Satans Berührung – Trilogie, Teil 3: Die Jagd des Vatikans - Asmodina Tear - E-Book

Satans Berührung – Trilogie, Teil 3: Die Jagd des Vatikans E-Book

Asmodina Tear

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Beschreibung

Sechs Jahre liegt Konrads Kampf gegen den Dompfarrer Michael Koslowski zurück. Für die frühere Detektivin Katharina hat sich alles verändert, denn sie trägt nun allein die Verantwortung für ihre Tochter Janina und möchte dieser ein sicheres Zuhause bieten. Aus diesem Grund kehrt sie mit Janina nach Köln zurück, um deren Einschulung vorzubereiten. Doch der Vatikan hat sie über all die Jahre hinweg beobachtet, denn er weiß von Janina und wer deren Vater ist. Eine Exorzistengruppe rund um Pater Aurelius beschließt zu handeln, denn für sie stellt Janina eine Gefahr für die Welt dar. Zunächst gelingt es Mutter und Kind zu entkommen, aber weitere sechs Jahre später schlagen die vom Heiligen Vater gesandten Kidnapper erneut zu …
Wird Konrad angesichts dieser Bedrohung aus dem Jenseits zurückkehren, um Katharina und seiner Tochter zu helfen?
Eines erkennen sowohl Katharina als auch der Vatikan zu spät: Die Augen der Hölle befinden sich überall und Satan hat Katharina noch lange nicht verziehen.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Asmodina Tear /

Monika Grasl

 

 

Satans Berührung

Teil 3

Die Jagd des Vatikans

 

 

 

 

Fantasy-Thriller

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

 

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv

Cover: © by Steve Mayer, mit einem Motiv von Steve Mayer by eedebee (KI), 2024

Korrektorat: Antje Ippensen

 

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

 

Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

 

Alle Rechte vorbehalten

 

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023 

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Satans Berührung 

Die Jagd des Vatikans 

Prolog 

1. Kapitel 

2. Kapitel 

3. Kapitel 

4. Kapitel 

5. Kapitel 

6. Kapitel 

7. Kapitel 

8. Kapitel 

9. Kapitel 

10. Kapitel 

11. Kapitel 

12. Kapitel 

13. Kapitel 

14. Kapitel 

15. Kapitel 

16. Kapitel 

17. Kapitel 

18. Kapitel 

Epilog 

 

Das Buch

 

 

Sechs Jahre liegt Konrads Kampf gegen den Dompfarrer Michael Koslowski zurück. Für die frühere Detektivin Katharina hat sich alles verändert, denn sie trägt nun allein die Verantwortung für ihre Tochter Janina und möchte dieser ein sicheres Zuhause bieten. Aus diesem Grund kehrt sie mit Janina nach Köln zurück, um deren Einschulung vorzubereiten. Doch der Vatikan hat sie über all die Jahre hinweg beobachtet, denn er weiß von Janina und wer deren Vater ist. Eine Exorzistengruppe rund um Pater Aurelius beschließt zu handeln, denn für sie stellt Janina eine Gefahr für die Welt dar. Zunächst gelingt es Mutter und Kind zu entkommen, aber weitere sechs Jahre später schlagen die vom Heiligen Vater gesandten Kidnapper erneut zu …

Wird Konrad angesichts dieser Bedrohung aus dem Jenseits zurückkehren, um Katharina und seiner Tochter zu helfen?

Eines erkennen sowohl Katharina als auch der Vatikan zu spät: Die Augen der Hölle befinden sich überall und Satan hat Katharina noch lange nicht verziehen.

 

 

***

Widmung

 

Es wurden schon immer die Unschuldigen vor allen anderen verfolgt. Hoffen wir, dass sich daran irgendwann etwas ändert.

 

Für mein altes Ich, dem eine Hexenjagd sehr vertraut war.

