Blutstropfen - Die Geschöpfe der Finsternis, Band 6: Schattenwald - Rowena Crane - E-Book

Blutstropfen - Die Geschöpfe der Finsternis, Band 6: Schattenwald E-Book

Rowena Crane

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Beschreibung

Die Geschöpfe der Finsternis leben unter uns und sie treiben ihr Unwesen im Verborgenen – aber nicht immer …
Emily ist eine Pferdenärrin. Sie liebt es, mit ihrer Stute über die Wiesen zu galoppieren. Ihre Eltern besitzen ein Gestüt, wo sie sich in regelmäßigen Abständen aufhält. Rohan Gardner ist der Besitzer eines stolzen Hengstes, den er bei Emilys Eltern unterbringt. Seine Bedingung – niemand darf das Pferd ohne seine Erlaubnis reiten. Doch Emily umgeht dieses Verbot. Bei dem Zusammentreffen mit Rohan im Reitstall spürt sie mit Erschrecken, dass er ein Vampir ist. Er registriert das mit Interesse und fragt sich, was sie für ein Wesen ist. Simon, der unbelehrbar ist und sich an den Menschen nährt, sucht ebenfalls ihre Nähe. Sie weist ihn mit deutlichen Worten ab und schafft sich so einen Feind. Wer wird sie vor ihm schützen? Und was haben Dr. Thomas Morgan und die angebliche Hexe Lavinia mit ihr zu tun?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Rowena Crane

 

 

Die Geschöpfe der Finsternis

 

Blutstropfen

 

Eine Vampir-Saga

 

 

Band 6: Schattenwald

 

 

 

 

 

 

Impressum

Neuausgabe

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv

Cover: © by Sofia Steinbeck nach Motiven, 2025 

Korrektorat: Katharina Schmidt

 

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

www.baerenklauexklusiv.de / info.baerenklauexklusiv.de

 

Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

 

Alle Rechte vorbehalten

 

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023 

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Die Geschöpfe der Finsternis 

Blutstropfen 

Schattenwald 

Vorwort 

1. Begegnung mit Folgen 

2. Black Dancer 

3. Ein nachträgliches Geschenk 

4. Zwischen Unsicherheit und Sicherheit 

5. Ein waschechter Vampir 

6. Reaktionen auf eine Veränderung 

7. Ausflug zu Pferd 

8. Gefühle 

9. Zeit der Freude 

10. Der Vorschlag 

11. Wintereinbruch 

12. Der Verehrer 

13. Das Treffen mit Sarah 

14. Zwischenfälle 

15. Ein nächtlicher Besucher 

16. Streit 

17. Saphiras Idee 

18. Treffen mit Silvius 

19. Im Club der Vampire 

20. Vertrauen 

21. Ausflug mit Überraschungen 

22. Der Anschlag 

23. Überraschungen 

24. Urlaub 

25. Mit List und Tücke 

26. Befreit und doch nicht gerettet 

27. Fragen, Antworten und Entscheidungen 

Von Rowena Crane sind weiterhin erhältlich: 

 

Das Buch

 

 

Die Geschöpfe der Finsternis leben unter uns und sie treiben ihr Unwesen im Verborgenen – aber nicht immer …

Emily ist eine Pferdenärrin. Sie liebt es, mit ihrer Stute über die Wiesen zu galoppieren. Ihre Eltern besitzen ein Gestüt, wo sie sich in regelmäßigen Abständen aufhält. Rohan Gardner ist der Besitzer eines stolzen Hengstes, den er bei Emilys Eltern unterbringt. Seine Bedingung – niemand darf das Pferd ohne seine Erlaubnis reiten. Doch Emily umgeht dieses Verbot. Bei dem Zusammentreffen mit Rohan im Reitstall spürt sie mit Erschrecken, dass er ein Vampir ist. Er registriert das mit Interesse und fragt sich, was sie für ein Wesen ist. Simon, der unbelehrbar ist und sich an den Menschen nährt, sucht ebenfalls ihre Nähe. Sie weist ihn mit deutlichen Worten ab und schafft sich so einen Feind. Wer wird sie vor ihm schützen? Und was haben Dr. Thomas Morgan und die angebliche Hexe Lavinia mit ihr zu tun?

 

 

***

Die Geschöpfe der Finsternis

Blutstropfen

 

Eine Vampir-Saga, Band 6:

Schattenwald

 

 

Vorwort

 

Was hält das Leben für uns bereit?

Wer weiß das schon?

Wie viele Träume und Wünsche werden wir haben?

Wie viele werden sich erfüllen?

Wer weiß das schon?

Man möchte so vieles tun, und scheut sich doch davor.

Man träumt und hofft. Man hat Wünsche.

Aber wie viel erfüllt man sich davon?

Lass es nie zu spät werden! Sonst könntest du es bereuen.

Triff deine Entscheidung!

Mach es richtig!

Lebe dein Leben!

 

 

1. Begegnung mit Folgen

 

Seufzend legte Emily das Buch auf ihren Nachttisch und knipste das Licht aus. Es war bereits nach Mitternacht. Sie hatte es in nur drei Tagen durchgelesen. Es war ihr egal, ob sie wie eine Nachteule aussah, wenn sie am Morgen ins Büro kam. Sie konnte einfach nie ein Ende finden. Sie verschlang die Romane der Conny Hans, denn sie waren einfach fesselnd geschrieben. In ihnen agierten Hexen, Vampire, Elfen und andere mystische Gestalten. Emily war fasziniert von ihnen. Die Hexen hatten es ihr angetan, insbesondere die männlichen dieser Art. Aber auch die männlichen Vampire waren nicht zu verachten. Natürlich nur die Guten. Sie war eine von denen, die sich nicht nur einbildete, dass es diese Wesen gab. Emily glaubte fest an ihre Existenz. Und sie wusste seit geraumer Zeit, dass es sie wirklich gab. Zumindest die Vampire.

Emily starrte im Dunkeln an die Decke ihres Schlafzimmers. Immer wieder sah sie die Bilder von Conny und diesem Prof. Dr. Carlsen in ihrem Kopf, wie sie im Büro der Firma aufgetaucht waren. Emily hatte fast der Schlag getroffen, als sie ihre ehemalige Chefin angesehen und ihre Stimme gehört hatte. Dann hatte ihr der umwerfend gutaussehende Freund die Hand gereicht. Da war sie sich sicher. Dreihundertprozentig sicher. Vor ihr standen Vampire. Sie hatte keine Ahnung, woher diese absolute Gewissheit gekommen war. Aber sie war da. Emily hatte beide mehr oder weniger geschockt mit ihrer Erkenntnis konfrontiert. Natürlich stritten sie es vehement ab. Doch als Conny zum obersten Chef gegangen war, um mit ihm über ihre Kündigung zu sprechen, hatte dieser gutaussehende Vampir namens Roger Carlsen sich verraten. Emily hatte sich absichtlich in die Hand geschnitten. Seine Augen waren bei dem Anblick, aber wohl eher wegen dem Geruch, sofort dunkel geworden. Doch er zeigte ihr nicht seine Reißzähne. Ab diesem Moment verleugnete er seine Art nicht mehr. Ganz genau erinnerte sie sich noch an seine Worte, als sie ihm ihre verletzte Hand unter die Nase gehalten hatte. Sie hallten in ihrem Kopf wider. »Es ist ein gefährliches Spiel, was Sie hier treiben. Es sind nicht alle so zurückhalten wie ich.« Es war eine Warnung. Und es kamen wieder die Fragen, auf denen sie keine Antwort bekam. Warum er ihr nichts getan hatte, verstand sie immer noch nicht so richtig. War er nicht hungrig gewesen? Wollte er ihr nichts tun wegen Conny? Aber sie war ja auch eine von ihnen geworden. Oder konnte er sich beherrschen und ernährte sich vielleicht von Tierblut?

Ihr ging laufend das Gespräch mit ihm durch den Kopf. Gerade wieder.

»Was wollen Sie jetzt mit diesem Wissen anfangen?«, hatte er gefragt.

»Nichts. Ich weiß es nun. Meine Frage in diese Richtung ist beantwortet«, hatte sie leichthin entgegnet.

»Dieses Wissen ist gefährlich«, warnte er sie daraufhin.

Doch sie widersprach ihm. »Unsinn. Wer sollte mir gefährlich werden?«

»Sie waren bis jetzt sehr leichtsinnig. Sie haben uns gezeigt, dass Sie uns erkennen können. Das macht Sie für uns gefährlich«, war seine Erklärung und sie hatte erwidert: »Ich sag es doch keinem.« Er hatte sie daraufhin ziemlich verärgert angesehen. »Das meine ich nicht. Falls Sie noch einmal, und sei es durch Zufall, einen von uns begegnen, und Sie zeigen es nur mit dem Wimpernschlag oder einem winzigen Gedanken an, kann das Ihr Ende sein.«

Erst da hatte sie die Erkenntnis erreicht, was er ihr zu verstehen geben wollte und war entsetzt gewesen. »Man würde mich umbringen?«

»Vielleicht nicht sofort. Aber Sie wären nirgends mehr sicher«, hatte er entgegnet. Was sie dann ganz deutlich gespürt hatte, dass er in ihren Kopf eindringen wollte. Emily hatte sofort verstanden, was er zu tun gedachte. Er wollte ihr ihre Erinnerungen an das Vorgefallene nehmen und ihr neue einpflanzen. Es war merkwürdig. Ja, schon unheimlich. Sie hatte deutlich in ihrem Kopf gehört, was er ihr zusandte und sah seine versteckte Erleichterung in seinem Gesicht. Dieser Roger war sich sicher, dass er es geschafft hatte, sie auf andere Gedanken zu bringen. Doch er hatte sich geirrt. Irgendwie hatte sich in Emily ein Schutzmechanismus aufgebaut. Er ließ es nicht zu, dass ihr die Erinnerungen geraubt wurden. Aber er musste es auch verhindert haben, dass der Vampir es nicht bemerkt hatte, dass sein Bemühen umsonst gewesen war.

