Vampirische Bisse zu Weihnachten - Asmodina Tear - E-Book

Vampirische Bisse zu Weihnachten E-Book

Asmodina Tear

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Beschreibung

Mara und Alexander führen ein schönes Leben im Nobelbezirk Döbling, in Wien. Sie haben alles, was man sich wünschen kann, und jetzt steht ein weiteres Weihnachtsfest für beide an. Doch anders als sonst ist die Vorweihnachtszeit diesmal nicht so besinnlich, wie es sich Mara erhofft hatte. Alexander muss während der Feiertage arbeiten und dazu kommt, dass Mara immer öfter von Albträumen geplagt wird. Diese Träume scheinen auf Alexanders dunkle rätselhafte Seite zu verweisen … und doch auch wieder nicht.
Als dann plötzlich die Polizei vor ihrer Wohnungstür steht, bricht für Mara jäh eine Welt zusammen. Alexander ist verschwunden und niemand kann ihr helfen. Die Trauer droht sie zu überwältigen, während ihr Umfeld den Weihnachtstagen entgegenfiebert. Notgedrungen, um nicht alleine zu sein, nimmt Mara die Einladung ihrer Familie an, die Feiertage in Bad Ischl zu verbringen. Doch schon bald dämmert ihr, dass sie diesen Entschluss bereuen könnte. Vor allem auch deshalb, weil ihre Eltern ein schwerwiegendes Geheimnis hüten. Noch vor dem traditionellen Festessen wird dieses enthüllt und es kommt zum Eklat.
Wird Mara hinter den wahren Grund für Alexanders Verschwinden kommen? Und wie hinderlich ist Familie in manchen Situationen des Lebens tatsächlich?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Asmodina Tear & Monika Grasl

 

 

Vampirische Bisse zu Weihnachten

 

 

 

 

Dark-Romance

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv

Cover: © by Claudia Westphal, mit einem Motiv von eedebee (KI), 2024

Korrektorat: Antje Ippensen

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

www.baerenklauexklusiv.de / info.baerenklauexklusiv.de

 

Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

 

Alle Rechte vorbehalten

 

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023 

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Vampirische Bisse zu Weihnachten 

Prolog 

1. Kapitel 

2. Kapitel 

3. Kapitel 

4. Kapitel 

5. Kapitel 

6. Kapitel 

7. Kapitel 

8. Kapitel 

9. Kapitel 

10. Kapitel 

11. Kapitel 

12. Kapitel 

13. Kapitel 

14. Kapitel 

15. Kapitel 

16. Kapitel 

17. Kapitel 

18. Kapitel 

Epilog 

 

Das Buch

 

 

Mara und Alexander führen ein schönes Leben im Nobelbezirk Döbling, in Wien. Sie haben alles, was man sich wünschen kann, und jetzt steht ein weiteres Weihnachtsfest für beide an. Doch anders als sonst ist die Vorweihnachtszeit diesmal nicht so besinnlich, wie es sich Mara erhofft hatte. Alexander muss während der Feiertage arbeiten und dazu kommt, dass Mara immer öfter von Albträumen geplagt wird. Diese Träume scheinen auf Alexanders dunkle rätselhafte Seite zu verweisen … und doch auch wieder nicht.

Als dann plötzlich die Polizei vor ihrer Wohnungstür steht, bricht für Mara jäh eine Welt zusammen. Alexander ist verschwunden und niemand kann ihr helfen. Die Trauer droht sie zu überwältigen, während ihr Umfeld den Weihnachtstagen entgegenfiebert. Notgedrungen, um nicht alleine zu sein, nimmt Mara die Einladung ihrer Familie an, die Feiertage in Bad Ischl zu verbringen. Doch schon bald dämmert ihr, dass sie diesen Entschluss bereuen könnte. Vor allem auch deshalb, weil ihre Eltern ein schwerwiegendes Geheimnis hüten. Noch vor dem traditionellen Festessen wird dieses enthüllt und es kommt zum Eklat.