 

Satans Berührung

Trilogie, Teil 3

 

Die Jagd des Vatikans

 

Asmodina Tear & Monika Grasl

 

 

Prolog

 

Ein Teil von mir kann es noch nicht wirklich glauben. Mein ganzes Leben habe ich nicht eine Sekunde lang gedacht, dass dieser Ort tatsächlich existiert. Dabei hat man es mir sogar mit Gewalt bewusstmachen wollen. Im Namen Gottes … Wenn ich daran denke, läuft es mir noch immer kalt über den Rücken. Mögen die Betroffenen in ihrer eigenen Hölle schmoren und diese ist mit Sicherheit nicht so angenehm wie die, in der ich damals war.

Zumindest glaube ich das. Moment mal! Was heißt überhaupt damals? Tief in meinem Innern weiß ich, dass es eine Zeit vor meinem Leben hier gab. Es muss so sein, denn niemand wird als himmlisches Wesen geboren.

Und jetzt bin ich wahrhaftig hier. Tot vielleicht. Aber doch merkwürdig froh. Ich fühle mich frei. Ein Gefühl, welches ich in meinem Innern niemals gekannt habe. Obwohl, doch einmal gab es jemanden, an dessen Seite ich mich frei fühlte. Mehr noch, ich wurde von ganzem Herzen und aufrichtig geliebt. Daran kann ich mich noch erinnern, aber ansonsten ist alles verschwunden. Selbst, wenn ich die Augen schließe, sehe ich weder ein Gesicht noch klingt irgendeine Erinnerung in mir nach. Es scheint, als ob ich schon immer hier gewesen wäre. Aber dem ist nicht so, das weiß ich.

Am liebsten möchte ich jetzt einen Spiegel suchen, um mein eigenes Gesicht zu betrachten. Nicht, weil ich langsam vergesse, wie ich aussehe, sondern auch, weil ich hoffe, durch den Anblick einen Teil meiner Vergangenheit wiederzuentdecken. Eigentlich könnte sie mir gleichgültig sein, da ihre Bedeutung kaum noch existiert. Doch jenes ist sie nicht. Im Gegenteil, ich spüre mit jeder Faser meines Körpers, dass dort noch mehrere Rechnungen offen sind. Mehr noch, es gibt dort jemanden, welcher mich dringend braucht.

Ich öffne meine Flügel und genieße das Spiel mit dem Wind, während ich über die Wolken gleite. Bis zu einem gewissen Grad habe ich mich noch immer nicht daran gewöhnt, dass sie weiß sind. Dieses war früher ebenfalls anders, aber ich erkenne den Zusammenhang nicht.

Ich fliege durch den Himmel und langsam wächst meine Ungeduld. Es muss doch irgendwo einen Spiegel geben. Ich suche und suche. Meine Augen übersehen kein einziges Detail. Dennoch bleibt meine Suche ohne Erfolg. Eine längst vergessene Wut steigt in mir auf.

Sind Spiegel hier etwa verboten? Wie ein Blitz schießt diese Frage durch meinen Kopf. Obwohl ich nicht den Mut finde, sie auszusprechen. Es ist auch niemand in Reichweite, den ich hätte um Antwort bitten können. Im Gegenteil, alle gehen offensichtlich friedlich ihrer Arbeit nach. Wobei ich mich schlagartig frage, wie viel davon gespielt oder gar manipuliert ist. Bei diesem Gedanken trifft mich regelrecht der Schlag. Für den Bruchteil einer Sekunde erschrecke ich mich vor mir selbst und verliere beinahe das Gleichgewicht.

»Es scheint, als hätte deine Wut die Nebelwand durchbrochen.«

Ich zucke zusammen, als die Stimme an meine Ohren dringt. Doch ich zwinge mich zur Ruhe.

»Wer bist du? Und warum sprichst du zu mir?«

»Ich bin dein Herz, du Trottel. Und ich bin verdammt froh, dass du mich endlich wieder hören kannst.«

»Mein Herz?«

Der Schreck fährt mir in die Glieder. Noch vor wenigen Stunden hatte ich geglaubt, in absolutem Frieden mit mir selbst zu leben. Und jetzt fing mein eigenes Herz an, verzweifelt mit mir zu sprechen.