Emily stöhnte auf und legte sich auf die Seite. Es war eine Sache zu wissen, dass Vampire existierten und vielleicht, nein, mit Gewissheit auch andere Wesen. Aber die Sache, dass sie sie erkennen konnte, war eine ganz andere. Sollte dieser Roger Recht haben, dann war es wirklich gefährlich für sie. Doch wie konnte sie verhindern, dass sie sich nicht verriet. Wie sollte sie ihre Gedanken soweit zurückhalten können? Das ging doch gar nicht. Immer wieder redete sie sich ein, dass es vielleicht auch nur ein Zufall war, obwohl sie es tief in ihrem Innern selbst nicht glaubte. Und das beunruhigte sie. Dann drifteten ihre Gedanken zu Cornelia ab. Emily fragte sich, was sie jetzt wohl machte. Und wo sie sein könnte. Dieser Roger war ihr Freund. Nein, verbesserte sie sich. Er war ihr Verlobter. Sie hatte an Connys Hand einen Ring entdeckt. Es war ein goldener Ring mit einem Saphir so groß wie ihre Pupille. So blau, wie ihre Augen. Ja. Ihre Augen. Sie waren von einem strahlend dunklen Blau. Seltsam, dass sie jetzt daran dachte. Die von Roger waren stahlblau. Keine roten Augen. Und sie haben beide Brötchen gegessen und Kaffee getrunken. Emily warf sich auf die andere Seite. Verflixt noch mal! Sie hatte so viele Fragen, die alle beantwortet werden könnten. Und sie wusste auch von wem.

»Cornelia Hansen. Es war nicht fair, dass ihr beide so einfach abgehauen seid. Wo steckt ihr?«, murmelte sie zum wiederholten Mal seit der Zeit. Sie boxte mit der Faust auf ihr Kopfkissen und gab einen verärgerten Ton von sich. Dann stand sie frustriert auf und trabte in die Küche. Dort holte sie sich ein Glas aus dem Schrank und ließ es halb voll Wasser laufen. Langsam trank sie es aus und stellte es in die Spüle. Emily schaute auf die Uhr und verzog das Gesicht. In weniger als fünf Stunden würde der Wecker klingeln. Und gerade der Tag sollte anstrengend werden. Auf ihrem Schreibtisch lagen mehrere Aufträge, die sie für Steffen bearbeiten musste. Überstunden waren schon vorprogrammiert. Steffen war Connys Nachfolger und nun ihr neuer Chef. Er war nicht so geduldig wie Conny und wirkte meist so unterkühlt. Er lachte selten. Dabei sah er schon mit einem Lächeln jünger und attraktiver aus. Als er von Connys Kündigung und ihrer männlichen Begleitung erfahren hatte, hatte er sich seine Jacke geschnappt und war wortlos aus dem Büro gestürmt. Emily wusste, dass er sich in Conny verguckt hatte. Sie waren manchmal ausgegangen und hatten wohl auch Sex miteinander gehabt. Steffen schien sich anscheinend Hoffnungen gemacht zu haben, die er nun endlich begraben musste. Am nächsten Tag kam er wieder pünktlich ins Büro, ohne noch ein Wort darüber zu verlieren.

»Tja, Cornelia Hansen. Du hast dem lieben Steffen wohl das Herz gebrochen«, sagte sie leise und stieß sich vom Schrank ab, an dem sie sich gelehnt hatte. Dann ging sie zurück, um noch etwas Schlaf zu finden. Doch vor der Tür blieb sie abrupt stehen. Es traf sie plötzlich wie ein Blitz. »Cornelia Hansen. Conny Hans. Cornelia, Conny. Hansen, Hans«, murmelte sie vor sich hin. »Das glaub ich jetzt nicht«, flüsterte sie. »Das ist jetzt nicht wahr Verflucht!«, schimpfte sie. »Wieso komm ich jetzt erst darauf? Das ist ihr Pseudonym. Die Frau hat es gewusst. Die ganze Zeit hat sie gewusst, dass es die gibt.« Emily schlug mit der flachen Hand auf das Türblatt. Fluchend ging sie ins Bett. Aber sie fand keinen Schlaf. Sie dachte über die Möglichkeit nach, ob Conny es wirklich gewusst hat und bewusst in ihren Romanen falsche Angaben gemacht hat. Oder ob sie erst dort, wo immer sie auch während der drei Monate gewesen war, auf sie gestoßen ist. Emily kam zu dem Schluss, dass wahrscheinlich eher Letzteres zutraf. Sie stöhnte auf, als sie auf die beleuchteten Ziffern des Weckers schaute. Noch knapp vier Stunden. Dann würde er Alarm schlagen. Sie drehte sich auf die Seite und schloss ihre Augen. Allmählich fiel sie in den Schlaf, der kurz und traumlos war.

Sarah stützte ihren Kopf, in dem sie ihr Kinn auf ihre Hand legte. Dabei stöhnte sie leise. Wieder hörte sie sich das Videoband und das Tonband an. Diese Emily hatte die halbe Nacht gelesen, nachdem sie die Wohnung betreten, sich etwas zu essen und sich bettfertig gemacht hatte.

Sie las Saphiras neuesten Roman. Schnell spulte Sarah das Band vor, bis sie wieder Emilys Stimme hörte.

»Na klasse«, brummte sie. »Die Kleine hat`s herausgefunden.« Sie war an der Stelle angelangt, wo Emily für sich herausgefunden hatte, wer Conny Hansen war. Doch das bedeutete nicht in Unruhe auszubrechen und irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. Sarah war Connys beste Freundin und Ärztin gewesen, als sie noch in der Firma eine leitende Position bezogen hatte. Weil sie darauf gedrängt hatte, war Conny widerwillig zu einem längeren Kuraufenthalt nach Rumänien aufgebrochen. Dort befindet sich im Norden eine geheime Kureinrichtung, die ihr Bruder Roger leitet. So nahm das Schicksal seinen Lauf. Conny musste lernen, dass die mystischen Wesen existierten, über die sie in ihren Romanen schrieb. Sie musste feststellen, dass auch sie zu dieser Welt gehörte. Aus Cornelia Hansen wurde Saphira Randall, die Sarahs Bruder heiratete und nun den Namen Saphira Carlsen trägt. Doch das wusste diese Emily ja nicht. Und das sollte sie auch nie erfahren.

Kurz nach Saphiras und Rogers Besuch in der Firma und dem gescheiterten Versuch, bei Emily die Gedanken zu manipulieren, hatte Sarah den Auftrag vom Clan nach Zustimmung des Königspaars erhalten, die Frau zu überwachen. Der Clan sorgte dafür, dass in ihrer Wohnung die entsprechende Technik eingebaut wurde. Eine winzige hochmoderne Videokamera im Flur und im Wohnzimmer, sowie Wanzen in allen Räumen, außer im Bad und im Schlafzimmer. Auch in ihrem Büro wurde derartiges Material verwendet.

An den Wochenenden, wenn Sarah mal wegfuhr, waren Leute vom Bereitschaftstrupp für die Überwachung zuständig. Saphira erkundigte sich in regelmäßigen Abständen, ob alles in Ordnung war und ob es Neuigkeiten gab.

Sarah schaltete nun die Geräte ab und legte sich zur Ruhe.

Am Wochenende traf sich Emily mit ihrer Freundin Francine. Sie war ebenso eine Leseratte wie Emily, jedoch las sie mehr Utopisches. Sie glaubte, dass die Menschen nicht die einzigen intelligenten Lebewesen im Weltall sind. Sie beide trafen sich ab und zu. Manchmal nahm Emily sie mit zu ihren Eltern, die ein Gestüt unweit von München besaßen und dort Pferde der Rasse Bayrisches Warmblut züchteten. Oder sie gingen aus und amüsierten sich. Beide waren sie fast gleichalt. Emily war mit ihren siebenundzwanzig ein halbes Jahr jünger als Francine. Doch beide hatten noch keine feste Beziehung.

Emily und Francine trafen sich in einem Restaurant und aßen dort, bevor sie in den Club wollten. Emily hatte sich überreden lassen, obwohl sie gar keine Lust hatte. Die Woche war ziemlich anstrengend gewesen. Doch Francine meinte, dass es sie ablenken und die Lust dazu noch kommen würde. Aber sie kam nicht. Emily drehte das Glas in ihren Händen und schaute kurz zur Tanzfläche. Ihre Freundin tanzte wieder einmal. Sie hatte kaum eine Runde ausgelassen. Sie amüsierte sich. Schließlich war sie ja auch aus diesem Grund hier. Emily ließ einfach so ihren Blick zu den Tischen schweifen und besah sich desinteressiert die anderen Leute.