Wird Mara hinter den wahren Grund für Alexanders Verschwinden kommen? Und wie hinderlich ist Familie in manchen Situationen des Lebens tatsächlich?

 

 

***

Vampirische Bisse zu Weihnachten

 

Asmodina Tear & Monika Grasl

 

 

Für alle, die Weihnachten alleine sind.

Ihr könnt euch dennoch eine schöne Zeit machen.

 

 

Prolog

 

Es schmerzt mich sehr, dich leiden zu sehen. Und ich hoffe, du kannst meine Worte hören. Vielleicht in deinen Gedanken, vielleicht in einem Traum. Ich weiß es nicht und trotzdem bete ich inständig zur tiefschwarzen Nacht, dass es mir gelingen wird, dich zu erreichen. Damit du dir keine Sorgen machen musst.

Ich weiß, meine Tat war falsch und absolut verwerflich. Denn selbst hier, über mehrere hundert Kilometer entfernt, spüre ich deinen Schmerz wie meinen eigenen. Bitte hör auf zu weinen und zweifele nicht an meinen Gefühlen.

Ich liebe dich aus den tiefsten Tiefen meines finsteren Herzens. Gerade deswegen blieb mir keine Wahl, als das zu tun, was ich am Ende getan habe. Nein, überlege nicht, dein Leben zu beenden. Damit verletzt du mich zutiefst und außerdem ist es keine Lösung. Bitte bleibe hier, gib nicht auf. Ich flehe dich an, obwohl du mich nicht sehen kannst. Ich versuche, zurückzukehren, sobald es irgendwie möglich ist. Das verspreche ich dir. Nur kann ich leider nicht sagen, wie lange es dauern wird. Trotz meiner feinen Sinne gestaltet die Suche nach meinem Gegner sich als schwierig. Leider kennt dieser mich besser als gut für uns beide ist. Und dafür verabscheue ich ihn aus tiefstem Herzen. Wir teilen zum Teil eine Seele und dennoch sind wir verschieden wie Feuer und Wasser. Wobei ich nicht weiß, wer welchen Part übernimmt. Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich es auch nicht unbedingt.

Doch wirst du verstehen, warum ich es tun musste? Und dir nicht einmal etwas davon erzählen konnte? Am Anfang unserer Liebe haben wir geschworen, einander immer die Wahrheit zu sagen. Egal, was auch passiert. Es bricht mir das Herz, dass ich mich nie daran gehalten habe. Im Gegenteil, ich habe dich von Anfang an belogen und das jeden gottverdammten Tag, seitdem wir uns kennengelernt haben.

Oh, ich spüre, wie blutrote Tränen über meine Wangen laufen. Sie sind ein Zeugnis der grausamen Realität, welche ich dir niemals offenbaren konnte oder wollte. Was hätte ich denn bitte sagen sollen, zum Teufel?

Hallo Schatz, ich bin übrigens ein Kind der Nacht. Keine Angst, ich giere nicht nach deinem Blut?

Was jetzt beinahe lustig klingt, hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ende unserer Beziehung bedeutet. Vermutlich wärest du schreiend aus dem Zimmer gerannt, ohne dich einmal umzudrehen. Ich könnte es verstehen, die meisten Menschen würden so reagieren. Zu verübeln vermag ich es ihnen nicht, denn auch unter meinesgleichen gibt es Monster. Und jene waren der Grund, weswegen ich gehen musste. Aber ich hätte dir niemals etwas getan – versprochen.

Dafür liebe ich dich viel zu sehr und es bricht mir das Herz, in dieser Zeit nicht bei dir sein zu können. Weihnachten. Für euch Menschen ist diese Zeit unglaublich wichtig. Zwar habe ich den Grund dafür nie verstanden, aber ich hätte diese Zeit gerne mit dir zusammen verbracht. Glaube mir, das hätte ich. Aber mein Geheimnis und die damit verbundenen Pflichten zwangen mich leider zu dem, was ich am Ende getan habe. Ich hoffe, du kannst es mir verzeihen und gibst unserer Liebe eine weitere Chance.

