Fürsten-Roman 2506 - Nina Gregor - E-Book

Fürsten-Roman 2506 E-Book

Nina Gregor

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

"Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ..." Heißt es nicht so im Märchen? Und erlebt die junge Anwaltsgehilfin Sofia nicht gerade so eines? Seit sie Moritz von Sargau auf einer Party kennengelernt hat, ist nichts mehr wie vorher. Hals über Kopf verlieben sich die beiden, kurz darauf folgt Moritz' Heiratsantrag, und ein halbes Jahr später ist Sofia Prinzessin von Sargau und lebt auf einem Schloss. Das perfekte Märchen - wäre da nicht Moritz' viele Arbeit, die ihm die Zeit raubt, sich um seine junge Ehefrau zu kümmern. Sofia fühlt sich wie im goldenen Käfig, denn ihre Arbeit hat sie auf Wunsch der Fürstenfamilie aufgegeben. Aber immer nur Shoppen oder Freunde treffen ist nicht ihre Welt - sie will mit Moritz zusammen sein! Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann verreist Sofia kurz entschlossen allein - um bei ihrer Rückkehr von einem schrecklichen Unglück zu erfahren. "Bis ans Ende ihrer Tage ..." Sollte es etwa schon so weit sein?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 129

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Cover

Impressum

Und alle liegen ihr zu Füßen …

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / Dmitry_Tsvetkov

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-3560-6

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Und alle liegen ihr zu Füßen …

Wie die bürgerliche Sofia frischen Wind ins Schloss brachte

Von Nina Gregor

Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage …« Heißt es nicht so im Märchen? Und erlebt die junge Anwaltsgehilfin Sofia nicht gerade so eines?

Seit sie Moritz von Sargau auf einer Party kennengelernt hat, ist nichts mehr wie vorher. Hals über Kopf verlieben sich die beiden, kurz darauf folgt Moritz’ Heiratsantrag, und ein halbes Jahr später ist Sofia Prinzessin von Sargau und lebt auf einem Schloss. Das perfekte Märchen – wäre da nicht Moritz’ viele Arbeit, die ihm die Zeit raubt, sich um seine junge Ehefrau zu kümmern.

Sofia fühlt sich wie im goldenen Käfig, denn ihre Arbeit hat sie auf Wunsch der Fürstenfamilie aufgegeben. Aber immer nur Shoppen oder Freunde treffen ist nicht ihre Welt – sie will mit Moritz zusammen sein!

Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann verreist Sofia kurz entschlossen allein – um bei ihrer Rückkehr von einem schrecklichen Unglück zu erfahren.

»Bis ans Ende ihrer Tage …« Sollte es etwa schon so weit sein?

Schon morgens in aller Frühe hatte Katharina ihr eine unmissverständliche SMS geschickt: »Heute Abend 20 Uhr bei mir. Denk gar nicht erst daran, nicht zu kommen!«

Sofia seufzte. Wenn es also keine Möglichkeit gab, sich vor der Fete zu drücken, musste sie wenigstens das Beste draus machen. Dabei hätte Sofia es sich nach dem hektischen Tag im Büro lieber daheim in ihrer kleinen Dachwohnung gemütlich gemacht. Der neue Roman ihrer Lieblingsautorin, den sie in der Mittagspause entdeckt und gleich mitgenommen hatte, lockte ebenso wie ihre gemütliche Couch, auf der sie fünfe gerade sein lassen konnte.

Fröstelnd trat Sofia in den regnerischen Abend hinaus und legte die wenigen Meter zur Bushaltestelle im Laufschritt zurück. Im Bus bekam sie den letzten Sitzplatz. So konnte sie wenigstens einen Blick in ihre Neuerwerbung werfen. Schnell hatte sie sich so festgelesen, dass sie tatsächlich ihre Haltestelle verpasste und nun im Nieselregen fast einen Kilometer zurücklaufen musste. Der feine Regen durchdrang Kostümjacke und Seidenbluse, und als sie das Apartmenthaus am Stadtpark erreichte, in dem sie wohnte, war sie nass bis auf die Haut, die Frisur ruiniert, das Make-up verwischt und ihre Laune auf dem Tiefpunkt.