»War wohl doch keine so gute Idee, was?«, meinte Francine, als sie sich zu Emily setzte und ihr Glas leerte, in dem sich ein Longdrink befunden hatte, wo das Eis mittlerweile geschmolzen war. »Ist doch egal. Ich hätte sonst auf der Couch gegluckt und mich durch das Programm gezappt«, entgegnete Emily und winkte ab.

»Tanz doch mal! Vielleicht kommst du doch noch auf den Geschmack«, versuchte Francine sie zu überreden.

»Ja, vielleicht. Ich überleg es mir noch«, erwiderte sie und schaute zur Tanzfläche, wo sich mehrere Paare im Rhythmus, oder auch nicht, nach einem schnellen Song bewegten. Sie registrierte dabei, dass ihre Freundin mit einem gutaussehenden Mann wieder der Tanzfläche zustrebte. Er hatte sie bereits mehrmals aufgefordert, und er schien ihr zu gefallen. Emily beobachtete die beiden. Als sie den Mann nun gründlicher im Augenschein nahm, bemerkte sie, dass sich bei ihr ein merkwürdiges Kribbeln einstellte.

Es war das gleiche Gefühl, wie damals, als Conny und ihr Freund im Büro aufgetaucht waren. Schnell sah sie weg und trank einen Schluck.Das kann doch nicht wahr sein. Das ist ein V… Sie versuchte, nicht an dieses Wort zu denken. Leise summte sie die Melodie des Songs mit, um ihre Gedanken auf eine andere Bahn zu lenken. Als sie sich wieder beruhigt hatte, warf sie einen Blick zur Tanzfläche und suchte ihre Freundin. Doch die war nicht mehr da.Vielleicht ist sie auf Toilette gegangen, dachte sich Emily und machte sich noch keine großen Sorgen. Aber als sie auch nach zehn Minuten nicht wieder auftauchte, stand Emily auf und schaute sich im Club unter den Gästen um. Sie suchte sie sogar auf der Toilette. Francine war nicht aufzufinden. Das hatte sie noch nie fertiggebracht. Wenn sie ohne sich zu verabschieden den Club verlassen hat, dann könnte sie sich noch was anhören. Emily ging zu ihrem Tisch zurück und sah mit Verärgerung, dass die verloren Geglaubte dort saß und gedankenverloren in ihr Glas schaute.

»Sag mal, wo hast du gesteckt? Ich suche dich jetzt schon über eine halbe Stunde.« Francine warf ihr einen trägen Blick zu, der bei Emily sofort dafür sorgte, dass die Alarmglocken läuteten. Sie setzte sich und sah ihre Freundin prüfend an, als die sagte: »Wieso? Ich hab doch bis eben mit dem blonden Typen getanzt.«

Emily wusste es besser und schwieg. Der letzte Typ, mit dem sie getanzt hatte, war nicht blond, sondern dunkelhaarig gewesen. »Du siehst müde aus«, sagte sie stattdessen zu ihr. Sie sah nicht nur müde aus. Sie war auch ziemlich blass. Emily versuchte verräterische Spuren an ihrem Hals zu entdecken, fand aber keine.

»Ja. Ich bin auf einmal wie erschlagen. Versteh ich nicht«, erwiderte sie schleppend.

Ich schon, dachte Emily. »Wollen wir abhauen?«

»Gute Idee«, antwortete sie und stand auf. Das tat sie ziemlich langsam und schwankte leicht. Wenn sie einer beobachten würde, dachte der garantiert, dass sie zu viel getrunken hatte. Emily war sofort bei ihr und sah sie besorgt an. »Alles okay?«

»Weiß nicht genau«, murmelte sie. Emily nahm ihre Jacken und sie verließen den Club. Das Taxi fuhr sie zu Emilys Wohnung. Sie wollte ihre Freundin in diesem Zustand nicht allein lassen. Außerdem hatte sie vor, sich die Bestätigung zu holen, ob ein Vampir sich an Francine genährt hatte. Zuerst gab sie ihr etwas zu trinken. Während sie fast auf dem Sessel einschlief, funktionierte Emily ihre Couch zu einem Bett um. Sehr umständlich befreite sich Francine von ihrer Jeans und dem Shirt. Nur mit BH und Slip bekleidet krabbelte sie auf das gemachte Bett und ließ sich stöhnend auf den Rücken fallen. Sie machte ihre Augen zu und war sofort eingeschlafen. Kopfschüttelnd sah Emily auf sie herab.

»Dieser Schweinehund. Wer weiß, wie viel Blut er ihr geklaut hat. Hoffentlich nicht zu viel«, brummte sie wütend. Dann suchte sie nach dem Biss. Sie war immer noch der Meinung, dass es zwei kleine, dicht nebeneinander liegende Einstiche sein mussten. Doch die fand sie nicht. Dafür entdeckte sie einen sichelförmigen Halbkreis am Handgelenk. Er war noch dunkelrot.

»Hm. Keine Reißzähne. Aber damit hat er sich begnügt?«, murmelte Emily ungläubig und suchte weiter. Sie wurde fündig. Entsetzt schaute sie auf die Stelle an der rechten Leiste.

»Oh, mein Gott!«, hauchte sie. »Der wird sie doch wohl nicht …« Sie wollte diesen Gedanken nicht zu Ende denken. Francine schlief tief und fest. Emily war selbst geschafft und wollte endlich ins Bett.

Sarah prüfte wieder die Bänder. Sie hatte von dem Informanten einen Bericht erhalten, der sie beunruhigt hat. Ein Unsterblicher war ebenfalls in dem Club gewesen, den auch Emily besucht hatte. Ihr Informant hatte sie genau beobachtet und ihre Gedanken gelesen. Sie hatte gespürt, dass er ein Unsterblicher war. Wenn er auf sie geachtet hätte, wäre ihm nicht entgangen, dass sie ihn enttarnt hatte. Das Ärgerliche daran war, dass er gerade ihre Freundin gewählt hatte und nicht eine andere Frau. Besser wäre es gewesen, wenn er sich einen anderen Club ausgesucht hätte. Schließlich gab es ja in München nicht nur diesen einen. Der Informant berichtete auch, dass er ein Neuer sein musste. Er war ihm nicht bekannt und vermutete, dass er nur auf der Durchreise war. Sarah sah sich das Video an und musste feststellen, dass die Freundin sehr blass und ziemlich fertig aussah. »Da hat wohl einer etwas zu viel getrunken«, murmelte sie. Dann hörte sie das Band ab. Sie runzelte die Stirn, als sie Emilys Monolog hörte.

»Super! So kann man auch zu neuen Erkenntnissen kommen«, brummte Sarah ärgerlich. »Hoffentlich war das eine einmalige Sache. Hab schon genug mit diesen Bändern zu tun.«

Francine schlief bis in den späten Vormittag hinein. Emily ließ sie. Als sie sich endlich von der Couch gerollt hatte, kam Emily aus der Küche und wollte gerade nach ihr sehen. »Wie geht’s dir?«, fragte sie und beobachtete sie kritisch.

»Als ob ich gegen einen Bus gelaufen wäre. Aber ich hab doch kaum was getrunken«, krächzte sie. »Ich muss mal ins Bad«, verkündete sie dann.

»Ich hab dir Handtücher hingelegt. Kannst duschen. Ich leih dir Sachen von mir«, sagte Emily.

»Oh, danke!«, murmelte sie und schlich ins Bad.

Als Francine endlich fertig angezogen in der Küche erschien, sah sie immer noch ziemlich blass aus. Sie ließ sich auf den Stuhl fallen und trank schweigend von dem Kaffee, den Emily ihr hingestellt hatte.

»Du solltest heute viel trinken und genug essen«, sagte Emily in das Schweigen hinein.

»Hm. Ich hab auch Hunger. Gehen wir was essen?«, fragte Francine und strich sich die Haare aus dem Gesicht.

»Ich kann uns was machen. Ich hab alles da«, schlug Emily vor. Sie hatte keine Lust, aus dem Haus zu gehen.

»Krieg ich dir das ausgeredet?« Francine sah ihre Freundin prüfend an und kannte bereits die Antwort.

»Nein.«

»Dachte ich mir schon«, seufzte sie.

Emily bereitete Folienkartoffeln vor und holte dann die Steaks aus dem Kühlschrank. Das Essen war schnell gemacht, und sie stellte es auf den Tisch.

»Du bist immer so praktisch«, meinte Francine, die ihre Freundin bei der Zubereitung beobachtet hatte. Sie selbst hatte nämlich mit dem Kochen nicht viel am Hut.

»Mir macht es Spaß«, entgegnete Emily und zuckte mit der Achsel. »Was macht daran Spaß? Wenn ich schon an den ganzen Abwasch denke, der da folgt«, stöhnte Francine. Emily lachte. »Das ist nun mal ein notwendiges Übel. Aber nicht schlimm. Hab doch `ne Spülmaschine.«

Als sie gemeinsam aßen, stellte Francine ihre Frage, die sie beschäftigte, seit sie aufgewacht war.