Denn sollte ich den Kampf gewinnen und überleben, kehre ich auf jeden Fall zu dir zurück. Denn du und ich gehören zusammen. Jetzt und bis in alle Ewigkeit.

1. Kapitel

 

Ein leichter Schneefall ging an diesem ersten Adventssonntag auf die Straßen nieder. In dicken Flocken tanzte er in der Luft, bevor er zu Boden sank und dort eine feine Schneeschicht zurückließ.

Mara umklammerte ihre Teetasse und sah aus dem Fenster. Ein Lächeln zupfte bei dem Anblick an ihren Lippen. Sie dachte an das erste Weihnachtsfest vor sieben Jahren. Damals hatte sie die Feiertage bei Freunden auf einer Almhütte in Flachau zugebracht. Sie waren Skifahren gewesen, hatten Fondue gekocht und irgendwann tauchte Alexander auf. Bei ihm handelte es sich um einen Arbeitskollegen ihrer Freundin Katrin. Mara hatte vermutet, dass die beiden ein Paar wären. Überraschenderweise gestaltete sich die Wahrheit jedoch anders. Katrin hatte Alexander über die Feiertage eingeladen, weil sie auf seinen Bekannten Christopher gestanden hatte. Noch heute überkam Mara bei dem Gedanken an den Weihnachtsabend und die verkrampfte Stimmung ein Schauder.

Ich habe mich an dem Abend aufgeführt wie eine richtige Idiotin. Zu viel Wein, zu wenig Essen und dann sage ich Alexander auch noch, dass er sich mit jemandem wie Katrin nicht einlassen sollte, weil sie von einem Kerl zum nächsten springt. Gott, war das peinlich.

Erstaunlicherweise hatte Alexander damals einfach mit den Schultern gezuckt und gemeint, er wüsste um Katrins Verhalten. Was immer er gegen Christopher gehabt hatte, am Ende wurden Katrin und der Kerl ein Paar.

Sind mittlerweile auch schon seit drei Jahren geschieden. Ich weiß noch, dass ich Alexander gesagt habe, die beiden werden nicht lange verheiratet sein. Wenn ich so darüber nachdenke, war keiner von uns beiden davon überzeugt und trotzdem haben weder Alexander noch ich ihnen ins Gewissen geredet.

Rückblickend betrachtet fragte sich Mara, ob sie als Freundin nicht dies hätte unternehmen sollen. Aber Katrin war von der Ehe ohnehin nicht abzubringen gewesen. Nicht mal wenn Christopher vor ihren Augen eine andere flachgelegt hätte.

Sie träumte damals von einer Winterhochzeit. Eine Heirat im Schnee und wir haben uns alle den Arsch abgefroren. Wenn die beiden danach wenigstens zusammengeblieben wären, hätte ich Katrin verziehen, dass ich mir an dem Tag eine Lungenentzündung einhandelte.

Immerhin hatte Mara mit Alexander einen Arzt im Haus, der sich um sie kümmerte. Der Gedanke daran vertrieb die Bitterkeit, die sich in ihr aufstaute.

»Lass mich an deinen Gedanken teilhaben«, ertönte es hinter Mara. Zwei Arme schlangen sich bei den Worten um ihren Oberkörper und drückten sie gegen eine nackte Brust.

Geräuschvoll stieß Mara den Atem aus und legte den Kopf in den Nacken. Alexanders Lippen berührten sogleich die ihren. Der Kuss hielt nicht lange an, raubte Mara jedoch beinahe den Atem.

Träge blinzelte sie und betrachtete die moosgrünen Iriden ihres Freundes. Sie konnte sich stundenlang in diesem Anblick verlieren. Eine Hand fuhr über seine Wange und hoch zu dem feuerroten, halblangen Haar. Alexanders Mutter war Irin gewesen. Das einzige Erbe von ihr, welches ihm geblieben war. Der Gedanke erinnerte sie daran, dass er kaum über seine Familie sprach. Zugleich führte sich Mara vor Augen, dass sie es bei ihrer eigenen nicht viel anders hielt. Sie besaß nur einen sporadischen Kontakt zu ihren Verwandten. Was auch damit zusammenhing, dass sie als Sekretärin in einer Werbeagentur angeblich ihr Potential verschenkte.