»Ja. Diese Idioten haben mich allen Ernstes zum Stillschweigen gebracht. Aber nun bin ich wieder da.«

Tatsächlich fängt es in meiner Brust an, sich zu regen. Ein Gefühl, welches ich lange vermisst hatte. Das wird mir jedoch erst in diesen Sekunden bewusst. Anstatt nach den Gründen zu fragen, äußere ich meinen Wunsch nach einem Spiegel.

»So etwas gibt es hier nicht.«

»Wie bitte?« Fassungslos starre ich auf meine mittlerweile nackte Brust. »Warum nicht?«

»Was denkst du denn? Durch Spiegel können die Seelen ihre Erinnerung wiedererlangen.«

Ich beginne zu verstehen und mein Zorn wächst noch mehr. Zumal seltsame Bilder durch meinen Kopf schießen. Noch sind sie für mich nicht verständlich, aber in mir brennt das Verlangen, ihnen einen Sinn zu geben. Ohne lange zu überlegen, greife ich nach einer gläsernen Vase, die auf einer Wolke steht, und werfe sie mit aller Kraft zu Boden. Scherben fliegen herum und selbst mein Herz scheint über die Handlung erschrocken zu sein.

»Was sollte das denn?«

Ich antworte nicht, sondern knie auf der Wolke nieder und greife nach einer der winzigen Scherben. Eine ihrer Kanten bohrt sich schmerzhaft in meine Haut, welche sofort zu bluten beginnt. Doch ich ignoriere die Schmerzen und konzentriere mich stattdessen darauf, einen Teil meines Gesichtes zu erblicken.

»Das kann doch nicht …«

Ein Zittern, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe, schießt durch meinen Körper. Ich verliere das Gleichgewicht und falle auf den weichen Boden. Aber nichts davon interessiert mich. Ich sehe nur noch IHR Gesicht vor meinem geistigen Auge. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, als würde eine riesige Gefahr auf uns zurollen. Meine Lippen beben, als sie einen Namen flüstern.

»Katharina.«

 

 

1. Kapitel

 

Katharina Sommerfelds Herz schlug bis zum Halse und ihr Blick wanderte auf die schlichte Uhr an der Wand.

21:45 Uhr. Noch dreizehn Stunden, bis …

Ein Seufzer sprang über ihre Lippen, während Katharina sich darauf konzentrierte, die Schultüte für Janina zu packen. Morgen würde ein großer Tag im Leben ihrer Tochter sein, obwohl diese, so schien es ihr, gerade erst aus den Windeln gekrochen war.

Sechs Jahre? Ist es wirklich schon so lange her?

Ein Teil von ihr wollte es noch immer nicht glauben. So lange waren Schmerz und Angst schon ihre ständigen Begleiter? Katharina wusste, dass sie nur haarscharf einer psychischen Störung, einem paranoiden Verfolgungswahn entgangen war. Obwohl es sie irgendwo nicht einmal wunderte. Wie sollte die Seele auch verarbeiten, was sie mit eigenen Augen gesehen und erlebt hatte? So etwas war unmöglich. Erst recht, wenn man mit niemandem darüber reden konnte. Zwar hatte sie mittlerweile einige Freunde und auch zahlreiche Therapieempfehlungen, die angeblich bei der Bewältigung ihres Traumas helfen und nebenbei dafür sorgen sollten, dass sie wieder offener wurde. Katharina verzog das Gesicht, bis dies eine hässliche Grimasse wurde. Diese Menschen konnten leicht reden. Sie hatten keine Vorstellung von dem, was in der Vergangenheit passiert war und wie ihr eigentliches Leben aussah. Abgesehen davon half so eine Therapie nur dann, wenn der Patient halbwegs ehrlich war. Und das konnte Katharina unmöglich riskieren.