»Hab ich wirklich so viel getrunken, dass es mir heute so dreckig geht?«

Emily sah sie nachdenklich an. Was sollte sie ihr antworten? Sie entschied sich für die Wahrheit.

»Nein. Nicht mehr wie ich.«

»Und wie viel hast du?«, fragte sie.

»Drei Longdrinks.«

»Mehr nicht?« Sie war erstaunt.

»Nee, mehr nicht«, antwortete Emily. »Wir waren auch nur ein paar Stunden dort. Vielleicht steckte dir was in den Knochen.«

»Hm. Vielleicht«, entgegnete sie, glaubte es aber nicht richtig.

»Kannst du dich noch an den Typen erinnern, mit dem du laufend getanzt hast?«, fragte Emily wie nebenbei. »Warum fragst du?«, wollte Francine wissen und grinste.

»Nur so«, erwiderte Emily.

»Nicht so richtig. Interessiert er dich?«, fragte sie immer noch grinsend.

»Nein. Ich dachte, dass du ihn schnucklig fandst«, meinte Emily und schmunzelte, obwohl ihr nicht danach war. Sie beabsichtigte, sich langsam mit ihren Fragen vorzuarbeiten, um zu erfahren, ob Francine vielleicht doch noch Erinnerungen an den Vampir hatte.

»Wen?« Francine sah ihre Freundin hilflos an.

»Na, den dunkelhaarigen Typen.«

Francine dachte nach.

»Dunkelhaariger Typ? Kann mich nicht erinnern. Hab doch mit dem Blonden paarmal getanzt. Der war nicht übel.«

»Der war blond? Ich hab’s wohl schon mit den Augen. Ist ja auch egal. Geht es dir schon besser?«, lenkte sie vom Thema ab. Der hat also ganze Arbeit geleistet, dachte sie verbittert.

»Ja. Dank deiner Fürsorge«, antwortete Francine und lächelte schief.

Am Nachmittag fuhr sie zu sich nach Hause und Emily räumte auf. Später telefonierte sie noch mit ihren Eltern, die ihr von einem neuen Untermieter in einer der Boxen im Stall berichteten. Das interessierte sie brennend und fragte, was es für ein Pferd war. Als sie hörte, dass es ein Hannoveraner Hengst war, wäre sie am liebsten sofort ins Auto gesprungen und zu ihren Eltern gefahren. Doch sie musste sich gedulden. Emily teilte ihren Eltern mit, dass sie am nächsten Wochenende vorbeikommen würde. Ihr Vater lachte auf dem anderen Ende der Leitung. Er wusste, dass seine Tochter es sich nicht nehmen lassen wollte, sich dieses stolze Tier anzusehen.

 

 

2. Black Dancer

 

Emily fuhr noch am Freitagabend zu ihren Eltern. Sie parkte den Wagen neben dem ihres Vaters und lief ins Haus, um ihre Eltern zu begrüßen.

»Wo ist er?«, fragte sie aufgeregt.

»He, Miss Ungeduld. Kannst du nicht bis morgen warten?«, erwiderte ihr Vater lachend.

»Papa. Nein«, rief sie mit einer Mischung aus Entrüstung und Ungeduld.

»Dritte Box links. Sei vorsichtig! Er ist ziemlich temperamentvoll«, warnte ihr Vater sie.

»Bin ich doch immer«, sagte sie und verließ das Zimmer. Sie lief schnell die Treppen hoch in ihr kleines Reich, dass die Eltern für sie immer noch bereithielten. Dort zog sie sich um und begab sich eilig zu dem Stall, in dem auch die Gastpferde untergebracht waren. Dann stand sie vor der Box und las den Namen des Pferdes, das sie so brennend interessierte. »Black Dancer«, murmelte sie und schaute dann auf das Tier. Beide sahen sich für eine Weile in die Augen und musterten sich. Black Dancer machte auf sie einen intelligenten Eindruck. Emilys Blick glitt über den Körper des schwarzen Hengstes. Sein Fell glänzte und zeugte von einer guten Pflege. Die Muskulatur war hervorragend ausgeprägt. Es war ein edles und stolzes Tier, für das der Besitzer auch einen stolzen Preis bezahlt haben musste. Der Hengst schnaufte leise und zog somit wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich.

»Hallo, mein Schöner«, sagte sie leise und sah erneut in seine dunklen Augen. Er schnaufte wieder. Dabei hob und senkte er seinen Kopf, als würde er sie begrüßen.

»Ich bin Emily. Du hast einen schönen Namen. Black Dancer. Wir werden bestimmt Freunde werden«, sprach sie im ruhigen Ton zu ihm. Vorsichtig hob sie ihre Hand und hielt sie ans Gitter, damit er ihren Geruch aufnehmen konnte. Seine Nüstern blähten sich auf und dann senkte er seinen Kopf. Es war, als würde er ihr nun gestatten ihn zu berühren. Emily schob ihre Hand durch das Gitter und legte sie zwischen seine Ohren. Langsam ließ sie sie bis zu seinen Nüstern gleiten, die er wieder aufblähte. Der Hengst ruckte leicht mit seinem Schädel, als würde er ihr sagen wollen, dass sie ihn weiter streicheln sollte. Was sie dann auch lächelnd tat. Dabei redete sie leise auf ihn ein. Nach einer Stunde verließ sie den Stall und lief fröhlich zum Wohnhaus ihrer Eltern. Es war bereits alles dunkel. Ihre Eltern waren schlafen gegangen. Und das tat Emily nun auch.

Am nächsten Morgen hielt sie nichts mehr im Bett. Als ihre Eltern in der Küche erschienen, saß Emily bereits am gedeckten Frühstückstisch. Sie begrüßte ihre Eltern mit einem Kuss auf ihren Wangen und setzte sich wieder.

»Der Hengst ist ein schönes Tier. Da hat jemand für ihn ziemlich tief in die Tasche gegriffen. Ist er uns bekannt?«, fragte sie neugierig.

»Nein. Der Besitzer ist erst vor Kurzem nach München gezogen. Er hat den Vertrag für ein Jahr unterschrieben.«

»Gab es Bedingungen?«

»Ja. Nur eine Person darf ihn ausführen und betreuen.«

»Wie soll das denn gehen? Schließlich muss der ja auch mal frei haben«, entgegnete Emily entrüstet.

»Dafür ist gesorgt, mein Schatz«, erwiderte ihr Vater mit einem amüsierten Lächeln.

»Darf man erfahren, was das für ein Mensch ist, der so ein Pferd besitzt?«

»Er ist sehr höflich und wirkte anständig. Er hatte selbst das Pferd in die Box geleitet und war erst nach einer Stunde gegangen. Und er hat bereits den ganzen Betrag für das Jahr im Voraus überwiesen«, informierte ihre Mutter sie.

»Wow! Der scheint wohl steinreich zu sein«, platzte es aus Emily heraus.

»Vielleicht. Aber er liebt dieses Pferd. Und nur das ist uns wichtig«, erwiderte ihre Mutter.

»Klar. Weiß ich doch. Kann man seinen Namen erfahren?« Emily sah sie auffordernd an.

»Natürlich. Rohan Gardner«, verriet es ihre Mutter.

»Interessanter Name«, murmelte Emily. »Wisst ihr, wann dieser Herr Gardner wieder hier auftaucht?«

»Emily! Du darfst ihn nicht reiten. Keiner darf das.« Ihr Vater kannte sie wirklich sehr gut.

»Will ich auch nicht. Das mache ich später mit Serina. Ich wollte ihn nur ausführen, falls er heute nicht kommt«, erwiderte sie. »Das ist Toms Aufgabe«, sagte ihr Vater in einem unmissverständlichen Ton.

»Papa. Tom kann doch in der Nähe bleiben«, schlug sie im bittenden Ton vor.

»Dann tu es. Herr Gardner hat sich für Morgen angekündigt. Aber geh vorher zu Tom! Ich will keinen Ärger. Und geh es ruhig an! Der Hengst hat Temperament«, wies ihr Vater sie an.

»Versprochen, Paps«, rief sie erfreut und sprang auf, um ihren Eltern noch einen Kuss auf die Wange zu drücken. Dann verließ sie im Laufschritt die Küche.

Schnell hatte Emily ihre Reitstiefel angezogen und den Rest. Dann lief sie zum Stall und suchte Tom. Sie fand ihn bei einer der hinteren Boxen.

»Hallo, Tom«, grüßte sie.

»Oh, Emily! Hallo! Willst du mit Serina ausreiten? Ich helfe dir beim Satteln«, sagte er. Emily mochte ihn. Er war immer nett und hilfsbereit. Tom arbeitete schon viele Jahre auf diesem Gestüt für ihre Eltern. Sie war noch ein kleines Kind gewesen, da war er schon hier.

»Nein, danke. Ich reite später mit ihr aus. Ich will Black Dancer ausführen«, teilte sie ihm mit.

»Was? Den Neuen? Tut mir leid, Emily. Aber da gibt es so eine Klausel im Vertrag …«

»Ich weiß. Papa hat es mir erzählt. Ich darf, wenn du in der Nähe bleibst«, informierte sie ihn.