»Du denkst wieder an deine Mutter«, sagte Alexander just und streichelte ihre Schultern.

»Wie kommst du darauf?«, fragte sie überrascht.

Alexander schenkte ihr ein Lächeln, beugte sich neuerlich herab und küsste sie. Es handelte sich um eine flüchtige Berührung, ehe er sich von ihren Lippen trennte und antwortete: »Du kriegst dann immer diese Falte zwischen den Augenbrauen. Die zieht sich bis zur Nasenspitze.«

»Falten?«, kam es empört über ihre Lippen.

»Eine Falte«, korrigierte Alexander sie und grinste hinterhältig.

Mara schlug ihm leicht gegen die Hand und befreite sich aus der Umarmung. Sie hörte ihren Liebsten hinter sich leise seufzen. Das Thema Mutter sprachen sie aus gutem Grund nie an. Es führte unweigerlich zum Streit, aber Mara stand heute nicht der Sinn danach, also schwieg sie.

»Es schneit heuer früher als sonst«, sagte sie stattdessen.

»Ja. Wird Zeit, dass wir Pläne für Weihnachten machen.«

Mara nickte und sah für einen weiteren Moment zum Fenster hinaus. Ihr kam es vor, als würde der Schneefall an Heftigkeit zunehmen.

»Ich habe den Dienstplan für die nächsten Wochen bekommen, Mara.«

»Und, wie sieht es aus?«

Alexander antwortete nicht. Er ging hinüber in die Küche. Notgedrungen folgte Mara ihm und betrachtete den liebevoll gedeckten Frühstückstisch. Sie hatten selten Zeit für Derartiges. Ihr Job fand tagsüber statt und Alexander arbeitete meist nachts in der Notaufnahme des Allgemeinen Krankenhauses von Wien. Somit waren diese Augenblicke für ihre Beziehung umso wichtiger.

»Tee?«, fragte Alexander, statt ihr zu antworten.

»Ja. Also, wie sieht dein Dienstplan aus?«, wiederholte sie ihre Frage.

»Na ja, es könnte besser sein, aber auch schlechter.«

»Alexander, sag mir nicht, du musst am Vierundzwanzigsten arbeiten!«

»So schlimm ist es nicht«, erwiderte er sofort und griff nach seiner Katzentasse, um den Kaffee daraus zu schlürfen.

Das war eine seiner Eigenarten, welche Mara an ihm nicht mochte. Immer wenn er kurz davor war eine Bombe platzen zu lassen, schlürfte er. Alexander behauptete, es handle sich einzig um eine seelische Vorbereitung für sie, aber Mara hegte die Überzeugung, dass er es absichtlich machte.

»Dann sag schon.«

»Ich kriege dieses Jahr keinen Weihnachtsurlaub. Du kennst ja Professor Mayerhofer? Der Arsch glaubt, nur weil er Chirurg ist, dass jeder vor ihm einen Kniefall vollführt.«

»Was hast du angestellt, Alexander?«

Schweigend sah Alexander sie an und begann sich eine Semmel mit Butter und Marillenmarmelade zu schmieren. »Wenn jemand dabei ist, völlig unnötig eine Operation durchzuführen, obwohl der gleiche Erfolg mit einer simplen Therapie durchzuführen ist, dann halte ich eben nicht den Mund.«

»Das heißt, Mayerhofer hat dir den Urlaub gestrichen?«

»Nein, er hat sich genau für die Zeit eingetragen und gleich mal zwei aus der Notaufnahme angestachelt, es ihm gleich zu tun. Hab schon mit dem Gedanken gespielt, zum Vorstand zu gehen, aber auf der anderen Seite kann Mayerhofer somit nicht an Silvester Amputationen durchführen, nur um seinen Schnitt zu steigern.«

Geräuschvoll stieß Mara den Atem aus und vergrub das Gesicht in den Händen. Eine ihrer blonden Haarsträhnen lösten sich aus dem halbherzig geflochtenen Zopf. Sie spürte Alexanders Finger, welche die Strähne hinter ihr Ohr schoben.

