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Die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft mit einer ständig steigenden Lebenserwartung hat gravierende Auswirkungen für den Einzelnen und das Zusammenleben der Gesellschaft. Wir haben in den letzten Jahren nach dem Berufsleben einen neuen Lebensabschnitt von 15 bis 20 Jahren gewonnen, in dem wir ohne Arbeit und in vielen Fällen finanziell abgesichert noch aktiv und mobil, ohne nennenswerte Einschränkungen leben können. Manche werden keine Probleme haben, diesen neuen Lebensabschnitt mit Inhalten und Lebensfreude zu füllen, aber kann die Gesellschaft damit leben? Was ist mit denen, für die diese neue Freiheit ungewohnt ist? Die Alterspyramide unserer Gesellschaft verschiebt sich massiv zu den höheren Altersgruppen der Senioren und Seniorinnen, die damit auch die politische Ausrichtung der Politik bestimmen. Die Senioren und Seniorinnen sind nicht mehr wie früher eine vernachlässigbare Altersgruppe am Rande der Gesellschaft. Die Gesellschaft und die Politik hat dies aber noch nicht wahrgenommen und diese Altersgruppe nicht mehr ausreichend in die gesellschaftliche Entwicklung integriert. Die Senioren und Seniorinnen bestimmen in zunehmendem Maße alle Wahlen. Es wird dargestellt, wie groß ihr Einfluss mittlerweile ist, und was dies für die zukünftige Entwicklung der Bundesrepublik bedeutet. Die steigende Lebenserwartung bedeutet große Herausforderungen für die Finanzierung dieses neuen Lebensabschnittes und für die Bereitstellung von ausreichendem Personal für die Pflege der älteren Menschen, sei es im vertrauten häuslichen Umfeld oder im Pflegeheim. Es wird analysiert, welche Lösungsmöglichkeiten es für diese Probleme gibt und welche Voraussetzungen vorliegen müssen, damit die gewünschte Selbständigkeit und Teilhabe ermöglicht wird. Der neue Lebensabschnitt zwischen der Berufstätigkeit und dem Pflegeheim ist eine große Chance auf der Suche des Menschen nach Freiheit, aber er braucht eine breite gesellschaftliche Diskussion über seine Gestaltung im Sinne des Einzelnen und der Gesellschaft.
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Seitenzahl: 47
Veröffentlichungsjahr: 2018
Die neue Rentnergeneration, Demografische Entwicklung, Wahlverhalten, Politische Einflussnahme, Selbständigkeit und Teilhabe, Herausforderungen und Lösungsansätze
Sie werden von der Wirtschaft ausgemustert und frühzeitig in den Ruhestand geschickt und durch jüngere Arbeitskräfte ersetzt. Für ehrenamtliche Tätigkeiten hält man sie gerade noch für geeignet. Ansonsten sind sie sich selbst überlassen .Die Gesellschaft hat für sie nichts mehr vorgesehen. Dabei sind die Senioren und Seniorinnen heute im Alter von 63 Jahren noch fit und haben noch einen langen Lebensabschnitt ohne gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen vor sich.
Nach den Vorstellungen der Gesellschaft sind sie im Ruhestand. Die Senioren und Seniorinnen sind aber in speziellen Bereichen noch sehr aktiv.
Alle Jahre wieder gibt es Wahlen, Kommunalwahlen, Landtagswahlen und Bundestagswahlen, und dann sind sie da und wählen mit hoher Wahlbeteiligung. Auch bei kontroversen Themen der Gesellschaft über die mit Volksentscheiden abgestimmt werden soll, sind sie da und mit ihrer konservativen Haltung nicht zu unterschätzen. Die Ablehnung der Olympiabewerbung der Hamburger Bürger ist ein erstes Warnzeichen für eine mutlose Politik.
Die Politiker haben die Bedeutung dieser Wählergruppe der über 60-Jährigen noch nicht richtig wahrgenommen. Dabei stellen sie bei den Wahlen bereits ein Drittel der Wähler. Hierbei liegt der Anteil der weiblichen Wähler aufgrund ihrer sehr hohen Lebenserwartung bei 60 Prozent.
Das politische Engagement der älteren Menschen ist doch zu begrüßen, oder?
Wie wählen sie tendenziell?
Was machen sie mit ihrem gewonnenen Lebensabschnitt zwischen dem Ende des Berufslebens und dem Pflegeheim?
Mit der steigenden Lebenserwartung und der wachsenden Rentnerzahl aufgrund des Babybooms in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird ihre Zahl in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Auch wenn es die Gesellschaft nicht wahrnehmen will, ihre Bedeutung ist schon jetzt sehr groß und wird weiter steigen.
Können wir die Kosten für die Renten, die Pensionen und Pflegekosten für die stetig wachsende Zahl der zu versorgenden älteren Menschen zukünftig überhaupt noch aufbringen?