»Na, wenn das mal gutgeht. Der Besitzer ist ziemlich eigen. Er machte auf mich einen sehr unnachgiebigen und konsequenten Eindruck«, gab er zu bedenken.

»Wird schon. Papa sagt, dass er erst morgen kommen will«, erwiderte sie.

»Denk daran! Der Rappe hat ein anderes Temperament«, warnte Tom sie. Aber er kannte Emily. Eigentlich brauchte er sich nicht um sie sorgen. Sie war mit Pferden groß geworden. Es machte ihm mehr Sorgen, dass auf einmal der Besitzer unverhofft auftauchen würde.

»Hm. Ich weiß. Ich werde vorsichtig sein«, versprach sie auch ihm.

Emily ließ sich von Tom das Halfter und das Führseil geben und ging zu der Box, in der Black Dancer ruhig stand. Er schnaubte leise und bewegte seinen Kopf auf und nieder, als würde er sie begrüßen.

»Hallo, mein Schöner! Was hältst du davon, wenn wir beide etwas an die frische Luft gehen.« Er schnaubte erneut und schwenkte seinen Kopf. Emily legte wieder ihre Hand auf die Stirn des Pferdes und redete auf ihn ein. Als sie meinte, dass er soweit war, schob sie langsam das Gitter zur Seite und näherte sich dem Hengst. Er stand immer noch ganz ruhig da. Tom beobachtete alles genau, um rechtzeitig zur Stelle zu sein. Emily redete weiter ruhig und leise mit dem Tier. Dabei hauchte sie ihm mehrmals an seine Nüstern, wobei er ganz stillhielt. Der Hengst bewegte nur aufmerksam seine Ohren. Sie streichelte ihn am Hals und legte ihm gelassen das Halfter an. Dann befestigte sie das Führseil. Ohne Zwischenfälle ließ sich Black Dancer zum Platz führen. Sofort wurden sie von neugierigen Blicken begleitet.

»Du bist hier ein Star. Sieh, wie sie dich alle neugierig ansehen und bestaunen«, sagte sie zu dem Hengst. Zuerst gingen sie nur langsam im Schritt. Doch dann ließ Emily ihn neben sich schneller laufen, sodass der Hengst ins Traben fiel.

Es machte sie glücklich, dass sie dieses Pferd neben sich hatte. Und sie würde ihn auch reiten. Das schwor sie sich.

Rohan Gardner war an dem Samstag selbst schon früh auf den Beinen. Da er nichts Besonderes vorhatte, setzte er sich in seinen Sportwagen und fuhr zum Gestüt. Er dachte sich, dass es Black Dancer gefallen würde, an zwei Tagen ausreichend Bewegung zu bekommen. Routinemäßig beobachtete er auch heute seine Umgebung, als er aus seinem Wagen stieg. Dass er einen schwarzen Porsche fuhr, war in dieser Gegend nichts Ungewöhnliches. Ihm fiel auf, dass nicht wenige von den Anwesenden zu der Führanlage schauten, die sich im Freien befand. Mit seinen scharfen Augen erkannte Rohan, dass es sein Pferd war, das dort am Seil geführt wurde. Zorn stieg in ihm hoch, als er erkannte, dass eine junge Frau das Seil hielt und nicht der ihm zugeteilte Pfleger Tom. Er begann bereits mit der Überlegung, den Vertrag zu stornieren und sich ein anderes Gestüt zu suchen. Doch dieses hier war ihm wärmstens empfohlen worden. Alles war erstklassig. Und es grenzte hier ein riesiges Gelände von über fünfzig Hektar an, wo man ausreiten und die Natur auch querfeldein genießen konnte. Rohan knurrte verärgert. Er sollte sofort gehen und sich beschweren. Doch dann hörte er Gesprächsfetzen von den Personen, die die Frau und das Pferd beobachteten. Das veranlasste ihn, genauer hinzuhören. Rohan stellte sich an die alte Buche und beobachtete gleichzeitig mit den anderen die beiden.

»Das ist ein rassiges Pferd. Sieh dir sein Muskelspiel an!«

»Es ist ein Hannoveraner Hengst. Einfach toll, wie der trabt.«

»Die junge Rathmann hat das Tier gut im Griff. Alle Achtung!«

Rohan musste zugeben, dass es ihn erstaunte, dass Black Dancer sich so widerstandslos von der jungen Frau führen ließ. Er war von ihm so erzogen worden, dass er nicht jeden an sich heranließ. Sie musste etwas an sich haben, dass er es ihr erlaubte. Nun beobachtete er, dass sie mit ihm stehen blieb. Sie streichelte den Hals des Tieres. Black Dancer neigte seinen Kopf zu ihr und rieb ihn an ihrer Schulter. Rohan runzelte die Stirn, als er das sah. Das war eindeutig ein Vertrauensbeweis.

Er hörte, wie sie leise lachte und sagte: »Du bist mir schon einer. Aber du sollst deine Streicheleinheiten bekommen. Immer, wenn ich hier bin. Das verspreche ich dir.« So standen sie noch eine Weile und der Hengst genoss ihre Fürsorge. Rohan schüttelte den Kopf. Er zollte der Frau Achtung. Aber trotzdem hatte man hier die Vereinbarung nicht eingehalten. Während Emily sein Pferd zurück in den Stall führte, ging er zu dem Eigentümer und Leiter der Einrichtung. Der sah ihn stirnrunzelnd an und ahnte Schlimmes.

»Oh! Guten Tag, Herr Gardner. Wir haben Sie erst morgen erwartet«, begrüßte Emilys Vater ihn freundlich.

Das nenn ich Timing, stöhnte er innerlich, was Rohan hörte. »Guten Tag. Das habe ich bemerkt. Und ich muss Ihnen sagen, dass es mir sehr missfällt, dass unsere Abmachung nicht eingehalten worden ist«, sagte er im harten Ton. Emilys Vater verfluchte sich gerade selbst, dass er nachgegeben hatte.

»Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Ich weiß, es war nicht richtig. Aber meine Tochter Emily ist ganz vernarrt in Black Dancer«, begann er das Ganze zu begründen.

»Das gibt ihr aber nicht das Recht, gegen meinen Willen zu verstoßen«, entgegnete Rohan scharf.

»Sicher nicht. Aber es ist Wochenende. Da ist nicht das ganze Personal da. Und seien Sie versichert, meine Tochter ist eine ausgezeichnete Pferdeflüsterin. Sie ist mit diesen Tieren groß geworden und weiß mit ihnen umzugehen«, versuchte Herr Rathmann ihn zu besänftigen. Es wäre schade, wenn der Kunde seinen Vertrag wegen dieser Sache zurückziehen würde. Das Gestüt war zwar nicht auf das Geld angewiesen, aber vielleicht würde sein Image angekratzt werden. So etwas war nie gut. Und das nur, weil er Emily ihren Wunsch erfüllt hatte.

Rohan vernahm jeden einzelnen seiner Gedanken und musterte ihn. Er schien seine Tochter sehr zu lieben.

»Das habe ich schon beobachtet«, sagte er daraufhin. »Darf ich fragen, wie viele Töchter Sie noch haben, die sich in mein Pferd verlieben könnten?« Es sollte ironisch klingen, aber irgendwie hatte er nicht ganz den Ton getroffen.

»Emily ist unser einziges Kind«, antwortete der Vater mit Stolz in der Stimme. Rohan rang sich zu einem Entschluss durch und teilte es ihm mit.

»Gut. Ich erwarte, dass es zu keinen weiteren Überraschungen kommt. Wenn die junge Dame während meiner Abwesenheit Black Dancer betreuen möchte, werde ich es hiermit gestatten. Doch das Reiten soll sie unterlassen. Das ist nur mir vorbehalten.«

Herr Rathmann seufzte. »Wollen Sie ihr das nicht selbst sagen? Sie hat einen ziemlich starken Willen.«

»Nein«, stieß Rohan hervor. »Das ist Ihre Aufgabe. Sie ist Ihre Tochter. Nicht meine.«

»Haben Sie Kinder, Herr Gardner?«, fragte Emilys Vater und sah ihn forschend an. Rohan wusste genau, was er mit dieser Frage bezweckte. Doch er ließ sich davon nicht beeinflussen.

»Nein. Aber ich denke, das tut nichts zur Sache. Es geht mir auch um die Sicherheit Ihrer Tochter. Black Dancer akzeptiert nicht jeden Reiter«, gab er ihm zu verstehen.

»Sie kennen meine Tochter nicht. Es gibt kein Pferd, dass sie nicht um ihren Finger wickelt«, murmelte Herr Rathmann.

»Da stimme ich Ihnen zu. Ich kenne sie nicht. Doch wie gesagt. Keine Reitstunden. Ich werde jetzt und morgen mit Black Dancer ausreiten.« Damit war für Rohan das Gespräch beendet. »Ich denke, dass nun alles geklärt ist«, meinte er noch. Herr Rathmann nickte und sah ihm ausdruckslos hinterher. Er hoffte, dass seine Tochter in diesem Punkt einsichtig sein würde. Schließlich ging es hier um das Vertrauen eines Kunden und um das Ansehen des Gestüts.