»Was noch?«, fragte Mara in die aufkommende Stille hinein.

»Wie, was noch?« 

Sie hob den Kopf und sah ihn aus ihren eisblauen Augen an. »Da ist garantiert noch was, das du mir nicht sagst. Also raus mit der Sprache.«

»Ich bin Silvester für eine doppelte Schicht eingeteilt. Also komm ich nicht vor dem zweiten Jänner nach Hause.«

»Silvester? Das ganze Silvester? Das ist ein Scherz!«

»Mir wäre neu, wenn es nur ein halbes Silvester gebe«, gab er lapidar zurück.

»Alexander, das ist nicht witzig!«

»Sage ich auch nicht. Aber ändern kann ich es nicht, Mara. Wir machen uns trotzdem eine schöne Zeit.«

»Und wie?«

»Na ja, ich habe immerhin die Samstage und Adventssonntage keinen Dienst.«

Der Gedanke mochte tröstend sein, aber Mara überkam dennoch eine gewisse Enttäuschung. Sie hatte gedacht, sie würden die ganzen Weihnachtstage bis ins neue Jahr hinein in Flachau verbringen. Jetzt erfuhr sie, dass Alexander nicht mal über die Feiertage Urlaub bekam.

»Komm schon, Mara, mach nicht so ein Gesicht. Das hilft keinem von uns.«

»Na schön, wenn du schon alles so großartig durchdacht hast, als du dich mit dem überheblichsten Chirurgen in der ganzen Klinik angelegt hast, dann lass mal deine Pläne hören.«

Sie merkte, wie Alexander bei ihrem mürrischen Tonfall zusammenfuhr. Es gab wenig, was Alexander nicht ertrug. Er nahm die Ausgrenzungen seiner Kollegen hin, da er lieber in der Nachtschicht arbeitete. Selbige wurde naturgemäß besser bezahlt, weshalb sie sich die Eigentumswohnung in Döbling leisten konnten. Die wenigen Tage im Jahr, in denen er in der Tagesschicht arbeitete, verliefen meist genau so wie mit Mayerhofer. Alexander war zu dieser Zeit furchtbar gereizt, insbesondere in den Sommermonaten. Mara war dies bereits vom ersten Tag an aufgefallen, aber sie nahm Alexanders Argument, ein Nachtmensch zu sein, hin. Sie selbst war dies nicht und genoss die Sommerwochen immer sehr.

»Also, ich habe mir Folgendes überlegt«, begann Alexander, stand auf und ging zu einem der Küchenschränke. Er holte einen Umschlag heraus und kehrte damit an den Tisch zurück. »Nächste Woche stürzen wir uns mit all den Irren in den Weihnachtseinkauf. Wir brauchen ein paar Geschenke für deine Eltern und da ich weiß, dass dich so was furchtbar fertigmacht, gehen wir danach essen. Ich habe bereits einen Tisch im Unkai bestellt. Sechsgängiges japanisches Menü inklusive Weinbegleitung. Am Sonntag nächste Woche machen wir dann den Weihnachtsmarkt in Schönbrunn unsicher.«

»Da waren wir vor einer Ewigkeit das letzte Mal«, warf Mara ein.

