungen

Vorhandene Daten, die für die Bewertung der Wahlergebnisse genutzt werden

4.1 Zahlen der Bevölkerungsstatistik

4.2 Anzahl und Bildung der Wahlkreise

4.3 Strukturdaten der Wahlkreise

4.4 Wahlergebnisse vorlaufender Wahlen

Kennzahlen zur Bewertung von Wahlergebnissen

5.1 Wahlbeteiligung

5.2 Anteile der Parteien am Wahlergebnis

5.3 Prozentuale Gewinne und Verluste der Parteien im Vergleich zur vorherigen Wahl

5.4 Wählerwanderungen

Kennzahlen zur vertieften Analyse der Wahlergebnisse

6.1 Anteile der Wahlberechtigten in der Bevölkerung

6.2 Anteile der Wahlberechtigten in den Altersgruppen

6.3 Wahlbeteiligungen in den Altersgruppen

6.4 Anteile der Parteien in den Altersgruppen

6.5 Ergebnisbeitrag der Altersgruppe, Geschlechter und Bundesländer/Regionen für die Parteien

6.6 Relative Parteistärke

6.7 Reichweiten der Parteien in der Altersgruppe

6.8 Abdeckungsgrad der Volksparteien CDU/CSU und SPD

6.9 Genderzahl

6.10 Sympathiezahl

6.11 Persönlichkeitszahl bei der Direktwahl

6.12 Anteil der Direktmandate

Kennzahlennutzung

7.1 Konzipierung der Wahlkampfstrategie

7.2 Zielgruppenansprache der Wähler

7.3 Benchmark der Kandidaten und Abgeordneten der Parteien

7.4 Was hat der Wähler von diesen Wahlanalysen?

Zusammenfassung

Quellenangaben

1. Transparente Parteien und Wähler durch Kennzahlen

Bei den meisten Veröffentlichungen zu Landtags- und Bundestagswahlen fällt auf, dass die Parteien und die Öffentlichkeit fast nur auf das Endresultat und die daraus resultierende Sitzverteilung in den Parlamenten schauen. Bei größeren Wahlverschiebungen besteht noch Interesse an den Wählerwanderungen, die an Hand von Befragungen erhoben werden, aber viel tiefer geht das Interesse nicht.

Weitergehende detaillierte Analysen der Wahlergebnisse, die für den Bürger das Wahlergebnis transparent machen, und die den Parteien helfen könnten, ihre Politik und Akzeptanz bei den Wählern zu verbessern, finden nur wenig statt, oder sie finden nicht den Weg in die Öffentlichkeit. Nutzen die Parteien die Chance die unbeteiligten Nichtwähler bei der nächsten Wahl zu gewinnen, ihre Stärken auszubauen und ihre Schwächen zu beseitigen? Dem Wähler entgeht die Möglichkeit das Wahlverhalten seiner Mitbürger und das Zusammenspiel der Parteien und Wählergruppen für das Wahlergebnis zu verstehen.

Die vom Bundeswahlleiter veröffentlichten Ergebnisse der Erst- und Zweitstimmen, mit den verschiedensten Differenzierungen nach Bundesländern, Altersstufen und Geschlechtern geben die Möglichkeit genaue Wahlanalysen durchzuführen und sowohl den Wähler als auch die Parteien sehr transparent zu machen.

Werden sie in Verbindung gebracht mit weiteren bekannten statistischen Daten der Bevölkerung und der Wahlkreise so können daraus Kennzahlen ermittelt werden, die das Wahlverhalten der Bürger für die Parteien und die Öffentlichkeit transparent machen.

Diese Kennzahlen erlauben es dann dem Wähler und den Parteien alle konkurrierenden Parteien hinsichtlich bestimmter Kriterien miteinander zu vergleichen und zu bewerten. Bisher wird von dieser Möglichkeit nur wenig Gebrauch gemacht.