Als Rohan dem Stall zustrebte, sah er, wie Emily ihre Stute herausführte und aufsaß. Sie wollte ausreiten. Rohan musste zugeben, dass sie eine gute Figur machte. Tom stand am Tor und sah ihr hinterher.

»Guten Tag«, grüßte Rohan.

»Ähm. Tag«, erwiderte Tom und sah ihn mit unverhohlener Überraschung an. Ob der das mitgekriegt hat, dass Emmy mit seinem Hengst draußen war?, dachte er besorgt.

»Die junge Dame hat sich bereits um Black Dancer gekümmert, wie ich es beobachten konnte. Da mir ihr Vater versichert hat, dass sie gut mit Pferden umgehen kann, werde ich es ihr weiterhin gestatten. Jedoch das Aufsitzen und Ausreiten wird nicht genehmigt«, gab er Tom zu verstehen, der erleichtert ausatmete, als er das hörte.

»Hab verstanden«, murmelte Tom.

»Gut. Ich werde mein Pferd jetzt satteln und mit ihm ausreiten«, verkündete Rohan.

»Ich hole Ihr Zeug«, erwiderte Tom dienstbeflissen und ging. Schnell war er zurück und Rohan nahm ihm alles ab. »Den Rest mache ich selbst. Danke. Ich werde eine Weile weg sein und werde Black Dancer nach unserem Ausritt selbst versorgen«, teilte er Tom mit. Der nickte und wünschte ihm noch viel Spaß, bevor er wieder seiner Arbeit nachging.

Rohan hatte Black Dancer schnell gesattelt und führte ihn aus dem Stall. Dann saß er auch schon auf und lenkte den Hengst vom Gestüt weg. Er spürte dabei die Blicke, die ihnen folgten. Und er hörte die Gedanken, vor die er sich schnell verschloss. Es waren immer die gleichen.

Rohan ritt nun über das weitläufige Gelände. Hier spornte er den Hengst zum Galopp an und fegte mit ihm über die noch grünen Flächen. Emily entdeckte ihn durch Zufall. Sie hatte eine Pause eingelegt und ließ ihre Stute traben. Danach wollte sie noch zu dem kleinen See, der sich in der Nähe befand. Emily beobachtete, wie der Reiter mit dem schwarzen Hengst über das Gelände galoppierte. Es war ein beeindruckendes Bild. Der Reiter und sein Pferd waren aufeinander abgestimmt. Sie schienen eins zu sein.

Das muss der Gardner sein, dachte sie nicht gerade positiv überrascht. Der wollte doch erst morgen kommen. 

Ihr kamen nun Bedenken. Hoffentlich hatte er es nicht mitbekommen, dass sie sein Pferd am Führseil gehabt hatte. Ihr Vater würde garantiert Ärger bekommen. Das hatte sie natürlich nicht gewollt.

Emily schwang sich wieder auf ihr Pferd und galoppierte zum See. Dort ließ sie Serina grasen und hockte sich selbst am Ufer hin. Sie schaute einfach nur auf den See. Es war Ende Oktober. Die Sonne hatte nicht mehr den hohen Stand am Himmel wie im Sommer. Trotzdem hatte sie noch Kraft und wärmte Emilys Gesicht. Sie blinzelte, weil das Glitzern der Strahlen auf dem Wasser ihre Augen blendete. Emily kniff sie so zusammen, dass das Bild vor ihr verschwamm und es nun wie ein goldener Teppich aussah. Doch dann suchte sie nach einem flachen Stein im Sand und fand auch einen geeigneten. Danach richtete sie sich auf und ließ ihn mehrmals über das Wasser springen. Zufrieden schmunzelnd, dass es ihr immer noch auf Anhieb gelang, wandte sie sich zu ihrer Stute.

»Komm, meine Schöne. Wir reiten zurück.«

Emily saß auf und machte sich auf den Rückweg. Dabei bemerkte sie nicht, dass sie beobachtet wurde. Rohan hatte sie entdeckt, als er auf der anderen Seite des kleinen Sees zwischen den Bäumen hindurch geritten war. Er hatte Black Dancer gezügelt und spähte zu ihr hinüber. Wieder musste er zugeben, dass sie eine besondere Beziehung zu den Pferden zu haben schien. Ihre ganze Haltung und der Umgang wiesen darauf hin. Rohan hatte schon sehr, sehr lange mit Pferden zu tun. Sie waren sein spezielles Hobby. Er erkannte Profis auf diesem Gebiet mit Sicherheit. Und in seinen Augen war sie ein Profi. Wer Black Dancer um den Finger wickeln konnte, war es auf jeden Fall. Doch hatte er nicht die Absicht, sich dieser Frau zu nähern. Er sah dafür keinen Grund.

Emily brachte Serina in den Stall und versorgte sie. Sie stellte fest, dass Black Dancer noch nicht zurück war und ging zu ihren Eltern. Ihr Vater wartete bereits auf sie.

»Ich hoffe, dass du meinetwegen keinen Ärger bekommen hast, Paps«, sagte sie bedrückt, als sie in sein Gesicht sah.

»Es war nicht so schlimm, wie ich es erwartet hatte. Er hatte dich beobachtet, wie du sein Pferd geführt hattest. Es schien auf ihn einen guten Eindruck gemacht zu haben. Er gestattet es dir weiterhin. Du darfst ihn aber nicht reiten. Diese Bedingung bleibt. Und ich verlange, dass du dich daran hältst«, erwiderte ihr Vater streng.

»Das ist nicht gerecht. Warum?«, schmollte sie.

»Emily, sei vernünftig! Ich möchte ihn nicht als Kunde verlieren. Das könnte unserem Ansehen schaden. Du weißt, dass wir ein renommiertes Unternehmen mit einem sehr guten Ruf sind. Ich will nicht, dass dieser auf irgendeine Art angekratzt wird«, ermahnte er seine Tochter.

»Ja. Ich versteh schon. Trotzdem. Ich darf ihn streicheln, aber ausreiten darf ich mit ihm nicht«, murrte sie ärgerlich.

»Emily. Bitte.« Ihr Vater sah sie eindringlich an. Er kannte seine Tochter nur zu gut. Sie würde einen Weg finden, wenn sie es wollte.

Emily seufzte. »Ich werde mich zurückhalten«, versprach sie, obwohl es sie wurmte.

»Braves Mädchen.« Ihr Vater lächelte erleichtert.

Nach dem Essen ging Emily noch einmal in den Stall, um nach ihrem Pferd Serina zu sehen. Als sie an Black Dancers Box vorbeikam, stellte sie fest, dass er immer noch draußen war. Dann streifte sie durch das Gestüt und plauderte mit Tom und einigen anderen Angestellten. Einige Pferde erhielten von ihr, wie üblich, eine kleine Nascherei und eine Menge an Streicheleinheiten. Das ließ sie sich nie nehmen. Für Emily waren diese Tiere nicht nur ein Zeitvertreib. Sie liebte sie, weil sie stark und stolz sind. Für viele ist der Hund der Freund des Menschen. Für Emily war es das Pferd.

Am späten Nachmittag, nachdem sie Serina gestriegelt hatte, wollte sie gerade die Box schließen. Da sah sie, wie Black Dancer von seinem Besitzer hereingeführt wurde. Schnell zog sie sich in die Box zurück und ihr Pferd kam in den zusätzlichen Genuss des Striegelns. Emily wollte diesem Gardner nicht über den Weg laufen. Es fehlte noch, dass er ihr seinen Unmut darüber mitteilte, dass sie sein Pferd an der Führleine hatte. Auch wenn er es ihr nun gestatten würde. Doch sie mochte es gar nicht, wie eine dumme Nuss behandelt zu werden. Und sie würde sich genauso fühlen, wenn er ihr verbot, Black Dancer zu reiten. Also wollte sie abwarten, ob er sein Pferd selbst versorgte oder es von Tom machen ließ. Emily stellte fest, dass er sich selbst um das Tier kümmerte. Sie wartete noch ein paar Minuten, in denen sich bei ihr das merkwürdige Gefühl des Kribbelns auf ihrer Haut einstellte. Erschrocken hielt sie die Luft an. Das konnte unmöglich sein. Leise verließ sie die Box und verschloss sie. Schnell huschte sie auf die andere Seite hinaus aus dem Stall und lief in Richtung Haus. Sie war erst wenige Meter gelaufen, als sie auf Tom stieß, der sie stirnrunzelnd ansah.

»Was ist denn mit dir? Bist du auf der Flucht?«

»Nee, wieso?«, fragte Emily scheinheilig. »Black Dancer wurde gerade zurückgebracht«, teilte sie ihm dann mit.

»Der will ihn selbst versorgen, hat er gesagt«, entgegnete Tom.

»Macht er auch schon«, informierte Emily ihn.

»Bist etwa vor dem ausgerückt?«, vermutete Tom nun grinsend und musterte sie.

»Quatsch«, brummte sie.

»Klar. Ich kenn dich doch. Willst nicht, dass er dir Vorschriften macht«, meinte er lachend, womit er genau den Punkt getroffen hatte. Emily drehte mit den Augen und lud ihren Frust ab.