»Ganz genau. Außerdem ist dort nicht so viel los. Wenn ich schon den ganzen Trubel bei der Arbeit habe, brauche ich den auf einem Weihnachtsmarkt nicht auch noch.«

»Okay und weiter?«

»Für das dritte Adventswochenende würde ich vorschlagen, dass wir Kekse backen. Du hast doch erst unlängst das alte handgeschriebene Kochbuch deiner Oma bekommen. Da du ja nicht reingeschaut hast, habe ich das übernommen und einige Rezepte gefunden. Linzeraugen, Vanillekipferln und Kokosbusserln.«

Mara dachte daran, dass sie das Kochbuch ungesehen ins Regal geschoben hatte. Warum ihre Mutter dies mit der Post geschickt hatte, erschloss sich ihr noch immer nicht. Ihre Oma war bereits seit acht Jahren tot und erst jetzt bequemte sich ihre Mutter dazu, irgendwas vom Nachlass der alten Frau durchzusehen. Das meiste lag vermutlich noch immer auf dem Dachboden in der Herrenvilla in Bad Ischl, wo ihre Familie lebte.

»Backen? Du?«, fragte Mara und sah Alexander zweifelnd an.

»Wir kriegen das schon hin.«

Mara hegte ihre Zweifel, sagte jedoch nichts weiter dazu.

»Und dann haben wir ohnehin schon den vierten Advent und Heiligabend. Dafür habe ich was Besonderes für dich. Mach es auf.« Endlich reichte er Mara den länglichen Umschlag.

»Weihnachten kommt aber erst«, sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

»Ja, aber warten kann es nicht. Sieh es als vorzeitiges Geschenk«, erwiderte Alexander.

Sie riss den Umschlag auf und holte zwei Karten für Der Nussknacker hervor. 

»Alexander, das …«

»Du hast immer gesagt, dass deine Eltern nie mit dir in die Aufführung gingen, obwohl du sie sehen wolltest. Also dachte ich mir, das ist eine von diesen Gelegenheiten, die nicht so oft um die Ecke kommen. Und wir entgehen damit einer möglichen Einladung deiner Eltern, nach Bad Ischl fahren zu müssen am vierundzwanzigsten. Immerhin ist die Vorstellung an Heiligabend.«

Das war tatsächlich eine Vorweihnachtsplanung, mit der Mara leben konnte. Alleine die Tage nicht mit ihrer Mutter zubringen zu müssen, stellte eine Erleichterung dar. In dem Punkt war sie Alexander dankbar, ein solch aufmerksamer Partner zu sein.

»Danke. Das ist wirklich ein großartiges Geschenk.«

»Das freut mich.«

»Jetzt bleibt nur noch eine Frage«, sagte Mara und betrachtete die Tickets.

»Welche denn?«

»Wie kann ich mich revanchieren? Immerhin ist das ein sehr verfrühtes Weihnachtsgeschenk und dann erst die ganze Planung.«

Auf Alexanders Gesicht zeichnete sich ein breites Grinsen ab, während er sich zufrieden in seinem Stuhl zurücklehnte. »Ja, du kannst nicht behaupten, ich hätte mich nicht selbst übertroffen. Aber wie du dich erkenntlich zeigen willst … Tja, da musst du dir schon was verdammt Gutes einfallen lassen, nicht wahr?«

»Das Gefühl habe ich auch. Ich hoffe nur, du bist nicht zu enttäuscht, wenn du dein Geschenk erst an Heiligabend auspacken darfst.«

»Du kennst mich, ich mache mir nicht viel aus Weihnachten.«

Seine so dahingesagten Worte versetzten Mara einen Stich in die Brust. Alexander waren Weihnachten, die Festtage und die Familienbräuche drum herum tatsächlich gleich. Er machte dies alles für sie. Es schien auch, als hätte er das erste Mal mit Mara richtig Weihnachten gefeiert. Damals, als sie im Jahr nach ihrem Kennenlernen die Feiertage in Flachau zugebracht hatten.

Sie legte die Karten auf den Tisch, stand auf und war mit wenigen Schritten bei Alexander. Ihre Lippen berührten die seinen. Maras Zunge stahl sich in seinen Mund, während ihre Hand unter dem Bund seiner Jogginghose verschwand. Ein leises Keuchen stieg aus Alexanders Kehle empor, was sich eher wie ein Knurren anhörte.

Im nächsten Moment packte er ihre Hand, stand hastig auf und zerrte Mara mit sich ins Schlafzimmer.