Sonst stecken sie mich sofort in die Irrenanstalt.

Der Einzige, mit dem Katharina über die Geschehnisse sprechen konnte, war ihr alter Schulfreund Mario. Der überzeugte Zeuge Jehovas hatte, ebenso wie sie, alles mitangesehen und erlebt. Ursprünglich hatte Katharina keinen Kontakt halten wollen. Zum einen, um so viel Abstand wie möglich zu gewinnen und zum anderen, weil die Gefahr noch lange nicht gebannt war. Eher im Gegenteil.

Die junge Detektivin ließ die 300-Gramm-Schokoladetafel los, welche sie gerade in die wunderschöne rosa-goldene Tüte stecken wollte, und sank stattdessen auf einen Stuhl. Ihr Gesicht bedeckte sie mit den Händen und nur mit Mühe gelang es ihr, die Tränen zu unterdrücken.

Wie konnte das alles nur passieren?

Jene Frage hatte Katharina sich im Laufe der Zeit unzählige Male gestellt und niemals eine Antwort darauf erhalten. Manchmal schien alles aus der Vergangenheit unwirklich. Wie ein verrückter, erotischer Traum, aus dem sie nur langsam erwachte. Doch so verhielt es sich nicht. Dessen wurde Katharina sich stets dann bewusst, wenn sie an den tragischen Tod von Onkel Hannes dachte. Zwar trug sie selbst keine Schuld daran, aber sie plagte trotzdem ein schlechtes Gewissen. Auch, weil Katharina es versäumt hatte, ein gutes Verhältnis zu ihm zu pflegen, als es noch möglich war.

Doch manches lässt sich einfach nicht zurückholen. Egal, wie sehr man es sich wünscht.

Trauer breitete sich in ihrem Innern aus und Katharina schüttelte den Kopf. Bloß nicht an IHN denken.Sie steckte die Schokolade in die Schultüte und stieß die Luft aus. Ihre Gedanken drehten sich im Kreis, obwohl die junge Detektivin es abgrundtief hasste. Auch ihre geliebte Tochter Janina war der eindeutige Beweis dafür, dass nichts von den damaligen Ereignissen ihrer Vorstellungskraft entsprang. Es war alles Wirklichkeit gewesen, ebenso wie ihre jetzigen Empfindungen. 

Bevor Katharina weitere Dinge in die Schultüte packte, lauschte sie in Richtung der Tür. Kein Geräusch, kein Lachen, kein Piepen. Sehr gut. Denn das bedeutete, dass Janina ihrer Aufforderung nachgekommen und ins Bett gegangen war. Wenn sie nicht wieder heimlich unter der Decke einen Gruselroman las.

Katharinas Mundwinkel zogen sich nach oben. Schon oft hatte sie ihre Tochter bei diesem verbotenen Spiel erwischt. Am Anfang war sie wütend, wie es wahrscheinlich jede Mutter gewesen wäre. Abgesehen davon, dass Janina nachts schlafen sollte, war die Lektüre beileibe nicht für ein Mädchen ihres Alters geeignet. Abgesehen davon wunderte Katharina sich sehr, dass ihre Tochter bereits lesen konnte. Obwohl sie gerade erst in die Schule kommen sollte. Aber nach einigen Stunden des Nachdenkens fasste die junge Detektivin einen anderen Entschluss.

Was erwarte ich eigentlich? Janina wird nicht vollkommen menschlich sein. Wie sollte sie auch? Ihr Vater ist der Leibhaftige. Ein gefallener Engel. Selbst wenn meine Gene dominieren, wird ein bisschen von Konrad zurückbleiben.