»Ich finde das bescheuert und hab das auch zu Papa gesagt. Streicheln darf ich ihn, aber ausreiten darf ich mit ihm nicht.«

»Du musst die Wünsche des Besitzers respektieren. Es wäre nicht gut …«

»… wenn der gute Ruf des Gestüts einen Schaden erleidet. Ja, ja. Ich weiß und versteh das auch«, unterbrach sie ihn und seufzte. »Trotzdem würde ich gern mal mit diesem schönen Tier über die Wiesen reiten.«

»Nimm`s nicht so schwer. Deine Serina ist doch auch ein schönes Tier«, versuchte Tom sie zu trösten.

»Natürlich. Auf sie lasse ich auch nichts kommen. Aber dieser Hengst reizt mich trotzdem. Wann haben wir schon mal so ein Pferd hier?«, erwiderte sie.

Tom lachte. »O, o! Ich ahne Schlimmes. Emmy, sei vorsichtig! Heute ist er auch ganz unverhofft gekommen. Fordere es nicht heraus!«, warnte er sie leise.

»Ich bin doch nicht verrückt. Von dieser Tsunamiwelle möchte ich nicht überrollt werden«, rief sie und flüsterte dann. »Nur, wenn ich ganz sicher bin. Dann werde ich meine Chance sicher nutzen. Aber nicht mal Papa darf davon erfahren. Ich will mir gar nicht ausmalen, was mir dann blüht.«

»Du bist unverbesserlich. Aber ich kann dich verstehen«, sagte Tom.

»Ich danke dir«, erwiderte sie und umarmte ihn kurz. Tom lachte wieder und schüttelte den Kopf.

»Dann werde ich mal schauen, ob meine Hilfe benötigt wird«, und ging zum Stall. Tom wusste genau, dass er eines Tages in den Stall kommen würde, und dann wäre die Box von Black Dancer leer. Er selbst fand es auch schade, das Tier nicht reiten zu dürfen. Aber er war nur ein Angestellter und wollte nicht riskieren, seine Arbeit zu verlieren. Emily war die Tochter des Hauses. Ihr drohte höchstens das Verbot, nicht mehr in die Nähe des besagten Hengstes zu kommen.

Während Emily und Tom miteinander redeten, rieb Rohan den Hengst ab. Dabei lauschte er dieser Unterhaltung. Er musste schmunzeln, dass sie es abstritt, vor ihm weggelaufen zu sein. Natürlich hatte er bemerkt, dass noch jemand im Stall war. Er hatte gesehen, wie sie versucht hatte, sich leise und ungesehen zu entfernen. Ihm war klar, dass sie ihm nicht unbedingt über den Weg laufen wollte. Doch er hätte sie nicht getadelt, weil sie seine Vereinbarung mit ihrem Vater missachtet hatte. Er hätte ihr aber unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass das Reitverbot weiter Bestand hatte. Als er ihren Unmut vernahm, dass er es nicht wünschte, dass Black Dancer von Jedermann geritten wurde, schüttelte auch er den Kopf. Sie schien eine eigensinnige Person zu sein. Doch es stellte ihn zufrieden, als er sie sagen hörte, dass sie keinen Ärger wollte. Was er nicht mithören konnte, war das leise Gesprochene. Und das war auch gut so, denn es hätte ihm gar nicht gefallen. Das hätte Rohan dann doch zum Anlass genommen, um garantiert persönlich mit der Tochter des Hauses zu sprechen, um auf die Respektierung seiner Wünsche zu pochen, mit der Androhung bei Zuwiderhandlung den Vertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen.

 

 

Begegnungen

 

Emily fuhr nun seit diesem besagten Wochenende jedes zweite zu ihren Eltern. Doch jedes Mal war auch der Besitzer von Black Dancer dort. Sie bekam nicht einmal die Gelegenheit, den Hengst an das Führseil zu nehmen. Darüber ärgerte sie sich sehr und erzählte ihrer Freundin von ihrem Frust. Diese bot an, Emily wieder einmal zu begleiten. Sie hatte sie neugierig gemacht. Aber Francine war auch gern bei Emilys Eltern. Ab und zu genoss sie dieses Klima. Dort befand sich genau das Gegenteil von München. Ruhe und Gelassenheit statt Hektik und Stadtlärm. Außerdem gefiel auch ihr das Reiten über die Wiesen auf dem Rücken eines Pferdes. Sie war natürlich nicht so perfekt wie Emily. Doch sie hielt sich ganz gut im Sattel.

So ritten Emily und Francine über die Wiesen. Es war ein klarer, aber frostiger Tag Anfang Dezember. Kurz vor ihnen hatte Rohan mit seinem Hengst das Gestüt verlassen und war auf das Gelände hinaus galoppiert. Tom unterrichtete Emily davon, die wieder enttäuscht war. Es war schon merkwürdig. Sie bekam das Gefühl, dass dieser Gardner genau zu wissen schien, wann sie selbst aufbrechen oder nur den Stall betreten wollte. Doch woher konnte er das wissen? Emily behielt diese Vermutung aber lieber für sich. Etwas sagte ihr, dass sie es auch lieber darauf beruhen lassen sollte. Francine war ihrerseits ebenfalls enttäuscht. Emily hatte so von Black Dancer geschwärmt, dass sie ihn auch gern gesehen hätte.

Sie waren schon über eine Stunde unterwegs, als sie beim kleinen See anlangten. Er war mit einer hauchdünnen Eisschicht bedeckt, auf der die Sonnenstrahlen tanzten. Beide Frauen saßen ab.

»Wow. Sieht toll aus«, rief Francine.

Emily nickte zustimmend. »Ja, es ist herrlich.«

Sie blieben noch eine Weile und genossen die Sonnenstrahlen, die ihre Gesichter wärmten.

Plötzlich hörten sie ein Pferd wiehern. Emilys Stute erwiderte den Ruf.

»Das ist Black Dancer«, murmelte Emily und schaute in die Richtung, aus der das Wiehern herübergeklungen war. Sie spähte zu dem Wald auf der anderen Seite des Sees, konnte aber nichts entdecken.

»Das kam von da drüben«, sagte Francine. »Lass uns dahin reiten!«

»Nein. Ich will mich nicht aufdrängen. Dieser Gardner hat sich bis jetzt nur mit meinem Vater und Tom unterhalten. Es sieht so aus, als wollte er mit keiner weiteren Person Kontakt haben«, meinte Emily nachdenklich.

»Quatsch. Du kannst doch hinreiten, wo du willst. Woher will der wissen, dass wir jetzt absichtlich um den See galoppieren?«, wandte sie ein.

»Dann mit einem Umweg«, bestimmte Emily.

»Warum das denn? Dann ist er vielleicht weg«, gab Francine zu bedenken und sah ihre Freundin mit einem Blick an, der zeigte, dass sie ihr Zögern nicht verstand.

»Das kann er auch ohne Umweg sein. Black Dancer ist schnell«, erwiderte Emily.

»Äh, das sind unsere beiden Süßen auch«, grinste sie und verzog ihr Gesicht ins Spöttische.

»Francine, bitte. Mir ist das unangenehm. Der will nicht gestört werden, also störe ich ihn auch nicht. Du kannst ja mit Adele um den See reiten. Ich werde mit Serina hierbleiben, und wir vertreten uns hier die Beine, bis du wiederkommst«, legte Emily fest. Francine wusste, dass ihre Freundin stur bleiben würde. Allein hatte sie aber auch keine Lust, um den See zu reiten.

»Spielverderberin«, brummte sie.

»Vorschlag. Wir reiten bis zum Waldrand. Von dort aber dann zur rechten Seite noch ein paar Kilometer. Danach müssen wir eh zurück, wenn wir noch was vom Mittag abhaben wollen«, schlug Emily vor.

»Ist ja wenigstens was. Vielleicht kommt er doch noch aus seinem Versteck«, entgegnete Francine zufriedengestellt.

»Ja, vielleicht«, murmelte Emily, während sie aufsaß und Serina traben ließ. Francine folgte ihr mit Adele, ebenfalls eine Bayrische Warmblutstute mit einem sanften Gemüt. Wie vereinbart schlugen sie den Weg nach rechts ein, als sie am Rand des Waldes angekommen waren. Emily vermied es sich umzusehen. Das tat schon Francine.

»Schöner Mist. Nix zu sehen«, stieß sie ärgerlich hervor. Das animierte Emily zu einem Schmunzeln.

»Hast du etwa gedacht, der wartet hier auf dich?«, spottete sie. Francine schnaubte nur und übernahm die Führung.

Als sie fast eine halbe Stunde unterwegs waren, entdeckte Emily zwei Reiter, die rechts von ihnen ziemlich weit entfernt ritten. Sie zügelte Serina und schaute genauer hin. Der eine Reiter war Rohan Gardner mit Black Dancer. Den anderen erkannte sie nicht. Aber sie glaubte zu wissen, dass das zweite Pferd vom Gestüt ihrer Eltern war. Francine hatte ebenfalls ihre Stute gezügelt und befand sich an Emilys Seite.

»Ist er das?«, fragte sie neugierig.

»Ja. Der schwarze Hengst ist Black Dancer«, antwortete Emily und spornte Serina wieder an, ohne weiter in die Richtung der entfernten Reiter zu blicken.