2. Kapitel

 

Sie spürte Alexanders Atem in ihrem Nacken. Die letzte Stunde hatte sie ihm gezeigt, wie sehr seine Planung und sein Geschenk sie glücklich stimmten. Er hatte ihr durch seine Leidenschaft nicht mal die Gelegenheit gelassen, die Vorhänge zu schließen. Jetzt besaß sie einen guten Blick auf das Schneetreiben draußen. Die Fenster waren im unteren Drittel leicht beschlagen. Der Anblick ließ sie unter der warmen Decke frösteln. Mara fühlte sofort, wie Alexanders Umarmung fester wurde. Er drückte sie an sich, gab ihr damit jedoch auch keine Gelegenheit sich zu ihm umzudrehen.

Er schlief eindeutig. Seine ruhige Atmung war gleichmäßig und brachte auch Mara dazu, immer öfter zu blinzeln. Ihre Lider fühlten sich mit jedem Herzschlag schwerer an. Ein leichtes Brennen ging von den Stellen an ihrem Körper aus, in die Alexander sachte seine Zähne vergraben hatte. Beim Sex machte er das gern. Wobei er die Knutschflecken an Stellen setzte, die sie leicht verdecken konnte. In dem Punkt achtete er auf ihre einstmalige Bitte.

Mara trug ihr Sexleben einfach nicht in der Öffentlichkeit herum. Somit musste keiner wissen, auf welche Dinge sie tatsächlich stand. Es reichte, dass Alexander wusste, wie sehr seine Bisse sie anturnten und zum Höhepunkt brachten.

Ein leises Seufzen kam über ihre Lippen. Sie genoss die Wärme, welche um sie war. Selbige vermittelte Mara ein Gefühl der Geborgenheit.

»Und das hast du verdient?«, ertönte es unvermittelt hinter ihr.

Alexander löste den Arm von ihr. Die Bettdecke raschelte und trieb Mara dazu, sich auf die andere Seite zu drehen. Sie betrachtete Alexanders Rücken, der auf der Bettkante saß und seine Füße betrachtete.

»Was hast du?«, fragte sie leise.

»Glaubst du wirklich, du hättest das alles verdient? Diese Zuneigung, die Berührungen und den Sex?«

Ein Schauder jagte über Maras Körper. Diese Stimme gehört nicht zu Alexander. Wer immer in ihrem Schlafzimmer saß, es handelte sich nicht um Alexander. Er würde nie solch einen so gehässigen Tonfall anschlagen wie die Person, welche ihr den Rücken zeigte.

»Wer … bist … du?«

»Deine Leidenschaft, deine Ängste, deine Hoffnungen und deine Vernichtung.«

Ruckartig bewegte sich die Gestalt, stand auf und drehte sich zu ihr um. Entsetzt richtete sich Mara auf, als sie in das Gesicht starrte. Es bestand kein Zweifel. Alexander stand vor ihr, aber er sah älter aus, gedrungener und regelrecht bösartig.

In der gleichen Sekunde ertönte ein röchelnder Laut vom Fußende des Bettes. Mara sah nicht hin, aber die Person, welche aussah wie Alexander, bedeutete ihr mit einer Kopfbewegung, dem Geräusch zu folgen.

»Na los, sieh hin«, forderte er, da sich Mara nicht rührte. »Sieh dir an, was aus all deinen Vorhaben wird, wenn du am Ende diesen Weg weiter beschreitest.«

Zögerlich kroch Mara aufs Bettende zu. Bereits auf halbem Weg erkannte sie einige blonde Haarsträhnen, die sich über den Parkettboden ergossen. Als sie über den Bettrand blickte, entfuhr ihr ein entsetzter Aufschrei. Da lag sie. Mara lag mit aufgerissener Kehle in ihrem Schlafzimmer auf dem Boden. Ihr Körper bewegte sich noch ruckartig, während Blut über ihre Lippen floss.

---ENDE DER LESEPROBE---