Nur knapp unterdrückte Katharina ein Schluchzen. Die Erinnerung an Konrad schmerzte noch immer. Sie hatte ihn geliebt. Obwohl er der Antichrist gewesen war. Doch im Gegensatz zu vielen anderen konnte sie in sein Herz schauen, in dem, trotz der natürlichen Dunkelheit, eine große Zuneigung wucherte. Er hätte alles für sie getan, dessen war Katharina sich absolut sicher, und das Gleiche würde mit Sicherheit auf Janina zutreffen.

Wenn er von ihrer Existenz wüsste.

Der Schmerz nahm zu und stach wie ein Messer in ihr Herz. Leider war keine Zeit mehr gewesen, Konrad über ihren Zustand zu informieren und sich mit ihm zu freuen. Obwohl alles in ihr danach geschrien hatte. Aber der Feind war schneller und in diesem Fall auch stärker gewesen. Zwei vereinzelte Tränen liefen Katharina über die Wangen, welche sie eilig wegwischte. Zwar erlaubte die junge Detektivin sich mittlerweile zu weinen und traurig zu sein. Aber nur, wenn sie alleine war oder zu den seltenen Treffen mit Mario ging.

Ein Grund, warum Katharina ihren ursprünglichen Plan verworfen hatte und nach wie vor mit ihm in Verbindung stand. Obwohl ihre Vernunft dagegen protestierte. Aber alleine schaffte sie es einfach nicht. Manchmal musste Katharina offen mit jemandem sprechen, besonders über die Vergangenheit und ihre schmerzhaften Erinnerungen. Denn ein Teil von ihr glaubte noch immer nicht, dass Konrad wirklich tot war.

Das wünschst du dir nur, weil du ihn noch immer liebst.

Wie vom Blitz getroffen zuckte Katharina zusammen. Obwohl die Erkenntnis nicht neu war, versetzte diese sie immer wieder in helle Aufregung. Zumal, konnte Konrad wirklich sterben? Die junge Detektivin massierte ihre Schläfen, um sich die aktuellen Ergebnisse ihrer Recherche in Erinnerung zu rufen. Während ihrer ständigen Flucht durch Deutschland und den Rest der Welthatte sie immer wieder versucht, herauszufinden, ob so etwas überhaupt möglich war. Ihr Blick wanderte durch das verstaubte Fenster nach draußen. Es war eine ruhige Vollmondnacht ohne Gewitter oder sonstigem Chaos. Trotzdem hatte Katharina das Gefühl, dass ihr Geliebter nicht weit weg war, auch wenn sie ihn nicht sehen konnte. Das hieß in Konrads Fall nicht unbedingt etwas. Das wusste die Detektivin längst. 

Wenn ich du wäre, würde ich mich nicht so sehr auf die Vergangenheit, sondern vielmehr auf die Gegenwart konzentrieren, mahnte ihre Vernunft und die nur allzu vertrauten Kopfschmerzen folgten auf dem Fuß. Schließlich bist du ein hohes Risiko eingegangen. 

Das weiß ich.

Katharina seufzte. Doch im nächsten Augenblick erfasste sie eine Panik, welche ihre Sinne schlagartig schärfte und sie auf jedes Geräusch und jede Bewegung achten ließ. Ihr Fokus lag besonders auf dem, was draußen auf der Straße passierte. Denn ein gewaltsames Eindringen würde nicht lange unbemerkt bleiben.

Zum einen, weil Katharina sich nach langem Hin und Her doch entschieden hatte, in einer großzügigen Mietwohnung zu leben und zum anderen, weil ihr Bereich als Einziger mit hochmodernen Sicherheitskameras ausgestattet war. Zwar hatten einige ihrer Nachbarn am Anfang darüber die Nase gerümpft und schließlich schüchtern nachgefragt, ob etwas passiert sei. Für diesen Fall hatte Katharina sich im Vorfeld eine dramatische Geschichte ausgedacht, welche sie detailgetreu immer und immer wieder erzählte.