Kritisch betrachtete Sofia sich im Badspiegel, richtete Frisur und Make-up, schlüpfte in ihre Lieblingsjeans und fand sich ganz passabel, zumal sie heute Abend wohl kaum dem Mann ihres Lebens begegnen würde.

Rasch hing sie das Kostüm zum Trocknen auf einen Bügel und schüttelte die Bluse aus, die eher einem Wischlappen glich, denn dem edlen Designerstück, das sie einmal gewesen war.

Beim Blick auf ihre Armbanduhr seufzte Sofia erneut auf. Egal, wie sehr sie sich beeilte, sie würde in jedem Fall zu spät zu Katharinas Party kommen …

Tatsächlich war das Fest bei Sofias Ankunft bereits in vollem Gange, lebhaftes Stimmengewirr, Gelächter und Musikfetzen drangen aus den geöffneten Fenstern zu ihr auf den Gehsteig hinab.

Nach einem flüchtigen Zögern schob Sofia die Haustür auf und erklomm die Treppe in den zweiten Stock. Irgendjemand öffnete auf ihr Klingeln die Wohnungstür, und als hätte Katharina nur auf die Freundin gewartet, schoss sie aus einer Menschentraube heraus und umarmte Sofia ungestüm.

»Hey! Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr!«, rief sie aus. Und, indem sie die Freundin ein wenig von sich abhielt und missbilligend musterte: »Hättest dich ruhig ein wenig aufbrezeln können, so bekommst du nie einen von den netten Jungs hier ab.«

»Vielleicht will ich das ja gar nicht«, konterte Sofia fast ein wenig trotzig, denn es ging ihr schon seit einer Weile auf die Nerven, dass Katharina sie unbedingt verbandeln wollte.

»Das wäre wirklich schade«, erklang eine amüsierte Männerstimme hinter den Freundinnen. »Im Übrigen finde ich, dass sie einfach fantastisch aussieht.«

»Ach ja?« Katharina fuhr herum und musterte den Neuankömmling neugierig von oben bis unten.

»Ist das so schwer zu glauben?« Der attraktive junge Mann hielt Katharinas Blick mit blitzenden Augen und jungenhaftem Grinsen stand. »Immerhin ist sie doch Ihre Freundin, oder etwa nicht?«

»Da haben Sie auch wieder recht«, gab Katharina zurück und hob beschwichtigend beide Hände. »War nicht so gemeint.«

»Ich weiß ja, wer’s sagt.« Sofia, die den Fremden ebenfalls ausgiebig betrachtet hatte, umarmte Katharina erneut, um ihr zu gratulieren und sie herzlich auf beide Wangen zu küssen.

Dabei spürte sie die ganze Zeit über die Blicke des Unbekannten auf sich ruhen. Hastig gab sie Katharina frei und mischte sich, ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen, unter die übrigen Gäste.

Im Fortgehen hörte sie, wie er der Freundin ebenfalls gratulierte, dann kämpfte sie sich bis zur kleinen Bar vor und griff nach einem Glas Sekt. Das Getränk war eisgekühlt und prickelte angenehm, während es ihre Kehle hinab rann. Ah, tat das gut! Jetzt musste sie nur noch ein stilles Plätzchen finden …

»Halt, hiergeblieben!«, sagte im gleichen Moment eine angenehme Männerstimme, als sie gerade in der kleinen Küche verschwinden wollte. Und schon schloss sich eine Hand sanft um ihr Handgelenk.

»Was soll das?« Sofia blitzte den Fremden verärgert an, versuchte aber vergeblich, sich aus seinem Griff zu befreien. Stattdessen zog er sie näher zu sich heran.

»In Partystimmung sind Sie nicht gerade«, stellte er fest.

»Ich hatte einen langen Tag. Und jetzt nehmen Sie gefälligst Ihre Hand weg!«

»Man soll die Feste feiern, wie sie fallen«, erwiderte er unbeeindruckt, ließ sie los, hakte sie aber im nächsten Moment einfach unter. »Kommen Sie, machen wir uns einen netten Abend.«

»Wir?« Sofias Widerstand begann zu bröckeln.