Welche Auswirkungen hat dies auf die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit in der Bundesrepublik? Müssen wir uns Sorgen um unsere Zukunft machen und das Wahlrecht für Rentner abschaffen?
Wie sieht die Situation heute aus, was ist in der Zukunft zu erwarten und welche Lösungen gibt es?
Bergisch Gladbach im Januar 2018
Dr. Wilfried Rabe
Prolog
Die demografische Entwicklung
1.1 Die Überraschung
1.2 Was ist passiert?
1.3 Gibt es Handlungsbedarf?
1.4 Warum ist etwas zu tun?
1.5 Wie sehen die Fakten aus?
1.6 Die Herausforderung –Innovationen gesucht
Die Eigenschaften der Seniorinnen und Senioren
Die Leistungsfähigkeit
Hemmnisse für eine Bewusstseinsänderung
4.1 Die Interessenvertreter/Statussicherung
4.2 Die Wahrhaftigkeit der Rentner
4.3 Das Image der Pflegeheime
Was bewegt die Senioren und Seniorinnen und bestimmt ihr Handeln?
5.1 Im persönlichen Umfeld
5.2 Im politischen Umfeld
5.3 Bedarfsrelevante Lebensbereiche der Senioren und Seniorinnen
Kosten der steigenden Lebenserwartung der Senioren und Seniorinnen
6.1 Altersbezüge (20-40 Jahre)
6.2 Ambulante Pflege (5-10 Jahre)
6.3 Häusliche Betreuungsleistungen (24h –Betreuung/(2-5Jahre)
6.4 Stationäre Pflege (2-3Jahre)
6.5 Personalbedarf in der Pflege
6.6 Möglichkeiten der Kostenreduzierung
Wie verhalten sich die Senioren und Seniorinnen bei den Wahlen?
7.1 Wahlbeteiligung
7.2 Wahlverhalten der älteren Menschen
7.3 Welche Parteien wählen die Senioren und Seniorinnen?
Auswirkung des demografischen Wandels der Gesellschaft
Handlungsschwerpunkte
9.1 Reintegration der Senioren und Seniorinnen in die Gesellschaft
9.2 Flexibler Ressourceneinsatz bei der Pflege
9.3 Breite Finanzierung der Unterbringung in vollstationären Einrichtungen
Zusammenfassung
Quellen
Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschen steigt erfreulicherweise kontinuierlich an. Aus den Sterbetafeln ist zu ermitteln, dass statistisch gesehen jeder zweite Mann in Deutschland wenigstens 80 Jahre alt wird und jede zweite Frau ihren 85. Geburtstag erleben wird.
Auch für die heutigen älteren Menschen hat die verbleibende Lebenserwartung weiter zugenommen: 65-jährigen Männern bleiben durchschnittlich mehr als weitere 17 Jahre. Frauen können zu Beginn des Rentenalters damit rechnen, noch 20 Jahre und 8 Monate zu leben.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzt, dass in den kommenden 50 Jahren die Lebenserwartung in den Industrienationen um weitere sieben Jahre ansteigen wird.
Die Zahl der hundertjährigen Deutschen ist heute etwa fünfmal so hoch wie vor 30 Jahren.
Seit Jahren wird immer mal wieder über diese demografische Entwicklung der Gesellschaft diskutiert, ohne das entscheidende Weichenstellungen getroffen werden, um die damit im Zusammenhang stehenden Herausforderungen zu meistern. In den meisten Fällen wird über die niedrige Geburtenrate und die Kosten für die immer größer werdende Gruppe der Rentner und Pensionäre geklagt. Es sind aber nicht nur finanzielle Herausforderungen, die gelöst werden müssen.
Damit hatte keiner gerechnet, wir haben einen vierten Lebensabschnitt geschenkt bekommen, der vor dem dritten, bisher letzten Lebensabschnitt im Pflegeheim angesiedelt ist, also jetzt noch einen vorletzten zusätzlichen Lebensabschnitt. Dieser Lebensabschnitt ist viel länger als die meisten Menschen vermutet haben, und er wird immer länger.
Noch haben es wenige bemerkt, dass ein neuer Lebensabschnitt entstanden ist. Er ist auch sehr langsam gekommen, aber er bildet sich immer stärker aus. Wir sind an der Entstehung selber beteiligt und vergrößern ihn ständig durch unsere gesunde Lebensführung.
Wir sind so überrascht, dass wir noch gar keine Zeit hatten, zu überlegen was wir mit der gewonnenen Zeit machen sollen.
Und warum haben gerade wir Rentner und Pensionäre, die doch nur allen auf der Tasche liegen, dieses Glück verdient? Vielleicht sollten wir ihn verstecken, den neuen Lebensabschnitt, damit ihn uns keiner wieder weg nimmt?