Angeblich waren Janina und sie Opfer häuslicher Gewalt geworden und hielten sich, nachdem ihr Mann zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde, hier versteckt. Schließlich war es Katharinas Aufgabe, ihre Tochter zu beschützen, zumal Janina bereits einige Auffälligkeiten aufwies, die jedoch nicht unbedingt als negativ zu bewerten waren. Dafür hatten alle Verständnis und fragten auch nicht weiter nach.

Zwar hasse ich Lügen, aber welche Wahl bleibt mir? Die Wahrheit kann ich unmöglich sagen.

Ihr Blick wanderte zum Mülleimer und sämtliche Härchen ihres Körpers stellten sich auf. Es war erst wenige Tage her, dass sie wieder einmal eine anonyme Drohnachricht bekommen hatte, obwohl Katharina eigentlich gehofft hatte, dass dieser Spießrutenlauf nach all den Jahren ein Ende fand. Es konnte doch nicht sein, dass der heilige Staat Roms der Meinung war, ein kleines Mädchen verfolgen zu müssen.

Hast du wirklich geglaubt, sie geben auf? So naiv kannst du doch nicht sein. Für den Vatikan ist Janina die Tochter des Teufels, das Böse in Menschengestalt. Egal, ob sie äußerlich ein kleines Mädchen ist oder nicht. Sie wollen Janina töten, um jeden Preis, damit sie ihren Glauben durchsetzen können.

»So ein abartiger Haufen!«, rief Katharina und hielt sich erschrocken die Hände vor den Mund. Nicht, weil sie ihre Worte bereute, sondern weil Janina nicht aufwachen sollte. Ihre Tochter hörte manche Dinge besser als der Abhördienst des FBI. »Konrad war nicht böse und Janina ist es auch nicht. Die Einzigen, auf die eine solche Beschreibung zutreffen könnte, sind diese Menschen selbst.«

Katharina schnaubte, obwohl der Schauder noch immer über ihren Rücken ran. Viele Worte hatten in dem anonymen Brief nicht gestanden. Aber das umgedrehte, in Blut getauchte Kreuz sagte mehr als genug. Die junge Detektivin war jedoch fest entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen. Sie wollte, dass Janina so normal wie möglich lebte, und dazu gehörte auch ein regelmäßiger Schulbesuch mit anderen Kindern. Soziale Kontakte und Freundschaften waren aufgrund der vielen Umzüge ein wenig auf der Strecke geblieben, aber das sollte sich jetzt ändern. Und wenn sie ihre Tochter heimlich auf Schritt und Tritt verfolgen musste. Jenes wäre zwar keine optimale Lösung, doch immerhin besser als nichts. Außerdem verfügte Katharina durch ihre Arbeit über reichlich Erfahrung in diesem Bereich.

Sie packte die restliche Schultüte fertig und stellte diese so unauffällig wie möglich an die Wand. Mit großer Wahrscheinlichkeit würde Janina diese trotzdem entdecken, denn ihre Augen waren so scharf wie die einer jungen Katze. Aber man konnte es ja versuchen, oder?

Nach getaner Arbeit trat Katharina ans Fenster und schaute in die Nacht hinaus. Noch immer war draußen alles ruhig, aber sie wusste, dass der Schein trügen konnte.

Wenn ich etwas durch meine Beziehung mit Konrad gelernt habe, dann das: dass man seine Feinde niemals unterschätzen sollte.

Erneut wallten Schuldgefühle in Katharina auf und die quälenden Fragen rasten durch ihren Kopf.

Wie wäre unser Leben mit Konrad verlaufen? Hätten wir die Chance gehabt, eine glückliche Familie zu werden?

Nach einem vermeintlichen Normal fragte Katharina gar nicht. Sie hatte das Wort so gut wie möglich aus ihrem Wortschatz verbannt, weil es in ihren Augen keine Existenzgrundlage hatte. Alles ging irgendwo seinen Weg und oftmals war nichts so, wie es auf den ersten Blick zu sein schien. Natürlich wusste keiner ihrer sogenannten Freunde davon. Diese hätten sie sonst für verrückt erklärt. 