»He, was soll denn das?«, rief Francine aufgebracht.

»Das weißt du. Ich muss denen nicht über den Weg laufen«, erwiderte Emily scharf. »Aber ich gehe mit dir heute in den Stall, wenn der Gardner das Gestüt verlassen hat. Versprochen. Schließlich will ich den Hengst auch begrüßen«, lenkte sie ein.

Emily wollte wirklich nicht in die Nähe der beiden Reiter kommen. In ihr baute sich ein merkwürdiges Gefühl begleitet von einem feinen Kribbeln auf, das sie unruhig werden ließ. Es war bereits das zweite Mal, dass sie dieses Gefühl bekam, wenn der Besitzer von Black Dancer in der Nähe war. Eigentlich war er nicht in der Nähe. Es trennten sie mehrere hundert Meter. Das Schlimme war, dass sie dieses Gefühl nicht loswurde. Es verstärkte sich sogar noch. Emily warf einen Blick in die Richtung, in der sie die beiden Reiter vermutete. Erschrocken stellte sie fest, dass sie sich ihnen genähert hatten. Panik stieg in ihr auf. Was würde geschehen, wenn einer von ihnen oder sogar beide Vampire waren? Sie musste wieder an Rogers Worte denken. Emily wendete das Pferd und rief Francine zu. »Wir reiten zurück.« Ohne einen weiteren Kommentar abzugeben, gab sie Serina die Sporen und sie flog auf ihrem Rücken zurück zum Gestüt. Francine gab sich verständnislos und ärgerlich Mühe, der Freundin zu folgen.

Rohan und sein Begleiter hatten die beiden Frauen ebenfalls entdeckt. Während Rohan nur Emily erkannte, wusste der andere Reiter, wer die beiden Frauen waren.

»Wollen wir die beiden Schönen nicht begrüßen?«, fragte Simon.

»Vergiss es! Die mit den kurzen Haaren ist die Tochter des Besitzers des Gestüts. Die andere Frau ist wohl eine Freundin. Ich will nicht, dass du dich ihnen näherst. Ich tu es auch nicht«, knurrte Rohan.

»Spielst du den Heiligen?«, spottete Simon.

»Nein. Ich will hier keinen Ärger. Und du bringst Ärger, wo du auftauchst. Wenn du eine Weile in meiner Nähe bleiben willst, hast du dich entsprechend zu benehmen«, gab Rohan dem Jüngeren zu verstehen.

»Ich mag mich aber nicht laufend aus der Plastetüte ernähren wie du. Ich brauch mal was Frisches zwischendurch«, erwiderte Simon mürrisch und beobachtete, wie die eine Reiterin ihr Pferd zügelte.

»Du bist einfach nicht vorsichtig genug. Die Menschen glauben, dass wir Mythen sind. Und so soll es auch bleiben«, warnte Rohan ihn. »Mach nicht den Fehler, dass der Clan auf dich aufmerksam wird!«

»Pff! Der ist weit weg. Wie soll der davon erfahren?«, entgegnete Simon abfällig.

»So blöd kannst auch nur du fragen. Das geht schneller, als du meinst, denken zu können«, stöhnte Rohan verärgert. Dieser Simon war einfach zu leichtsinnig und dumm obendrein. Er meinte, dass seine Schnelligkeit und das Beeinflussen der Menschen ihn vor alles retten könnten. Wie leichtgläubig. Er war damals von Damian gewandelt worden, als dieser neue Unsterbliche schaffte, um sie für seinen Plan zu nutzen. Er war so von seinem Hass zerfressen und davon besessen gewesen, seinen Bruder Angelo und seine Frau Tina zu töten. Doch sein Plan war gescheitert. Die beiden hatten das Ritual durchlaufen und waren zu den Herrschern der Unsterblichen geworden, was Damian nicht wusste. Tina und Angelo verkündeten und vollstreckten das Urteil. Damian verlor seine Existenz. Simon war in Hamburg geblieben, weil er sich zuvor abgesetzt hatte. Er hatte Durst und war auf die Suche nach ahnungslosen Menschen gegangen. Als er zurückgekommen war, waren die anderen Unsterblichen fort. Sie kamen auch nicht wieder. Simon hatte nichts anderes gelernt, als in bestimmten Abständen nachts auf Nahrungssuche zu gehen. Da hatte Damian ihnen freie Hand gelassen. Als er gemerkt hatte, dass er allein war, ist er von Ort zu Ort gezogen. Durch Zufall hatte Rohan ihn in Venedig am Rande des Karnevals entdeckt. Er war bereits ziemlich verwahrlost. Rohan half ihm, wieder menschlich auszusehen. Simon blieb ein halbes Jahr bei Rohan, der ihn in das Leben eines Unsterblichen einführte. Leider musste sein Lehrer feststellen, dass sein Schüler nicht immer einsichtig genug war. Er pickte für sich das heraus, was ihm gefiel. Pflichten waren eher lästig für ihn. Rohan gab dem jungen Unsterblichen keine lange Lebensdauer. Er war einfach zu oberflächlich und nicht verantwortungsbewusst.

»Keine Sorge. Ich will nichts von den Frauen. Auch wenn die Gelegenheit günstig ist. Aber das Blut von der mit den braunen Haaren ist gut«, grinste Simon.

»Du kennst sie? Und hast von der einen getrunken?«, knurrte Rohan wütend.

»Ja und? Hat doch keiner gemerkt. Sie waren im selben Club wie ich. Die mit den kurzen Haaren hatte nur am Tisch gesessen und sich gelangweilt. Die hatte keinen Bock. Aber die andere war gut drauf. Es war ganz einfach, sie wegzulotsen«, erzählte er freimütig.

»Bist du dir da ganz sicher?«, hakte Rohan nach. Er traute dem Frieden nicht.

»Ja. Sie ist danach nicht mehr lange im Club geblieben. Ich bin auch gegangen«, erwiderte Simon. »Lass uns doch so tun, als würden wir in ihre Richtung reiten. Dann kann ich mir die Freundin etwas genauer ansehen. Die scheint eine tolle Reiterin zu sein«, meinte er dann lachend.

»Nein. Und wage es nicht, auch nur in ihre Nähe zu kommen. Auch die Freundin ist ab jetzt tabu für dich. Wenn du dich daran nicht halten kannst, werden wir geschiedene Leute sein«, informierte Rohan ihn im scharfen Ton.

»Reg dich ab! Ich bin auf die Hübschen nicht angewiesen. Aber sei jetzt kein Spielverderber«, entgegnete er und lenkte sein Pferd in die Richtung der Frauen. Rohan fluchte laut und ritt ihm hinterher. Zu seinem Erstaunen beobachtete er, dass Emily ihre Stute wendete und im hohen Tempo zum Gestüt galoppierte. Die Freundin tat es ihr gleich. Doch stellte er fest, dass sie nicht so sicher wie ihre Freundin war. Sie schaffte es nicht, sie einzuholen.

Rohan grübelte, was der Anlass gewesen sein könnte, dass sie so plötzlich davonstürmte. Für ihn gab es nur eine Erklärung. Sie hatte ihn und Simon entdeckt und wollte eine Begegnung vermeiden. Es war ihm ganz recht, trotzdem verstand er es nicht. Irgendetwas war merkwürdig an dieser Emily.

»Donnerwetter. Die legt aber einen Zahn zu. Die könnte glatt Rennen reiten. Die Frau ist gut«, meinte Simon anerkennend. Rohan äußerte sich nicht dazu. Er sah den davonreitenden Frauen stumm hinterher.

»Schon merkwürdig, dass die es auf einmal so eilig haben. Wir waren doch wohl nicht der Grund«, grübelte Simon laut. Rohan lenkte Black Dancer neben ihn.

»Das kann ich mir nicht vorstellen. Wer weiß, ob sie uns aus der Entfernung überhaupt erkannt hat. Eventuell hat sie sich über ihre Freundin geärgert.« Er wollte, dass der Jüngere nicht weiter darüber nachdachte. Es war keine gute Idee gewesen, dass er ihn heute mitgenommen hatte. Doch dafür war es jetzt zu spät. Simon würde ihn noch den ganzen Tag begleiten. Erst wenn sie am Abend die Pferde versorgt hatten, wollten sie nach München zurück. Simon hatte die Absicht, wieder einen der Clubs zu besuchen. Was seine eigentliche Ansicht war, lag auf der Hand. Rohan hoffte nur, dass man nicht aufmerksam auf ihn wurde. Er selbst hasste Komplikationen. Vielleicht sollte er doch den Clan informieren, dass von Damians Marionetten einer übrig geblieben war. Sie konnten dann dafür sorgen, dass Simon keine Dummheiten machte. Er hatte jetzt über Jahre seinen Anteil geleistet. Nun konnten andere die Verantwortung übernehmen. Doch andererseits könnte es passieren, dass der Clan entschied, dass er ihn weiter in seine Obhut nehmen musste. Schließlich hatte er es ja nun schon eine Weile getan, ohne die Obrigkeit zu informieren. Diese Aufgabe wollte Rohan nicht übertragen bekommen. Er müsste für alles geradestehen, wenn dieser Nichtsnutz etwas verbockte. Also verwarf er wieder einmal den Gedanken.