»Warum nicht? Bei näherem Hinsehen bin ich wirklich nicht übel. Und wenn Sie keine Lust mehr haben, verschwinden Sie einfach klammheimlich. Hauptsache, Sie haben Ihren guten Willen gezeigt.«

Sofia musste einfach in sein ansteckendes Lachen einstimmen. Himmel, schoss es ihr durch den Kopf, der sieht ja sensationell aus! Und für diese Augen braucht er glatt einen Waffenschein …

»Moritz«, sagte er mit einer kleinen Verbeugung in ihre Gedanken hinein.

»Freut mich«, erwiderte sie.

»Tatsächlich?«

»Tatsächlich. Ich bin übrigens Sofia.« Sie lachten beide, und das Eis war gebrochen.

»Noch ein Gläschen Sekt?«, erkundigte er sich.

»Moment.« Sofia leerte das Glas in einem Zug, hielt es ihm dann auffordernd hin. »Gern!«

Sie mochte kaum den Blick von ihm wenden, während er zwischen den übrigen Gästen verschwand, um am anderen Ende des Zimmers wieder aufzutauchen. Als er mit zwei gefüllten Gläsern zurückkehrte, fürchtete sie, im leuchtenden Grün seiner faszinierenden Augen zu versinken.

»Auf uns.« Er reichte ihr eines der Gläser und sie tranken sich zu, ohne die Blicke voneinander zu lösen.

»Auf einen netten Abend!«

Ihr Gespräch lief wie von selbst, sie scherzten, lachten und Sofia hätte nicht sagen können, wann sie sich das letzte Mal in Gesellschaft eines Mannes so wohlgefühlt hatte.

Als Moritz sie in die zu einer Tanzfläche umfunktionierten kleinen Diele zog, fühlte sie sich in seinen Armen wunderbar geborgen. Er war ein hervorragender Tänzer, sie harmonierten perfekt miteinander, bewegten sich so selbstverständlich zur Musik, als hätten sie ein Leben lang nichts anderes getan.

Sofia genoss es, in seinen Armen zu liegen und seine Wange an ihrer zu spüren. Durch sein Hemd fühlte sie die Wärme seiner Haut.

Was für ein Mann, was für ein Abend!

Fast widerwillig löste sie sich in einer Tanzpause aus seinen Armen, nutzte aber die Gelegenheit, sich am Büffet zu bedienen, das Katharina in der Küche aufgebaut hatte. In der Annahme, er würde ihr folgen, ging sie voraus, stellte dann aber fest, dass er in der Gästeschar untergetaucht war, um mit einem jungen Mann zu plaudern, den Sofia als Valentin kannte.

»Scheinst dich ja blendend zu amüsieren.« Katharina tänzelte herein und umarmte Sofia lächelnd. »Ist aber auch wirklich ein Sahneschnittchen, deine Eroberung.«

»Moritz heißt er«, erwiderte Sofia. »Kennst du ihn?«

Katharina hob bedauernd die Schultern. »Tut mir leid, nein. Vielleicht ist er ein Freund von Valentin?« Sie deutete auf die beiden jungen Männer, die in ein lebhaftes Gespräch vertieft waren. »Aber egal, solange du nur deinen Spaß mit ihm hast.«

»Bis jetzt kann ich mich nicht beklagen.« Sofia biss in ein kleines Schnitzel. »Hm, lecker.«

»Das Schnitzel?« Sie lachten beide.

»Auch.« Sofia zwinkerte der Freundin zu. »Er ist wirklich nett.«

»Dann weiter viel Spaß. Du gefällst ihm offensichtlich auch.«

Moritz erschien in der Küche und zog Sofia erneut mit sich zur Tanzfläche.

»Sie sind ein Freund von Valentin?«, wollte Sofia wissen.

Er grinste. »Solange ich denken kann.«

»Wie kommt es dann, dass ich Sie noch nie gesehen habe?«

»Ich war bis vor Kurzem in den USA«, erzählte er.

»Ich glaube, ich sollte jetzt gehen«, sagte Sofia leise, als es auf Mitternacht zuging.

»Warum? Wartet jemand auf dich?«

»Nein, aber in meinem Job darf ich mir keine Fehler erlauben.«

Er nickte. »Schade. Aber vielleicht sollte man gehen, wenn es am schönsten ist.«

Sie verließen die Party gemeinsam, nachdem sie sich von Katharina verabschiedet hatten.