Konrad. Katharinas Finger krallten sich regelrecht in den Fensterrahmen und ihre Augen starrten zum Nachthimmel, als könnten sie dort etwas wahrnehmen. Wo bist du? Kommst du wieder? Bitte, wenn du irgendwie kannst, ich brauche dich und unsere Tochter auch.  

Wie aus dem Nichts kam ein starker Wind auf. Die eng stehenden, in der Dunkelheit schwarzen Baumkronen fingen auf einmal an, wild zu tanzen. Außerdem glaubte Katharina, in der Ferne einen blauschwarz leuchtenden Lichtkegel zu erkennen.

»Konrad?«

In diesem Augenblick war es Katharina gleichgültig, ob ihre Tochter es hören konnte oder nicht. Obwohl sie sich bis jetzt gescheut hatte, Janina die Wahrheit zu erzählen. Zwar war das kleine Mädchen weitaus intelligenter als andere in ihrem Alter. Weswegen Katharina auch daran dachte, sie parallel zum schulischen Unterricht zu fördern. Aber das bedeutete noch lange nicht, dass Janina verkraften konnte, wer Konrad war und wie er zu Tode kam.

Wenn er es überhaupt ist.

Ein Teil von Katharina schalt sie nach wie vor eine Närrin. Zumal das mysteriöse Naturschauspiel genauso schnell zu Ende ging, wie es gekommen war. Auch hatte sie in letzter Zeit nicht mehr von ihm geträumt. Zumindest nichts, was in Richtung einer Rückkehr tendierte. Die erotischen Sehnsuchtsfantasien ließ Katharina so gut wie möglich außen vor. Es war sowieso ein Wunder, dass Janina davon nichts mitbekommen hatte. Denn ihre Tochter würde keine Sekunde zögern, nachfragen und dann …?

Gute Frage.

Sie nagte an ihrer Lippe. Eines Tages würde Janina die Wahrheit erfahren, so viel war auch Katharina klar. Doch der richtige Zeitpunkt schien noch nicht da zu sein. Zumal …

Ein merkwürdiges Geräusch von draußen ließ Katharina zusammenfahren. Sie schlug die Hand vor den Mund und rannte so schnell wie möglich zum Fenster. Zwar war draußen nach wie vor nichts zu sehen, im Gegenteil, die Ruhe wirkte nahezu gespenstisch. Katharina atmete ein paar Mal tief ein, doch das allzu vertraute Rauschen in ihren Ohren verschwand nicht.

Also ist Konrad in der Nähe oder versucht zumindest, Kontakt aufzunehmen. Ihr Herz machte einen Sprung. Es konnte nichts anderes sein. 

 

 

2. Kapitel

 

»Schau mal, Mama, was für ein schönes Gebäude. Das war früher eine alte Villa, nicht wahr?«

Aufgeregt zeigte Janina auf das Anwesen, das in der Tat etwas Besonderes an sich hatte. Das Schulgebäude war außen cremefarben gestrichen und sollte wohl modern wirken, was jedoch nicht vollständig gelang. Schon Katharina konnte ohne Zweifel erkennen, dass dieses Gebäude früher einmal eine alte Villa von beachtlicher Größe gewesen sein musste. Unwillkürlich fragte sie sich, was ihre Tochter noch darin sah. Denn alleine die Tatsache, dass es einer Sechsjährigen ohne Zutun auffiel, war schon sonderbar.

War die Einschulung vielleicht doch ein Fehler? Hätte ich vielleicht doch durchsetzen sollen, sie zu Hause unterrichten zu dürfen?

So unauffällig wie möglich schaute Katharina sich um, doch es war nichts Bedrohliches zu entdecken. Zum Glück, doch was war, wenn …?

Jetzt beruhige dich einmal, rief Katharina sich selbst zur Ordnung.

---ENDE DER LESEPROBE---