»Warum bist du nicht noch geblieben?«, wollte Sofia wissen, während sie in die kühle Frühlingsnacht hinaustraten.

»Ohne dich macht es mir auch keinen Spaß mehr.« Woraufhin ihr Herz unwillkürlich schneller klopfte.

Sie nahmen gemeinsam ein Taxi, fuhren zuerst zu Sofias Wohnung, und er begleitete sie zur Haustür. Was mache ich, wenn er mich jetzt küsst? Oder mit nach oben will?, schoss es Sofia durch den Kopf. Doch er hauchte nur einen flüchtigen Kuss auf ihre Stirn, flüsterte »Schlaf gut«, ehe er sich umdrehte und mit dem Taxi in der Nacht verschwand.

***

Anfangs wälzte Sofia sich ruhelos in den Laken und ließ die vergangenen Stunden Revue passieren. Dann aber schlief sie übergangslos ein – und wurde am Morgen vom Klingeln ihres Smartphones aus ihren Träumen gerissen. Einen Moment blieb sie mit geschlossenen Augen liegen, ehe sie nach dem Störenfried angelte.

»Wann seht ihr euch wieder?«, drang Katharinas lebhafte Stimme ohne große Begrüßung an ihr Ohr. »Oder – ist er noch bei dir?«

»Was denkst du von mir?«, protestierte Sofia, musste dann aber lachen. »Ist er nicht, und nein, es gibt kein neues Date.«

»Wie, kein neues Date?«, fragte Katharina fassungslos. »Dabei ist er doch genauso verknallt in dich wie du in ihn!«

Sofia gähnte ausgiebig. »Ist das so?«

»Na, hör mal, ich hab schließlich Augen im Kopf!«

»Er sieht das offenbar anders. Und jetzt muss ich unter die Dusche.«

»Aber du meldest dich, wenn es Neues gibt?«, hörte sie Katharina ins Smartphone rufen, ehe sie das Gespräch wegdrückte.

Wie an jedem Morgen schaltete Sofia die Kaffeemaschine an, machte sich einen Toast, ehe sie ins Bad ging. Und doch war mit einem Mal alles anders. Und das lag einzig an diesem unglaublich interessanten Mann, von dem sie gestern noch nichts gewusst hatte. Ja, nach drei gescheiterten Beziehungen hatte sie fast gefürchtet, bindungsunfähig zu sein. Es konnte schließlich nicht nur an den Männern liegen, dass sich bisher keine Affäre als dauerhaft erwiesen hatte.

Sofia schloss gedankenversunken die Knöpfe ihrer rosa Schleifenbluse und schlüpfte in die graue Jacke des strenggeschnittenen Hosenanzugs. Wenn er mich so sehen könnte, das Haar zu einem lockeren Knoten aufgesteckt und anstelle der Kontaktlinsen die schwarze Hornbrille. Sie schnitt ihrem Spiegelbild eine Grimasse …

»Donnerwetter, was für eine Verwandlung!«, riss eine amüsierte Männerstimme Sofia auf dem Weg zur Bushaltestelle aus ihren Gedanken. Ihr Herzschlag schien für Bruchteile von Sekunden auszusetzen, um dann umso heftiger weiterzuschlagen. Moritz! In einem schicken Wagen.

Scheinbar unbeeindruckt eilte sie weiter. »Tut mir leid, mein Bus …«

»Steig ein, ich fahre dich«, bot er an. »Bei der Gelegenheit können wir gleich überlegen, wohin wir heute Abend essen gehen.«

»Ich wüsste nicht, dass wir eine Verabredung haben.« Sofia dachte nicht daran, stehen zu bleiben, auch, wenn sie sich albern vorkam.

»Haben wir auch nicht, aber was nicht ist …?«

Jetzt riskierte sie doch einen raschen Seitenblick – und hielt unwillkürlich die Luft an. Er sah einfach umwerfend aus!

Das dunkle Haar fiel ihm ein wenig widerspenstig in die Stirn, die leuchtend grünen Augen funkelten vor Vergnügen, dazu dieses unwiderstehliche Grübchen in der rechten Wange! Und dieser sinnliche Mund! Als sie sich vorstellte, davon geküsst zu werden, klopfte ihr Herz schneller. Du wirst dich ja wohl nicht Hals über Kopf in einen Mann verlieben, von dem du gerade mal den Vornamen kennst …

Trotzdem zog er sie wie magisch an, und als er jetzt stoppte und die Beifahrertür aufstieß, blieb sie erst unschlüssig stehen, um sich Sekunden später neben ihm wiederzufinden.

Er neigte sich zu ihr herüber und küsste sie sacht auf die Wange. Sofort brannte ihre Haut wie ein Feuermal. Jetzt um Himmels willen nicht rot werden!, rief Sofia sich zur Ordnung.

»Und?«, fragte er, während er sich in den fließenden Verkehr einreihte. »Hast du dir ein nettes Lokal ausgesucht?«

»Ich … ähem … überlasse das dir.« Und ergänzte rasch: »Ich liebe Überraschungen, weißt du?«

»Auch gut. Ich werde dich nicht enttäuschen, versprochen.«

Er schaffte es scheinbar problemlos, sich dem morgendlichen Verkehr anzupassen und gleichzeitig unbeschwert mit ihr zu plaudern. Sofia entspannte sich von Minute zu Minute mehr – und als sie das mehrstöckige Bürogebäude in der City erreicht hatten, in dem die Anwaltskanzlei untergebracht war, in der Sofia arbeitete, war sie fast ein wenig enttäuscht, dass die Fahrt schon vorüber war.

»Dann wünsche ich dir einen angenehmen Arbeitstag.« Er schenkte ihr erneut dieses umwerfende Lächeln, küsste sie auf die Wange – und noch im Lift nach oben fragte Sofia sich, ob sie sich das alles nur eingebildet hatte.

»Gehen heute Abend essen«, schrieb sie Katharina.

»Dann nutz die Gelegenheit!«, antwortete diese.

Immer wieder spulte sich vor Sofias geistigem Auge die morgendliche Begegnung mit Moritz ab. Da verwunderte es nun wirklich nicht, dass sie sich kaum auf ihre Arbeit konzentrieren konnte. Nachdem sie mehrere Flüchtigkeitsfehler im letzten Augenblick ausbügeln konnte, beschloss sie, die Kanzlei vorzeitig zu verlassen. Zumal ihr Chef ohnehin einen Termin außer Haus hatte und ihre Kollegin Nadja sie augenzwinkernd drängte, endlich zu verschwinden.

»Kauf dir was Hübsches für heute Abend«, riet sie, als Sofia ihre Tasche packte.

»Was …?« Sofia hielt verwirrt inne.

»Nun ja, an deinem Gemütszustand kann eigentlich nur ein Mann schuld sein.«

Einen Moment lang zögerte Sofia, dann lachte sie. »Und was für einer!«

***

Als Moritz ihr am Abend mit bewunderndem Lächeln versicherte: »Du siehst fantastisch aus«, wusste Sofia, dass sich die Zeit, die sie sich für ihr Styling genommen hatte, gelohnt hatte.

»Du kannst dich aber auch sehen lassen«, erwiderte sie auflachend, und ihr Schritt geriet ins Stocken, als er sie blitzschnell an sich zog und spontan auf den Mund küsste. Sie spürte seine Lippen weich, warm und sanft. Es waren nur Bruchteile von Sekunden, doch Sofia vergaß alles um sich herum. Als er sich von ihr löste, hätte sie ihn am liebsten festgehalten, doch er zog sie bereits zu seinem Wagen, der nur wenige Meter entfernt mit laufendem Motor auf sie wartete.

»Du warst dir wohl sehr sicher, dass ich unsere Verabredung einhalte«, stellte sie amüsiert fest.

Er zuckte mit jungenhaftem Grinsen die Schultern. »Ich hätte so lange bei dir geläutet, bis du aufmachst oder deine Nachbarn dich entnervt verfluchen.«

Sofia barst beinahe vor Neugier, als er aus der Stadt herausfuhr. Doch mehr als ein »Wart’s ab« ließ Moritz sich nicht entlocken.

»Aber ich bin ein ungeduldiger Mensch!«, versuchte sie es weiter. Woraufhin er lediglich den Kopf schüttelte.

So beschränkte sie sich darauf, ihn während der Fahrt zu beobachten und konnte es immer noch kaum fassen, dass dieser gut aussehende Mann tatsächlich Interesse an ihr hatte.